Patrick Pulsinger     Patrick Pulsinger arbeitet seit 15 Jahren international erfolgreich als stilübergreifender Musikproduzent und DJ. Zusammen mit Erdem Tunakan erhielt er 1999 für seine Adaption des klassischen Balletts Schwanensee an der Volksoper Wien den Österreichischen Förderpreis für Musik. Neben seinem Engagement in elektronischer Musik und Kooperationen wie mit den Pet Shop Boys, oder Grace Jones und der Produktion von diversen Filmsoundtracks, liegt sein besonderes Augenmerk auf Jazz und Improvisationsmusik. Mit seinem Avantgarde Projekt dp-S tourte er 2004 durch China. Für das Jubiläumsjahr 2005 entwickelte er mit dem Maler Tobias Pils im Auftrag des Skulpturenpark Graz das kritische Objekt: Leiter. Murmelnde Identität.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Labels: Cheap, Disko B, Mo`wax, M-plant, K7, form and funktion, Kitty-yo, u.a..
  • Remixes für David Holmes, Petshop Boys, lamb, Denki Groove, Antipop Consortium, Grace Jones, Cornershop u.v.m.
  • Monatliche Radioshow auf FM4
  • Aktuelle Projekte: dp-S, Improvisationsmusik mit Werner Dafeldecker; Solo Album; Aufnahmen mit John Tilburry, Sir Alice, Snax, Terry Callier, g.rizo, Phillip Quehenberger, u.a.
  • Internet
    http://www.feedback-studio.com

    Philosophy On Stage

    Ort: MQ (Ovalhalle Museumsquartier)
    Zeit: 10. Nov. 2005, 19.00-21.45 Uhr

    Lecture Performance von Patrick Pulsinger am 10. Nov.
    Titel: „Monk’s Dance“

    Dialog:
    Patrick Pulsinger, Werner Dafeldecker, Flip Phillipp (Musik) & Robin Kelley (Anthropologie)

    “My talk explores the many aspects of Monk’s performance and the way, audiences and critics have come to read his body. His performances is deeply rooted in a longer African American tradition of embodied performance, one in which music, dance, performance (comedic and tragic), and a public sense of style are inextricably linked to music making.”
    (Robin Kelley)

    …Gesten des Denkens

    Zusammen mit Werner Dafeldecker (Kontrabass) und Flip Phillipp (Vibraphon) will Patrick Pulsinger (Electronics) in Kooperation mit Robin Kelleys Lecture Monk’s Dance performative Elemente in den Auftritten von Thelonious Monk musikalisch ergründen. Das Trio wird sich über eine Uminstrumentierung bekannter Monk Stücke – und dadurch über eine Verschiebung des Kontexts den Elementen – der musikalischen Darbietung Monks nähern, die sein Auftreten so spielerisch und einfach erscheinen lassen, und doch, bei genauerer Betrachtung, so komplex und tiefgründig sind. Die musikalische Re-Applikation des Vortrags von Robin Kelley (Columbia University, New York) Monk’s Dance, in dem auch die harte Arbeit und das wiederholte Üben einzelner Passagen von Monk thematisiert werden, soll das Spannungsverhältnis von Herstellen, Darstellen und Interpretieren musisch erfahrbar machen.

    Philosophy On Stage

    Ort: MQ (Ovalhalle Museumsquartier)
    Zeit: 10. - 12. Nov. 2005, 19.00-21.45 Uhr

    Lecture Performance von Patrick Pulsinger am 12. Nov.
    Titel: „Was ist ein Medium?
    Über Boten, Engel, Viren, Geld und andere Medien“

    Dialog:
    Patrick Pulsinger (Musik) & Sybille Krämer (Philosophie)

    „Ist es möglich, was ein Medium ist, im Ausgang vom Boten zu bestimmen? Medien sind dann nicht autonom, vielmehr heteronom, also fremd bestimmt. Sie sind weniger als ‚Mittel’ denn als ‚Mitte’ und als ‚Mittler’ zu denken: Medien sind ‚Boten’; sie vermitteln zwischen heterogenen Welten durch ‚Hybridiserung’, indem sie Attribute beider Welten verkörpern.“
    (Sybille Krämer)

    …Gesten des Denkens

    Das zentrale Anliegen von Patrick Pulsinger in seiner Kooperation mit Sybille Krämer ist die verkörperte Erfahrungsebene des Hörens. Gemäß der Position des Mediums platziert er sich und seinen Synthesizer in dieser Performance in der Mitte, im Dazwischen, zwischen den Vortrag von Sybille Krämer.
    Mit Hilfe seiner Apparatur, die Töne generiert, übersetzt, verschränkt und überlagert, setzt er Begriffe aus dem Vortrag von Krämer hörbaren Zuständen gleich und lässt sein Werkzeug diese Zustände manipulieren. Die so erzeugten Zustände wirken wiederum zurück auf die analoge Apparatur und verändern diese, sei es elektrisch, sei es über den Eingriff von außen. Das Ausgangsmaterial sind Wellenformen, die von den geräteeigenen Oszillatoren erzeugt werden. Als Manipulatoren fungieren z.B. Kammfilter, Ringmodulatoren, oder „Sample and Hold“ Module. Die Logik der Übertragung soll auf diese Weise hörbar werden. Als weitere Übertragungsebene werden die Töne über Projektionen in ihrer Lautstärke und Phasenlage dargestellt, eine Visualisierungsart, welche einem wissenschaftlich-technischen Kontext entstammt. Das Medium „Ton“ unterliegt so nur noch peripher der Kontrolle menschlicher Aktion.