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ZIELE DER MEDIZIN
Die Frage nach den anthropologischen Grundlagen
der Medizin
Die vom Institut für Ethik und Recht durchgeführte
Studie untersucht, ob das naturwissenschaftliche Paradigma der "Schulmedizin"
und jenes der psychosomatischen Medizin zur Interpretation von Krankheiten
noch ausreichen, oder ob über beide hinaus auch existentielle
Fragen der Ausrichtung des eigenen Lebens auf Wahrheit und Wahrhaftigkeit,
Leben und Tod, Zeit und Ewigkeit etc. für die Interpretation
von Krankheiten von Bedeutung sind.
Neben einer allgemeinen Analyse geht es in der Studie darum zu prüfen,
ob die herkömmlichen Ziele der Medizin wie Prophylaxe, Diagnose,
Therapie angesichts von In-vitro-Fertilisation, Pränatal- und
Präimplantationsdiagnostik, von genetischem Enhancement oder
aktiver Sterbehilfe noch gelten oder ob bereits ganz andere Ziele
an deren Stelle getreten sind.
Kontakt:
Institut für Moraltheologie
Schottenring 21
A - 1010 Wien
Tel. +43.1.4277-30901
E-Mail: moraltheologie@univie.ac.at
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FAMILIE HUMANÖKOLOGISCH
Humanökologie ist ein Forschungsansatz, der in
ganzheitlicher und problemorientierter Vorgehensweise die Art der
Mensch-Umwelt-Beziehungen zu erforschen sucht, mit dem Ziel, diese
zu optimieren. Bezogen auf Familie bedeutet das, daß Familie
als ökologisches System in ihren vielfältigen Wechselbeziehungen
zur Umwelt zu begreifen ist und derart sowohl förderliche wie
auch hinderliche Umweltbedingungen für Familie analysiert und
verdeutlicht werden können. Hierbei ist der Begriff Umwelt
vielschichtig einzubeziehen.
Es interessieren die Interaktionen der Familie als
Institution mit ihren verschiedenen Umwelten, aber auch jene zwischen
den in ihr lebenden Personen mit ihren Umwelten und jene der Familienmitglieder
untereinander. Familie ist nicht nur ein von äußeren
Bedingungen gestaltetes System, sondern zugleich von inneren Voraussetzungen
her zu gestaltendes System. Die ethische Frage nach familienverträglichen
Bedingungen ist somit nicht allein als Aufgabe einer umfassenden
Familienpolitik, sondern zugleich als Herausforderung für die
miteinander in Familie lebenden Personen zu formulieren. Theologische
Ethik vermag hierzu einen wichtigen Beitrag einzubringen, insofern
die Verständigung über das Humane einer Humanökologie
auch Theologieverwiesenheit impliziert.
Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Gerhard Marschütz
Institut für Moraltheologie
Schottenring 21
A - 1010 Wien
Tel. +43.1.4277-30903
E-Mail: gerhard.marschuetz@univie.ac.at
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SOLIDARITÄT - EINE CHRISTLICHE
TUGEND
Solidarität - ein Wort mit hoher Konjunktur sowohl
in kirchlichen Kreisen als auch im sozialpolitischen Diskurs. Von
Johannes Paul II. als "christliche Tugend" bezeichnet,
avanciert Solidarität derzeit zum Zauberwort schlechthin zur
Bewältigung der drängenden Zukunftsfragen. Was aber ist
konkret unter Solidarität zu verstehen? Und welche Kennzeichen
sollte eine christliche Solidaritätspraxis aufweisen? Von solchen
Fragen ausgehend wird das Solidaritätsverständnis der
katholischen Tradition seit Rerum novarum systematisiert und kritisch
beleuchtet.
Dazu werden die geschichtliche Entwicklung des Solidaritätsbegriffs
allgemein sowie Kontinuitäten und Wandlungen im Solidaritätsverständnis
der katholischen Sozialverkündigung untersucht, um in einem
weiteren Schritt eine systematische Charakteristik der Solidarität
als christliche Tugend zu rekonstruieren. Im Hinblick auf die konkrete
Praxis schließlich soll Solidarität als "Option
für die Opfer" erneut klare Konturen gewinnen.
Kontakt in Wien:
Univ. Ass. Dr. Gunter Prüller-Jagenteufel
Institut für Moraltheologie
Schottenring 21
A - 1010 Wien
Tel. +43.1.4277-30904
E-Mail: gunter.prueller-jagenteufel@univie.ac.at
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SANDIWAAN - SOLIDARITY AMONG PEOPLE IN
THEOLOGY
Die Relation von Universalität und Partikularität
ist insbesondere von postmodernen Denkern aktuell in die ethische
Diskussion eingebracht worden und betrifft moraltheoretische Grundfragen
ebenso wie das Verständnis von Menschenwürde und Menschenrechten.
Diese Diskussion trifft aktuell auf umfassende Globalisierungsprozesse,
deren ethische und pastorale Relevanz ebenfalls hoch diskutiert
wird. Doch ist dieses Feld theologisch-ethischer und pastoraltheologischer
Diskussion ohne Kenntnis anderer Kontexte und ohne interkontextueller
Diskussion in seiner Tiefe kaum zu verstehen. Beides zu ermöglichen
ist Anliegen des Sandiwaan-Projekts.
Es widmet sich der Auseinandersetzung mit Ansätzen
kontextueller Theologie und solidarischer Kirchenpraxis aus der
Perspektive der "Ersten" und der "Dritten Welt"
im Kontext moderner Globalisierungstendenzen. Realisiert wird diese
Aufgabe durch eine Projektpartnerschaft mit dem Inter-Congregational
Theological Center in Manila, die sich der längeren Beobachtung
des sozialen Wandels in Südostasien durch zunehmende Globalisierung
im ökonomischen, sozialen und ökologischen Bereich widmet.
In einem Reverse-Programm finden Exkursionen und Gegenbesuche statt;
die dabei gemachten Erfahrungen und aktuellen Entwicklungen werden
in gemeinsamen Seminaren analysiert der praktisch-theologischen
Reflexion unterworfen.
Kontakt:
Univ. Ass. Dr. Gunter Prüller-Jagenteufel
Institut für Moraltheologie
Schottenring 21
A - 1010 Wien
Tel. +43.1.4277-30904
E-Mail: gunter.prueller-jagenteufel@univie.ac.at
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DIE KERNENERGIENUTZUNG ZUR ENERGIEGEWINNUNG UND DIE DAMIT ENTSTEHENDE
ETHISCHE PROBLEMATIK - SCHWERPUNKT "TSCHERNOBYL"
(Versuch einer ethischen Orientierung aus schöpfungstheologischer
Sicht)
Ist die Nutzung der Kernenergie ethisch zu rechtfertigen
bzw. ist sie aus heutiger Sicht menschen- und umweltverträglich?
Kann die theologische Ethik einen Beitrag zur ethischen Diskussion
um die Kernenergieproblematik leisten? Wenn ja, was ist dieser Beitrag
genau? Das sind die Fragen, von denen her die Studie ein Thema angeht,
das in den ethisch-theologischen Auseinandersetzungen mit den Gegenwartsfragen
einfach zu wenig behandelt wird. In fünf Kapiteln (Sachinformation
zum Thema Nutzung der Kernenergie; Auswirkungen der Katastrophe
von Tschernobyl auf Mensch und Umwelt; anthropologische und ethische
Dimension der Kernenergieproblematik; auf der Suche nach einem geeigneten
ethischen Instrumentarium für ein Abwägungsverfahren "Kernenergie
pro und kontra"; schöpfungstheologische Einordnung und
ethische Schlußfolgerungen) wird systematisch der Beitrag
des christlichen Schöpfungsglaubens zur ethischen Diskussion
um die Kernenergieproblematik dargestellt.
Kontakt:
Wolodymyr Scheremeta
Institut für Moraltheologie
Schottenring 21
A - 1010 Wien
Tel. +43.1.4277-30901
E-Mail: moraltheologie@univie.ac.at
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