Glückslose (o-mikuji)

Religion-in-Japan > Alltag > Gluecksbringer > Omikuji
Wechseln zu: Navigation, Suche
Diese Seite zitieren:
Bernhard Scheid, „Glückslose (o-mikuji).“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 23.8.2015). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Alltag/Gluecksbringer/Omikuji?oldid=57224X

Omikuji o-mikuji 御籤/ (お)みくじ Glückslos, Glücksorakelsiehe auch→ Alltag/Gluecksbringer sind für ge­wöhn­lich einfache Papier­zettel, die man gegen eine kleine Summe z.B. einem Kasten ent­neh­men kann. Sie enthalten eine Orakel­bot­schaft (z.B. „Großes Glück“, „Mittleres Glück“, oder „Kleines Glück“, etc.), die dann noch weiter erläutert wird, ganz wie bei den hierzulande geläufigen Ho­ros­ko­pen.

  Kamigamo Omikuji.jpg

Glückslose (o-mikuji)

Kamigamo-Schrein, Kyōto
Bildquelle: Frank Gualtieri, Wikimedia Commons (jap.), 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Hier wirft man 200 Yen in den Behälter mit der entsprechenden Aufschrift, zieht ein Los aus dem mittleren Behälter und erfährt daraus, aus welcher Lade man einen Zettel wählen soll. Der enthält dann das Orakel (o-mikuji) und wird schlussendlich irgendwo im Schreinareal an einen Zweig oder ein Gestell gebunden.

  omikuji_heian.jpg

Lesen der Neujahrsorakel

Heian-Schrein, Kyōto
Bild © Frantisek Staud, 1999. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Schreinbesucher des Heian Jingū beim Lesen der Neujahrsorakel (o-mikuji).

  mikuji_gakusei_dazaifu.jpg

O-mikuji

Dazaifu Tenman-Schrein, Kyūshū
Bild © Nihon ryokō, 2002. (Letzter Zugriff: 2011/10)

Schüler mit frisch erworbenen o-mikuji Losen des Dazaifu Tenman-gū.

o-mikuji Erwerb

Diese Nachricht wird nach dem Lesen im Schrein- oder Tempel­areal an einen Zweig oder an ein dafür vor­ge­sehenes Gestell gebunden.

  omikuji.jpg

Glückslose (o-mikuji)

Omikuji; Tōkyō
Bild © Brian Utesch, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Glückslose (o-mikuji), welche an einem Zweig befestigt wurden.

  mikuji_kamakura.jpg

O-mikuji und torii

Torii
Bild © Bjørn K, 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Gückslose (o-mikuji) und torii in Kamakura.

  miko_heianjingu_barthe.jpg

Schreindienerin (miko)

Heian-Schrein, Kyōto
Bild © Alain Barthe. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Im Hintergrund der miko befinden sich o-mikuji auf Zweigen.

  mikuji_nara.jpg

O-mikuji

Bild © Stephen A. Edwards, 2002. (Letzter Zugriff: 2011/11/4)

Die o-mikuji sind an einen Granatapfelzweig gebunden

Wie man an den Fotos erkennen kann, erfreut sich dieser Brauch vor allem zu Neujahr Shōgatsu 正月 Neujahr, Neujahrsfest; in der Alltagssprache meist O-shōgatsusiehe auch Jahr → Alltag/Jahr/Shogatsu im Heian Schrein Heian Jingū 平安神宮 Shintō-Schrein in Kyōto; zu Ehren des Kanmu Tennō im Jahr 1895 errichtet; die historisierende Bauweise ist der Palastarchitektur der Heian-Zeit nachempfundensiehe auch→ Karte in Kyōto großer Be­liebt­heit.

  omikuji_heian_shogatsu.jpg

Anbinden von o-mikuji Losen

Heian-Schrein, Kyōto
Bild © Frantisek Staud, 1999. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Japanerin im Neujahrs-Kimono beim Anbinden von o-mikuji Losen im Heian Jingū.

  Omikuji_heianjingu.jpg

Japanerinnen im Neujahrs-Kimono beim Anbinden von o-mikuji Losen

Heian-Schrein, Kyōto

Japanerinnen im Neujahrs-Kimono beim Anbinden von o-mikuji Losen im Heian Jingū.

O-mikuji zu Neujahr

Der Yasui Konpira Schrein Yasui Konpira-gū 安井金比羅宮 Schrein in Kyōto, welcher 1695 errichtet wurde.siehe auch→ Karte in Kyōto bietet eine ganz besondere Art von Zetteln — die hier katashiro heißen — an: Man schreibt Wünsche auf diese Zetteln und klebt sie auf den Stein, der bald nicht mehr zu er­ken­nen ist.

Yasui konpira.jpg

„Stein der Trennung und der Bindung“ (Engiri enmusubi ishi)

Yasui Konpira Schrein, Kyōto; Höhe: 1,5m
Bild © Kimagure Jīsan, (J-Blog), 2009

Unter den aufgeklebten Zetteln (o-mikuji) befindet sich ein Stein mit einem Loch. Auf den Zetteln stehen Wünsche, die mit Hilfe des Steins in Erfüllung gehen sollen. Der Stein selbst, welcher sich am Gelände des Yasui Konpira-gū befindet, ist erstaunlich dünn und gleicht eher einer Wand mit Loch. Die Zetteln bilden also die Hauptmasse des auf diesem Bild gezeigten religiösen Objekts.

Engiri enmusubi ishi, der „Stein der Trennung und der Bindung“

Diese Wünsche haben sowohl mit der Tren­nung von Un­er­wünsch­tem als auch mit der Bindung zu Er­wünsch­tem zu tun, meist — aber nicht not­wen­di­ger­wei­se — im Zu­sam­men­hang mit Lie­bes­be­zieh­un­gen. Man kann sich also auch wünschen, dass die Affaire des Ehe­part­ners zu Ende geht. Außerdem muss man durch den Tunnel aus Zetteln durchkriechen, damit der Wunsch in Erfüllung geht.

Alltag/Gluecksbringer (zurück zum Hauptartikel)
Ikonographie