Phallus-Kulte in Fruchtbarkeitsriten, Volksbräuchen und Shunga

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Bernhard Scheid, „Phallus-Kulte in Fruchtbarkeitsriten, Volksbräuchen und Shunga“ (Stand: 2013-01-19). In: ders. (Hg.), Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch (Universität Wien, seit 2001). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Alltag:Matsuri/Phalluskulte?oldid=32988

In früherer Zeit waren Phallus-Kulte und Riten mit offenkundig sexuellen An­spie­lungen offen­bar ein häufiges Phänomen in Japan. Besonders zu Früh­lings­beginn, vor dem Aus­pflanzen oder Säen, wurden Zeremonien und Tänze abgehalten, in denen die Bitten um ein reiches Ernte­jahr durch die Ver­ehrung über­dimen­sionaler männlicher oder weiblicher Ge­schlechts­organe sowie durch rituell angedeutete Ge­schlechts­akte aus­ge­drückt wurden. Der Ein­fluss Europas führte im neun­zehnten Jahr­hundert jedoch zu einem Rück­gang solcher Frucht­bar­keits­riten. Einer der Väter der westlichen Japan­forschung, W. G. Aston, schrieb im Jahr 1896:

Besonders vor der Revolution 1868 sind wohl allen Reisenden in Japan die zahl­reichen Hin­weise auf einen Phallus-Kult aufgefallen. In den letzten Jahren hat sich die Regierung zwar nach Kräften bemüht, diese besonders derbe Form der Natur­verehrung zu unter­drücken, doch exisistiert sie nach wie vor an abge­legenen Orten [...].

Ich selbst war einmal Zeuge eines phallischen Um­zugs in einer Ort­schaft ein paar Meilen nördlich von Tokyo. Ein Phallus von mehreren Fuß Länge, in grellem Schar­lach­rot bemalt, wurde da auf einer Art Bahre von johlenden, lachenden Kulis mit erhitzten Gesichtern in abrupten Zick­zack-Bewegungen von einer Seite der Straße zur anderen schlingernd einhergetragen.

Zitiert aus Astons Nihongi (Teil 1, S. 11-12), Ü: B. Scheid

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Sichtlich angeheiterte Mitglieder der Schrein­gemeinde des Tagata Schreins
tragen den Ver­ehrungs­gegen­stand ihres Schreinfestes,
einen 2,5m langen, 400kg schweren Phallus, auf ihren Schultern...
Phallus matsuri2.jpg
... weibliche Mitglieder tragen verkleinerte Abbilder hinterher.
Bilder: Peter Thoeny 1998 [2010/9]

Astons Beschreibung passt ziemlich genau auf das Fruchtbarkeitsfest (hōnenmatsuri (hōnenmatsuri 豊年祭Erntebitt-Fest, Fruchtbarkeitsfest …mehr ⇒)) des Tagata (Tagata Jinja 田縣神社Schrein bei Nagoya, bekannt für seine (männlich konnotierten) Fruchtbarkeitsriten (hōnen matsuri) ) Schreins im Raum Nagoya, welches heute zu den bekanntesten seiner Art zählt. Obwohl derartige Umzüge, wie Aston andeutet, den Anschein einer besonders archaischen Form von Natur­verehrung tragen, ist es auch möglich, dass Phallus­kulte und religiöse Zeremonien sexuellen Inhalts gerade in der unruhigen Zeit des frühen neun­zehnten Jahr­hunderts einen besonderen Auf­schwung erfuhren. Jeden­falls erfreuten sich in dieser Zeit die sogenannten shunga (shunga 春画wtl. „Frühlingsbilder“; Gemälde und Druckwerke mit expliziten sexuellen Darstellungen ) („Frühlings­bilder“), Porno­graphien mit grotesk über­pro­por­tionalen Genital­darstellungen, besonderer Beliebtheit. Die phantasie­vollsten Meister des Shunga-Genres schufen ver­einzelt sogar Bilder von Frucht­bar­keits­göttern, die wiederum die Form von Genitalien haben und von Frucht­bar­keits­riten inspiriert zu sein scheinen.

Auf dieser Seite folgen zum einen Beispiele für Frucht­bar­keits­kulte und phallische Bräuche, die heute noch in Japan zu finden sind, zum anderen Shunga Motive mit Bezügen zur japanischen Götter- und Sagenwelt. Ob zwischen den beiden Phänomenen eine nähere Beziehung besteht, sei vorläufig dahin gestellt, fest steht, dass beide eine erstaunliche hohe Toleranz gegenüber sexuell konnotierten Themen in der religiösen Land­schaft des vor­mo­der­nen (und bis zu einem gewissen Grad auch des heutigen) Japan belegen.

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Phallus- und Fruchtbarkeits-Kulte

Tagata und Ōagata Jinja

Der bereits erwähnte Tagata Schrein im Norden Nagoyas, der jährlich Mitte März einen Phallus-Umzug ver­an­stal­tet, besitzt ein Gegen­stück im nahe gelegenen Ōagata (Ōagata Jinja 大縣神社Schrein bei Nagoya, bekannt für seine Fruchtbarkeitsriten (hōnen matsuri) ) Schrein, wo zur gleichen Zeit ein riesiger Reis­kuchen (mochi) um­her­ge­tra­gen wird. Der Reis­kuchen ähnelt entfernt einem weiblichen Ge­schlechts­organ. Im Ōagata Schrein befinden sich außerdem mehrere Vagina-artige Steine, während der Tagata Schrein Phallus-artige Steine auf­bewahrt. Beide Schreine sind bereits in den Engishiki (Engishiki 延喜式„Bestimmungen der Engi Ära“; Gesetzeswerk mit zahlreichen religionspol. Bestimmungen, v.a. zum Schreinzeremoniell, aus dem 10. Jh. …mehr ⇒), einem Dokument aus dem zehnten Jahr­hundert erwähnt, ob damals aber schon ein Frucht­bar­keits­kult vorhanden war, ist nicht bekannt.

Inyoseki tagata.jpgHimeishi oagata.jpg
Tagata banner.jpgHimenomiya.jpg
Steine und Festival-Banner des Tagata (li.) und des Ōagata Schreins (re.).

Tenteko Matsuri

Beim Tenteko Matsuri in Nishio-shi, ebenfalls im Großraum Nagoya, binden sich Männer Phallus­at­trap­pen ans Gesäß und voll­führen damit suggestive Auf- und Ab-Bewegungen.

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Sechs rot gekleidete, vermummte Männer stehen im Mittel­punkt des Umzugs.
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Die Phallusattrappen sind aus Rettichen geschnitzt
und so konstruiert, dass sie auf- und abwippen können.
Bilder: Okada Y. 2008 [2010/10]

Kanamara Matsuri

In Kawasaki südlich von Tokyo gibt es den Kanayama Schrein (Kanayama Jinja 金山神社wtl. „Schrein des Eisenberges“; Schrein in Yokohama, berühmt für sein „Fest des Eisenpenis“ ), der ehemals von Prostituierten zum Schutz vor Ge­schlechts­krank­heiten auf­ge­sucht wurde. Er leitet seinen Ur­sprung von einer Sage her, in der ein Dämon mithilfe eines Eisen­penis (kanamara) aus der Vagina eines Mädchens aus­ge­trieben wird. In den letzten Jahren hat sich daraus ein matsuri (matsuri religiöses (Volks-)Fest …mehr ⇒) im Stil einer Love-Parade entwickelt, bei dem der Ver­ehrungs­gegen­stand von Trans­vestiten getragen wird. Der Schrein hat sich zudem der Bekämpfung von Aids verschrieben (s. auch das Beispiel eines Votivtäfelchens, ema).

Phallus matsuri kanamara.jpg
Bild und weitere Informationen: Greggman [2010/9]

Yin Yang Steine

Wie schon an den obigen Beispielen erkennbar, gehen Frucht­bar­keits­kulte oft von Steinen aus, die die Natur mit sug­ges­tiven Formen aus­ge­stat­tet hat. Solche Steine oder Felsen nennt man viel­sagend „Yin Yang Steine“ (inyō-seki). Sie werden meist mit einem shimenawa (shimenawa 注連縄Shintoistisches „Götter-Seil“ …mehr ⇒) als heiliges Objekt ge­kenn­zeich­net oder in einen kleinen Schrein gestellt. Bei solchen Kult­stät­ten soll ehemals um Kinder­segen, leichte Geburt oder Genesung von Kinder- und Frauen­krank­heiten gebetet worden sein. Ein besonders ein­drucks­volles Beispiel ist in der Region Miyazaki, Kyushu zu besichtigen:

inyoseki1.jpg

Yin Yang Stein (inyō-seki)

Miyazaki, Kyushu
Bild © Photo Miyazaki, Morimori. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Man beachte, dass das Objekt der Anbetung durch torii und shimenawa als sakraler Gegenstand gekennzeichnet ist.

Man beachte, dass das Objekt der Anbetung durch torii und shimenawa als sakraler Gegenstand gekennzeichnet ist.
inyouseki2.jpg

Yin Yang Stein (inyō-seki)

Miyazaki, Kyushu
Bild © Photo Miyazaki, Morimori. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Es bedarf tatsächlich nicht allzu großer Phantasie, um hier ein männliches und ein weibliches Geschlechtsorgan im Felsen zu erkennen.

Es berdarf tatsächlich nicht allzu großer Phantasie, um hier ein männliches und ein weibliches Ge­schlechts­organ im Felsen zu erkennen.

Mara Kannon

In der etwas abgelegenen Präfektur Yamaguchi (W-Honshū) gibt es einen bud­dhis­tischen Tempel mit dem seltsamen Namen Mara Kannon (Mara ist ein Dämon des Bösen im Bud­dhis­mus, aber auch ein Wort für „Penis“, Kannon (Kannon 観音Bodhisattva Avalokiteshvara, wtl. „der den Klang der Welt erhört“; chin. Guanyin; „Bodhisattva des Mitleids“ …mehr ⇒) ist der Bodhisattva (बोधिसत्त्वBodhisattva (skt., m.)„Erleuchtetes Wesen“ …mehr ⇒) des Mitgefühls). Der Tempel behauptet von sich, führend auf dem Gebiet des Phallus-Kultes zu sein:

Marakannon.jpg Marakannon2.jpg
Marakannon3.jpg Marakannon4.jpg
Eindrücke des Mara-Kannon Tempels in Yamaguchi
Mehr dazu: Chindera Dai-Dōjō [2010/9}

Konsei-sama

Reste ähnlicher Phalluskulte lassen sich schließlich auch in Nordjapan finden. In der Stadt Tōno, Präfektur Akita, die schon für den Pionier der japani­schen Volks­kunde Yanagita Kunio (Yanagita Kunio 柳田国男Begründer der jap. Volkskunde (1875–1962) ) eine Fund­grube an religiösen Volks­bräuchen darstellte, wird in mehreren Schreinen eine Gott­heit namens Konsei-sama (Konsei-sama 金精様phallische, als Gottheit verehrte Steinformationen in Nord-Japan ) verehrt, die als Phallus gedacht wird. Oft handelt es sich um natürliche Stein­forma­tionen, die an Phalli manchmal aber auch an eine Vulva erinnern.

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Hauptheiligtum des Konsei-Schreins

Yamasaki, Tōno-shi, Präfektur Akita
Bild © Okada Kenji, 2008. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Hauptheiligtum des Konsei-Schreins in Yamasaki, Tōno-shi, Akita-ken

Yama no kami

In ländlichen Gegenden werden häufig anonyme Berg­gott­heiten (yama no kami (yama no kami 山の神wtl. „Berggottheit“; meist annonyme, manchmal sexuell konnotierte Lokalgottheit )) verehrt. Das Beispiel unten zeigt einen etwas vernach­lässigten Seiten­schrein des Yaegaki Jinja in Matsue, Präfektur Shimane (die Gegend des Izumo Schreins (Izumo Taisha 出雲大社Großschrein von Izumo, Präfektur Shimane …mehr ⇒)), der einer anonymen Berg­gott­heit gewidmet ist. Berg­gott­heiten sind in Japan grund­sätzlich weiblich, werden aber, wie man sieht, ggf. auch mit Phallus­kulten bedacht.

yamanokami.jpg

Vernachlässigter Seitenschrein

Yama-no-kami Schrein, Matsue, Präfektur Shimane

Weitere Informationen: Inyōseki Kenkyūkai (2011/7)

Yama-no-kami Jinja, Matsue, Shimane-ken

Wegegötter

Ähnlich den sogenannten „Marterln“ im alpinen Raum gibt es in ländlichen Gegenden Japans immer wieder einfache Stein­skulpturen, die zur Kenn­zeich­nung von Wegen und Kreuzungen dienen oder den Rand eines Dorfes bewachen. Diese Statuen werden im allgemeinen dōsojin (dōsojin 道祖神Wegegott, auch sae no kami; volksrel. Figuren, manchmal in phallischer Form ) („Ahnen­götter der Wege“) oder „Wege­götter“ genannt. Bisweilen besitzen sie eine phallische Form ähnlich den oben angeführten Beispielen. In vielen Fällen wird aber auch ein menschliches Paar dargestellt, manchmal in zärtlicher, manchmal in intimer Um­armung. In diesen Fällen spricht man auch von wagōjin (wagōjin 和合神wtl. „Götter der Harmonie“; paarweise repräsentierte, oft sexuell konnotierte Gottheiten ), Göttern der (ehelichen) Harmonie. Ursprung und Geschichte dieser Wege­götter liegen weitgehend im Dunklen, es scheint sie aber bereits sehr lange zu geben. Rezente Beispiele stammen zumeist aus der Edo-Zeit. Viele Autoren vermuten sehen den Ursprung der Wege­götter in einem ursprüng­lichen Phallus­kult, angesichts der Vielzahl der dar­ge­stell­ten Motive, zu denen auch buddhistische Gott­heiten zählen, erscheint mir diese Annahme jedoch fraglich. Zweifel­los gibt es aber eine große Gruppe von Wege­göttern mit offenen oder angedeuteten sexuellen Konnotationen.

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Weggötter aus dem Raum Miyazaki, Kyushu.
Der umgebende Stein ist hier deutlich in phallischer Form gehalten.
Bildquelle: Photo Miyazaki, Morimori [2010/9]

Weggötter in intimer Umarmung
Beispiel aus der Präfektur Gifu, Kurabuchi-mura.
Bildquelle: Kurabuchi no dōsojin [2010/9]

dosojin dosojin

Weggötter mit Sakeschalen,
ein Symbol ehelicher Verbundenheit
Präfektur Gifu, Shimosuwa Jinja, Datierung: 1788.
Bildquelle: Kurabuchi no dōsojin [2010/9]

Weggötter aus dem Raum Fujinomiya, Präfektur Shizuoka, unweit des Fuji-san. Datierung 1801.
Dieses Paar ist von einer charakteristischen Blüten­form umrahmt, die als Vulva gedeutet werden kann.
Bildquelle: Kaze ni fukarete [2010/9]

Shunga

Die besondere Faszination an den menschlichen Geschlechts­organen, die in der japanischen Volk­religion kaum tabuisiert wird, findet sich auch in den Edo-zeitlichen Shunga („Frühlings­bilder“) wieder. Beides, Phallus­kulte und erotische Bilder, kennt man natürlich auch aus anderen vor­modernen Kulturen, es scheint jedoch in der Edo-Zeit zu einem beson­deren Boom auf beiden Gebieten gekommen zu sein, der sich auch in der Literatur dieser Zeit — unter anderem in Werken von Ihara Saikaku wie Kōshoku ichidai otoko („Der größte Lieb­haber“, 1682) oder Nanshoku ōkagami („Spiegel der männ­lichen Liebe“, 1687) — erkennen lässt. Fast alle bekannten Ukiyoe-Meister übten sich in der Anfer­tigung von Frühlings­bildern. Meist beschränk­ten sie sich dabei auf die Dar­stellung kopulierender Paare, deren primäre Geschlechts­merk­male grotesk vergrößert sind. Manche Meister suchten aber nach etwas ausge­falleneren Motiven. Darunter befanden sich auch die „Götter der ehelichen Harmonie“, oder andere an die Wege­götter erinnernde Figuren, die von den Ukiyoe-Meistern auf bizarre Genitalien reduziert wurden. Ihre Inspiration holten sich diese Werke zweifellos aus der Volksreligion.

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Iyadahime

Buchillustration (Blockdruck) von Katsukawa Shunshō (1726-1792); aus der Serie Hyaku bobo gatari (in etwa „Geschichten von hundert Mösen“), 1771
Bild © Hyaku bobogatari, (jp.). (Letzter Zugriff: 2011/7)

Dieses ungewöhnliche Bild stammt aus einer skurril-erotischen Anthologie, in der die bekanntesten japanischen Monster in Form von Genitalien dargestellt werden. Dieses Bild enthält eine Anspielung auf die mythologische Szene, in der [Kushi-] Inada-hime (hier Iyada-hime, „Prinzessin Rühr-mich-nicht-an“) von der achtköpfigen Schlange Yamata no Orochi (hier Yamara no Orochi, „Achtpenis Schlange“) bedroht wird.

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Der hodenstraffende Brecheisen-Penis-Gott (Kanateko mara jinbari myōjin 鉄梃陰茎腎張明神)

Blockdruck, shunga (Papier, Farbe) von Utagawa Toyokuni I. 1823
Bild © AK-Antiek. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Shunga kunisada.jpg

Vulva-Gottheit auf Phalli thronend

Blockdruck (Papier, Farbe) von Utagawa Kunisada. Ca. 1840
Bild © Nichibunken. (Letzter Zugriff: 2009/8)
Wagojin hokusai.jpg

Götter der Harmonie (wagōjin)

Holzschnitt (Papier, Farbe) von Katsushika Hokusai. Ca. 1821
Bild © Nichibunken. (Letzter Zugriff: 2009/8)

Der Text besagt in etwa: „Harmonie erzeugt alles Glück, Berührung versöhnt Yang und Yin (Mann und Frau).“ Wagō-jin sind eigentlich chinesische Glücksgötter, die üblicherweise als männliches Zwillingspaar auftreten und für Glück und Reichtum stehen. Auch im Japan der Edo-Zeit waren sie weitläufig bekannt. Hokusai aber kombiniert die Wagō-jin mit der Ikonographie der Wegegötter (dōsojin) und münzt Reichtum in sexuelle Zufriedenheit um.

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Geschlechtsverkehr der bösen Geister (ama no jaku)

Blockdruck, shunga von Utagawa Kunisada

Ama no jaku sind Kobolde, die zu böswillig allerlei Verdrehungen bewirken, also „perverse“ Geister im wörtlichen Sinne.

Phallusgott.jpg

Phallus-Mönch (Sakuzōzu)

Buchillustration (Blockdruck) von Katsukawa Shunshō (1726-1792); aus der Serie Hyaku bobo gatari (in etwa „Geschichten von hundert Mösen“), 1771
Bild © Museum of Fine Art, Boston. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Dieses ungewöhnliche Bild stammt aus einer skurril-erotischen Anthologie, in der die bekanntesten japanischen Monster in Form von Genitalien dargestellt werden.

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