Georg Wiesinger

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Untersuchung der Coleopteren-Fauna an Reh- und Rotwildkadavern im Nationalpark Oö. Kalkalpen.

Kadaver von großen Tieren sind stochastisch anfallende, stark konzentrierte Ressourcen. Durch gesetzliche Bestimmungen und wirtschaftliche Interessen findet man in Österreich jedoch kaum mehr große Kadaver. Auf Aas spezialisierte Arten verlieren dadurch ihre Lebensgrundlagen.

Im NP Oö. Kalkalpen fallen durch natürliche Todesursachen immer wieder Reh- oder Rotwild-Stücke an, die im Ökosystem verbleiben und Aasspezialisten zur Verfügung stehen. Daneben gibt es das Schalenwild-Management des Nationalparks, welches durch das Fehlen großer Räuber notwendig wird. Die erlegten Stücke werden großteils verkauft; somit werden Ressourcen aus dem Nationalpark entfernt.

Im Zuge eines möglichst naturnahen Managements wäre es wünschenswert, wenn ein Teil der erlegten Stücke als Kadaver im Nationalpark verbleiben würde.

Für diese Arbeit werden im Bereich des Reichraminger Hintergebirges je drei Stück Reh- und Rotwildkadaver exponiert. Die Coleopteren-Fauna am Aas wird mittels Barberfallen und Flugunterbrechungsfallen erfasst.

Damit soll geklärt werden, welche auf Aas spezialisierte Käfer im Nationalpark Oö. Kalkalpen vorkommen; ob darunter Arten von besonderem Naturschutzinteresse sind (Rote Liste Arten, FFH-Arten, etc.) und ob es für den Naturschutz wichtige Unterschiede zwischen Reh- und Rotwildkadaver gibt.

Die Arbeit wird durch die freundliche Unterstützung der Universität Wien, des Nationalparks Kalkalpen und der Österreichischen Bundesforste ermöglicht.