Hellfeld Dunkelfeld Phasenkontrast Polarisation Interferenzkontrast

Einstellen des Phasenkontrastes

 

Bevor man den Phasenkontrast anwendet wird das Präparat zuerst normal im Hellfeld eingestellt und das Mikroskop geköhlert. Die Köhlersche Beleuchtung ist beim Phasenkontrast besonders wichtig, da sonst die Ringblende nicht in der hinteren Brennebene des Objektives, wo sich auch der Phasenring befindet, abgebildet wird; die beiden Ringe könnten nicht zur Deckung gebracht werden.

 

WICHTIG!!!

Immersionsobjektive mit Phasenring liefern im Hellfeld ein deutlich schlechteres Bild
als Objektive ohne Phasenring – daher diese Objektive wenn möglich nicht für
Untersuchungen im Hellfeld verwenden.

 

 


  • Ist das Präparat mit dem gewünschten Phasenobjektiv im Hellfeld eingestellt, kann man auf den Phasenkontrast wechseln. Dazu einfach die auf dem Objektiv angegebene Ringblende (Nummer) in den Kondensor geben.

 

 

 

 

  • Für ein optimales Bild müssen die Ringblende und der Phasenring genau übereinander liegen.
    Um dies zu kontrollieren wird ein so genanntes Einstellfernrohr verwendet.
    Dieses wird an Stelle eines Okulars eingesetzt; durch einen Auszug lässt sich damit auf die hintere Brennebene des Objektives scharf stellen.
    Dort sollten die helle Ringblende und der graue Phasenring schwarz und deckungsgleich abgebildet werden.

    Bei größeren Forschungsmikroskopen kann alternativ dazu eine Bertrandlinse vorhanden sein. Diese lässt sich im Tubus in den Strahlengang einschwenken und besitzt ansonsten die gleiche Funktion wie das Einstellfernrohr.

 

 

 

 

 

Phasenring und Ringblende deckungsgleich

 

Blick in die hintere Brennebene des Objektives:
Phasenring (grau) und Ringblende
sind deckungsgleich

 

 

  • Mit Hilfe von zwei Stellschrauben am Kondensor kann die Ringblende positioniert werden und so mit dem Phasenring zur Deckung gebracht werden.
    (ACHTUNG: nicht mit den Stellschrauben zum Zentrieren des ganzen Kondensors verwechseln!!!)

    Bei Mikroskopen mit einer beweglichen Licht-austrittsöffnung zum Zentrieren des Lichtstrahls (Köhler'sche Beleuchtung) sind Kondensor und Ringblende fix montiert und vorzentriert!!!

    Stimmt die Größe der Ringblende nicht exakt mit dem Phasenring überein so kann man den Kondensor etwas heben oder senken und so deren Größe etwas verändern.

    Ist eine Korrektur auf diese Weise nicht möglich so ist eine größere oder kleinere Ringblende zu verwenden.

 

 

Phasenring und Ringblende verschoben

 

Blick in die hintere Brennebene des Objektives:
Phasenring (grau) und Ringblende (weiß)
sind nicht deckungsgleich.

 

 

 

 

 

 

 

  • Am Schluss das Einstellfernrohr oder die Bertrandlinse wieder entfernen.

    Um ein klares und helles Phasenkontrastbild zu bekommen muss man das Mikroskoplicht sehr hell auf drehen, denn durch die Ringblende und den Phasenring geht sehr viel an Lichtintensität verloren.

 

 

Endoplasmatisches Reticulum
im Phasenkontrast

 

 

Einstellungsfehler

  • Ringblende nicht zentriert:
    Ringblende und Phasenring decken sich nicht und man erhält keinen schönen Kontrast.
  • falsche Ringblende:
    Passt die verwendete Ringblende nicht zum Phasenring im Objektiv, ist sie also zu groß oder zu klein, trifft das direkte Licht nicht auf den Phasenring und es entsteht kein Phasenkontrast.
  • Phasenring nicht geeignet:
    Ein Phasenring ist auf Grund der definierten Stärke seiner Lichtabsorption nicht für alle Präparate geeignet. Dünne biologische Präparate erzeugen meist nur eine sehr geringe Phasenverschiebung und benötigen daher für einen guten Kontrast andere Phasenringe als dicke Präparate, die eine starke Phasenverschiebung bewirken.
  • zu wenig Licht:
    Hohe Lichtintensität ist für ein klares und helles Phasenkontrastbild besonders wichtig, denn durch die Ringblende und den Phasenring geht sehr viel an Intensität verloren.