Jede doppelbrechende Struktur erzeugt nun 2 mögliche Schwingungsebenen. Ist die Polarisationsebene des Lichtes ident mit einer dieser beiden Schwingungsebenen der Struktur, so geht das polarisierte Licht ungehindert durch das Präparat und es kommt zu keiner Doppelbrechung.
Stimmen Polarisationsebene und Schwingungsebenen nicht überein, kommt es zur Doppelbrechung und damit zur Aufspaltung des polarisierten Lichtes in 2 Teilstrahlen, die senkrecht aufeinander stehen.
Ein gewisser Anteil dieser Teilstrahlen kann aufgrund der veränderten Schwingungsebene den Analysator passieren. Dieser Anteil ist am größten, wenn die Teilstrahlen in einem Winkel von 45 Grad zum Analysator stehen.
Durch den Analysator werden die beiden Teilstrahlen auf die gleiche Schwingungsebene gebracht und können so interferieren. Welche Amplitudenveränderung dabei entsteht hängt vom Gangunterschied der beiden Teilstrahlen ab.
Durch Drehen des Objektes im Strahlengang erhält man daher 4 mal keine Doppelbrechung, und zwar immer wenn eine der beiden möglichen Schwingungsebenen der Struktur mit der Polarisationsebene des Lichtes übereinstimmt. Polarisationsmikroskopie kann somit auch dazu verwendet werden um die Anordnung, Orientierung und Ausrichtung von Strukturen zu analysieren.
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