Nächster Vortrag

Die Vorträge finden jeweils im Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie der Universität Wien,
1190 Wien, Franz-Klein-Gasse 1, 3. Stock, Hörsaal 7, statt


 Sommersemester 2016 Themenschwerpunkt:
„Neuzeitliche Strukturveränderungen in ländlichen Siedlungen”

Mittwoch, 22. Juni 2016, 18 Uhr c.t.

 

Mag. Dr. Thomas Kühtreiber (Institut für Realienkunde, Krems a.d. Donau)

Ginglsee – Krumbach – TÜPL Allentsteig.
Auf den Spuren vormoderner bäuerlicher Haus- und Dorfkultur in Niederösterreich

Während dank der archäologischen Wüstungsforschung seit den 1970er Jahren mittlerweile zumindest für Einzelregionen Ostösterreichs gute Daten für das Verständnis der Genese von mittelalterlichen Haus-, Hof- und Dorfstrukturen vorliegen, ist das Wissen über die nachmittelalterlichen Weiterentwicklungen außerordentlich dürftig. Dies liegt vor allem darin begründet, dass dies lange Zeit ein Thema der historischen Volkskunde war, die aber in Österreich kaum mehr betrieben wird. Gleichzeitig ist der Verlust an traditioneller, ländlicher Bausubstanz in den letzten Jahrzehnten aufgrund der wirtschaftlichen und sozialen Umbrüche so enorm, dass ein Schließen der „Entwicklungslücke“ zwischen den einfachen Haus- und Hofgrundrissen des Spätmittelalters und der enormen regionalen Vielfalt ab dem 18./19. Jahrhundert immer schwieriger wird. Der Vortrag möchte am Beispiel von drei Kooperationsprojekten zwischen dem Bundesdenkmalamt und dem Institut für Realienkunde, Universität Salzburg, aufzeigen, was mit heutigem bauarchäologischem Methodenspektrum trotz der schwierigen Überlieferungslage an Kenntnissen zu Veränderungen im ländlichen Siedlungsraum nach 1500 gewonnen werden kann. Dies ist gleichzeitig ein Plädoyer für die Dokumentation und Rettung letzter Zeugnisse bäuerlicher vormoderner Lebenswelten „mit vereinten Kräften“.

Zur Person

Studium der Ur- und Frühgeschichte mit Fächerkombination zum Thema „Mensch-Arbeit-Umwelt“ an der Universität Wien, Spezialisierung auf Mittelalter- und Neuzeitarchäologie. Seit 1997 am Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Krems a. d. Donau. Mitarbeit an zahlreichen Forschungs- und Publikationsprojekten, vornehmlich zur Burgenforschung, mittelalterlichen Hortfunden, Siedlungs-, Umwelt- und Landschaftsarchäologie des Mittelalters und der Neuzeit. Derzeit stv. Vorsitzender der Österreichischen Gesellschaft für Mittelalterarchäologie.

 

Beiträge zur Mittelalterarchäologie in Österreich 31/2015

+++NEU ERSCHIENEN+++

Wert(e)wandel. Objekt und kulturelle Praxis in Mittelalter und Neuzeit 

Beiträge der internationalen Tagung im MAMUZ Mistelbach, 23. bis 26. September 2014

Herausgegeben von Claudia Theune und Stefan Eichert

134 Seiten, VP € 35,-/MP € 30,- Bestellen

Cover BMÖ 31/2015Inhalt | Zusammenfassungen/Summaries

Hans Peter Hahn, Geliebt, geschätzt, verachtet. Zur Dynamik der Be- und Umwertung materieller Dinge

Reinhold Reith, Stoffströme in historischen Gesellschaften – aus der Sicht der Wirtschafts- und Umweltgeschichte

Beatrix Nutz, „Ich brauch Hadern zu meiner Muel“. Von Altschneidern, Lumpensammlern und Papiermachern – Wiederverwendung und Wiederverwertung von Textilien

Herbert Böhm, Vom Abfall zum Baustoff. Tierknochen als Recyclingmaterial am Beispiel Tulln-Marktplatz

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Tagung 2016

Einladung & Call for Papers

Internationale Tagung der österreichischen Gesellschaft für Mittelalterarchäologie 2016

Laufzeit/Zeitlauf
Zeitkonzepte – Datierung – Chronologie in der Mittelalter- und Neuzeitarchäologie

Dienstag, 20. bis Freitag, 23. September 2016 in Graz (Österreich)

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