Dossier III – Der Moderne Künstler als ,,Rubbish Man“? Sozio-Ökonomische Ungereimtheiten in Papua-Neuguinea

AbstractDeckblatt_neuber

Zeitgenössische Malerei aus Papua Neuguinea (PNG) – so hieß es noch vor einigen Jahren – wird nicht nur vom Weltkunstmarkt als nicht authentisch zurückgewiesen, auch von weiten Bevölkerungsteilen des Landes selbst wird ihr kaum Interesse entgegengebracht. Trotzdem werden an die modernen einheimischen Künstler seitens intellektueller Kreise neuerdings hohe Erwartungen gestellt: nicht nur ästhetische, auch erzieherische und ebenso politische Aufgaben sollen von ihnen bewältigt werden. Soziale und ökonomische Unterstützung bleibt ihnen dabei weitgehend versagt. Jüngste Entwicklungen gehen allerdings in zum Teil völlig unerwartete Richtungen. Im vorliegenden Beitrag wird der Versuch unternommen, an Hand von Dokumenten aus unterschiedlichen Zeithorizonten und von verschiedenen Autoren beziehungsweise Berichterstattern, sozio-ökonomische und kultur-politische Verflechtungen aufzuzeigen, innerhalb welcher Kunstschaffende aus PNG heute ihre Existenzgrundlage zu sichern und sich im berufsmäßigen Kontext zu behaupten haben.

Contemporary painting in PNG seems not only to be rejected by the World Art Market for being designated as a non-authentic art – as this was already stated some years ago –, also a large PNG public lacks practically every interest in this new art. Nevertheless PNGs intellectual circles place high hopes in the modern artists: not only achievements in the field of aesthetics should be realized by them, but also they should attend pedagogical and political duties. On the other side, no social and/or economic support is granted to them. However, new developments tend today to completely unexpected directions. This contribution – using a variety of little known documents, publications and reports from different authors and periods of time –, represents an attempt to show the closely intertwined socio-economic and cultural-political situations, where the contemporary PNG artists have to ensure their basis of livelihood, and have to be able to assert themselves in the specific professional context.

Über die Autorin

Erika Neuber hat Kultur- und Sozialanthropologie und Kunstgeschichte an der Universität Wien studiert. Sie spezialisierte sich vor allem auf dem Gebiet der sozialanthropologischen Kunstforschung. Nach Durchführung umfangreicher Feldforschungen verfasste sie ihre Dissertation über die zeitgenössische Orientteppich-Kunst der Türkei. Nach mehrsemestriger Lehrtätigkeit zu diesem Themenkomplex an der Universität Wien und an der Orient-Gesellschaft Hammer Purgstall wandte sie sich der interkulturellen Tanzkunstforschung in Südindien und Wien zu, publizierte die Ergebnisse ihrer Studien und hielt Vorträge. Im Jahr 2002 startete sie ihre intensiven Untersuchungen zur Problematik der zeitgenössischen Kunst Papua-Neuguineas, vor allem der Malerei. Beruflich ist sie als Leiterin der Fachbereichsbibliothek Kultur-und Sozialanthropologie im Informationswesen tätig, hält hierzu Lehrveranstaltungen ab und bildet KandidatInnen im Informationswesen aus.

Das Interesse für den modernen Kunstbereich des melanesischen Raumes wurde anlässlich der ESFO-Konferenz im Juli 2002 geweckt bei der als Rahmenprogramm die erste Personale des neuguineischen Malers Milan C.Boie gezeigt wurde. Es entstand eine von persönlicher Begeisterung getragene, wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den wenigen, bis heute vorliegenden Forschungsergebnissen auf diesem vielfach diskriminierten Spezialgebiet. Die Situation des von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zwängen eingeengten und vom globalen Kunstmarkt mißinterpretierten, zeitgenössischen Kunstschaffens PNGs forderte geradezu eine Durchleuchtung der vielschichtigen, hier zusammenwirkenden Sachverhalte heraus. Die Erkenntnisse mündeten in ersten Vorträgen zu diesem im Westen weitgehend unbeachteten Zweig der Kunstforschung, wodurch auch die Publikation angeregt wurde.

Erika Neuber ist seit 2003 Mitglied der OSPG und Mitbegründerin der OSPG-Arbeitsgruppe ,,Kunst Ozeaniens“.

Inhalt

  1. Vorwort zur ersten Ausgabe des Pazifik Dossiers von Igor Eberhard
  2. Der Moderne Künstler als ,,Rubbish Man“?
    Sozio-Ökonomische Ungereimtheiten in Papua-Neuguinea von Erika Neuber
  3. Buchrezensionen
    Hermann Joseph Hiery, Bilder aus der deutschen Südsee. (Margit Wolfsberger)
    Melanie Eastburn, Papua New Guinea Prints. (Erika Neuber)
    Susanna Moore, Lichtjahre oder Ein Mädchen auf Hawaii. (Igor Eberhard)

Bezug des Dossiers:

Das Dossier „Der Moderne Künstler als «Rubbish Man»? Sozio-ökonomische Ungereimtheiten in Papua Neuguinea?“ ist vergriffen!

Österreichisch-Südpazifischen Gesellschaft (OSPG)
c/o Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie
Universitätsstrasse 7/4. Stock/Zi. B 412
A-1010 Wien, Österreich
Telefonnummer: +43-1-4277-485-08
FAX Nummer: +43-1-4277-9485
E-Mail: ospg@reflex.at
Der Preis des Dossiers betrug 3 Euro.

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