Laurence A. Rickels     Larry Rickels ist Psychoanalytiker, Kunst-(Film)-kritiker und Professor an der University of California in Santa Barbara am Department of Germanic, Slavic and Semitic Languages. Er unterrichtete weiters am Art Center College of Design, Otis College of Art and Design, Umeå University und an der Universität Düsseldorf. Seine psychoanalytische Deutung von „Vampirismus“ hat Kultstatus erreicht. Forschungsschwerpunkte: Medien (Okkulte Medien und Medientechnologien), Tod, Trauer, Melancholie, Medialität. Er schreibt regelmäßig für die Magazine Artforum, Art + Text, und Flash Art.

Publikationen (Auswahl):

  • Die Kindheit überleben. Festschrift zu Ehren von Ursula Mahlendorf. (Hg. Zusammen mit Thomas Kniesche) Königshausen & Neumann, 2004
  • Nazi Psychoanalysis, 3 Volumes: Only Psychoanalysis Won the War, Crypto-Fetishism, Psy Fi. University of Minnesota Press, 2002
  • Acting Out in Groups. (Hg.) University of Minnesota Press, 1999
  • The Vampire Lectures. University of Minnesota Press, 1999
  • The Case of California. The Johns Hopkins University Press, 1991. Reprinted with University of Minnesota Press, 2001
  • Gottfried Keller, Jugenddramen. (Hg.) Ammann Verlag, 1990
  • Looking After Nietzsche. (Hg.) State University of New York Press, 1990
  • Der unbetrauerbare Tod. Edition Passagen, 1989
  • Internet:

  • http://www.hydra.umn.edu/twd/
  • Philosophy On Stage

    Ort: MQ (Ovalhalle Museumsquartier)
    Zeit: 10. - 12. Nov. 2005, 19.00-21.45 Uhr

    Lecture Performance von Susanne Granzer & Arno Böhler am 11. Nov.
    (Film in Kooperation mit Aras Özgün, New York)
    Titel: „Performanz der Toten“

    Dialog:
    GRENZ-film (Wien) & Avital Ronell (New York), Laurence A. Rickels (Los Angeles)

    „You know, that is Nietzsche’s Problem. He doesn’t declare God dead, he just says that he is dead and no one is doing anything about this corpse, that is poisoning our systems of circulation.“
    (Laurence A. Rickels)

    …Gesten des Denkens

    Im neuesten Film der wiener kulturwerkstätte GRENZ-film Performanz der Toten thematisieren Laurence A. Rickels (University of California) und Avital Ronell (New York University) Freuds Konzeption des Todestriebes. Während es Avital primär um die Trieb- und Zwangstruktur des Todestriebs geht, fokusiert Laurence A. Rickels sein Interesse auf den toten Körper: auf die Leiche – und die Weisen des trauernden Umgangs der Hinterbliebenen mit ihren Leichen.

    “Ich habe identifizierbare Tote im Sinn. Das sind die Gespenster für mich. Sie stellen nicht das generelle Problem des Todes dar, sondern spezifische Verluste, die man identifizieren -– mit denen man sich identifizieren kann. Selbst wenn man dabei eine schier unendliche Zone des Verlusts durchqueren muss.” (Laurence A. Rickels)

    Die phonetische Nähe des Wortes Leiche mit Nietzsches Lehre von der Ewigen Wiederkehr des Gleichen mündet für Laurence A. Rickels schließlich in die Frage, ob es nicht das Problem der Wiederkehr der Leichen sei, welches Nietzsche in dieser Lehre heimgesucht hat? Liegt die Annahme doch nahe, dass der Anblick der toten Körper jenes “Diesseits” ist, an dem sich alle Spekulationen von einem “Jenseits” entzünden.
    Wer nach Rickels den Menschen und seine Kulturen verstehen will, wird daher nicht umhinkommen, sich folgende Fragen zu stellen:

    “Where are the dead here? -– Where do the dead go? Where are they housed? Where are the dead here?”
    (Laurence A. Rickels)

    Der Film ist mit deutschen Untertiteln ausgestattet.