Über das Projekt

Erste LGBTIQ*-Wahlstudie zur Bundestagswahl 2017 in Deutschland

Am 15. Juli startet die erste Online-Wahlumfrage zur Bundestagswahl 2017, die sich an die LGBTIQ*-Community in Deutschland richtet. Welche Parteien werden LGBTIQ*-Menschen bei der Bundestagwahl am 24. September 2017 wählen? Welche politischen und gesellschaftlichen Themen beschäftigen die LGBTIQ*- Community? Welche Themen sind für die Befragten wahlentscheidend? Auf diese und andere Fragen zu politischen Einstellungen und gesellschaftlicher Teilhabe sucht das geplante Umfrageprojekt Antworten.

Die parteiunabhängige Studie wird von einem Team von Wissenschaftler*innen der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Universität Wien zusammen mit ihrem Kooperationspartner, dem Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) durchgeführt. Die innovative Studie wirft einen Blick auf einen Teil der Gesellschaft, der in den klassischen Wahlstudien bislang unter den Tisch fällt: die LGBTIQ*-Community. Die Wahlstudie gibt damit neue Impulse für politische Debatten und auch für die Wahlforschung.

Die Umfrage ist vom 15. Juli bis 15. August unter lgbtiq-wahlstudie.eu online. Mitte September 2017 werden die Ergebnisse bei einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt.

Die Umfrage ist anonym und es werden keine personenbezogenen Daten erhoben oder gespeichert. Eine ähnliche Umfrage wurde als Pilotprojekt vom selben Forschungsteam zu den letzten Gemeinderatswahlen in Wien (2015) und zu den Abgeordnetenhauswahlen in Berlin (2016) durchgeführt. An diesem innovativen Forschungsprojekt beteiligten sich damals bereits viele LGBTIQ*-Menschen. Die Ergebnisse sind auf dieser Website unter „Wien 2015 – Berlin 2016“ abrufbar.

Es würde uns sehr freuen, wenn Sie die Umfrage über Ihre Netzwerke (Mailing-Listen, Homepage und soziale Netzwerke wie Facebook) verbreiten könnten. Wenn Sie dies wünschen, nennen wir Ihre Organisation auch gerne als Projektpartner auf unserer Website.

Für Rückfragen, Anregungen oder weitere Informationen stehen wir Ihnen sehr gerne unter info@lgbtiq-wahlstudie.eu zur Verfügung!

 

LGBTIQ*-Wahlstudie zur Nationalratswahl 2017 in Österreich

Auch in Österreich finden im Herbst 2017 (15. Oktober) Nationalratswahlen statt. Im Anschluss an die LGBTIQ*-Wahlstudie zur Bundestagswahl in Deutschland wird das Projekt im Vorfeld der Wahlen in Österreich wiederholt. Die Online-Umfrage für die Nationalratswahl in Österreich wird von 20. August bis 20. September online sein. Mehr Informationen dazu finden Sie im Laufe des Sommers hier oder auf Facebook und Twitter.

 

Über den Fragebogen

Wir haben die regen Diskussionen und das Feedback zu unseren Pilotstudien in Wien und Berlin im Gespräch, sowie im Internet und den sozialen Netzwerken verfolgt und möchten nachfolgendend auf einige Punkte eingehen, um Missverständnissen vorzubeugen:

1.  Fragen
Die Fragen zu politischen Einstellungen und Meinungen, die wir in unserem Fragebogen stellen, haben wir zum allergrößten Teil nicht selbst erfunden, sondern aus Umfragen entnommen, die in der Meinungsforschung etabliert sind. Die häufig kontrovers aufgenommene „Führer“-Frage beispielsweise entstammt dem World Value Survey, dem weltweit wohl gängigsten und weitreichendsten Meinungsforschungsprojekt, das seit Anfang der 1980er Jahre regelmäßig in vielen Ländern Einstellungen zur Demokratie erhebt. Methodisch macht es für uns aus zwei Gründen Sinn, bestehende und statistisch erprobte Fragenformulierungen zu übernehmen: 1.) können wir davon ausgehen, dass diese Fragen wirklich messen, was sie messen sollen (die Formulierungen sind also ‚valide‘), und 2.) können wir so die Ergebnisse unserer Stichprobe mit denen anderer Studien vergleichen.

 2. Anwortmöglichkeiten
Natürlich sind wir bei der Konstruktion des Fragebogens bemüht gewesen, möglichst alle Lebensrealitäten zu berücksichtigen und haben die Fragen im Vorfeld der Studie mehrfach testen lassen. Gerade weil wir dichotome Geschlechterbilder überwinden wollen, fragen wir beispielweise separat nach dem Geschlecht bei der Geburt und nach heute gelebtem, sozialen Geschlecht bzw. Gender – bei beiden Fragen gibt es durch Freifelder jeweils die Möglichkeit, weitere Kategorien hinzuzufügen, um alle zu erfassen und niemanden „unsichtbar zu machen“. Selbstverständlich werden auch die Antworten in den Freifeldern ausgewertet und, sofern sinnvoll, zu weiteren Kategorien zusammengefasst.

3. Cookies
Unser Online-Fragebogen setzt aus zwei Gründen Cookies: Erstens, um Mehrfachantworten von derselben Person (und somit Verzerrungen) zu verhindern und zweitens, weil es die Möglichkeit gibt, den Fragebogen nicht „am Stück“ auszufüllen, sondern das Ausfüllen zu unterbrechen und zum späteren Zeitpunkt fertig auszufüllen. Dafür ist es notwendig, die bereits gegebenen Antworten zwischen zu speichern – dafür brauchen wir Cookies.

Wir hoffen, dass diese Ausführungen geholfen haben, unser methodisches Vorgehen transparent und nachvollziehbar zu machen. Auch möchten wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Motivation unserer Studie nicht ist, bestimmte Lebensrealitäten auszuschließen, bloßzustellen oder zu diffamieren, sondern im Gegenteil dazu einen Beitrag zu leisten, diesen Lebensrealitäten (mehr) politisches Gehör zu verschaffen.