Nächster Vortrag

Die Vorträge finden jeweils im Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie der Universität Wien,
1190 Wien, Franz-Klein-Gasse 1, 3. Stock, Hörsaal 7, statt

 

Wintersemester 2016/2017

Mittwoch, 7. Dezember 2016, 18 Uhr c.t.

 

PhDr. Jan Frolík, CSc. (Institute of Archaeology of the CAS, Prague, v.v.i.)

Die Prager Burg zur Zeit der ersten Habsburger Könige
(Die Grabung im Vladislavsaal in den Jahren 2008–2009)

Der Alte Königspalast bildet das zentrale Objekt der Prager Burg, der darüber errichtete Vladislavsaal ist ein 1490–1502 errichteter Prunksaal und dient der Repräsentation. Das Alltagsleben in diesem Saal wird sehr gut durch die archäologische Grabung der Schichten unter dem Boden aus dem Jahr 1678/1679 beleuchtet. Das trockene Milieu der Verfüllungen über dem Gewölbe hat eine Vielzahl an Funden aus organischem Material erhalten (Drucke, Texte, Textilien und Holz). Außerordentliche Erkenntnisse erbrachten die paläobotanischen Funde zusammen mit Importen aus Asien und Amerika. Der Vladislavsaal erscheint als ein Ort, an dem die Gesellschaft der Burgbewohner mit Neuigkeiten aus dem Ausland in Kontakt kam. Von hier aus haben sich verschiedene Neuerungen in Böhmen und anderen Ländern der Böhmischen Krone verbreitet.

Zur Person

PhDr. Jan Frolík, CSc. (*1956) ist stellvertretender Direktor des Archäologischen Instituts Prag und Leiter der dortigen Abteilung für Rettungsgrabungen (seit 2007), 1992–2007 war er Leiter der Abteilung Prager Burg. Er beschäftigt sich vorwiegend mit der Archäologie der Prager Burg und den Anfängen der mittelalterlichen Stadt (Český Brod, Chrudim, Kutná Hora). Er hat in mehr als 20 mittelalterlichen Kirchen Rettungsgrabungen durchgeführt (Kutná Hora-Sedlec, Lažany, Podlažice, Žabonosy). Ferner interessiert er sich für die Theorie der archäologischen Grabungen, neue archäologische Grabungsmethoden und ihre Interpretation (Harris-Diagramm). Er hält einen Kurs zur Archäologie des Mittelalters am Institut für historische Wissenschaften der Universität Pardubice (seit 2008).