Eva Waniek: Studium der Philosophie und der deutschen Philologie an den Universitäten Wien und Graz; Lehrbeauftragte am Institut für Philosophie der Universität Wien sowie an der Universität Klagenfurt, Sprecherin der AG Philosophische Frauenforschung, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Wissenschaft und Kunst und Leiterin (gem. mit Silvia Stoller) der Vortragsreihe “Feministische Theorie und Frauenforschung”. 1998-2000 Forschungsbeauftragte des österreichischen Wissenschaftsministeriums (bm:bwk) zum Thema: Erarbeitung eines feministischen Bedeutungsbegriffs in den Gender Studies. Forschungsschwerpunkte: Feministische Philosophie, Sprachphilosophie, Bedeutungslehren, Semiotik, Ästhetik.

Publikationen (Auswahl):

  • (Hg. gem. mit Silvia Stoller): Verhandlungen des Geschlechts. Zeitgenössische Reflexionen zur Gender-Forschung, Turia + Kant: Wien 2001
  • (Hg.): Bedeutung. Für eine transdisziplinäre Semiotik, Turia + Kant: Wien 2000
  • Helene Cixous. Entlang einer Theorie der Schrift, Wien 1993
  • Philosophy On Stage

    Ort: MQ (Ovalhalle Museumsquartier)
    Zeit: 10. Nov. 2005, 19.00-21.45 Uhr

    Lecture Performance von Eva Waniek am 10. Nov.
    Titel: „Anrufung des Weiblichen“

    Dialog:
    Eva Waniek (Philosophie) & Saskia Hölbling (Tanz)

    „Jegliche Verortung dessen, wie die sexuelle Differenz zu begreifen ist, muss im Kontext von gesellschaftlichen und diskursiven Auseinandersetzungen gesehen werden.“
    (Eva Waniek)

    …Gesten des Denkens

    Während Saskia Hölbling (dans.kias) in ihrer Tanzperformance exposition corps „Frauenkörper“ physisch quer liest, wird Eva Waniek in ihrer Lecture einen diskursiven Akt der Anrufung des Weiblichen vollziehen. Im rezitierenden Rückgriff auf Judith Butlers Text Hass spricht! Politiken des Performativen wird sie der Frage nachgehen, welche gesellschaftliche Macht am Werk sei, wenn der Körper einer Frau zum ersten Mal – und in der Folge wieder und wieder – als Körper einer Frau be-zeichnet und be-griffen wird.
    Ihre Antwort wird, in Konfrontation mit exposition corps, doppelbödig ausfallen. Während die wiederholte Anrufung des Körpers einer Frau diese im symbolischen System einer Sprache verortet und damit ein für alle Mal gesellschaftlich identifizierbar macht, eröffnet die Wiederholung dieser symbolischen Markierung im Akt des Wiederholens selbst gerade die Möglichkeit, mit den gängigen Bezeichnungen des „Weiblichen“ im Zuge der Performance des Wiederholens zu brechen. Ein performativer Prozess, durch den – und in dem sich eine Re-signifaktion der Bedeutungsrituale des Weiblichen vollziehen kann.

    „Die Körper selbst – so könnte man sagen – verweisen mit ihren Merkmalen ‚sprachlos, jedoch vielsagend’ im Sinne einer irritierenden Frage auf die sexuelle Differenz: was diese jedoch zu bedeuten hat, wird über die wissensgemäßen und politischen Anstrengungen jeder Gesellschaft und Zeitepoche unterschiedlich beantwortet.
    Saskia Hölbling wird ihre Antwort auf die Frage nach der sexuellen Differenz des ‚Weiblichen’ durch ein physisches Querlesen gängiger Körperrituale geben, die traditioneller Weise dem Körper der Frau zugesprochen werden. Ich werde hingegen versuchen, den Marker ‚Weiblichkeit’ diskursiv neu zu verorten.“ (Eva Waniek)