Nacktfeste (hadaka matsuri)

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Bernhard Scheid, „Nacktfeste (hadaka matsuri)“ (Stand: 2013-01-21). In: ders. (Hg.), Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch (Universität Wien, seit 2001). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Alltag:Matsuri/Hadaka_matsuri?oldid=33244

Nacktfeste finden typischerweise im Winter statt und haben den Charakter von Mut­proben, bei denen gestandene Männer Härte demonstrieren. Die traditionelle japanische Un­ge­zwun­gen­heit gegenüber dem nackten Körper kommt bei diesen Anlässen unge­brochen zum Aus­druck. Frauen sind allerdings meist nur als Zuseherinnen zugelassen.

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Ikenoue Misogi Matsuri

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Szenen eines hadaka matsuri
Präfektur Gifu, Ikenoue-Machi, Katsurakake Schrein, 12. 12. 1999.
Bilder und ausführliche Dokumentation:
Ikenoue Misogi Festival (jap.) [2010/9]

Die ausnahmslos männlichen Teilnehmer sind wie bei den meisten Nackt­festen mit einem traditionellen Lenden­schurz (fundoshi) bekleidet und stürzen sich bei winter­lichen Temperaturen ins Wasser. Das rituelle Bad im Fluss als Akt der Reinigung (misogi (misogi Purifikation, Reinigungsritus, rituelle Waschung …mehr ⇒)) ist bereits aus den Mythen bekannt. Nach seiner Flucht aus der Unter­welt, entledigt sich der Götter­vater Izanagi aller Ver­un­rein­igungen, die ihm im Reich der Toten begegnet sind, indem er sich in einem Fluss badet.

Die Schlacht der Nackten im Saidai-ji von Okayama

Eines der spektakulärsten und größten Nacktfeste findet alljährlich im Februar (zum Aus­klang des Jahres nach dem Alten Kalender) im Saidai-ji in Okayama statt. Nach einem reinigenden Bad im kalten Fluss begeben sich mehrere tausend männliche Teil­nehmer, nur mit fundoshi bekleidet, in die Haupt­halle des Tempels. Hier werden um Mitter­nacht einige Glücks­bringer (in diesem Fall simple Bündel aus Holzstäben) in die Menge gewofen, wobei zusätzlich alle Lichter gelöscht werden. Es ent­steht ein wilder Kampf, bei dem nicht selten Ver­letzte und sogar Tote zu beklagen sind. Wer schließlich einen Glück­bringer erfolg­reich in seinen Besitz gebracht hat, soll angeblich das ganze Jahr über Glück haben.

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Nach dem Bad drängen die Teilnehmer in den Tempel.
Bild: Jason Aldag, 2005 [2010/9]
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Kampf um ein Symbol des Glücks.
Bildquelle: compass152 2008 [2010/9]

Um die Stimmung unter den nackten Männer weiter anzuheizen, wird der Event von einem Trommel­orchester begleitet, das aus­schließ­lich aus (an­ge­kleideten) Frauen besteht. Auch zahlreiche Schau­lustige sind zugelassen.

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Nacktfest des Saidaiji, Okayama

Querbildrolle (Papier), Detail. 17. Jh.; Saidai-ji, Okayama
Bild © Wada Yoshio. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Auszug aus der Bildrolle Saidaiji engi.

Edo-zeitliche Darstellung des Nacktfestes von Okayama.
Detail aus der Bildrolle Saidaiji engi, 17. Jh.

Winter Matsuri von Enoshima

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Schreinprozession durchs Meer

Schreinfest; Fujisawa-shi, Präfektur Kanagawa, Enoshima
Bild © Wada Yoshio. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Wada Yoshio stellt auf seiner Homepage Bilder und eine ausführliche Dokumentation des Festes vom 28.1.2006 zur Verfügung.

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Schreinprozession durchs Meer

Schreinfest; Fujisawa-shi, Präfektur Kanagawa, Enoshima
Bild © Wada Yoshio. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Wada Yoshio stellt auf seiner Homepage Bilder und eine ausführliche Dokumentation des Festes vom 28.1.2006 zur Verfügung.

Szenen der Schreinprozession durchs Meer.
Präfektur Kanagawa, Fujisawa-shi, Enoshima (2006/1/28)

Bei diesem Festival werden mehrere tragbare Schreine (mikoshi (mikoshi 神輿tragbarer Schrein …mehr ⇒)) aus den nahe­ge­le­genen Städten Fujisawa und Kamakura durch das seichte Meer­wasser zur Schrein­insel Enoshima (Enoshima 江ノ島rel. Zentrum nahe Kamakura …mehr ⇒) getragen. Pikanter­weise transportieren die nackten Männer auch einige Mädchen zur Insel der launischen Göttin Benzaiten (Benzaiten 弁才天/ 弁財天Glücksgöttin, Gottheit des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit; skt. Sarasvati; auch: Benten …mehr ⇒).

Die erotische Spannung zwischen den bekleideten Frauen (Herrinnen) und den nackten dienenden Männern, die in diesem Nackt­fest besonders deutlich zum Aus­druck kommt, wird auch in einem Shunga der Edo-Zeit thematisiert, auf dem männliche Träger beim Tran­sport von Reisenden durch einen Fluss dargestellt sind. Dieser heute aus­ge­storbene Beruf hat wohl auch die Idee zu diesem matsuri (matsuri religiöses (Volks-)Fest …mehr ⇒) geliefert.

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Kanaya

Shunga von Kuniyoshi. Ca. 1835

Kanaya, die 25. Station des Tōkaidō, befand sich am Fluss Ōi in der heutigen Präfektur Shizuoka. Da es keine Brücke gab, waren die Reisenden auf Flöße oder Träger angewiesen. Diese Träger sind daher auch ein fixes Motiv auf Abbildungen dieser Tōkaidō-Station, so auch auf diesem satirischen Shunga: Während der vordere Träger offensichtlich Gefallen an seiner Tätigkeit findet, hält sich der hintere die Nase zu.

Während der vordere Träger offensichtlich Gefallen an seiner Tätig­keit findet, hält sich der hintere die Nase zu.
Shunga von Kuniyoshi, ca. 1835.

Eisbad des Teppōzu Inari Schreins

Nur für die härtesten: Neujahrsfeier im Eiswasser. Der Teppōzu Inari Schrein in Tokyo führt seine Tradition auf die Heian-Zeit zurück, das Eis­wasser­fest entstand aller­dings erst nach dem zweiten Weltkrieg. 2005 badeten 38 Personen im eisigen Wasser, darunter auch zwei Frauen.

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Eiswasserfest

Schreinfest; Teppōzu Inari Jinja, Chūō-ku, Tokyo
Bild © Wada Yoshio. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Auf der Homepage von Wada Yoshio findet sich eine ausführliche Dokumentation des Festes vom 9.1.2005.

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Eiswasserfest

Schreinfest; Teppōzu Inari Jinja, Chūō-ku, Tokyo, 9. 1. 2005.
Bild © Wada Yoshio. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Tokyo, Chūō-ku, Teppōzu Inari Jinja. 9. 1. 2005.
Bilder und ausführliche Dokumentation:
Wada Yoshio (jap.) [2010/9]
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