Sensō-ji Der Tempel des niederen Grases

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Bernhard Scheid, „Sensō-ji Der Tempel des niederen Grases.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 20.8.2015). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Bauten/Bekannte_Tempel/Asakusa?oldid=56514X

Wenn man in Tōkyō einen tra­di­tio­nellen Tempel besuchen will, so ist der Sensō-ji Sensō-ji 浅草寺 Tempel in Tōkyō; auch: Asakusa-derasiehe auch→ Alltag/Jahr/Shogatsu→ Alltag/Jahr→ Ikonographie/Waechtergoetter→ Ikonographie/Waechtergoetter/Wind und Donner→ Karte , auch bekannt als Asakusa Asakusa-dera 浅草寺 Tempel in Tōkyō; offizielle (sino-jap.) Lesung: Sensō-jisiehe auch→ Bauten/Bekannte Tempel→ Ikonographie/Kannon→ Geschichte/Zen/Bodhidharma→ Karte Tempel, die erste Adresse. Natürlich gibt es noch zahlreiche andere bud­dhis­tische Tempel in Tōkyō, aber nur wenige, bei denen das gesamte archi­tek­tonische Ensemble (inklusive Ein­gang, Pagode und Seiten­gebäude) nach wie vor so gut zur Geltung kommt. Im übrigen dürfte die Tempel­anlage tatsächlich das Kern­gebiet des urbanen Großraums dar­stellen, der heute Tōkyō heißt.

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Donnertor (kaminari-mon)

Tempeltor; Asakusa-dera, Tōkyō
Bild © Tokyo Views, flickr 2009. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Eingang zum Tempelzugangsweg durch das Kaminari-mon des Asakusa Tempels, bewacht von Windgott und Donnergott.

Das Kaminari-mon, südliches Haupttor der Tempelanlage

Dennoch ist auch Asakusa von den Kriegs­schäden des Zweiten Weltkriegs nicht ver­schont geblieben. Die meisten Gebäude fielen Brand­bomben zum Opfer und wurden in der Nach­kriegs­zeit — teilweise aus Stahlbeton — wieder aufgebaut. Doch tat dies der Be­liebt­heit des Tempels, der seit alters her für seine vielen bunten Souvenir­läden und für seine mit riesigen Lampions ge­schmück­ten Tempeltore berühmt ist, keinen Abbruch. Bereits in der Edo Edo 江戸 Sitz der Tokugawa Shōgune, 1600–1867 (= Edo-Zeit); heute: Tōkyōsiehe auch Geschichtsperioden → Grundbegriffe/Buddhismus→ Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Shinto→ Grundbegriffe/Stereotype/Herrigels Zen→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya → mehr -Zeit war Asakusa ein populäres Zentrum des Kannon Kannon 観音 auch Kanzeon 観世音, wtl. der den Klang der Welt erhört; skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin; als Bodhisattva des Mitleids bekanntsiehe auch Kannon → Bauten/Bekannte Tempel→ Alltag/Pilgerschaft→ Bauten/Bekannte Schreine/Fushimi→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko → mehr Glaubens. Das Haupt­heilig­tum ist eine winzige Kannon­statue, die der Sage nach von drei Fischern in ihren Netzen gefunden wurde.

Photorundgang

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Kaminari-mon

Tempeltor; Asakusa-dera, Asakusa, Tōkyō
Bild © Bohous Kotal, 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Das Kaminari-mon mit der dahinterliegenden Straße Nakamise-dōri

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Nakamise-dōri

Einkaufsstraße; Asakusa-dera, Asakusa, Tōkyō
Bild © Wada Yoshio, 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Zugangsweg zum Asakusa Tempel und älteste Shoppingmall Japans aus der Edo-Zeit.

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Pagode des Asakusa Tempels

Fünfgeschoßige Pagode, gojū-tō (Stahlbeton). 1973; Sensō-ji, Asakusa, Tōkyō; Höhe: 48 m; Sockel 7,5 m
Bild © Edward Hahn, 2007. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Der berühmte Asakusa-dera in Tōkyō besaß bis zum Zweiten Weltkrieg eine fünfstöckige Holzpagode (gojū-tō) aus dem Jahr 1648. Sie wurde 1945 zusammen mit den meisten anderen Gebäuden der Anlage zerstört. Die neue Pagode wurde von der rechten auf die linke Seite des Zugangswegs (Nakamise dōri) verlegt.

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Rauchopferbecken vor der Haupthalle

Bronze; Asakusa, Tōkyō
Bild © Shige's Wallpapers. (Letzter Zugriff: 2015/7)

Wie in allen großen Tempeln werden auch im Sensō-ji Rauchopfer in Form von Räucherstäbchen in einem großen, mit Asche gefüllten Bronzegefäß (o-kōro) dargebracht.

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Weihrauchbecken vor der Haupthalle

Tempel-Weihrauchbecken; Sensō-ji, Asakusa, Tōkyō
Bild © Lawrence Ong, 2005. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Besucher fächeln sich den Rauch der geopferten Räucherstäbchen zu. Rauchbecken des Sensō-ji in Asakusa, Tōkyō.

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Nakamise-dōri

Tempeltor (Holz); Asakusa-dera, Asakusa, Tōkyō
Bild © Yewco Kootnikoff, flickr 2007. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Mittleres Tor (mon) der Nakamise-dōri mit Neujahrsschmuck

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Asakusa Schrein

Schreinhalle. 1649; Teil der Anlage des Sensō-ji, Tōkyō
Bild © Wada Yoshio, 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Der dem Sensō-ji Tempel zugeordnete Asakusa Schrein überstand den Zweiten Weltkrieg unversehrt und ist eines der ältesten Bauwerke der Anlage.

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Haupthalle des Sensō-ji

Tempelhalle; Asakusa, Tōkyō
Bild © Shige's Wallpapers. (Letzter Zugriff: 2011/10)

Tōkyōs bekanntester buddhistischer Tempel, Sensō-ji, auch Asakusa-dera.

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Haupthalle des Sensō-ji

Tempelhalle; Asakusa-dera, Asakusa, Tōkyō
Bild © Hidde Wallaart, 2005. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Seitenansicht der Haupthalle des Sensō-ji

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Tempelgründungslegende

Der Tempel mit dem offiziellen Namen Kinryū-zan Sensō-ji Sensō-ji 浅草寺 Tempel in Tōkyō; auch: Asakusa-derasiehe auch→ Alltag/Jahr/Shogatsu→ Alltag/Jahr→ Ikonographie/Waechtergoetter→ Ikonographie/Waechtergoetter/Wind und Donner→ Karte (Tempel des niederen Grases, Kloster­berg des Goldenen Drachens), besser bekannt als Asakusa-dera (eine andere Lesung der Schriftzeichen Sensō-ji) war bereits ein lokales Heilig­tum lange bevor Tokugawa Ieyasu Tokugawa Ieyasu 徳川家康 1543–1616; 1. Tokugawa Shōgun; Reichseinigersiehe auch Reichseinigung → Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Shinto→ Bauten/Bekannte Schreine→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko → mehr seine Resi­denz nach Edo verlegte (1590) und damit den Grund­stein der heutigen Metropole Tōkyō legte. Den Namen „Niederes Gras“ verdankt der Tempel seiner Grün­dungs­legende: Diese berichtet von der wunder­samen Ent­deckung einer Kannon Kannon 観音 auch Kanzeon 観世音, wtl. der den Klang der Welt erhört; skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin; als Bodhisattva des Mitleids bekanntsiehe auch Kannon → Bauten/Bekannte Tempel→ Alltag/Pilgerschaft→ Bauten/Bekannte Schreine/Fushimi→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko → mehr -Statue durch drei Fischer (der Dorfvorsteher Haji no Nakatomo und seine Helfer, die Brüder Hamanari und Takenari), die im Jahre 628 eine lediglich 5cm große rein­goldene Kannon-Figur in ihren Netzen fanden. In Ermangelung einer anderen Auf­be­wahrungs­stätte flochten sie der Statue einen Tempel aus Gras. Die Kannon-Statue stellt angeblich noch heute den Haupt­ver­ehrungs­gegen­stand (honzon honzon 本尊 Hauptheiligtum eines Tempelssiehe auch Tempel → Bauten/Schreine→ Ikonographie→ Bauten/Bekannte Schreine/Fushimi→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Benzaiten → mehr ) des Asakusa Tempels dar. Sie ist ein soge­nannter hibutsu hibutsu 秘仏 wtl. „geheimer Buddha“; geheim gehaltene Buddha-Statuesiehe auch→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Benzaiten→ Geschichte/Fruehzeit/Shotoku Taishi , wtl. ein „geheimer Buddha बुद्ध Buddha (skt., m.) „Der Erleuchtete“; jap. butsu (hotoke) 仏 oder Budda 仏陀siehe auch →  Shaka → Grundbegriffe/Buddhismus→ Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Buddhismus Lehre/Vier Wahrheiten→ Ikonographie → mehr “, und wird daher nicht öffentlich ausgestellt. Tatsächlich soll es sich bei der Kannon-Statue von Asakusa um eine etwa einen halben Meter große Holz­statue handeln.

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Ursprung der Kannon-Statue von Asakusa

Farbholzschnitt, nishiki-e (Papier Farbe) von Utagawa Hiroshige; aus der Serie Tōto kyūseki zukushi (Alle historischen Stätten der Östlichen Hauptstadt), um 1845
Bild © National Diet Library, Tōkyō. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Drei Fischer entdecken eine Kannon-Statue in ihren Netzen. Laut Gründungslegende des Asakusa-Tempels soll sich dieses wundersame Ereignis im Jahr 628 im nahe des Tempels gelegenen Fluss Sumidagawa zugetragen haben.

Fund der Kannon Statue von Asakusa
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Jahr-Markt in Asakusa

Farbholzschnitt von Utagawa Hiroshige (1797–1858); aus der Serie Rokujūyoshū meisho zue („Sehenswürdigkeiten aus den mehr als 60 Provinzen“), 1853–56
Bild © National Diet Library, Tōkyō. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Jahr-Markt (toshi no ichi) im Asakusa-dera.

Jahr-Markt in Asakusa, späte Edo-Zeit
Holzschnitte von Hiroshige

Nakamise Shopping Mall

Seine besondere Be­liebt­heit verdankt die Gegend rund um den Tempel der Tatsache, dass sich in seiner un­mittel­baren Umgebung das Freuden­viertel von Edo, Yoshiwara, befand. Schon in der Edo-Zeit war damit nicht nur sinn­liches Ver­gnügen, sondern auch Kauf­rausch verbunden. Die berühmte Ein­kaufs­straße vor dem Tempel (Nakamise), die man durch das „Donner­tor“ (Kaminari-mon Kaminari-mon 雷門 Kaminari-mon, wtl. Donnertor; Haupttor des Sensō-ji in Tokyosiehe auch→ Ikonographie/Waechtergoetter ) betritt, gab es angeblich bereits in der Genroku-Zeit (erste Blütezeit Edos um 1700). Gegen Jahres­ende, jeweils am 17. und 18. 12., wurde in Asakusa außerdem ein besonderer Markt (toshi no ichi toshi no ichi 年の市  Jahrmarkt zum Jahresende; wtl. „Jahr-Markt“) für Zier­gegen­stände zur Feier des Neujahrs abgehalten, zu dem ganz Edo drängte. Heute kann man derartige Gegen­stände das ganze Jahr über in den Souvenir­läden der Nakamise kaufen, an den ur­sprüng­lichen Jahr­markts­tagen gibt es aber zusätzlich besondere Feiern für die Glücksgötter Daikoku Daikoku 大黒 Glücksgott; skt. Mahakala = „Großer Schwarzer“; auch Daikoku-tensiehe auch Daikoku → Bauten/Ise Izumo/Izumo Schrein→ Ikonographie/Myoo→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Mythen/Symboltiere → mehr und Ebisu Ebisu 恵比寿 Glücksgott der Händler und Fischer; andere Schreibung: 夷 oder 戎siehe auch Ebisu → Bauten/Bekannte Schreine→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Daikoku→ Mythen/Goetter der Erde/Okuninushi → mehr .

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Kaminari-mon (Asakusa Kinryūzan Raijinmon no zu)

Farbholzschnitt (Farbe, Papier) von Katsushika Hokusai (1760–1849); aus der Serie Shinpan uki-e (Bilder aus neuer Perspektive), 1790er Jahre; 25.3 x 37 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2011/7)
William Sturgis Bigelow Collection

Das Kaminari-mon ist hier ohne Lampion zu sehen, dafür sind die beiden Wächtergötter umso präsenter. Die Bauart des Tors stimmt mit der heutigen Form weitgehend überein, allerdings scheinen die Proportionen ein wenig anders zu sein. Das Bild entstammt einer frühen Periode von Hokusai, in der er mit westlicher Perspektivdarstellung experimentierte.

Kaminari-mon in Asakusa (Sensō-ji). Frühwerk von Katsushika Hokusai, um 1790.
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Seitenansicht des Kaminari-mon

Farbholzschnitt (Farbe, Papier) von Keisai Eisen (1790–1848). Späte Edo-Zeit

Kaminari-mon des Tempels Sensō-ji in Edo. Auf dieser Seitenansicht des Tors sind Torwächter, Wind-und Donnergott, gut zu erkennen, dahinter — einst wie heute — die Souvenirläden der Nakamise- dōri. In der linken Bildhälfte bemüht sich der Künstler, die restlichen Hauptgebäude (Mitteltor, Pagode, Haupthalle) in etwas zusammengestauchter Form unterzubringen.

Gedränge rund um das Kaminari-mon in der späten Edo Zeit. Die Torwächter, Wind-und Donnergott sind hier gut zu erkennen, dahinter — einst wie heute — die Souvenirläden der Nakamise Dōri.


Feste

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Gedränge beim Fest des Goldenen Drachens (18.März)

Tempelfest, matsuri; Asakusa-dera, Asakusa, Tōkyō
Bild © Jens Quade, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Gedränge beim Fest des Goldenen Drachens (Kinryū no mai) des Sensō-ji.

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Fest des Goldenen Drachens (18.März)

Tempelfest, matsuri; Asakusa-der, Asakusa, Tōkyō
Bild © Wada Yoshio, 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Aufnahme des Fests des Goldenen Drachen (Kinryū no mai) des Sensō-ji.

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Sanja Matsuri

Schreinfest, matsuri; Asakusa-dera, Asakusa, Tōkyō
Bild © Wada Yoshio, 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Tattoo-Beschau beim Sanja Matsuri auf dem Gelände des Asakusa Tempels.

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Traditionelle Federballschläger (hagoita)

Geschäftslokal; Asakusa-dera, Asakusa, Tōkyō
Bild © anchoco, 2006. (Letzter Zugriff: 2011/10)

Verkauf traditioneller Federballschläger (hagoita) zu Neujahr.

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In Asakusa gibt es darüber hinaus mehrere äußerst popu­läre Feste und Feiern. Zu Neujahr ist der Tempel einer der be­lieb­testen Ziele des „ersten Schrein­besuchs“ (hatsumōde hatsumōde 初詣 Schrein-Neujahrsbesuchsiehe auch Jahr → Alltag/Pilgerschaft→ Bauten/Bekannte Schreine→ Alltag/Jahr/Shogatsu→ Alltag/Familie → mehr ), unge­achtet der Tat­sache, dass es sich um einen bud­dhis­tischen Tempel und keinen Schrein handelt. Ein wei­teres belieb­tes Fest wird außer­dem jedes Jahr im Mai zu Ehren der drei Finder der Kannon-Statue von Asakusa gefeiert. Es hieß ur­sprüng­lich Asakusa Kannon Matsuri und wurde von dem Tempel zu­ge­hörigen Mönchen und Shintō-Priestern gemein­sam ver­an­staltet. Seit der gesetzlich ver­ordneten Tren­nung von Bud­dhis­mus und Shintō (shinbutsu bunri shinbutsu bunri 神仏分離 Trennung von kami und Buddhas; meist bezogen auf die frühe Meiji-Zeitsiehe auch shinbutsu bunri → Bauten/Bekannte Schreine/Nikko→ Geschichte/Staatsshinto→ Bauten/Bekannte Schreine/Hachiman→ Geschichte/Staatsshinto/Shinbutsu bunri , 1868) wurde es aber dem Tempel entzo­gen und ledig­lich dem Asakusa Schrein Asakusa Jinja 浅草神社 Schutzschrein des Tempels von Asakusa (Sensō-ji) in Tōkyōsiehe auch→ Alltag/Yamabushi/Itako (eigentlich ein Schutz­schrein des Tempels) unter­stellt. In diesem Schrein werden die drei Fischer als Schutz­götter des Tempels verehrt und der Ein­fach­heit halber als Sanja-sama (wtl. Drei Schrein-Götter) bezeich­net. Daher heißt auch das Fest heute Sanja Matsuri Sanja Matsuri 三社祭 Fest der Drei Schrein (Götter), Asakusa, Tokyo. Bei diesem Matsuri matsuri religiöses (Volks-)Festsiehe auch Matsuri → Bauten/Schreine→ Bauten/Bekannte Schreine→ Alltag/Matsuri/Hadaka matsuri→ Alltag/Matsuri/Phalluskulte → mehr beteiligen sich auch Figuren, die dem ehe­maligen Ver­gnügungs­viertel ent­stie­gen zu sein scheinen. Unter anderem nützen Yakuza-artige Kerle die Möglich­keit, ihre prächtigen Ganz­körper-Täto­wie­rungen vor­zu­führen (s. Abb. oben). Diese Tattoo-Schau lässt sich bereits auf ukiyo-e ukiyo-e 浮世絵 „Bilder der fließenden Welt“, populäre Farbholzschnitte der Edo-Zeitsiehe auch Kaidan → Ikonographie→ Alltag/Pilgerschaft→ Alltag/Matsuri/Phalluskulte→ Mythen/Geister → mehr der Edo-Zeit nach­weisen.

Der Tempel selbst ergänzte sein Reper­toire an jährlichen Feiern durch den Tanz des Goldenen Drachens (Kinryū no mai Kinryū no mai 金龍の舞  Schreinfest, wtl. Tanz des Goldenen Drachens; 1958 anlässlich des Wiederaufbaus der Haupthalle des Sensō-ji gegründet;), der 1958 vom Drama­tiker Kubota Mantarō Kubota Mantarō 久保田 万太郎 1889–1963, japanischer Schriftsteller ins Leben gerufen wurde und seit damals regel­mäßig im März statt­findet.

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Tempelanlage von Asakusa

Photographie von Kusakabe Kinbei. Um 1890; Tōkyō; 21 x 26,5 cm
Bildquelle: New York Public Library, flickr, 2008. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Die Pagode () befindet sich seit dem Wiederaufbau der Tempelanlage von Asakusa nach dem 2. Weltkrieg auf der anderen Seite des mittleren Tores.

Fotografie der Tempelanlage von Kusakabe Kinbei um 1890.
(Die Pagode befindet sich seit dem Wieder­aufbau nach dem 2. WK auf der anderen Seite des mittleren Tores.)
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Bild des Tempels Kinryū-san Sensō-ji (Kinryū-san Sensō-ji zu)

Farbholzschnitt (Papier, Farbe) von Totoya Hokkei (1780–1850). 1820; 44 x 62 cm
Bildquelle: Japanese Prints, Richard Kruml. (Letzter Zugriff: 2012/4)

Hier ist der Asakusa Tempel aus der Vogelperspektive inmitten des umgebenden Stadtviertels im frühen 19. Jh. zu sehen. Im Hintergrund der Fluss Sumidagawa und der Berg Tsukuba, im NO der Stadt.

Der Tempel Sensō-ji und der Fluss Sumidagawa auf einem Holzschnitt des Jahres 1820.
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Ikonographie