Mag. Isabella Rieder

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PDF im Hochschulschriften-Service der Universität Wien


Brutbiologie, Nahrung und Habitatnutzung des Wiedehopfs (Upupa epops) in Kärnten.

In der vorliegenden Studie wurden in der Brutsaison 2009 im Gail- und Rosental Beobachtungen zur Brutbiologie, Beutetiernutzung, Fütterungsfrequenz, sowie zur Wahl der Neststandorte und Nahrungshabitate Kärntner Wiedehöpfe durchgeführt. Bei insgesamt 6 von 21 festgestellten Bruten handelte es sich um Ersatz- oder Zweitgelege. Nur 9,5% der Bruten blieben erfolglos. Die meisten Bruten (66,7%) brachten mindestens zwei bis drei flügge Junge hervor. Aus später im Jahr angelegten Gelegen verließen tendenziell weniger Jungvögel die Bruthöhle. Desto höher der Brutplatz lag, desto später im Jahr konnten die ersten flüggen Jungvögel beobachtet werden. In beiden Tälern stellten Maikäfer-Engerlinge den größten Teil (83,7%) der an Jungvögel verfütterten Beutetiere. Maulwurfsgrillen waren mit 15,6% an zweiter Stelle der identifizierten Beutetiere. Die Fütterungsfrequenz blieb über den Tag hinweg relativ konstant, zeigte aber eine deutliche Abnahme mit fortschreitender Saison und korrelierte positiv mit der Anzahl ausgeflogener Jungvögel. Gelege wurden vornehmlich in anthropogen geschaffenen Bruthöhlen (v. a. Nistkästen, Gebäudenischen) anlegt, wohingegen nur 19% der Brutpaare (BP) natürliche Bruthöhlen (Bäume, Sandsteinaushöhlung) nutzten. Zur Nahrungssuche wurden meist Kurzrasen (Nutzung durch 84,2% aller BP) und Mähwiesen (63,2%) aufgesucht. Die erhobenen Daten für das Jahr 2009 deuten auf einen im euro-päischen Vergleich relativ niedrigen Bruterfolg (Anzahl flügge Jungvögel pro Gelege) bei Kärntner Wiedehöpfen hin. Weiterführende Studien müssen aufzeigen, ob dies auf eine niedrige Verfügbarkeit und/oder geringe Qualität geeigneter Nahrungshabitate hinweist.