| Interaktives Online-Glossar: Ehe, Heirat und Familie | |||||
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| eheliches Konkubinat | |
| Definition: Sonderform des Konkubinats: eine erlaubte und sozial akzeptierte sexuelle Beziehung zwischen einem verheirateten Mann und einer oft auch verheirateten Frau bzw. Frauen, mit welcher der Ehemann nicht rechtmäßig verheiratet ist (siehe Ehe). Diese Form des Konkubinats ist nur in Verbindung mit einer bestehenden Ehe möglich, als auf diese aufbauende Institution. Die von solchen Frauen geborenen Kinder haben keine Ansprüche auf den Status und das Eigentum des Vaters: Dies ist eine der wichtigsten Unterscheidungen zwischen dem Konkubinat und der Polygynie. | |
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Verwandte Begriffe: | |
| Zum übergeordneten Begriff | |
| Anmerkungen: Dieser Terminus wurde von Schindler und Lukas vorgeschlagen. | |
| Beispiel: Nuer (Sudan) Eine dem Witwenkonkubinat in vielen Beziehungen ähnelnde Form einer Lebensgemeinschaft, außer daß die Frau keine Witwe ist. Die Ehefrau verläßt ihren Mann aus verschiedenen Gründen nach der Geburt eines Kindes. Da ihre Familie jedoch der Verwandtschaftsgruppe des Ehemannes die Brautgabe in Form von Rindern nicht zurückzahlt, weil sie das entweder nicht kann oder nicht will, da sie die Schuld für die Auflösung der Beziehung beim Ehemann sieht, bleibt die Frau weiterhin legal mit diesem verheiratet. Der Ehemann ist daher der Vater (Pater) jener Kinder, welche die Frau von ihren Liebhabern in anderen Dörfern bekommt; Er hat jedoch nicht das Recht Ehebruch einzuklagen, weil er die Umstände, unter denen seine Ehefrau lebt, akzeptiert hat [Evans-Prichard 1951:116ff]. | |
| Beispiel: Santal in Mayurbhanj/Indien: | |
| Beispiel: Dogon (Süd-Mali, Plateau von Bandiagara/Westafrika) Bei den Dogon hat ein Mann gewöhnlich zwei Frauen, wobei eine "ya biru", die andere "ya kedu" genannt wird. Die Erstrangige, seine "große Frau", ist nicht immer die "ya biru", sondern diejenige, welche als erste mit ihm zusammenlebte. Die "ya kedu" ist ihrerseits fast immer die "ya biru", Verlobte (siehe auch: Verlobung) bzw. rechtmäßige Frau, eines anderen Mannes, den sie verlassen hatte, um mit einem anderen Mann zusammenzuleben, der dadurch ihr "ana kedu" wurde. |
© Lukas, Schindler, Stockinger 1993-11/10/97