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Heiratsregelung, wonach die Frau einem Mann von höherem sozialen Status als
sie selbst ist, heiraten soll. Die aus einer solchen Beziehung entstammenden
Kinder erhalten den Status des Vaters und erhöhen das Ansehen der
Verwandtschaftsgruppe der Frau. Für den Mann stellt die Hypergamie keinen
Prestigeverlust dar, da die Nachkommen seiner sozialen Schicht zugerechnet
werden und er zusätzlichen einen ökonomischen Vorteil genießt, daß die Braut
bzw. deren Verwandte durch eine höhere Mitgift
eine Kompensation zu leisten haben. Die Hypergamie kommt entweder in stark
stratifizierten Gesellschaften (z.B. indisches Kastensystem) vor, um den
strengen Endogamievorschriften auszuweichen,
oder tritt in patrilinearen Systemen, wo die Kinder ihren Status über den
Vater erhalten, in Erscheinung [Hirschberg 1988, S.216].
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