Interaktives Online-Glossar: Ehe, Heirat und Familie
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Zeugungshilfe
Definition:
Rechtlich geregelter, vorübergehender Ersatz des Gatten durch einen anderen Mann ("Zeugungshelfer") als Geschlechtspartner der Ehefrau, der anstelle des Ehemannes mit dessen Frau Kinder zeugt, die dann als legitime Nachkommen des bis dahin kinderlosen Ehepaares gelten.
Verwandte Begriffe:
Zum übergeordneten Begriff
Anmerkung:
Diese Einrichtung wird nur im Falle des Ausbleibens von Nachkommenschaft erlaubt. Im Unterschied zum Levirat handelt es sich
  1. um eine temporäre nebeneheliche Beziehung zu Lebzeiten des Ehemannes und
  2. es muß keine verwandtschaftliche Beziehung zwischen den Sexualpartnern bestehen. Die Institution der Zeugungshilfe kommt nur in patrilinearen Gesellschaften vor.

  • Für die Existenz der Zeugungshilfe als soziale Institution gibt es jedoch zumeist nur schwach fundierte ethnographische Belege (vgl. [Lukas 1990:213-216]
  • Literatur:

      © Lukas, Schindler, Stockinger 1993-11/10/97