Das Start-Projekt "Monastische Aufklärung und die benediktinische Gelehrtenrepublik" (2008-2014)

Im November 2007 wurde einer von acht Start-Preisen des FWF für das Projekt "Monastische Aufklärung und die Benediktinische Gelehrtenrepublik" vergeben (Nr. Y-390). Als Antragsteller fungierte Dr. Thomas Wallnig, der das am 1. April 2008 angelaufene Projekt bis zum Abschluss mit 31. Dezember 2014 leitete. Zur Arbeitsgruppe des Projekts zählten während dieses Zeitraums im Rahmen unterschiedlicher Arbeitsverhältnisse insgesamt zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie ein nichtwissenschaftlicher Mitarbeiter. Institutionell verankert war die Forschungsgruppe sowohl am Institut für Geschichte der Universität Wien als auch am Institut für Österreichische Geschichtsforschung.

Gruppenbild der Projektgruppe, Juli 2011

Zentrales Anliegen des Projekts "Monastische Aufklärung" war die Edition der Korrespondenz von Bernhard und Hieronymus Pez, Geschichtsforscher im Kloster Melk in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Aufgebaut wurde auf den Ergebnissen und Erfahrungen des vorangegangenen FWF-Einzelprojekts "Die gelehrte Korrespondenz der Brüder Pez 1709–1715" unter der Leitung von Prof. Winfried Stelzer am Institut für Österreichische Geschichtsforschung (Nr. P-16940), in dessen Rahmen Thomas Stockinger und Thomas Wallnig zwischen 2004 und 2008 rund ein Fünftel der Pez-Korrespondenz editorisch bearbeitet hatten. Das Projekt "Monastische Aufklärung" hat den 2015 erschienenen zweiten Band der Edition fertig gestellt und die Materialien für die weiteren Bände erschlossen und transkribiert; die Fertigstellung der weiteren Editionsbände findet seit 2016 im Rahmen des Folgeprojekts "Benediktiner, Kirchenreform und Staat in Österreich, 1720–1740" statt.

Darüber hinaus hat das Start-Projekt weitere Aktivitäten zur Forschung und Dissemination betrieben. Der Pez-Nachlass aus Stiftsarchiv und Stiftsbibliothek Melk, der wichtige ergänzende Materialien zur Korrespondenz enthält, wurde digitalisiert, erschlossen und in einer Open-Access-Datenbank der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. 2010 wurde die internationale Tagung "Historia als Kultur" veranstaltet, deren Ergebnisse seit 2012 in Buchform vorliegen. Hinzu kam die Mitorganisation oder die Beteiligung der Projektmitglieder an zahlreichen weiteren wissenschaftlichen Veranstaltungen in Österreich und auf internationaler Ebene. Zur Vermittlung einschlägiger Inhalte und Forschungsprozesse im schulischen Kontext wurden weiters Lehrmaterialien für den Unterricht an höheren Schulen erarbeitet.