Jahrbuch der Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie

ÜbersichtAutorenVolltextsuche


Vorderer, Peter; Schramm, Holger: Musik nach Maß. Situative und personenspezifische Unterschiede bei der Selektion von Musik.
In: Behne K.-E., Kleinen G., Motte-Haber H. de la (Hrsg.): Musikpsychologie - Musikalische Begabung und Expertise. Band 17. Hogrefe, Göttingen 2004, Seite 89-108.

Artikel
Jahrbuchband bestellen


Zusammenfassung
Trotz des hohen Stellenwerts von Musik im Alltag der Menschen und der Bedeutung von individuellen Unterschieden beim Auswählen von Musik ist die Forschung zum Thema ,Musikselektion' noch vergleichsweise defizitär (Sloboda & O'Neill 2001). Die in diesem Artikel dargestellte explorative Untersuchung ist Teil eines DFG-Projektsl, das sich diesem Thema annimmt. 150 Personen wurden zufällig ausgewählt und über das Telefon nach ihren Musikpräferenzen in acht verschiedenen Situationen befragt. Es handelte sich hierbei um vier Stimmungs- und vier Aktivitätenkontexte. Die Ergebnisse liefern Hinweise über Zusammenhänge zwischen situativen Musikpräferenzen (entsprechend des Iso- oder Kompensationsprinzips) und personenspezifischen Faktoren. Insbesondere bei Trauer/Melancholie und Wut/Ärger gehen die befragten Personen unterschiedlich mit Musik um. Diese Unterschiede lassen sich auf Personenmerkmale wie Alter, Geschlecht, Bildung und Musikbezug zurückführen. Die Ergebnisse bilden vermutete situative Musikpräferenzen ab und sind Grundlage für die Entwicklung von Hypothesen, die reale Musikselektionen in spezifischen Situationskontexten postulieren und die in nachfolgenden Experimenten überprüft werden könnten.


Abstract
Music is an important factor in our everyday lives with individuals selecting music differently. Yet research about music selection is insufficient (Sloboda & O'Neill 2001). The explorative study described in this artic1e is part of a research project on music selection financed by the German Research Foundation. 150 randomly selected subjects were interviewed via telephone about their music preferences in four situations of specific moods and four situations of specific activities. The results show connections between situational music preferences (according to the iso- 01' compensation-principle) and individual factors. Especially, in states of sadness/ melancholy and rage/anger subjects preferred different types of music, which can be explained by individual factors such as age, sex, education, and music socialization. The results illustrate supposed situation al music preferences and serve as foundation of hypotheses about real-life situational music selections which could be tested in further experiments.


zurück