GRENZ-film: Arno Böhler und Susanne Granzer     Mit dem Ziel, eine experimentelle Auseinandersetzung der Philosophie mit den Künsten einzugehen, haben Susanne Granzer (Schauspielerin) & Arno Böhler (Philosoph) 1997 die wiener kulturwerkstätte GRENZ-film gegründet. Sie tragen auch die wissenschaftliche und künstlerische Gesamtverantwortung für das Projekt „Philosophy On Stage“.

Arno Böhler ist Philosoph und Filmemacher. Seit 1995 lehrt er Philosophie an der Universität Wien. 2000-2002 Schrödinger-Forschungsaufenthalt (FWF) an der New York University und Universität Princeton. 2004 Habilitation am Institut für Philosophie der Universität Wien. FWF-Projektleitung: „Philosophy On Stage…“ Zahlreiche Veröffentlichungen in international führenden Zeitschriften sowie 3 Buchpublikationen im Passagen Verlag Wien

Susanne Granzer ist Schauspielerin (Engagements in Wien, Basel, Düsseldorf, Frankfurt, Berlin) und Filmemacherin. Sie hat in Frankfurt und Wien Philosophie studiert und 1995 an der Universität Wien promoviert. Seit 1989 lehrt sie am Max Reinhardt Seminar in Wien Schauspiel. Zusätzlich zu ihrer Arbeit als Schauspielerin kann sie auf Veröffentlichungen philosophischer Texte in Büchern und Zeitschriften verweisen. 1997/98: Sabbatical an der Juilliard School, New York.

Werkauszug
Filme: 4 DVD-Bücher, „Philosophie im Bild“, WissenschaftsClip 1-4, Passagen Verlag: Wien 2004

  • DVD-Buch 1: „The Call“, Interviews mit Avital Ronell (New York University)
  • DVD-Buch 2: „Das Fremde“, Interviews mit Elisabeth von Samsonow (Akademie der bildenden Künste, Wien)
  • DVD-Buch 3: „In.Time“, Interviews mit Robin Kelley (Columbia University, New York)
  • DVD-Buch 4: „Archivare des Sterbens“, Interviews mit Hans-Dieter Bahr (Universität Wien, Tübingen)
  • Zahlreiche Lecture-Performances im In- und Ausland: u.a. in New York (New York University, Austrian Cultural Forum New York, Swiss Institute), London (Royal College of the Arts), Berlin (SFB-Projekt: Kulturen des Performativen, FU Berlin), Caen (Universität de Caen), Wien (Galerie der Forschung, Schauspielhaus, Soho in Ottakring, Filmhaus Stöbergasse, Akademie der bildenden Künste) u. a.

    Internet

  • http://www.grenzfilm.eu.com
  • http://personal.mdw.ac.at/granzer
  • http://phaidon.philo.at/~boehler
  • Kooperation mit GRENZ-film:

    Aras Özgün     Aras Özgün (Filmschnitt + Filmdokumentationsmaterial) ist Medienkünstler, lebt und arbeitet in New York, USA. Nach seinem Studium der Politikwissenschaften, Soziologie und Medienwissenschaften unterrichtet er derzeit Medientheorie am Media Studies Department der New School in New York. Er produziert Experimental- und Dokumentarfilme auf Video, inszeniert Videoinstallationen, Live Video Shows, entwickelt Audio- und interaktive Medienprojekte, schreibt über Kunst, Politik, Medien und Kultur.

    Internet

  • http://www.pyromedia.org/
  • Philosophy On Stage

    Ort: MQ (Ovalhalle Museumsquartier)
    Zeit: 10. - 12. Nov. 2005, 19.00-21.45 Uhr

    Lecture Performance von Susanne Granzer & Arno Böhler am 11. Nov.
    (Film in Kooperation mit Aras Özgün, New York)
    Titel: „Performanz der Toten“

    Dialog:
    Teil 1: Lecture-Performance: Susanne Granzer (Schauspielerin) & Arno Böhler (Philosoph)
    Teil 2: Filmpräsentation: Avital Ronell (New York) / Laurence A. Rickels (Los Angeles)

    „Wiederholung und erstes Mal, vielleicht ist das die Frage des Ereignisses als Frage des Spuks: Was ist ein Spuk?“
    (Jacques Derrida)

    …Gesten des Denkens

    Susanne Granzer & Arno Böhler (GRENZ-film) werden in ihrer Lecture-Performance ihren neuesten Film Performanz der Toten präsentieren, in dem sich Avital Ronell und Laurence A. Rickels die Frage stellen, wie jenes Jenseits zu verstehen sei, von dem Freud in seiner Schrift Jenseits des Lustprinzips spricht.

    Während Avital Ronell auf einer Fahrt durch New York vor allem den Drive – den Triebcharakter dieses Jenseits betont, führt Laurence A. Rickels das Beyond des Pleasure Principles auf die sehr diesseitige Erfahrung toter Körper zurück. Was uns Menschen, seiner Lesart gemäß, nicht mehr loslässt, sondern permanent verfolgt, indem es uns wieder und immer wieder heimsucht, ist für ihn der Anblick des toten Körpers: des Leichnams einer geliebten Person.

    Während der Präsentation des Films Performanz der Toten werden die Filmemacher Arno Böhler (Philosoph) & Susanne Granzer (Schauspielerin) live in die Filmvorführung eingreifen. So wird Arno Böhler im Anklang an das von Avital Ronell und Laurence A. Rickels Gesagte die Interviewtexte zu einer Philosophie der Heimsuchung (Hantologie, Derrida) verdichten, die uns eine Ahnung davon gibt, wie sehr selbst unser intimstes Tun noch vom Geist unserer Ahnen inspiriert wird.

    Susanne Granzer wird im Zuge ihrer Interventionen „On Stage“ Textstellen aus Dem Sandmann, einem der Nachtstücke E.T.A Hoffmanns ins Spiel bringen. Ein Text, den Freud in seiner Studie über das Unheimliche rezipiert hat und als „Einsicht in die Herkunft des Unheimlichen vom verdrängten Heimischen“ auslegte.