Policey, Biopolitik und Liberalismus

Wolfgang Neurath: Policey, Biopolitik und Liberalismus. Vom Zugriff der Macht auf das Leben (Bios), in: Medienimpulse 2/2012

Wolfgang Neurath beleuchtet die Debatten zur Biopolitik aus historischer Perspektive und zeigt auf, wie das Foucaultsche Konzept der gouvernementalité von der Policey des 18. Jahrhunderts bis hin zum aktuellen (Neo)liberalismus seine Macht keineswegs verloren hat.

Online unter: http://www.medienimpulse.at/articles/view/432

Rez. zu Landesordnung und Gute Policey in Bayern, Salzburg und Österreich

Gehringer, Horst / Hans-Joachim Hecker / Reinhard Heydenreuter (Hrsg.), Landesordnung und Gute Policey in Bayern, Salzburg und Österreich (Studien zu Policey und Policeywissenschaft), Frankfurt a. M. 2008, Klostermann, VI u. 268 S.

Rezensiert von Peter Nitschke in ZHF 38 (2011), S. 707–708.

Rez zu Iseli, Gute Policey

Iseli, Andrea, Gute Policey. Öffentliche Ordnung in der Frühen Neuzeit, Stuttgart 2009, Ulmer, 162 S./ Abb., € 12,90.

Rezensiert von Lothar Schilling in der ZHF 39 (2012), S. 141-143.

Schilling hält die das Werk für “kenntnisreich geschrieben”. Es “führt deutlich vor Augen, weshalb die Policey in den letzten zwanzig Jahren soviel Aufmerksamkeit seitens der Forschung erfahren hat – und weshalb sie diese weiterhin verdient.”

Gute Policey in Hochstift und Stadt Bamberg

Johannes Staudenmaier, Gute Policey in Hochstift und Stadt Bamberg. Normgebung, Herrschaftspraxis und Machtbeziehungen vor dem Dreißigjährigen Krieg (= Studien zu Policey und Policeywissenschaft), Frankfurt am Main: Klostermann 2012. X, 426 S.
ISBN 978-3-465-04143-6.
€ 59.-

Abstract: Anknüpfend an Konzepte zur Herrschaftspraxis und Normumsetzung sowie Michel Foucaults Überlegungen zur Analytik der Macht untersucht die vorliegende Arbeit die Policeygesetzgebung im Hochstift Bamberg und seiner gleichnamigen Haupt- und Residenzstadt. Es wird ein zeitlicher Bogen gespannt von den ersten Verordnungen Anfang des 15. Jahrhunderts bis zum Jahr 1628, als im Kontext von Dreißigjährigem Krieg und Hexenverfolgungen die umfangreichste Bamberger Policeyordnung überhaupt erlassen wurde. Im Mittelpunkt stehen sowohl die Rekonstruktion der obrigkeitlichen Normgebung als auch eine mikrohistorische Analyse von Herrschaftspraxis und Machtbeziehungen zwischen den verschiedenen an Normgebung und -umsetzung beteiligten Gruppen wie dem Bischof, geistlichen, adligen und bürgerlichen Hofräten, Domkapitel, Stadträten oder Zünften. Dabei kann gezeigt werden, wie der Landesherr und seine Verwaltung in mehreren Etappen versuchten, die Interaktions- und Kommunikationsprozesse zu beschränken und Gesetzgebung sowie Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten zu monopolisieren und zu intensivieren. Andere traditionell am Implementationsprozess partizipierende Akteure steuerten dieser Herrschaftsverdichtung zunächst nur zögerlich entgegen, griffen dann aber auf verschiedene Möglichkeiten des aktiven wie passiven Widerstands zurück. Besonders der Rat der Stadt Bamberg entwickelte sich aufgrund seiner hervorgehobenen Stellung in der Gerichtsorganisation und der lokalen Normenkontrolle zu einem bedeutenden Gegenspieler, der erst im Rahmen der Hexenverfolgungen ausgeschaltet werden konnte.

“Une machine merveilleuse” de police dans la monarchie des Habsbourg dans les années 1770 et 1780

Anton Tantner macht auf einen Aufsatz von Pavel Himl aufmerksam:

Himl, Pavel: “Une machine merveilleuse” de police dans la monarchie des Habsbourg dans les années 1770 et 1780, in: Das Achtzehnte Jahrhundert und Österreich. Jahrbuch der Österreichischen Gesellschaft zur Erforschung des Achtzehnten Jahrhunderts, 25.2010, S. 305 – 317. (=Lebeau, Christine/Schmale, Wolfgang (Hg.): Images en capitale: Vienne, fin XVIIe – début XIXe siècles / A Capital City And Its Images: Vienna in an 18th-Century Perspective / Bilder der Stadt: Wien – das lange 18. Jahrhundert. Bochum: Dieter Winkler, 2011).

Online ist nur eine leicht adaptierte Version: http://irhis.recherche.univ-lille3.fr/dossierPDF/CIRSAP-Textes/Himl.pdf

via http://adresscomptoir.twoday.net/stories/41784570/

Rez. zu Härter/Stolleis: Repertorium 10/4

Karl Härter / Michael Stolleis (Hgg.): Repertorium der Policeyordnung der Frühen Neuzeit. Band 10: Reichsstädte 4: Speyer, Wetzlar, Worms, Frankfurt /M.: Vittorio Klostermann 2010, ISBN 978-3-465-04103-0
Rezensiert von: Helga Schnabel-Schüle

Rez. zu Schieber, Normdurchsetzung

Sigrid Schieber, Normdurchsetzung im frühneuzeitlichen Wetzlar. Herrschaftspraxis zwischen Rat, Bürgerschaft und Reichskammergericht (= Studien zu Policey und Policeywissenschaft). Klostermann, Frankfurt/Main 2008. 392 S. (Thomas Simon), in: ZNR 33 (2011) S. 104–105.

HSOZKULT-Rezension zu: A. Iseli, “Gute Policey”

zu finden unter:

http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/type=rezbuecher&id=14038

Verschwender und Geisteskranke im frühneuzeitlichen Territorialstaat

Ludwig Griebl: Die Behandlung von Verschwendern und Geisteskranken im frühneuzeitlichen Territorialstaat (1495–1806)
Eine Darstellung der privatrechtlichen und policeylichen Maßnahmen im Kurfürstentum Mainz und Herzogtum Württemberg (= Rechtsgeschichtliche Studien 40), Hamburg 2010, 328 Seiten

ISBN 978-3-8300-5266-1

Von der Verlagswebsite:

Das vorherrschende Bild von der rechtlichen Fürsorge für Erwachsene während der frühen Neuzeit stellt sehr einseitig auf das vom römischen Recht beeinflusste Vormundschaftsrecht ab. Während dies wohl zumindest für die Theorie des gemeinen Rechts zutreffend ist, sah die Praxis dagegen deutlich vielgestaltiger aus. Denn neben den traditionellen oder reformationsrechtlichen Regelungen waren zu bevormundende Erwachsene – und hier insbesondere Verschwender und Geisteskranke – mitunter auch einer von ordnungs- oder policeyrechtlichen Interessen geprägten Gesetzgebung der jeweiligen Territorialstaaten und Obrigkeiten unterworfen. So war in der Praxis hier nicht selten der Anwendungsbereich mehrerer ganz unterschiedlicher Regelungskomplexe eröffnet.

Der Verfasser stellt zunächst in einem Überblick die allgemeinen (gemeinrechtlichen) Grundsätze des Vormundschaftsrechts und der rechtlichen Fürsorge für Erwachsene dar. Im Anschluss hieran wird beispielhaft anhand des Kurfürstentums Mainz und des Herzogtums Württemberg die rechtliche Gemengelage der einzelnen Regelungen skizziert, denen zu bevormundende Erwachsene in der frühen Neuzeit unterworfen waren. Ausgehend von den Ergebnissen einer qualitativen Fallstudie werden hierbei zunächst die einzelnen Normen zusammen­gestellt, sowie deren Zweck und Inhalt analysiert. Im Weiteren werden anhand einer Reihe praktischer Fallbeispiele die konkreten Maßnahmen dargestellt, die bei der Behandlung der betroffenen Personengruppen auch tatsächlich zur Anwendung kamen. Diese reichten von der bloßen Bestellung eines Vormunds über die Anwendung eines abgestuften Maßnahmenkatalogs bis hin zur Zuchthauseinweisung zum Zwecke der Sozialdisziplinierung.

In einer abschließenden Diskussion geht der Verfasser auf die Motive zum Erlass von gegen Verschwender und Geisteskranke gerichteten policeyrechtlichen Bestimmungen und deren Umsetzung ein. Daneben widmet er sich auch der Frage, inwieweit es bei einem Nebeneinander verschiedener Normen/Praktiken zu einer so genannten Anwendungs­konkurrenz gekommen ist und wie diese in der Praxis – zum Teil abhängig von der sozialen und gesellschaftlichen Stellung der Betroffenen – konkret gelöst wurde.

http://www.verlagdrkovac.de/3-8300-5266-9.htm

Bd. 10 des Repertoriums der Policeyordnungen erschienen

Reichsstädte 4: Speyer, Wetzlar, Worms, hg. von Gunter Mahlerwein, Thomas Rölle und Sigrid Schieber.
(Studien zur europäischen Rechtsgeschichte 251)
Frankfurt am Main 2010. VIII, 755 S.
Kt einzeln € 129.-, im Abonnement € 116.10
ISBN 978-3-465-04103-0

Das Repertorium der Policeyordnungen setzt die Erschließung der reichsstädtischen Gesetzgebung mit einem Band fort, der die Ordnungsgesetzgebung der Städte der Speyer, Worms und Wetzlar enthält. Erschlossen werden damit 5200 Policeygesetze dreier mittlerer Städte des Oberrheinischen Reichskreises, die verfassungs- und sozialgeschichtlich besonders interessant sind: Mit Speyer und Worms werden zwei typische rheinische Städte erfasst, die durch die Nähe zu Frankreich und Handel, aber auch dadurch geprägt sind, dass die jeweiligen Bischofe die Stadtherrschaft verloren hatten, aber das Umland als Landesherren weiter regierten. Wetzlar war dagegen in der Spätzeit durch das Reichskammergericht geprägt, mit den spezifischen Ordnungsproblemen, welche die “Kameralgesellschaft” mit sich brachte. Der vorliegende Band erschließt daher nicht nur reiches normatives Material für die allgemeine Rechts- und Sozialgeschichte, sondern ermöglicht ebenfalls Einblick in charakteristische verfassungsrechtliche Konfliktlagen des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation.

Verlag: http://www.klostermann.de/recht/rec_4103.htm