Jakob Lena Knebel

Auf der Suche nach den Konstrukten, die meine eigene Person ausmachen, wurde die Idee von einem binären Gendersystem ein immer stärkeres Thema in meiner Kunst. Ich begann meine eigene Transformation künstlerisch zu thematisieren.
Für mich funktioniert das momentan am Besten mit dem Medium Photographie und Installation.
Meine Fotos sehe ich als Aneignung, bzw. „Eroberung“ des „Häßlichen“. Meine Selbstportraits lassen die Grenzen von Gender verschwimmen. Ich arbeite mit, benutze die „männlichen“ Archetypen des Häßlichen, Unheimlichen, um dem Kunstdiskurs neue Bilder hinzuzufügen.
Wahrscheinlich ist es wichtig zu erwähnen, daß ich auch Modedesigner bin und mich dadurch ständig im Diskurs der Bedeutungen des Wortes „Schönheit“
befinde. Mich interessieren die Auswirkungen dieses Diskurses auf zeitgenössische kulturelle und politische Stimmungen einerseits, und andererseits und auch auf meine persönliche Situation. Mode agiert innerhalb von strengen Grenzen. Das Wahrnehmen dieser Begrenztheit hat mich herausgefordert und wurde zu einer "persönlichen" Auseinandersetzung mit "meinem" Genderkonstrukt. Auf der Suche nach Transidentität wurde ich enttäuscht. Mir fehlt es an Transikonen, Mythologien, an Zeichen in Kunst und Mode.

Zur Zusammenarbeit mit Hans Scheirl:

Seit einigen Monate arbeite ich mit Transkünstler Hans Scheirl zusammen, der von der Performance und vom Film kommend, sich jetzt hauptsächlich mit Kontextueller Malerei beschäftigt. Wir treffen uns in der Installationsarbeit. Dort können wir spielerisch!, humorvoll! die Medien mischen („Transmedia!“) und unser gemeinsame Motivation an Transgender und Transgenre Verschiebungen ausbauen.
 

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