Krassimira Kruschkova ist seit 2002 Univ. Doz. für Theaterwissenschaft und seit 2003 Leiterin des Theoriezentrums des Tanzquartier Wien (TQW). Sie lehrt seit 1995 an der Universität für angewandte Kunst und an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Nach Abschluß ihres Studiums der Theater- und Filmwissenschaft in Sofia arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin am Institut für Literaturtheorie der Universität Sofia. 2002 habilitierte sie an der Universität Wien über “Szenische Anagramme. Zum Theater der Dekonstruktion”

Stipendien: ÖAAD-Stipendium, Herder-Preis-Stipendium, Charlotte Bühler-Habilitationsstipendium
Forschungsschwerpunkte: Theatergeschichte und –theorie; Literatur-, Tanz-, Performance- und Medien-Theorie.

Kuratorin der Vortragsreihen „Ob?scene. Zur Präsenz der Absenz“ (2003/04), „Gesten. Zur Un/Lesbarkeit von Bewegungsfiguren“ (2004/05), “Potentialität. Zum Modus des Möglichen” (2005/06), „Aufmerksamkeit. Zwischen Hin- und Abwendung“ (2006/07) und der Tagungen „Unmögliche Tränen. Szenische Emotionen“ (2004) und “I say I. Tanz/Performance in Ich-Form” des Tanzquartier Wien. Mitkuratorin des GTF-Kongresses „Tanz anderswo: intra- und interkulturell“ (2004), der Ringvorlesung der Universität Wien „Education acts. Kunst Macht Bildung“ (2006), des MUMOK/TQW-Projekts „Wieder und wider: Performance Appropriated“ (2006) und des Symposiums des Instituts für TFM „Bildet Kunst? Ästhetische Erfahrung als Wissensproduktion“ (2007).

Unter den letzten Publikationen: Tanz anderswo: intra- und interkulturell, Lit 2004 (Hg. mit N. Lipp); Ob?scene. Zur Präsenz der Absenz im zeitgenössischen Tanz, Theater und Film. Böhlau 2005 (Hg.); It takes place when it doesn’t. On dance and performance since 1989, Revolver 2006 (Hg. mit M. Hochmuth und G. Schöllhammer).

Philosophy On Stage #2

Ort: Schlosstheater Schönbrunn Zeit: 18. Juni 2007, 11.45 Uhr

Lecture von Krassimira Kruschkova

Titel: „Versprochen. Ereignis-Aporien in Tanz und Performance der Gegenwart

Zeitgenössischer Tanz und Performance setzen ihr Ereignis ins und aufs Spiel. Sie destabilisieren die Verfügung darüber, ob das Ereignis überhaupt eines ist, indem sie jede Voraussetzung dafür aussetzen: Darin ist es unverfügbar, weil es sich keiner Bedingung fügt, weil es, so Jean-Luc Nancy, nur aufgrund seiner Grundlosigkeit stattfindet.
Der Vortrag setzt sich – anhand der Arbeiten von Meg Stuart, Jérôme Bel, Forced Entertainment u.a. – mit dem Entzug des szenischen Ereignisses auseinander, das stets zwischen zuviel und zuwenig Sichtbarkeit in der Darstellung oszilliert. Es schwebt zwischen szenischer Aktualität und Potentialität, An- und Abwesenheit, zwischen Bühne und Zuschauerraum. In dieser vibrierenden Geste, die das Ereignis denkt, alteriert die Absenz die Präsenz, variiert und irritiert sie zugleich. So signiert das Ereignis seine Vakanz - als Erschütterung der Mimesis, als Nachahmung ohne Nachgeahmtes, als markierte Absenz, als Alterität der Präsenz, die nie gegeben ist. Und verspricht sich darin, immer wieder, wider den eigenen Strich.