Wels

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In Österreich gibt es wenige Städte und vor allem sehr wenige Großstädte, womit sich die Urbanitätslandschaft von der Deutschlands deutlich unterscheidet: Es gibt zehn österreichische Mittelstädte (gegenüber 688 in Deutschland). Sie spielen numerisch eine eher geringe Rolle und kommen daher als eigene Kategorie auch statistisch kaum in den Blick. Die Siedlungsstruktur ist durch eine zentralistische Primatstadtverteilung geprägt: In Wien wohnt etwa ein Viertel der gesamten Bevölkerung des Landes, das insgesamt vergleichsweise ländlich geprägt bleibt.

Mit knapp 60.000 EinwohnerInnen befindet sich Wels am unteren Ende des numerischen Definitionsspektrums für Mittelstädte, worin sich gleichwohl die österreichische Siedlungsstruktur spiegelt. Wels ist die zweitgrößte Stadt in Oberösterreich, die Landeshauptstadt Linz liegt 35 km entfernt und Wien ist mit dem Zug oder Auto in gut zwei Stunden erreichbar. Die Stadt ist Teil der polyzentrischen Struktur im oberösterreichischen Zentralraum, die aus dem Dreieck Linz-Wels-Steyr gebildet wird, wobei Linz als Kernstadt gilt. Wels ist als Messestadt ein ökonomisches Zentrum und hat ein großes Einzugsgebiet, ohne aber die Landeshauptstadt zu übertreffen. Lange Zeit war die Stadt stark industriell geprägt und vollzieht in den letzten Jahrzehnten – eine gesamtgesellschaftliche und insbesondere das Städtedreieck betreffende Entwicklung widerspiegelnd – den Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft. Darüber hinaus kennzeichnet Wels ein hoher Anteil an MigrantInnen: etwa 17,5% der BewohnerInnen haben keine österreichische Staatsbürgerschaft. Aufgrund steigender Fremdenfeindlichkeit und von Wahlerfolgen der rechtspopulistischen FPÖ stand die Stadt als oberösterreichisches „Sorgenkind“ wiederholt in den Schlagzeilen. Viele Leerstände in der Innenstadt und das Image als Drogenumschlagplatz ergänzen den medialen Diskurs über die Stadt.