Körperschafts- und Konferenznamen

Mit Einführung von RDA für die Erfassung von Normdaten gelten die RDA-Regeln bezüglich Informationsquellen zur Erstellung von Normdatensätzen. Die allgemeinen Regeln für Körperschaften und Konferenzen sind unter RDA 11.2.2.2. einschließlich der für die Anwendung als D-A-CH verabschiedeten Erläuterungen (ERL) und Erfassungshilfen (s.a. EH-K-03) zu finden. Für einzelne Körperschaften und Konferenzen gibt es Ausnahmeregelungen (s. unter "Besondere Regelungen").

RDA legt folgende Reihenfolge fest:

  • bevorzugte Informationsquellen (vgl. RDA 2.2.2) in Ressourcen, die mit der Körperschaft/Konferenz in Verbindung stehen.
  • sonstige Angaben in Ressourcen, die mit der Körperschaft/Konferenz in Verbindung stehen
  • sonstige Quellen (z.B. Nachschlagewerke, andere Normdateien)

Die ersten beiden Punkte beziehen sich auf die vorliegende zu katalogisierende Ressource, die von der Körperschaft/Konferenz erarbeitet oder herausgegeben wurde, und sind die vorrangigen Informationsquellen für die Formalerschließung.

Zu einer mit der Körperschaft/Konferenz in Verbindung stehenden Ressource gehört auch die Website. In der Formalerschließung wird die Website immer dann konsultiert, wenn die Angaben in den vorliegenden zu katalogisierenden Ressourcen zu keinem eindeutigen Ergebnis führen. In der Sacherschließung ist die Website, so vorhanden, die erste Informationsquelle.

Wenn weder die bevorzugten Quellen noch die in Verbindung stehenden Ressourcen einschließlich der Website zur Ermittlung des Namens der Körperschaft bzw. Konferenz zur Verfügung stehen oder ausreichen, werden sonstige Quellen herangezogen.

Das sind:

  • andere Normdateien
  • Brockhaus-Enzyklopädie in ihrer neuesten Fassung (zur Zeit B Wissen)
  • Fachnachschlagewerke (die "Liste der fachlichen Nachschlagewerke" bietet im Kapitel "Formalgruppen - k. Körperschaften" eine bewährte Auswahl)

Besondere Regelungen

Internationale Körperschaften und Konferenzen sollen nach RDA 11.2.2.5.3, so vorhanden, mit ihrem deutschen Namen erfasst werden.

Wenn gemäß der ERL zu RDA 11.2.2.5.3 bei internationalen Körperschaften und Konferenzen keine deutsche Namensform vorliegt, so ist als bevorzugter Name die im Deutschen gebräuchliche Form zu wählen. Nach RDA 11.2.2.5.4 werden in bestimmten Fällen Körperschaften und Konferenzen mit ihrem gebräuchlichen Namen erfasst.

Zur Erfassung der im Deutschen gebräuchlichen Form gelten folgende Regeln:

Die im Deutschen gebräuchliche Form kann auch eine nicht deutschsprachige Form sein, z. B. eine lateinische bei internationalen Vereinigungen der katholischen Kirche. Die im Deutschen gebräuchliche, fest eingebürgerte Form gilt auch bei Körperschaften des Altertums, Religionsgemeinschaften und ihren Vertretungskörperschaften sowie Orden als bevorzugter Name.

Zur Bestimmung des bevorzugten Namens in der im Deutschen gebräuchlichen Form wird für die genannten Typen von Körperschaften und Konferenzen die Brockhaus-Enzyklopädie in ihrer neuesten Fassung (zur Zeit B Wissen) herangezogen; danach Fachnachschlagewerke wie LThK, RGG, TRE, Yearb. oder weitere deutschsprachige Fachnachschlagewerke. Ist eine Körperschaft oder Konferenz in der Brockhaus-Enzyklopädie bzw. in den genannten Fachnachschlagewerken verzeichnet, so entspricht der Haupteintrag (nicht die Verweisungseinträge) dem bevorzugten Namen.