Friedhof und Grab
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Grabsteine
- Gorintō (Stein); Oku-no-in, Berg Kōya
Bild © Gregor Hohpe, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Wie im Zusammenhang mit den Totenriten besprochen, wird der Körper eines Verstorbenen meist verbrannt. Seine Asche wird in einer Urne aufbewahrt und schließlich in einem Familiengrab (haka (haka 墓 — Grab )) beigesetzt. Auf dem Grabstein ist der Name der Familie deutlich eingraviert, die übliche Aufschrift auf Gräbern lautet: „Grab mehrer Generationen der Familie XY“. Die individuellen Familienmitglieder sind hingegen entweder gar nicht, oder nur an der Rückseite des Grabsteins eingetragen. Darin liegt einer der Unterschiede zwischen Grabstein und ihai (ihai 位牌 — Ahnentäfelchen …mehr ⇒) („Totentäfelchen“). Während ihai einem individuellen Verstorbenen zugeordnet sind, repräsentieren Grabsteine in der Regel eine ganze Familie. Die Familienzugehörigkeit folgt der männlichen Linie. Frauen werden daher meist im Familiengrab ihres Mannes beigesetzt.
Traditionelle Gräber
- Friedhof Yanaka, Tokyo
Bild © Jens Quade, fickr 2005. (Letzter Zugriff: 2011/7)
In Tokyo sind derartige Familiengräber meist etwas kleiner als ein durchschnittliches europäisches Grab, ihre Anschaffung und Aufrechterhaltung bedeutet aber dennoch einen erheblichen Kostenaufwand. Es gehört zu den traditionellen Pflichten des ältesten Sohnes, diese Kosten zu übernehmen. Dem ältesten Sohn (ev. Tochter) kommt auch die Leitung der familiären Trauerfeiern beim Tod der Eltern zu.
Grabbesuch
Ähnlich wie in Europa dienen Gräber dem Gedenken an die Toten in Form von Friedhofsbesuchen. Beim Grabbesuch (ohaka mairi ((o)haka mairi (お)墓参り — Grabbesuch )) schmückt man das Grab mit Blumen und entzündet Räucherstäbchen. Zuvor wird der Grabstein rituell gereinigt, indem man ihn mit Wasser übergießt. Wieder sind es vor allem ältere Menschen, die die Pflege eines Familiengrabs übernehmen. Viele besuchen ihr Grab einmal pro Monat an einem bestimmten Tag, beispielsweise dem Sterbetag ihres Vaters oder ihrer Mutter. Zumindest einmal im Jahr, nämlich zum Bon-Fest, dem Fest der Ahnen, sollte allerdings jeder sein Familiengrab aufsuchen.
Grabformen
Buddhistischer Mönch beim Bedrucken von sotoba-Latten
- Bild © TTN. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Dafür nimmt er einen Laptop und eines eigens für diesen Zweck bestimmten Printer zu Hilfe.
Die Geschichte des japanischen Bestattungswesens ist äußerst wechselvoll. Auf alten Friedhöfen, beispielsweise dem Oku-no-in auf Berg Kōya (Kōya-san 高野山 — Klosterberg südl. von → Nara; sprituelles Zentrum des → Shingon Buddhismus …mehr ⇒), sieht man noch die ehemals verbreiteten Grabsteine in gorintō (gorintō 五輪塔 — Grabsteinform; „Stupa der Fünf Elemente“ )-Form, die sich als Abbilder von buddhistischen Stupas (स्तूपstūpa (skt., m.) — „Hügel“, Grabmonument …mehr ⇒) verstehen, also eigentlich nichts anderes sind als verkleinerte Grabdenkmäler des Buddha (बुद्धBuddha (skt., m.) — „Der Erleuchtete“ …mehr ⇒) (s. Sidepage Gorintō).
Andererseits bezeichnet man auch die hölzernen Latten, die sich bisweilen als Grabbeigaben neben den Gräbern befinden, als sotoba (sotoba 卒塔婆 — hölzerne Grabbeigabe; „Stupa“ ) oder tōba, was wiederum von skt. stupa abgeleitet ist. Diese Latten tragen eine handgeschriebene Inschrift, die u.a. den Totennamen des Verstorbenen oder den Namen eines Buddhas, etc. enthalten kann. Je nach buddhistischer Richtung können auch Sanskritzeichen auf dem Holz eingetragen sein. Diese Grabbeigaben haben im Grunde dieselbe Funktion wie der Grabstein, allerdings sind sie natürlich nicht von so langer Dauer wie Steingrabmäler. Zumeist werden sie daher am Ende der Trauerzeit vom Grab entfernt und ggf. anlässlich späterer Gedenkfeiern noch einmal aufgestellt. Der technische Fortschritt hat im übrigen auch vor sotobas nicht Halt gemacht: Wie die Abbildung rechts zeigt, können sie heute bereits mit Hilfe eines Computers ausgedruckt werden.
Näheres zu den Jenseitsvorstellungen, die natürlich bei der Gestaltung der Toten- und Begräbnisriten eine wichtige Rolle spielen, findet man im Kapitel „Mythen“.
Links
- Nihon no haka (jap.)
Bebilderte Datenbank von Gräbern bekannter Persönlichkeiten, nach verschiedenen Kriterien aufgelistet.Letzte Überprüfung der Linkadressen: Aug. 2010
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