Dieter Mersch hält seit 2004 den Lehrstuhl für Medienwissenschaft an der Universität Potsdam. Nach einem Studium der Mathematik und Philosophie an den Universitäten Köln und Bochum, der Tätigkeit als Dozent für Wirtschaftsmathematik in Köln und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Darmstadt, sowie der Arbeit als freier Autor für Radio, habilitierte er sich 2000 in Philosophie mit der Arbeit Materialität, Präsenz, Ereignis. Untersuchungen zu den Grenzen des Symbolischen.

Arbeitsschwerpunkte
Medienphilosophie, Kunstphilosophie, Semiotik, Sprachphilosophie, Ästhetik sowie Philosophiedes 19. und 20. Jahrhunderts

Publikationen (Auswahl):

  • Hrg: Gespräche über Wittgenstein; Wien (Passagen), 1991
  • Hrg, zus. mit J.C.Nyíri: Computer, Kultur, Geschichte; Wien (Passagen), 1991
  • Umberto Eco zur Einführung; Hamburg (Junius), 1993
  • Welten im Kopf. Profile der Gegenwartsphilosophie; 3 Bde., Hamburg (Rotbuch) 1996 sowie Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) 1998 (zus. mit Ingeborg Breuer und Peter Leusch)
  • Hrg: Zeichen über Zeichen. Lesebuch zur Zeichentheorie von Peirce bis Eco; München (dtv) 1998
  • Was sich zeigt. Materialität, Präsenz, Ereignis. München (Fink) (Habilitationsschrift, 2002)
  • Ereignis und Aura. Untersuchungen zu einer Ästhetik des Performativen, Frankfurt/M (Suhrkamp) 2002
  • Kunst und Medium. Zwei Vorlesungen. Diskurs und Gestalt III, Schriftenreihe der Muthesius-Hochschule, Kiel 2003
  • Hrg., Die Medien der Künste. (Fink) (Herbst 2003)
  • Hrg, zus. m. J. Kertscher: Performativität. (Fink) (Herbst 2003)

Internet:

Philosophy On Stage #2

Ort: Schlosstheater Schönbrunn Zeit: 17. Juni 2007, 11.45 Uhr

Lecture von Dieter Mersch

Titel: “Negative Präsenz”

Seit geraumer Zeit scheinen Begriffe wie Präsenz, Ursprung oder Authentizität, die die traditionelle Ontologie und Subjektphilosophie strukturierten, in Verruf geraten zu sein. Ihre Kritik beinhaltet insbesondere das, was sich mit Derrida als „Präsenzmetaphysik“ apostrophieren lässt. Sie bedeutet die Zurückweisung jeder Art von Gegebenheit oder Anwesenheit, die nicht schon durch eine Mediation oder Signifikation und damit durch eine Spaltung oder primäre Differenz gegangen ist. Im Gegenzug dazu möchte der Vortrag Züge eines „postderridaschen Präsenzdenkens“ entwickeln, das die Erscheinung von Gegenwart gleichsam an einem anderen Ort restituiert. Es handelt sich, statt der problematischen Zeugenschaft, um den Ort der „Ex-sistenz“, welche die Erfahrung eines Überschusses, einer „Ek-stasis“ oder „Ex-zedenz“ einschließt, denen ebenso eine eigene Kraft und Intensität zukommt, wie sie stets nur negativ auszubuchstabieren sind.