Die Hauptschreine Hachimans

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Bernhard Scheid, „Die Hauptschreine Hachimans.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 20.9.2016). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Bauten/Bekannte_Schreine/Hachiman?oldid=67180

Hachiman Hachiman 八幡 Shintō-Gottheit, Ahnengottheit des Tennō und des Kriegeradels; auch „Yawata“ ausgesprochensiehe auch Shinto-Goetter → Bauten/Bekannte Schreine→ Bauten/Bekannte Schreine/Kasuga→ Ikonographie/Dainichi/Daibutsu→ Mythen/Goetter der Erde→ Mythen/Symboltiere → mehr ist eine der be­kann­tes­ten Gott­heiten Japans und verfügt über ein Netz­werk von etwa 25.000 in ganz Japan verteilten Zweig­schreinen. Er wurde ursprünglich in Usa Usa 宇佐 Region im Norden der Insel Kyūshū, bekannt für den Usa Hachiman Schrein.siehe auch→ Karte (Kyūshū) verehrt und erlangte in der Nara Nara 奈良 Hauptstadt und Sitz des Tennō, 710–784 (= Nara-Zeit); ehemals: Heijō-kyōsiehe auch Nara → Bauten/Bekannte Tempel→ Bauten/Tempel→ Bauten/Tempel/Tempeltore→ Bauten/Ise Izumo→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima → mehr -Zeit erstmals die Auf­merk­sam­keit des Hofes. In der frühen Heian Heian 平安 alter Name Kyōtos, eig. Heian-kyō 平安京, „Stadt des Friedens“; politisches Zentrum 794–1185 (= Heian-Zeit)siehe auch Heian Zeit → Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Shinto→ Ikonographie→ Bauten/Tempel/Pagoden→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya → mehr -Zeit verlagerte sich das Zentrum seines Kults nach Iwashimizu bei Kyōto. Als drittes (und heute vielleicht populärstes) Zentrum des Hachiman-Glaubens hat sich seit dem 12. Jahrhundert der Tsurugaoka Hachiman Schrein in Kama­kura etabliert.

Hachiman war einer der ersten kami kami japanische Gottheitsiehe auch Shinto → Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Bauten/Schreine→ Grundbegriffe/Weltbild→ Ikonographie→ Alltag/Omairi → mehr , die in den Bud­dhis­mus integriert wurden (s. Kap. Ikonographie, kami). Daher wurde auch seine Ver­breitung immer schon vom Buddhismus gefördert. Anhand der Geschichte seiner Schreine zeigt sich bei­spiel­haft, welche be­deu­ten­de Rolle der japanische Bud­dhis­mus für die kami-Verehrung spielte.

Usa Hachimangū, Kyūshū

 Usa Hachimangu.jpg

Usa Hachiman Schrein

Schreinhalle, Hachiman-zukuri (Holz). Frühe Edo-Zeit; Usa-shi, Kyūshū
Bild © Bernhard Scheid, Juli 2007

Eingang zum inneren Schreinbereich des Usa Hachiman-gū (Zeremonienhalle und Haupthalle).

. 1 Usa, Innerer Schreinbereich
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Usa Hachiman Schrein, Haupthalle

Schreinhalle, Hachiman-zukuri (Holz); Usa-shi, Kyūshū
Bildquelle: Six National Histories of Japan, Japan Foundation Library São Paulo. (Letzter Zugriff: 2013/11)

Die charakteristische Haupthalle des Usa Hachiman-gū, bestehend aus einem vorderen und einem hinteren Bereich. Genau genommen handelt es sich hier um drei aneinander gebaute Hallen in diesem Stil, im Vordergrund jene für Hachiman (Ōjin Tennō), in der Mitte jene für Hime-gami, dahinter jene für Jingū Kōgō (die Mutter Ōjins).

. 2 Haupthalle im Hachiman-Stil

Der Usa Hachiman-gū Usa Hachiman-gū 宇佐八幡宮 Usa Hachiman Schrein (Usa, Kyūshū)siehe auch Bekannte Schreine → Geschichte/Nara→ Karte Schrein in der heutigen Präfektur Ōita (Nord-Kyūshū) soll 725 erbaut worden sein und blieb auch noch nach der Gründung von Hachiman Schreinen in den ver­schie­denen poli­tischen Zentren wichtig. Die ehe­mals häufigen Orakel Hachimans stammen zu­meist aus diesem Schrein. Man nimmt an, dass das Orakelwesen rund um Hachiman auch der Grund für die plötzlich ansteigende Be­deu­tung dieser Gottheit in der Nara Nara 奈良 Hauptstadt und Sitz des Tennō, 710–784 (= Nara-Zeit); ehemals: Heijō-kyōsiehe auch Nara → Bauten/Bekannte Tempel→ Bauten/Tempel→ Bauten/Tempel/Tempeltore→ Bauten/Ise Izumo→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima → mehr -Zeit war. 1184 wurde die Anlage im Zuge des Genpei Krieges Genpei Gassen 源平合戦 Krieg zwischen den Minamoto (Gen) und den Taira (Hei, bzw. Pei), 1180–1185siehe auch Kamakura → Bauten/Schreine/Shimenawa→ Bauten/Tempel/Tempeltore→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima→ Ikonographie/Dainichi/Daibutsu→ Ikonographie/Waechtergoetter/Nio → mehr niedergebrannt, bald darauf jedoch neu errichtet.

Torii usa.jpg
. 3Usa torii

Usa torii

Schreintor, torii (Holz); Usa Hachiman Schrein, Oita-ken, Kyushu
Bild © Hitada Hisao, 2001. (Letzter Zugriff: 2016/9/5)

Das sog. usa torii des entspricht weitgehend der konventionellen Form, besitzt allerdings keine Mittelverstrebung (gakuzuka) zwischen den beiden Querbalken, dafür aber einen besonders lebhaft hochgezogenen Querbalken. Der berühmte Usa Hachiman-gū dürfte diese Variante geprägt haben.

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Hachiman-zukuri

Architekturskizze
Bild © Shintō Shrines of Japan, John Cali. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Grundriss und dreidimensionale Skizze im hachiman-zukuri. Bemerkenswert ist die Lage der Treppe an der Längsseite, während sich die Türe zum Schreininneren an der Giebelseite befindet. Das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass stets mehrere solcher Gebäude wie Reihenhäuser an einander gefügt wurden.

hachiman-zukuri

Die heutigen Gebäude stammen aus der Edo-Zeit, gehen aber wahr­schein­lich auf einen älteren Archi­tek­tur­stil zurück: Usa gilt als der Ursprungsort des Hachiman-Schreinstils (hachiman-zukuri hachiman-zukuri 八幡造り Baustil für Schreine mit zwei parallel-liegenden Giebeln), der auch für einige andere wichtige Hachiman Schreinen cha­rak­teris­tisch ist. Das Hauptheiligtum (honden honden 本殿 Hauptgebäude eines Schreinssiehe auch Schreine → Bauten/Bekannte Schreine→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima ) besteht in diesem Fall aus zwei iden­tischen, mit Sattel­dächern bedeckten Hallen, die wie siamesische Zwillinge an einer Dachtraufe mit einander verbunden sind, sodass sie sich eine gemein­same Regen­rinne teilen. Die vordere Halle dient der Gottheit als „Tagraum“, während sie sich nachts in die hintere Halle zurückzieht. Wie in anderen großen Schreinen auch, ist diese Be­son­der­heit für gewöhnliche Besucher kaum zu erkennen, da die Haupt­hallen durch einen Zaun gegen Blicke von außen weitgehend ab­ge­schirmt sind. Neben diesem besonderen Architekturstil verfügt Usa auch über eine eigene torii torii 鳥居 Torii, Schreintorsiehe auch Torii → Bauten/Bekannte Tempel→ Bauten/Schreine→ Grundbegriffe/Shinto→ Bauten/Schreine/Shimenawa→ Bauten/Schreine/Schreinbilder → mehr -Variante.

Schon in der Nara-Zeit erhielt die Schrein­anlage von Usa einen der frühesten bud­dhis­tischen „Schreintempel“ — einen sogenannten jingū-ji, der Miroku Miroku 弥勒 Bodhisattva Maitreya, „Buddha der Zukunft“siehe auch Hotei → Alltag/Yamabushi/En no Gyoja→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Ikonographie/Dainichi/Daibutsu→ Geschichte/Honji suijaku (skt. Maitreya मैत्रेय Maitreya (skt., m.) „Der Freundliche, der Liebevolle“, Buddha der Zukunft; jap. Miroku 弥勒siehe auch →  Hotei → Alltag/Yamabushi/En no Gyoja→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Ikonographie/Dainichi/Daibutsu→ Ikonographie/Shaka/Buddhas Leben→ Geschichte/Honji suijaku → mehr ) geweiht war. Hier wurden buddhistische Riten für Hachiman, z.B. Sutrenlesungen, abgehalten. Der Schrein, also der Sitz der kami-Gottheit, befand sich jedoch in einer hierarchisch höheren Position als der zugeordnete Tempel, wie sich an der Lage der beiden Gebäude erkennen lässt: Der Hauptschrein auf einer sanften Anhöhe, der Tempel am Fuß des Hügels. Wie in vielen ähnlichen Fällen auch, wurde diese öku­menische Koexistenz nach der ge­setz­lichen Trennung von kami und Buddhas (shinbutsu bunri shinbutsu bunri 神仏分離 Trennung von kami und Buddhas; meist bezogen auf die frühe Meiji-Zeitsiehe auch shinbutsu bunri → Bauten/Bekannte Tempel/Asakusa→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko→ Geschichte/Staatsshinto→ Geschichte/Staatsshinto/Shinbutsu bunri , 1868) durch Entfernung des Tempels beendet.

Iwashimizu Hachiman-gū, Kyōto

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Iwashimizu Hachiman Schrein

Schreinhalle, Hachiman-zukuri (Holz). Frühe Edo-Zeit; Yawata-shi, Kyōto
Bild © Bernhard Scheid, Oktober 2013

Eingang zum inneren Schreinbereich des Iwashimizu Hachiman-gū (Zeremonienhalle und Haupthalle). Der Zutritt ist Besuchern vorbehalten, die entweder eine private Zeremonie bezahlt haben oder an einer Schreinführung teilnehmen.

. 4 Iwashimizu Schrein, Innerer Schreinbereich

Der Iwashimizu Hachiman-gū Iwashimizu Hachiman-gū 石清水八幡宮 Iwashimizu Hachiman Schrein (bei Kyōto)siehe auch Bekannte Schreine → Mythen/Symboltiere/Tauben→ Karte Schrein befindet sich in einem südlichen Vorort Kyōtos, der nach dem Schrein benannt ist: Yawata, die kun-Lesung von Hachiman Hachiman 八幡 Shintō-Gottheit, Ahnengottheit des Tennō und des Kriegeradels; auch „Yawata“ ausgesprochensiehe auch Shinto-Goetter → Bauten/Bekannte Schreine→ Bauten/Bekannte Schreine/Kasuga→ Ikonographie/Dainichi/Daibutsu→ Mythen/Goetter der Erde→ Mythen/Symboltiere → mehr . Er versteht sich als Hüter der südwestlichen Ecke der Haupt­stadt und sieht sich als Ge­gen­stück zu Berg Hiei Hiei-zan 比叡山 Klosterberg Hiei bei Kyōto, traditionelles Zentrum des Tendai Buddhismussiehe auch Bekannte Tempel → Bauten/Bekannte Schreine/Nikko→ Ikonographie/Jizo/Osorezan→ Mythen/Tengu→ Mythen/Symboltiere→ Geschichte/Saicho → mehr im Nordwesten Kyōtos.

Die Gründung des Iwashimizu Schreins ist eng mit Seiwa Tennō Seiwa Tennō 清和天皇  850–881; regierte als erster Kindkaiser Japans 858–876 (850–881), dem ersten Kind­kaiser Japans, verbunden. Dieser soll den Schrein­chro­niken zufolge deshalb auf den Tennō-Thron gelangt sein, weil sein Großvater, Fujiwara no Yoshifusa Fujiwara no Yoshifusa 藤原良房 804–872; Staatsmann, Begründer der Fujiwara-Hagemonie, inständig zu Hachiman betete. Zum Dank beauftragte der Kindkaiser den bud­dhis­tischen Mönch (!) Gyōkyō Gyōkyō 行教 Mönch im Daian-ji (Nara) der frühen Heian-Zeit; Gründer des Iwashimizu Schreins mit der Gründung eines neuen Hachiman Schreins, die schließlich 859 erfolgte. Hachiman wurde in dieser Zeit bereits als Inkarnation des my­tho­lo­gi­schen Tennō Ōjin Ōjin Tennō 応神天皇 mytholog. Tennōsiehe auch Goetter der Erde → Ikonographie/Shinto-Goetter→ Mythen/Symboltiere/Tauben→ Geschichte/Honji suijaku aufgefasst (obwohl in den Mythen davon nicht die Rede ist). Hachiman galt daher als kai­ser­liche Ahnen­gottheit. Auf der Grund­lage dieser Identifizierung — die nebenbei bemerkt nur auf der Grund­lage bud­dhis­tischer Wieder­geburts­vor­stel­lun­gen möglich war — stieg der Iwashimizu Schrein (aber interessanterweise nicht der Usa Schrein) zum zweit­höchsten Ahnen­schrein des Tennō-Hauses nach Ise Ise 伊勢 vormoderne Provinz (heute Präfektur Mie); Kurzbezeichnung für die Schreinanlage von Ise (Ise Jingū)siehe auch Schreinanlage Ise → Grundbegriffe/Shinto→ Bauten/Schreine/Torii→ Alltag/Pilgerschaft→ Bauten/Bekannte Schreine/Kasuga→ Alltag/Kamidana → mehr auf.

 Iwashimizu_mandara.jpg

Iwashimizu Schrein Mandala

Schrein-Mandala, mandara, Detail. 14. Jh.; Nezu Museum, Tōkyō
Bild © Yamashiro Iwashimizu Hachimangū, S. Minaga. (Letzter Zugriff: 2013/11)

Im oberen Bildteil ist die Anlage des Hauptschreins des Iwashimizu Hachiman-gū, in deren Mitte die doppelte Haupthalle im Hachiman-Stil zu erkennen ist. Der Haupteingang ist im Süden (links). Im Vordergrund (Osten), etwas unterhalb des Schreins sieht man das Gebäude des Gokoku-ji, eines buddhistischen Tempels. Zwischen Tempel und Schrein ist eine Pagode () zu erkennen. Die buddhistischen Gebäude gibt es heute nicht mehr, insgesamt ist die Anlage aber trotz mehrmaliger Zerstörungen heute nicht allzu verschieden von diesem Bild.

. 5 Skizze (Mandala) der Anlage, 14. Jh.

Die Anlage ähnelt dem Usa Schrein insofern, als auch hier der Haupt­schrein auf der Kuppe eines Hügels (des „Mann-Berges“, Otoko-yama) liegt, an dessen Fuß sich einstmals ein buddhis­tischer, der Schrein­gottheit dienender Tempel befand. Dieser Tempel ist allerdings älter als der Schrein und diente zunächst als Fa­milien­tempel des Adels­hauses Ki, dem auch der Gründer­mönch Gyōkyō entstammte. Auch dieser Tempel wurde in der Meiji Meiji 明治 posthumer Name von Kaiser Mutsuhito; nach ihm wird auch die Meiji-Zeit (1868–1912) benanntsiehe auch Geschichtsperioden → Grundbegriffe/Shinto→ Grundbegriffe/Shinto/Jindo→ Bauten/Bekannte Schreine/Tenjin→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko→ Alltag/Jahr → mehr -Zeit geschliffen.

Tsurugaoka Hachiman-gū, Kamakura

  tsurugaoka Hachimangu.jpg

Tsurugaoka Hachiman Schrein

Schreinhalle (Holz); Kamakura
Bild © Frank Gualteri 2008, Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2016/9/5)

Zeremonienhalle (unten) und Eingang zur Haupthalle (oben) des Tsurugaoka Schreins. Zwischen den Gebäuden ist ein riesiger Ginkgo Baum zu erkennen, der ein Wahrzeichen des Schreins darstellte, allerdings 2010 von einem Taifun gefällt wurde.

. 6 Tsurugaoka Hachiman
  Hato_hachiman.jpg

Schreintafel

Hachiman Schrein, Tsurugaoka, Kamakura.

Das erste Zeichen hachi („Acht“) hat die Form von zwei Tauben, den Botentieren des Hachiman.

. 7 Schreintafel „Hachiman“

Der Tsurugaoka Hachiman-gū Tsurugaoka Hachiman-gū 鶴岡八幡宮 Tsurugaoka Hachiman Schrein (Kamakura)siehe auch Bekannte Schreine → Karte Schrein dominiert die Stadt Kamakura Kamakura 鎌倉 Stadt im Süden der Kantō Ebene, Sitz des Minamoto Shōgunats 1185–1333 (= Kamakura-Zeit)siehe auch Kamakura → Ikonographie→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima→ Bauten/Bekannte Schreine/Kasuga→ Ikonographie/Jizo → mehr im Süden der Kantō-Ebene (die Großregion um das heutige Tōkyō). Er ist damit einer der wenigen großen Schreine, die direkt im Zentrum der politischen Macht errichtet wurden.

Kama­kura war der Sitz der Minamoto Shogune, die hier im Jahr 1185 eine von Kyōto unabhängige Regierung errichteten. Die Minamoto wiederum führten sich auf den erwähnten Seiwa Tennō zurück. Daher sahen auch sie Hachiman als ihre Ahnen­gottheit an und platzierten seinen Schrein auf einen Hügel im Norden Kama­kuras, von wo aus man die gesamte Stadt über­blicken kann. Die Anlage ist auch in ihrer heutigen (restaurierten) Form sehr imposant und wird an hohen Feier­tagen von zahl­reichen Tokiotern aufgesucht.

Auch spätere Krieger­familien folgten dem Beispiel der Minamoto und konstruierten — teils zu Recht, teils zu Unrecht — eine ver­wandt­schaft­liche Beziehung zu Hachiman. Hachiman wird daher auch oft als „Kriegsgott“ bezeichnet, richtiger ist jedoch Gott der Krieger (bushi bushi 武士 Krieger, Samuraisiehe auch Kamakura → Grundbegriffe/Stereotype→ Geschichte/Zen→ Geschichte/Reichseinigung→ Geschichtsperioden ), deren oberste Ver­tre­ter sich als seine Nach­fahren an­sahen.

Weitere wichtige Schreine

 osaki hachimangu.jpg

Ōsaki Hachiman Schrein

Schreinhalle, gongen-zukuri (Holz). Frühe Edo-Zeit, 1607; „Nationalschatz“; Sendai
Bild © Shinto Shrines of Japan: The Blog Guide. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

Ōsaki Hachiman-gū, das älteste erhaltene Bauwerk im sogenannten gongen-zukuri. Auch wegen seiner aufwändigen Lackierung in schwarzem und buntem Lack berühmt.

. 8 Ōsaki Hachiman

Verweise

Verwandte Themen

Bilderläuterungen

  1. Usa Hachimangu.jpg

    Usa Hachiman Schrein

    Schreinhalle, Hachiman-zukuri (Holz). Frühe Edo-Zeit; Usa-shi, Kyūshū
    Bild © Bernhard Scheid, Juli 2007

    Eingang zum inneren Schreinbereich des Usa Hachiman-gū (Zeremonienhalle und Haupthalle).

  2. Usa hachiman hongu.jpg

    Usa Hachiman Schrein, Haupthalle

    Schreinhalle, Hachiman-zukuri (Holz); Usa-shi, Kyūshū
    Bildquelle: Six National Histories of Japan, Japan Foundation Library São Paulo. (Letzter Zugriff: 2013/11)

    Die charakteristische Haupthalle des Usa Hachiman-gū, bestehend aus einem vorderen und einem hinteren Bereich. Genau genommen handelt es sich hier um drei aneinander gebaute Hallen in diesem Stil, im Vordergrund jene für Hachiman (Ōjin Tennō), in der Mitte jene für Hime-gami, dahinter jene für Jingū Kōgō (die Mutter Ōjins).

  3. Torii usa.jpg

    Usa torii

    Schreintor, torii (Holz); Usa Hachiman Schrein, Oita-ken, Kyushu
    Bild © Hitada Hisao, 2001. (Letzter Zugriff: 2016/9/5)

    Das sog. usa torii des entspricht weitgehend der konventionellen Form, besitzt allerdings keine Mittelverstrebung (gakuzuka) zwischen den beiden Querbalken, dafür aber einen besonders lebhaft hochgezogenen Querbalken. Der berühmte Usa Hachiman-gū dürfte diese Variante geprägt haben.

  4. Iwashimizu Hachimangu.jpg

    Iwashimizu Hachiman Schrein

    Schreinhalle, Hachiman-zukuri (Holz). Frühe Edo-Zeit; Yawata-shi, Kyōto
    Bild © Bernhard Scheid, Oktober 2013

    Eingang zum inneren Schreinbereich des Iwashimizu Hachiman-gū (Zeremonienhalle und Haupthalle). Der Zutritt ist Besuchern vorbehalten, die entweder eine private Zeremonie bezahlt haben oder an einer Schreinführung teilnehmen.

  5. Iwashimizu mandara.jpg

    Iwashimizu Schrein Mandala

    Schrein-Mandala, mandara, Detail. 14. Jh.; Nezu Museum, Tōkyō
    Bild © Yamashiro Iwashimizu Hachimangū, S. Minaga. (Letzter Zugriff: 2013/11)

    Im oberen Bildteil ist die Anlage des Hauptschreins des Iwashimizu Hachiman-gū, in deren Mitte die doppelte Haupthalle im Hachiman-Stil zu erkennen ist. Der Haupteingang ist im Süden (links). Im Vordergrund (Osten), etwas unterhalb des Schreins sieht man das Gebäude des Gokoku-ji, eines buddhistischen Tempels. Zwischen Tempel und Schrein ist eine Pagode () zu erkennen. Die buddhistischen Gebäude gibt es heute nicht mehr, insgesamt ist die Anlage aber trotz mehrmaliger Zerstörungen heute nicht allzu verschieden von diesem Bild.

  6. Tsurugaoka Hachimangu.jpg

    Tsurugaoka Hachiman Schrein

    Schreinhalle (Holz); Kamakura
    Bild © Frank Gualteri 2008, Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2016/9/5)

    Zeremonienhalle (unten) und Eingang zur Haupthalle (oben) des Tsurugaoka Schreins. Zwischen den Gebäuden ist ein riesiger Ginkgo Baum zu erkennen, der ein Wahrzeichen des Schreins darstellte, allerdings 2010 von einem Taifun gefällt wurde.

  7. Hato hachiman.jpg

    Schreintafel

    Hachiman Schrein, Tsurugaoka, Kamakura.

    Das erste Zeichen hachi („Acht“) hat die Form von zwei Tauben, den Botentieren des Hachiman.

  8. Osaki hachimangu.jpg

    Ōsaki Hachiman Schrein

    Schreinhalle, gongen-zukuri (Holz). Frühe Edo-Zeit, 1607; „Nationalschatz“; Sendai
    Bild © Shinto Shrines of Japan: The Blog Guide. (Letzter Zugriff: 2016/9/18)

    Ōsaki Hachiman-gū, das älteste erhaltene Bauwerk im sogenannten gongen-zukuri. Auch wegen seiner aufwändigen Lackierung in schwarzem und buntem Lack berühmt.

Links

  • Hachiman Digital Handscrolls Webprojekt, in dem sieben illustrierte Schriftrollen der Hachiman-Legenden, die zwischen dem 14. und 19. Jahrhundert angefertigt wurden, in hoher Auflösung angesehen, in Übersetzung gelesen und mit einander verglichen werden können (Melanie Trede, Universität Heidelberg).
  • Shintō Shrines of Japan: The Blog Guide, Joseph Cali.
  • Kyōto, Uji 2 aus Heike monogatari wo aruku, ein Blog von Studenten der Universität Tübingen. Enthält u.a. eine Beschreibung des Iwashimizu Schreins im Zusammenhang mit seiner Rolle in klassischen japanischen Quellen.
Letzte Überprüfung der Linkadressen: Sept. 2016
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