Textarchiv

 

Hier entsteht eine Textsammlung von Student/innen und Post-doc Student/innen, die rund um den Begriff “Performanz” arbeiten.

23.3.2009 Sebastian Müller
Körper – Bewegung – Seele – Körper
Die Meyerholdsche Biomechanik im Lichte der aristotelischen Physik, unter besonderer Berücksichtigung von Jean-Luc Nancys Corpus >>>

30.1.2009 Ferdinand Auhser
Volker Gerhardt: Versuch über Die “Große Vernunft” Des Leibes I

Eine systematische Analyse bewegt sich nicht nur auf den Bahnen überlegten Auseinandernehmens, Zerlegens und Dekonstruierens eines Denkgebäudes aus der Komplexität seiner Erscheinung in die einzelnen Bestandteile und Bausteine seiner Existenz, sondern ist immer auch selbst auf der Suche nach Systematik und Konzept, fragt immer nach Bauplan und Fundament, nach dem Grundgedanken, der als Anstoß und Motivation dient, der den Ausschlag gibt für das Werk, das man in seiner vordergründigen Undurchdringlichkeit vor sich aufgebaut sieht. >>>

30.1.2009 Ferdinand Auhser
Volker Gerhardt: Versuch über Die “Große Vernunft” Des Leibes II

Die Grundfragen des philosophischen Diskurses, die Bemühungen, das Wesen, den basalen Charakter, die Konstitution von Erscheinungen und deren ursprüngliche Verfügung zu erklären und offenzulegen, das Sein oder das Geschehen an sich in den Blick zu nehmen, sind immer motiviert und getrieben von dem Bedürfnis, einen Sinn hinter oder über allen Vorgängen, einen Zweck oder Grund aller Prozessualität zu erkennen, ein Warum und ein Wozu, in dem alle Stränge der verzweigten und unendlich vielfältigen Bewegungen zusammenlaufen und ein fassbares, einsehbares Ganzes ergeben. Jedes Denkgebäude, jede philosophische Systematik baut auf dieser Fragestellung, kreist um das Zentrum einer sinnstiftenden Instanz, die in der Betrachtung aller Aktivitäten und Geschehnisse Sicherheit garantieren und für die Lebensführung des Einzelnen Klarheit schaffen, einen sicheren, unumstößlichen Weg vorgeben kann, die das Leben selbst noch in all seiner Unberechenbarkeit, Undurchsichtigkeit, in seiner vordergründigen Ungerechtigkeit rechtfertigt.  >>>

30.1.2009 Rolf Gregor Seyfried
Keine Angst vor Schürhaken. Eine Aushändigung.

Das Ziel ist ungewiß. Die Bedingungen unkontrolliert, an Zahl unbekannt. Keine Antwort im Hinterkopf. Kein Labor. Eher eine offene Weidefläche. Kein Experiment. Kein Materialobjekt, auf das sich der Autor stützen oder gar stürzen könnte. Ein Formalobjekt, eine gesicherte Methode – auch nicht. Eher ein Weg, aber noch verborgen, verschüttet von sich selbst – von jenen Worten, die ihn zugleich bahnen. Ein schöpferisches Paradox – vielleicht. >>>

30.01.2009 Ferdinand Auhser
Alexander Nehamas: For whom the Sun shines. A Reading of Also sprach Zarathustra

Die Exegese von Nietzsches neuem, kryptisch-dichterischem Testament wird vielerorts mit Blick auf die großen philosophischen Schlagwörter, auf den Willen zur Macht, die ewige Wiederkunft, die Umwertung aller Werte betrieben, wird geführt mit dem Verdacht und dem Wunsch, die Worte eines großen Lehrers, eines Propheten entziffern und in eine zugänglichere Sprache, eine einsehbare und nachvollziehbare Sprache übersetzen zu können, die Lehre selbst zu finden als ein klar strukturiertes Gebäude und Modell, befreit von allen Schnörkeln und Verzierungen. >>>

15.05.2007 Renate Weberberger
Über die Kindheit des Denkens

„Wir werden nicht als Frauen geboren, wir werden zu Frauen gemacht.“  Dieser Satz von Simone de Beauvoir beschäftigt mich schon lange. Meine Unzufriedenheit mit der zugewiesenen Rolle, die ich als Frau spielen sollte und mein Gefühl, in etwas hineingedrängt zu werden, was mir nicht entspricht, lies mich die „Natürlichkeit“ des Frau- oder Mann-Seins anzweifeln. >>>

15.04.2007 Elisabeth Schäfer
Der Sinn der Berührung – Vom Tanzen der Buchstaben auf der äußersten Schwelle der Haut

Wenn wir von einem Wort berührt werden, wie berührt es uns? Wenn wir von einer Hand berührt werden, wie berührt sie uns? Und wenn wir etwas mit einem Wort berühren, mit einem Satz, mit einer Frage, wie berühren wir es? Und wenn wir mit der Hand einen Körper berühren, wie berühren wir? >>>

05.03.2007 Peter Kaiser
Aspekte des Körperbewusstseins aus sprachanalytischer Perspektive

Performanz- bzw. Sprechakttheorien versuchen mit unterschiedlicher Akzentuierung dem Handlungscharakter von Sprache Rechnung zu tragen. Aber inwiefern wird in solchen Theorien auch der Körperlichkeit der sprachlich handelnden Personen Rechnung getragen? >>>

01.02.2007 Birgit Mennel und Markus Mittmansgruber
Phänomenologie des Raumes – Jean Luc Nancy: Corpus

Beginnen möchten wir damit (wobei ein definierter Beginn bei einem Buch wie Corpus, das eigentlich weder beginnt noch endet, sehr schwer ist), was Gilles Deleuze mit Nancy und mit Nietzsche und einigen anderen einen Körper nennt: Der Körper wird bei Deleuze vom Begriff der „Kraft“ her gedacht, oder besser: vom Plural dieses Begriffs her: >>>

28.11.2006 Ferdinand Auhser:
Jean Luc Nancy: Corpus

Die Metaphysik, von Platon bis Kant, kennt die Welt der Körper, den Raum des Sinnlichen, den Spielraum der Sinne. Sie kennt und braucht diese Welt als Ausgangspunkt ihres Weges, als Anstoß ihres Fragens und Grund ihrer Ansprüche. >>>

21.11.2006 Peter Kaiser:
Alice Lagaay: Züge und Entzüge der Stimme in der Philosophie

Alice Lagaay möchte die menschliche Stimme aus einer philosophischen Perspektive thematisieren; ein ebenso vielschichtiges wie folgenreiches Unterfangen im Kontext einer Philosophie der Performanz. >>>

12.07.2006 Elisabeth Schäfer:
JUST A TOUCH ON THE WAY - zu “On Touching – Jean-Luc Nancy” von Jacques Derrida

Einen Blick in ein Buch zu werfen, soll das Unternehmen dieses Textes sein. Ein Blick und just a touch on the way soll dieses Schreiben zu Jacques Derridas Buch “On Touching – Jean-Luc Nancy” sein. Und „Blick“ und „Touch“ sind dann auch schon die Worte, die eröffnen, was dieser Text von Derrida berührt. >>>

27.06.2006 Peter Kaiser:
Erika Fischer-Lichte: Was verkörpert der Körper des Schauspielers?

Eine eigentümliche Spannung beherrscht das Verhältnis von Schauspieler und Körper; „die Spannung, die sich zwischen dem phänomenalen Leib des Darstellers, seinem leiblichen In-der-Welt-Sein, und seiner Darstellung einer Figur ergibt. […] Der Mensch hat einen Körper, den er wie andere Objekte manipulieren und instrumentalisieren kann. … >>>

02.05.2006 Peter Kaiser:
Jean-Luc Nancy: Corpus

„Es bliebe, nicht über den Körper zu schreiben, sondern den Körper selbst. […] Nicht die Zeichen, Bilder, Chiffren des Körpers, sondern den Körper.“ (13) Das ist die Aufgabe, die Jean-Luc Nancy sich und uns stellt. Ein problematisches Unterfangen. Denn entzieht sich der Körper als Körper nicht im jeweiligen Moment des Angesprochen- und Bezeichnet-Werdens? Anstatt den Körper bezeichnenderweise nicht erreichen zu können, müssen demnach neue Wege des Anrührens, des Berührens gefunden werden. … >>>