Hildesheim

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Die Siedlungsstruktur Deutschlands ist vor allem durch eine hohe Urbanisierung und eine besondere, numerische und gesellschaftlich-symbolische Bedeutung der Mittelstädte gekennzeichnet. Der Großteil der Bevölkerung lebt in Klein- und Mittelstädten, ebenso nehmen diese historisch und ideologisch eine besondere Stellung ein.

Das gut 100.000 EinwohnerInnen zählende – und damit der statistisch-administrativen Definition folgend als Großstadt einzuordnende – Hildesheim liegt im überdurchschnittlich stark von Mittelstädten geprägten Bundesland Niedersachsen. Die ca. 35 km entfernt liegende Landeshauptstadt Hannover ist Teil des alltagsweltlichen Bezugssystems, das durch leichte Erreichbarkeit eine Anbindung an das kulturelle Leben und die infrastrukturellen Einrichtungen dort ermöglicht.

Gleichwohl Hildesheim Teil der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg ist, besitzt die Stadt eine Eigenständigkeit als ökonomisch und infrastrukturell wichtiger Ort in der Region. Nicht erst seit der Gemeindereform in den 1970er Jahren ist die Stadt als Bildungs-, Wohn-, Wirtschafts- und Einzelhandelsstandort mit dem weiteren Umland eng verflochten. Zudem ist Hildesheim Universitäts- und Fachhochschulstandort mit insgesamt rund 10.000 Studierenden.

In der Selbstpositionierung der Stadt wird auf „Tradition“ und Geschichte und dabei auch auf gängige Bilder von Mittelstädten rekurriert. Die Bedeutung des „alten Hildesheim“ findet seinen Ausdruck in einer kontrovers verhandelten Erinnerungskultur sowie in städtebaulichen Projekten wie dem Wiederaufbau des historischen Marktplatzes Ende der 1980er Jahre oder den umfassenden Sanierungsmaßnahmen einzelner Bauten, die als UNESCO-Weltkulturerbe gelten.