Shichigosan — der Kinder Segen

Religion-in-Japan > Alltag > Familie > Shichigosan
Wechseln zu: Navigation, Suche
Shichigosan_poster.jpg

Shichigosan-Poster

Schreinfest; Kushida Jinja, Fukuoka (Hakata), Kyushu 
Bild © Jean, trip-advisor 2010. (Letzter Zugriff: 2012/5)

Plakat eines Schreins, der den ganzen November hindurch Shichigosan Feiern veranstaltet.

Shichigosan Plakat

Das Shichigosan (Shichigosan 七五三Shichigosan-Fest für Kinder von drei, fünf, und sieben Jahren )-Fest besteht heutzutage aus einem feierlichen Schrein­besuch rund um den 15. November, bei dem kleine Kinder traditionelle Kimonos anlegen, ganz bestimmte Süßig­keiten („Tausend-Jahr-Bonbons“ chitose-ame) geschenkt bekommen und von ihren stolzen Eltern pausen­los fotografiert werden. Shichigosan bedeutet nichts anderes als „sieben, fünf, drei“. Der Schrein­besuch im Kimono ist nämlich nur für drei- oder fünf­jährige Buben bzw. drei- oder sieben­jährige Mädchen vorgesehen.

Shichigosan.jpg

Schreinbesuch zu Shichigosan

Schreinfest; Meiji Schrein, Tokyo
Bild © sambird, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2011/7)
753 2.jpg

Shichigosan in Kamakura

Schreinfest; Tsurugaoka Hachiman Schrein, Kamakura
Bild © Takaku Masayuki, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2011/11/3)

Hier sieht man den besonderen Andrang, der an diesem Tag im Hachiman Schrein von Kamakura herrscht.

753 3.jpg

Shichigosan

Schreinfest; Tsurugaoka Hachiman Schrein, Kamakura
Bild © Takaku Masayuki, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2011/11/3)

Kleine Buben bessern ihre Performance gerne mit Ultraman Masken auf ...

753 1.jpg

Shichigosan-Fest

Schreinfest; Tsurugaoka Hachiman Schrein, Kamakura, Kanagawa-ken
Bild © Shige's Wallpapers. (Letzter Zugriff: 2011/11/3)

Die Hauptrolle spielen eindeutig Mädchen in ihren farbenprächtigen Kimonos.

753 5.jpg

Shichigosan Prinzessin

Schreinfest
Bild © Amy G., flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2011/11/3)
Shichigosan2.jpg

Shichigosan-Prinz

Schreinfest; Meiji Schrein, Tokyo
Bild © Einharch, flickr 2010. (Letzter Zugriff: 2012/5)

Fotographieren...

753 6.jpg

Shichigosan-Prinzessin

Schreinfest; Meiji Schrein, Tokyo

...fotographiert werden, japanisch.

753 8.jpg

Shichigosan Prinzessin

Schreinfest
Bild © Norman Lee, flickr 2001. (Letzter Zugriff: 2011/11/3)
753 7.jpg
Shichigosan im Schaufenster (Bildquelle unbekannt)
753 kannushi.jpg

Shichigosan Zeremonie

Schreinfest

Segnung (harae) der Kinder im Alter von drei, fünf und sieben Jahren durch einen Shinto-Priester

Bilder zum Vergrößern bitte anklicken

Das Shichigosan-Fest entstand aus drei ursprünglich unab­hängigen Zeremonien für kleine Kinder, die wahr­schein­lich alle auf Zeremonien des antiken Kaiser­hofs zurück­gehen, im Laufe des Mittel­alters dann vom Krieger­adel (Samurai) adaptiert wurden und in der Edo-Zeit schließlich zu einer Einheit verschmolzen.

  • Die erste dieser Zeremonien hieß kamioki („Haare [wachsen] lassen“) und markierte den Zeit­punkt, ab dem Klein­kindern der Kopf nicht mehr geschoren wurde. Diese Zeremonie wurde in Samurai­familien für Kinder im dritten Lebens­jahr am 15. des Elften Monats durch­geführt und war mit Bitten um ein langes Leben für das Kind verbunden.
  • Die zweite Zeremonie hieß hakamagi („Anlegen von Hakama“). Kinder zwischen dem dritten und siebenten Lebensjahr durften zu diesem Anlass erstmals die traditionellen Pluder­hosen (Hakama) anlegen. Erst durch diesen Ritus wurde das Kind formal als Familienmitglied anerkannt.
  • Die dritte Zeremonie hieß himotoki oder obihajime („Lösen der Schnur“ bzw. „erster Gürtel“) und richtete sich an Kinder im siebenten Lebens­jahr. Wie diese Namen verraten, erhielten die Kinder dabei einen Gürtel (obi) anstelle einer einfachen Schnur zum Zusammen­binden des Kimonos.

Die Zusammenlegung dieser Riten soll auf den fünften Tokugawa Shogun Tsunayoshi (1646-1709) zurückgehen. Die Verbindung mit einem Schrein­besuch scheint erst gegen Ende der Edo (Edo 江戸Sitz der Tokugawa Shogune, 1600–1867 (= Edo-Zeit); heute: Tokyo …⇒)-Zeit zum Standard geworden zu sein. In der Kansai Region (rund um Kyoto) gab es beispiels­weise ehemals das sogenannte Jūsan-mairi („Andachtsbesuch mit dreizehn“), bei dem drei­zehn­jährige Kinder einen Tempel des Bodhisattva (बोधिसत्त्वBodhisattva (skt., m.)„Erleuchtetes Wesen“ …⇒) Kokuzō aufsuchten. Erst Anfang des zwanzigsten Jahr­hunderts wurde das Shichigosan Fest zu einem allgemeinen Brauch, der heute von großen Teilen der Bevölkerung vollzogen wird.

Ähnliches gilt für das „Puppenfest“ (Hina Matsuri) am 3. 3., auf das sich die Mädchen besonders freuen, und das „Knabenfest“ (Kodomo no hi) am 5.5., bei dem Wimpel in Karpfen-Form aufgehängt werden. Auch sie gehen auf höfische Bräuche aus der Heian (Heian 平安alter Name Kyotos; politisches Zentrum 794–1185 (= Heian-Zeit) …⇒) Zeit zurück, wurden aber erst zu Beginn des zwanzigsten Jahr­hunderts standardisiert und stellen heute in erster Linie einen Anlass dar, sich ganz dem Zauber der traditionellen Kultur hinzugeben.

Alltag: Familie (Hauptartikel)
Ikonographie
Wiki Account
Namensräume
Varianten
Aktionen
Religion-in-Japan
Updates
Werkzeuge