GRENZ-film
wiener kulturwerkstätte

Susanne Ganzer & Arno Böhler
Wien

Philosophy On Stage

Ort: MQ (Ovalhalle Museumsquartier)
Zeit: 10. - 12. Nov. 2005, 19.00-21.45 Uhr

Lecture Performance von Susanne Granzer & Arno Böhler am 11. Nov.
(Film in Kooperation mit Aras Özgün, New York)
Titel: „Performanz der Toten“

Dialog:
Teil 1: Lecture-Performance: Susanne Granzer (Schauspielerin) & Arno Böhler (Philosoph)
Teil 2: Filmpräsentation: Avital Ronell (New York) / Laurence A. Rickels (Los Angeles)

„Wiederholung und erstes Mal, vielleicht ist das die Frage des Ereignisses als Frage des Spuks: Was ist ein Spuk?“
(Jacques Derrida)

…Gesten des Denkens

Susanne Granzer & Arno Böhler (GRENZ-film) werden in ihrer Lecture-Performance ihren neuesten Film Performanz der Toten präsentieren, in dem sich Avital Ronell und Laurence A. Rickels die Frage stellen, wie jenes Jenseits zu verstehen sei, von dem Freud in seiner Schrift Jenseits des Lustprinzips spricht.

Während Avital Ronell auf einer Fahrt durch New York vor allem den Drive – den Triebcharakter dieses Jenseits betont, führt Laurence A. Rickels das Beyond des Pleasure Principles auf die sehr diesseitige Erfahrung toter Körper zurück. Was uns Menschen, seiner Lesart gemäß, nicht mehr loslässt, sondern permanent verfolgt, indem es uns wieder und immer wieder heimsucht, ist für ihn der Anblick des toten Körpers: des Leichnams einer geliebten Person.

Während der Präsentation des Films Performanz der Toten werden die Filmemacher Arno Böhler (Philosoph) & Susanne Granzer (Schauspielerin) live in die Filmvorführung eingreifen. So wird Arno Böhler im Anklang an das von Avital Ronell und Laurence A. Rickels Gesagte die Interviewtexte zu einer Philosophie der Heimsuchung (Hantologie, Derrida) verdichten, die uns eine Ahnung davon gibt, wie sehr selbst unser intimstes Tun noch vom Geist unserer Ahnen inspiriert wird.

Susanne Granzer wird im Zuge ihrer Interventionen „On Stage“ Textstellen aus Dem Sandmann, einem der Nachtstücke E.T.A Hoffmanns ins Spiel bringen. Ein Text, den Freud in seiner Studie über das Unheimliche rezipiert hat und als „Einsicht in die Herkunft des Unheimlichen vom verdrängten Heimischen“ auslegte.

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