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Studienplanänderungen – Was, Wann, Wie?


Seit Ende März tagte regelmäßig die Curricular-Arbeitsgruppe Politikwissenschaft bestehend aus zwei Professoren, zwei Student_innen und zwei Vertretern des Mittelbaus zur Änderung der Studienpläne der Politikwissenschaft (Bachelor und Master). Ursprünglich sollte diese AG in einem Schnellverfahren innerhalb von eineinhalb Wochen  die gröbsten Probleme mit den Curricula des Bachelor- und Master-Studiums beheben. Aufgrund diverser Einwände seitens der Universitätsleitung mussten die Entwürfe jedoch immer wieder neu überarbeitet werden was zum nun aktuell vorliegenden Entwurf führte. Trotz diverser Zusagen seitens der Leitung der Universität Wien wurde der formale Beschluss des Studienplans durch die Universität Wien immer wieder verschoben. Aktueller Stand ist das die neuen Studienpläne mit 1. Oktober. 2011 in Kraft treten, also mit über einem Jahr Verzögerung. Soweit vom Rektorat und der universitätsweiten Curricularkommission verkündet bestehen keine inhaltlichen Einwände mehr und die Verzögerung begründet sich nur aus Formalia. Trotzdem kann der vorliegende Entwurf jederzeit auf Druck des Rektorats verändert werden.

ACHTUNG: Diese Studienplanänderung betrifft nur Studierende, die sich ab Wintersemester 2011 neu inskribieren. Ein Umstieg ist nicht notwendig, aber möglich. Genaueres steht unter "Umsteigen und Übergangsregelung". Dadurch gehen keine Lehrveranstaltungen verloren, keine Panik!

 

Änderungen im Bachelor-Studienplan

  • Die Reform der Studieneingangsphase (STEP) hin zur Studieneingangs- und Orientierungsphase (STEOP) wurde von einer anderen Curricularkommission beschlossen, in der alle betroffenen Studienrichtungen – Politikwissenschaft, Soziologie, Kultur- und Sozialanthropologie und Publizistik – durch Professor_innen, Studierende und den Mittelbau vertreten waren. Die STEOP besteht weiterhin aus zwei Modulen wobei die Fachspezifische Einführungsvorlesung (Methoden und Elemente politikwiss. Denkens und Arbeitens) von der STEP II in STEOP I übersiedelt, während die aktuellen Debatten von STEP I in STEOP II wandern. Die Änderung der STEOP tritt im Gegensatz zu den restlichen Änderungen mit 1.10.2010 in Kraft.
  • Für zwei der vier Kernfächer ist anstatt der gesamten STEP, im neuen Studienplan lediglich STEOP I Voraussetzung. Studierende müssen also um die Voraussetzungsketten zu erfüllen nicht mehr die Note des Einführungs-Proseminars (Methoden und Elemente politikwiss. Denkens und Arbeitens) und der Vorlesung aktuelle Debatten am Anfang ihres zweiten Semesters vorweisen.  Hier fanden wir auf der Ebene der Politikwissenschaft ursprünglich einstimmig eine weitergehende Lösung welche vorsah das die Lektürekurse frei von jeder Voraussetzung sind. Dieser Punkt fand allerdings nicht die Zustimmung des Rektorats. Für das Studienjahr 2010/2011 wird bezüglich der Voraussetzungsketten vermutlich eine Zwischenlösung schlagend, welche von der SPL noch kommuniziert werden muss.
  • Die gesamte STEOP bleibt Voraussetzung für die Methodenkurse (qualitative und quantitative Methoden), für die Spezialisierungsmodule und für das Bachelor-Seminar.
  • Die Methodenvorlesungen (qualitative und quantitative Methoden), die bis jetzt nicht im Studienplan des Bachelors enthalten waren und von vielen Studierenden völlig „umsonst“, d.h. nur als Begleitveranstaltung zu den Methodenübungen, absolviert wurden, werden nun verpflichtend.
  • Bestimmte Vorlesungen aus dem Diplomstudium werden wieder eingeführt: „Politik und Recht“ und „Politik und Ökonomie“, die gemeinsam mit der Vorlesung „Historische Grundlagen“ zu dem Modul „Interdisziplinäre Grundlagen“ zusammengefasst werden.
  • Die Spezialisierungs- und Praxismodule werden wie folgt reformiert: Anstatt wie bisher je ein Seminar aus vier verschiedenen Spezialisierungs- oder Praxismodulen zu besuchen, haben Studierende in Zukunft die Möglichkeit, insgesamt 42 ECTS Punkte (bisher 24) weitgehend frei auf zwei bis vier verschiedene Module aufzuteilen. Dabei müssen in jedem gewählten Modul Lehrveranstaltungen im Ausmaß von mindestens 9 ECTS besucht werden (Ausnahme Praxismodul siehe weiter unten). Außerdem müssen in mindestens zwei verschiedenen Modulen eine Vorlesung absolviert werden.
  • In den Spezialisierungsmodulen gibt es daher zukünftig nicht nur Seminare zu 6 ECTS, sondern auch Vorlesungen mit je 3 ECTS. Damit wird auch eine unsere länger aufgestellten Forderungen erfüllt, nämlich dass bspw. auch eine einführende Vorlesung im Bereich feministischer Theorien angeboten werden kann.
  • Die Praxismodule werden zu einem einzigen Praxismodul mit 6 ECTS zusammengefasst welches optional im Rahmen der Spezialisierungen besucht werden kann, dieses Praxismodul kann auch durch ein Praktikum ersetzt werden.
  • Insgesamt führt dies in den Spezialisierungsmodulen zu deutlich mehr Wahlmöglichkeiten und damit zu besser individuell gestalbaren Vertiefungen. Als Studienvertretung hatten wir eine weniger komplizierte Regelung vorgeschlagen die noch weitergehenden individuellen Spielraum bei der Gestaltung der Spezialisierungsmodule und des Praxismoduls vorsah, sind allerdings in diesem Fall überstimmt worden.
  • Die kleine Bachelorarbeit wird Ersatzlos gestrichen. Dementsprechend entfällt auch für das Bachelor-Seminar die gesonderte Voraussetzungskette. Einzig die STEOP ist künftig für den Besuch des BA-SE Voraussetzung.
  • Statt 60 ECTS an Erweiterungscurricula sind in Zukunft nur noch 30 ECTS nötig. Aufgrund eines universitätsweiten Beschlusses können 15 ECTS an Erweiterungscurricula durch so genannte "Alternative Erweiterungen" ersetzt werden. Diese "Alternativen Erweiterungen" sollen so aussehen das sie weitgehend den Freien Wahlfächern wie sie aus den früheren Diplomstudien bekannt sind entsprechen.

Im Master

Weniger Änderungen sind im Master zu verzeichnen.

  • Die Seminargröße soll von maximal 50 Personen auf 35 herabgesetzt werden.
  • Alle bestehenden Voraussetzungsketten im Master entfallen
  • Das Methodenseminar (M2) wird symbolisch „nach hinten“ verschoben, da Studierende sonst auf die Idee kommen könnten, es schon im ersten Semester zu besuchen, wobei eine der Anforderungen dieses Seminars ist, ein Forschungskonzept für die Master-Arbeit zu schreiben.

Umsteigen und Übergangsregelungen

Personen, die im derzeitigen Bachelor studieren, können diesen bis 30.10.2014 (aufgrund der Verzögerung beim in Kraft treten des Curriculums wird sich diese Frist voraussichtlich nach hinten verschieben) abschließen. Alternativ gibt es die Möglichkeit, in den neuen Bachelor umzusteigen (um sich etwa 30 ECTS an Erweiterungscurricula oder die kleine BA-Arbeit zu „ersparen“ oder um die Methodenvorlesungen unterzubringen) – alle Lehrveranstaltungen haben gleich viele ECTS-Punkte wie zuvor, wodurch es zu keinen Problemen  bei der Anrechnung kommen soll. Wenn Studierende allerdings schon mehr als 30 ECTS an Erweiterungscurricula absolviert haben und auch schon eine kleine Bachelorarbeit geschrieben haben, wäre es wahrscheinlich sinnvoller, im derzeitigen Bachelor zu bleiben und diesen bis 2014 abzuschließen. Natürlich kannst du immer zur Beratung der Studienvertretung vorbeikommen oder uns eine Mail schreiben um herauszufinden ob es für dich konkret sinnvoll ist umzusteigen oder nicht.

Für den Master sind die Änderungen zu gering, um eigene Übergangsregelungen aufzustellen. Alle Studierende im Master werden daher automatisch umgestellt.

Auswirkungen für das Diplomstudium

Da das Auslaufen des Diplomstudiums im gleichen Paragrafen wie die Übergangsregelung vom alten zum neuen Bachelor geregelt ist, wurde beschlossen – und die SPL hat hier ihre Unterstützung zugesagt – das der 30.10.2014 als neue Frist, bis zu der das Diplomstudium (inklusive Diplomprüfung) abgeschlossen werden kann gilt. Dies ist trotz des einstimmigen Beschlusses auf der Ebene der Politikwissenschaft vorläufig vonseiten der Uni-Leitung verhindert worden. Als Studienvertretung werden wir uns bis zum formalen Beschluss des Studienplans und darüber hinaus für eine Verlängerung des Diplomstudienplans vehement einsetzen. Sobald es Neuigkeiten gibt findest du sie umgehend auf unserer Hoempage oder unserer Facebook-Fanseite. Außerdem werden nun die fehlenden „B“-Fächer wieder angeboten, so dass alle Kurse aus dem Diplomstudium durch Äquivalente im Bachelor und Master abgeleistet werden können. Die Äquivalenzliste gilt weiterhin.

Fazit

Grundsätzlich denken wir das der neue Studienplan ein großer Fortschritt im Vergleich zum status quo darstellt. Jedoch wurden einige Problemfelder lediglich teilweise entschärft ohne den Kern des Problems zu lösen (insb. Voraussetzungsketten, Erweiterungscurricula). Unserer Meinung nach konnten selbst diese kleinen Verbesserungen nur durch den im Rahmen der Proteste der letzten Semester aufgebauten Druck durchgesetzt werden. Weiters denken wir das durch diverse Initiativen und Protestformen direkt an der Politikwissenschaft, es in Ansätzen gelungen ist eine Kommunikationskultur aufzubauen welche zu einem höheren Grad an Verständnis und Kooperation zwischen Lehrenden und Studierenden auf Ebene der Studienrichtung geführt hat. Allerdings sollte nicht verschwiegen werden das diese Kommunikationskultur trotzdem sie spürbar besser wurde noch äußerst Ausbaubedürftig ist und auch im Hinblick auf die aktuellen Änderungen des Studienplans mehr möglich gewesen wäre. 

Die Rolle des Rektorats, bzw. der gesamten Leitungsorgane der Universität ist jedoch unserer Meinung nach schockierend. So wird die Curricularkommissions-Arbeitsgruppe immer wieder zu Änderungen gezwungen, welche weit über die Frage der Finanzierung hinausgingen. Des weiteren wurden diese Einwände nur gegenüber Lehrenden formuliert. Trotzdem die Lehrenden selbst (!) verlangten, dass Studierende bei den entsprechenden Treffen anwesend sein sollen, weigerte sich die Universitätsleitung unter Einbeziehung der Studierenden zu verhandeln. 

Wir freuen uns natürlich über alle Kommentare zu den geplanten Änderungen, vor allem weil durch den Zeitdruck die Vorschläge nur auf einer Institutsvollversammlung und diversen STV-Plenas besprochen werden konnten.



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Aktualisiert (Mittwoch, den 18. August 2010 um 11:50 Uhr)

 
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