| Interaktives Online-Glossar: Ehe, Heirat und Familie | |||||
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| Sati | |
| Definition: Mit dem aus der Sanskrit-Sprache bezeichneten Wort Sati wird die indische Vorschrift bezeichnet, nach der die Witwe eines Fürsten oder einer hochgestellten Persönlichkeit sich selbst zusammen mit einigen Sklaven auf dem Scheiterhaufen, auf dem ihr verstorbener Gatte verbrannt wird, opfern muß. Diese Vorschrift war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts in Kraft, vor allem bei den Radschputen, die dem Einfluß des Brahmanismus besonders stark unterworfen waren. Der Buddhismus hat sich ihrer Befolgung widersetzt [Panoff/Perrin 1982:269]. | |
| Zum übergeordneten Begriff | |
| Anmerkung: Mit Sati wird "die Selbstopferung der Hindu-Witwe auf dem Scheiterhaufen des Gatten bezeichnet ... - ein Akt, in dem das vollkommene Einssein einer Frau mit ihrer Rolle als lebendiges Abbild des romantischen Gattentideals der Hindu gipfelt. Sie ist die Göttin Sati selbst in Reinkarnation, die Shakti oder projizierende Lebenskraft ihres Gatten. Da ihr Herr, ihr belebendes Prinzip, gestorben ist, kann ihr hinterbliebener Leib nur a-sat, nicht-sat sein: unwirklich, nicht-existent, falsch, unwahr, ungemäß; nicht seinem Zweck dienend; schlecht, schlimm, böse, gemein'. Asat als Substantiv bedeutet ,Nicht-Existenz, Nicht-Wesenheit; Unwahrheit, Falschheit; ein Böses' und in seiner weiblichen Form asati, eine unkeusche Gattin'." [Zimmer 1973:159f].
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| Englisch: suttee, sati | |
| Französisch: suttee, sati |
© Lukas, Schindler, Stockinger 1993-11/10/97