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ENTSTEHUNG DES ARBEITSSCHWERPUNKTES OSTSEERAUMSTUDIEN IN DER STUDIENRICHTUNG SKANDINAVISTIK


In Zusammenarbeit mit thematisch relevanten Studienrichtungen der Universität Wien (vorerst Finno-Ugristik, Slawistik und Indogermanistik, aber auch Osteuropageschichte, Zeitgeschichte, dem Projektzentrum Genderforschung und den neuen Modulen "Kulturwissenschaften und Cultural Studies" und "Frauen und Geschlechtergeschichte" - andere Fachbereiche werden folgen) sowie mit Universitäten im Ostseeraum wird versucht, den Unterrichts- und Forschungsschwerpunkt "Ostseeraumstudien" in der Studienrichtung Skandinavistik (Institut für Germanistik, Abteilung für Skandinavistik) an der Universität Wien aufzubauen und von dort aus zu koordinieren.

Ab Wintersemester 2003 soll das fächer- und universitätsübergreifende, internationale Modul "Ostseeraumstudien" (48 Semesterstunden) belegbar sein. Zwei Module mit Ostseeraum-Schwerpunkt - als Vorschläge für freie Wahlfach-Blöcke (12 Stunden und 24 Stunden) - werden bereits seit Wintersemester 2002/2003 an der Studienrichtung Skandinavistik erfolgreich angeboten. Ab dem Wintersemester 2003 soll auch ein grenzüberschreitendes Forschungsprojekt zu Nationalitätenbildung, zu den nachbarsprachlichen Beziehungen und zu den West-Ost-Grenzen im erweiterten Ostseeraum in Gang gesetzt werden.

Ausgangspunkt für die seit längerem beabsichtigte Verwirklichung schon bestehender fächerübergreifender Zusammenarbeit sowie ihre Erweiterung in der Form eines Arbeitsschwerpunktes "Ostseeraumstudien" an der Studienrichtung Skandinavistik war die internationale Fachtagung "Kulturelle Vielfalt im Ostseeraum" (April 2001), die im Rahmen der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft gemeinsam mit dem Schwedischen Institut in Stockholm und der Schwedischen Botschaft in Wien von der Österreichisch-Estnischen Gesellschaft und der Studienrichtung Skandinavistik an der Universität Wien veranstaltet wurde. Ziele, Programm und geplante Folgeaktivitäten sind hier zu finden. Der Tagungsband "Kulturelle Vielfalt im Ostseeraum" (Sooman, Imbi/Uhrmann, Erwin; Wien 2001) kann bei Erwin Uhrmann (E-Mail: erwin.u@gmx.at) bestellt werden (Zahlschein wird zugesandt, Preis: Euro 18,00/Studierende Euro 11,00).

Inspiriert von dieser Tagung wurde während des im Wintersemester 2001 laufenden Proseminars "Schwedische Landeskunde" (Imbi Sooman) entschieden, eine Seminarreise nach Mari-El (Russland) im Mai 2002 zu machen. Ziel war es, durch kontrastive Workshops an der Universität und an der Pädagogischen Hochschule der Hauptstadt Joschkar-Ola zu den Themen Bildung, Gender, Medien, Musik und Multikulturalität die Lage der marischen und der russischen Bevölkerung in dieser Peripherie des Ostseeraums kennen zu lernen. Überdies sollten die schon bestehenden philologischen Kontakte des Instituts für Finno-Ugristik mit den kleinen finnisch-ugrischen Sprachinseln in Russland anhand dieses einen Beispiels durch gesellschafts- und kulturpolitische sowie durch sprachenpolitische Aspekte ergänzt werden. Ziele, Programm und Reisebericht hier.

Mit der Republik Komi (Russland) bestanden schon Kontakte (Tagungsteilnahme in Syktyvkar 1995 und 1997). Seit Mitte Juni 2003 ist durch ein Kontaktseminar an der Universität und der Pädagogischen Hochschule in Saransk die dritte - und vorläufig letzte - finnisch-ugrische Sprache und Kultur in das "Netzwerk der nördlichen Dimension" aufgenommen worden.

Die Einführung des Einfachstudiums mit größerem Raum für die freien Wahlfächer (ab Wintersemester 2002) hat den studienplantechnischen Rahmen für das Modul "Ostseeraumstudien" angeboten.

Als Anbahnung des Ostseeraum-Moduls konnten im Rahmen der Ringvorlesung "Proseminar Ostseeliteraturen" (Imbi Sooman) im Sommersemester 2002 KollegInnen aus der näheren fachlichen Verwandtschaft in und außerhalb der Skandinavistik und aus außeruniversitären Arbeitsbereichen "Ostseeraumaspekte" ihrer Forschung und Lehre darstellen. Im Anschluss daran konnten gemeinsame fächerübergreifende Schwerpunkte sowie Strategien zum Einbauen von "Ostseeraumaspekten" in schon bestehende Unterrichts- und Forschungsinhalte erstmals überlegt werden.