Glückslose (o-mikuji)

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Bernhard Scheid, „Glückslose (o-mikuji).“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 6.11.2014). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Alltag:Gluecksbringer/Omikuji?oldid=43885

Omikuji o-mikuji 御籤/ (お)みくじ Glückslos, Glücksorakelsiehe auch→ Gluecksbringer sind für gewöhnlich einfache Papier­zettel, die man gegen eine kleine Summe z.B. einem Kasten entnehmen kann. Sie enthalten eine Orakel­bot­schaft (z.B. „Großes Glück“, „Mittleres Glück“, oder „Kleines Glück“, etc.), die dann noch weiter erläutert wird, ganz wie bei den hierzulande geläufigen Ho­ros­ko­pen.

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Glückslose (omikuji)

Kamigamo-Schrein, Kyoto
Bildquelle: Frank Gualtieri, Wikimedia Commons (jap.), 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Hier wirft man 200 Yen in den Behälter mit der entsprechenden Aufschrift, zieht ein Los aus dem mittleren Behälter und erfährt daraus, aus welcher Lade man einen Zettel wählen soll. Der enthält dann das Orakel und wird schlussendlich irgendwo im Schreinareal an einen Zweig oder ein Gestell gebunden.

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Beim Lesen der Neujahrsorakel

Heian-Schrein, Kyoto
Bild © Frantisek Staud, 1999. (Letzter Zugriff: 2011/7)
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Schüler mit frisch erworbenen o-mikuji Losen

Dazaifu Tenman-Schrein, Kyushu
Bild © Nihon ryokō, 2002. (Letzter Zugriff: 2011/10)
omikuji Erwerb

Diese Nachricht wird nach dem Lesen im Schrein- oder Tempel­areal an einen Zweig oder an ein dafür vor­ge­sehenes Gestell gebunden.

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Glückslose

Omikuji; Tokyo
Bild © Brian Utesch, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)
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O-mikuji in Kamakura

Bild © Bjørn K, 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)
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Schreindienerin (miko)

Heian-Schrein, Kyoto
Bild © Alain Barthe. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Im Hintergrund o-mikuji auf Zweigen.

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O-mikuji an einen Granatapfelzweig gebunden

Bild © Stephen A. Edwards, 2002. (Letzter Zugriff: 2011/11/4)

Wie man an den Fotos erkennen kann, erfreut sich dieser Brauch vor allem zu Neujahr im Heian Schrein in Kyoto großer Beliebtheit.

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Japanerin im Neujahrs-Kimono beim Anbinden von o-mikuji Losen

Heian-Schrein, Kyoto
Bild © Frantisek Staud, 1999. (Letzter Zugriff: 2011/7)
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Japanerinnen im Neujahrs-Kimono beim Anbinden von o-mikuji Losen

Heian-Schrein, Kyoto
Omikuji zu Neujahr

Der Yasui Konpira Schrein in Kyoto bietet eine ganz besondere Art von Zetteln — die hier katashiro heißen — an: Man schreibt Wünsche auf diese Zetteln und klebt sie auf den Stein, der bald nicht mehr zu erkennen ist.

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„Stein der Trennung und der Bindung“ (Engiri enmusubi ishi)

Yasui Konpira Schrein, Kyoto; Höhe: 1,5m
Bild © Kimagure Jīsan, (J-Blog), 2009

Unter den aufgeklebten Zetteln befindet sich ein Stein mit einem Loch. Auf den Zetteln stehen Wünsche, die mit Hilfe des Steins in Erfüllung gehen sollen. Der Stein selbst ist erstaunlich dünn und gleicht eher einer Wand mit Loch. Die Zetteln bilden also die Hauptmasse des auf diesem Bild gezeigten religiösen Objekts.

Engiri enmusubi ishi, der „Stein der Trennung und der Bindung“

Diese Wünsche haben sowohl mit der Trennung von Unerwünschtem als auch mit der Bindung zu Erwünschtem zu tun, meist — aber nicht notwendigerweise — im Zusammenhang mit Liebesbeziehungen. Man kann sich also auch wünschen, dass die Affaire des Ehepartners zu Ende geht. Außerdem muss man durch den Tunnel aus Zetteln durchkriechen, damit der Wunsch in Erfüllung geht.

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