Weitere bekannte Schreine

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Bernhard Scheid, „Weitere bekannte Schreine.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 21.8.2015). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Bauten/Bekannte_Schreine?oldid=56887X

Die historisch be­deut­sam­sten Schreine Japans, angefangen von Ise und Izumo, befin­den sich oft au­ßer­halb der ehe­ma­ligen poli­ti­schen Zen­tren Nara, Kyōto, Kama­kura oder Tōkyō. Man muss also erst eine kleine Reise unter­neh­men, um den wich­tig­sten kami kami japanische Gottheitsiehe auch Shinto → Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Bauten/Schreine→ Grundbegriffe/Weltbild→ Ikonographie→ Alltag/Omairi → mehr -Heilig­tü­mern des Landes einen Besuch ab­stat­ten zu kön­nen. Doch ver­fü­gen diese be­deu­ten­den Schreine alle über mehr oder weni­ger große Netz­werke von Zweig­schrei­nen, die über das ganze Land ver­teilt sind. Misst man die Be­deu­tung eines Schreines an der Zahl seiner Zweig­schrei­ne, so stehen Ise und Izumo kei­nes­wegs an erster Stelle. Im Fol­gen­den eine Aus­wahl von Schrei­nen, die auf­grund ihrer An­hänger­schaft oder auf­grund ihrer his­to­ri­schen Rolle von be­son­derer Be­deu­tung sind.

Schreine und Gottheiten

Inari Schreine

Der Shintō-Gott mit den meisten Einzelschreinen ist Inari Inari 稲荷 Reisgottheit, häufig von Fuchswächtern bewachtsiehe auch Fushimi → Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya→ Ikonographie/Shinto-Goetter→ Mythen/Imaginaere Tiere→ Mythen/Verwandlungskuenstler → mehr . Es soll über 30.000 Inari Schreine geben. Typischer­weise sind die meisten Inari Schreine allerdings sehr klein, sodass man sie leicht übersehen kann. Sie sind üblicher­weise daran zu erkennen, dass sie von zwei Füchsen bewacht werden. Haupt­schrein des Inari-Glaubens ist der Fushimi Inari Taisha Fushimi Inari Taisha 伏見稲荷大社 Großschrein der Gottheit Inari in Fushimi, im Süden Kyōtossiehe auch Fushimi → Alltag/Opfergaben→ Bauten/Schreine/Torii→ Mythen/Verwandlungskuenstler→ Karte im Süden Kyōtos. Er ist u.a. für seine zehn­tau­sende torii torii 鳥居 Torii, Schreintorsiehe auch Torii → Bauten/Bekannte Tempel→ Bauten/Schreine→ Grundbegriffe/Shinto→ Bauten/Schreine/Shimenawa→ Bauten/Schreine/Schreinbilder → mehr bekannt. Die hier verehrte Gottheit ist eigentlich ein Reis­gott, manifestiert sich aber auch in Form von Füchsen. Fuchs­statuen, zumeist vor dem Schrein auf­gestellt, sind daher ein eindeutiges Er­ken­nungs­merkmal von Inari Schreinen. Es gibt im übrigen auch buddhistische Tempel für die Gottheit Inari.

Hachiman Schreine

Hachiman Hachiman 八幡 Shintō-Gottheit, Ahnengottheit des Tennō und des Kriegeradels; auch „Yawata“ ausgesprochensiehe auch Shinto-Goetter → Bauten/Bekannte Schreine/Kasuga→ Ikonographie/Dainichi/Daibutsu→ Mythen/Goetter der Erde→ Mythen/Symboltiere → mehr ist eine der bekann­tes­ten Gott­heiten Japans und verfügt über ein Netzwerk von etwa 25.000 in ganz Japan verteilten Zweig­schreinen. Er wurde ursprünglich in Kyūshū verehrt, aber schon in der frühen Heian Heian 平安 alter Name Kyōtos; politisches Zentrum 794–1185 (= Heian-Zeit)siehe auch Heian Zeit → Bauten/Bekannte Tempel→ Ikonographie→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya→ Alltag/Opfergaben→ Alltag/Pilgerschaft → mehr -Zeit verlagerte sich das Zentrum seines Kults nach Kyōto. Als drittes (und heute vielleicht populärstes) Zentrum des Hachiman Glaubens hat sich seit dem 12. Jahrhundert der Hachiman Schrein in Kamakura etabliert.

Hachiman war einer der ersten kami, die in den Bud­dhis­mus integriert wurden (s. Kap. Ikonographie, kami). Daher wurde auch seine Ver­breitung immer schon vom Buddhismus gefördert. Anhand der Geschichte seiner Schreine zeigt sich bei­spiel­haft, welche be­deu­ten­de Rolle der japanische Bud­dhis­mus für die kami-Verehrung spielte.

Tenjin Schreine

Auch Tenjin Tenjin 天神 wtl. „Himmelsgott“, s.a. „Tenman Tenjin“siehe auch→ Bauten/Bekannte Schreine/Tenjin→ Ikonographie/Shinto-Goetter→ Mythen/Geister→ Mythen/Symboltiere Schreine sind in ganz Japan häufig zu finden (ca. 10.000 Schreine). Sie sind dem Gott Tenman Tenjin Tenman Tenjin 天満天神 Shintō-Gott, Apotheose des Sugawara no Michizanesiehe auch Tenjin geweiht, der heute vor allem als Gott der Bildung von Schülern und Studierenden um Beistand gebeten wird. Tenjin Schreine haben daher v.a. zur Zeit der Uni-Aufnahms­prüfungen großen Zulauf. Die Haupt­schreine des Tenjin Netz­werks sind der Kitano Tenman-gū Kitano Tenman-gū 北野天満宮 Kitano Tenman Schrein (Kyōto); einer der beiden Hauptschreine des Sugawara no Michizane, gegr. 947siehe auch Tenjin → Mythen/Geister→ Karte in Kyōto und der Dazaifu Tenman-gū Dazaifu Tenman-gū 大宰府天満宮 Dazaifu Tenman Schrein (Kyūshū), einer der beiden Hauptschreine für Sugawara no Michizane, gegr. 919siehe auch→ Bauten/Bekannte Schreine/Tenjin→ Karte in Kyūshū (in der Nähe von Fukuoka). Daneben gibt es auch den bekannten Tenjin Schrein in Osaka, dem zu Ehren jedes Jahr eines der größten Schrein­feste (matsuri matsuri religiöses (Volks-)Festsiehe auch Matsuri → Bauten/Schreine→ Bauten/Bekannte Tempel/Asakusa→ Alltag/Matsuri/Hadaka matsuri→ Alltag/Matsuri/Phalluskulte → mehr ) Japans abgehalten wird. Der Gott Tenman Tenjin leitet sich von einer historischen Per­sön­lich­keit, dem Hofgelehrten Sugawara no Michizane Sugawara no Michizane 菅原道真 845–903, Heian-zeitl. Staatsmann und Gelehrter; posthum als Tenman Tenjin vergöttlicht, heute Gott der Gelehrsamkeitsiehe auch Tenjin → Ikonographie/Waechtergoetter/Wind und Donner→ Mythen/Geister→ Geschichte/Staatsshinto , ab, der ein besonderer Freund der Pflaumen­blüte gewesen sein soll. Daher ist die Pflaume auch das Wahr­zeichen der Tenjin Schreine. Michizane wurde ungerecht­fertigter­weise verbannt und rächte sich nach seinem Tod, indem er Seuchen und Natur­kata­stro­phen über die Haupt­stadt brachte. Erst als man ihm zu Ehren die Schreine in Kyōto und Dazaifu errichtete, endeten die Heim­suchungen (s.a. Geister).

Miyajima

Der Schrein von Miyajima Miyajima 宮島 Schreininsel nahe Hiroshima; s.a. Itsukushima Schreinsiehe auch Itsukushima → Bauten/Schreine/Torii→ Ikonographie/Shinto-Goetter→ Karte (auch Itsukushima Itsukushima 厳島 auch Miyajima, Schrein bei Hiroshimasiehe auch Itsukushima → Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Benzaiten→ Karte ) zählt zu den berühmtesten Sehens­würdig­keiten Japans. Er ist vor allem wegen seines imposanten, vom Meer umspülten torii bekannt, spielte aber auch historisch eine be­deut­same Rolle. Er liegt auf der kleinen Insel Miyajima (wtl. Schreininsel) nahe der Stadt Hiroshima. Schon 593 soll hier ein Schrein errichtet worden sein. Ende der Heian-Zeit wurde der Schrein vom glück­losen Krieger-Klan der Taira besonders verehrt und zeitweise zu ihrem Haupt­quartier erkoren. Der Schrein ist drei — heute namentlich kaum mehr bekannten — weiblichen Gott­heiten geweiht, als Schutz­schrein der Fischer und Seefahrer wurde er aber auch mit den Glücks­göttern Benzaiten Benzaiten 弁才天/ 弁財天 Glücksgöttin, Gottheit des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit; skt. Sarasvati; auch: Bentensiehe auch Benzaiten → Ikonographie→ Bauten/Schreine/Torii→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima→ Alltag/Matsuri/Hadaka matsuri → mehr und Ebisu Ebisu 恵比寿 Glücksgott der Händler und Fischer; andere Schreibung: 夷 oder 戎siehe auch Ebisu → Bauten/Bekannte Tempel/Asakusa→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Daikoku→ Mythen/Goetter der Erde/Okuninushi → mehr in Ver­bin­dung ge­bracht.

Der eigentliche Haupt­schrein der Itsu­ku­shima-Göttinnen ist der Munakata Schrein Munakata Taisha 宗像大社 Großschrein von Munakata, Kyūshūsiehe auch→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima→ Karte in Kyūshū, ebenfalls ein Schrein der Schiff­fahrt, dessen Anlage sich über mehrere Inseln ausbreitet. Munakata/Itsukushima verfügen über ein Netz­werk von ca. 8500 Schreinen. Zu diesem zählt auch die Schrein­insel Enoshima Enoshima 江ノ島 Schreininsel; rel. Zentrum nahe Kamakurasiehe auch Benzaiten → Alltag/Matsuri/Hadaka matsuri→ Karte , nahe der alten Haupt­stadt Kamakura.

Nikkō Schrein

Der Tōshō-gū Tōshō-gū 東照宮 Tōshō Schrein, Mausoleum des Tokugawa Ieyasu in Nikkō, Präf. Tochigisiehe auch Nikko → Grundbegriffe/Shinto→ Karte in Nikkō Nikkō 日光 Tempel-Schreinanlage im Norden der Kantō-Ebene, Präf. Tochigi; beherbergt u.a. den Tōshō-gū Schreinsiehe auch Nikko → Grundbegriffe/Shinto→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya→ Bauten/Ise Izumo/Schreinanlage Ise→ Ikonographie/Shinto-Goetter → mehr , etwa 100km nördlich von Tōkyō, ist das Mausoleum des ersten Tokugawa Shoguns Tokugawa Ieyasu Tokugawa Ieyasu 徳川家康 1543–1616; 1. Tokugawa Shōgun; Reichseinigersiehe auch Reichseinigung → Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Shinto→ Bauten/Bekannte Tempel/Asakusa→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko → mehr . Ieyasu wurde auf eigenen Wunsch als kami verehrt. Der prächtige Aus­bau seines Mau­so­leums erfolgte aber erst unter seinem Enkel Iemitsu Tokugawa Iemitsu 徳川家光 3. Tokugawa Shōgun (1604–1651), r. 1623–1651siehe auch Nikko , der sich eben­falls an Ort und Stelle einen Schrein errichten ließ. Die gesamte Anlage umfasst eine ganze Reihe von Schreinen und Tempeln, die von einem mächtigen Zedern­wald umgeben sind. Nikkō zählt zu den Haupt­sehens­würdig­keiten Japans. Auch dieser Schrein verfügt über einige Zweig­schreine, im Vergleich zu Hachiman oder Inari sind es aber nur sehr wenige.

Kasuga Schrein

Der Kasuga Taisha Kasuga Taisha 春日大社 Kasuga Schrein, Nara; ehemals Ahnenschrein der Fujiwarasiehe auch→ Bauten/Bekannte Tempel→ Alltag/Opfergaben→ Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima→ Bauten/Bekannte Schreine/Kasuga→ Ikonographie/Mandala → mehr in Nara ist eine weitere Haupt­sehens­würdig­keit Japans und bleibt den meisten Japan­besuchern wegen seiner vielen Laternen im Gedächtnis. Er verfügt zwar nur über ein bescheidenes Netz von Zweig­schreinen, ist aber von großer his­to­rischer Be­deu­tung. Er war ursprünglich die Residenz der mächtigen Adels­familie Fujiwara Fujiwara 藤原 mächtigste Adelsfamilie im jap. Altertumsiehe auch Fruehzeit → Bauten/Bekannte Tempel→ Bauten/Bekannte Schreine/Tenjin→ Bauten/Bekannte Schreine/Kasuga→ Ikonographie/Shinto-Goetter → mehr und wurde später ihr Familien­schrein, wo sie ihre Ahnen verehrten. Der Schrein ist eng mit dem Tempel Kōfuku-ji Kōfuku-ji 興福寺 Tempel des Hossō-Buddhismus; einer der Sieben Großen Tempel von Narasiehe auch Bekannte Tempel → Bauten/Bekannte Schreine/Kasuga→ Ikonographie/Shinto-Goetter/Kasuga Mandala→ Geschichte/Nara→ Geschichte/Saicho → mehr verbunden, der ebenfalls der Familie Fujiwara unterstellt war. Zwei der vier Haupt­götter des Kasuga Schreins sollen einst auf Hirschen hierher geritten sein. Daher ist der große Park, in dem sich der Kasuga Schrein zu­sam­men mit den Tempeln Kōfuku-ji und Tōdaiji Tōdaiji 東大寺 Tempel des Großen Buddha von Nara; wtl. Großer Ost-Tempelsiehe auch Bekannte Tempel → Bauten/Tempel/Tempeltore→ Bauten/Tempel/Pagoden→ Bauten/Bekannte Schreine/Kasuga→ Ikonographie/Dainichi → mehr befindet, von zahl­reichen zahmen Hirschen bevölkert. Diese Hirsche werden aber auch in Erinnerung an eine bud­dhis­tische Legende in den Tempel­anlagen von Nara gehalten. Die bud­dhis­tischen Einflüsse sind im Fall des Kasuga Schreins besonders stark zu erkennen. (s.a. Kasuga Mandala.)

Meiji Schrein

Der Meiji Jingū Meiji Jingū 明治神宮 Schrein des Meiji Tennō in Tōkyō, err. 1920siehe auch→ Bauten/Ise Izumo/Schreinanlage Ise→ Alltag/Jahr/Shogatsu→ Alltag/Jahr→ Geschichte/Staatsshinto→ Karte in Tōkyō wurde 1920 zu Ehren von Kaiser Meiji Meiji Tennō 明治天皇 1852–1912; 122. japanischer Kaiser (r. 1867–1912); Namensgeber und politische Symbolfigur der Meiji-Zeit; Eigenname: Mutsuhitosiehe auch Staatsshinto → Bauten/Ise Izumo/Schreinanlage Ise→ Alltag/Jahr→ Mythen/Goetter der Erde/Okuninushi→ Geschichte/Bakumatsu und seiner Gemahlin errichtet. Beide werden hier als Götter verehrt, sind aber nicht hier beigesetzt. Trotz seines Nahe­ver­hält­nisses zum Staatsshintō kann man sich dem Charme des Schreins und seiner gesamten Anlage nur schwer entziehen. Auch wegen seines großen Parks zählt der Meiji Schrein zu den bekanntesten Sehens­würdig­keiten Tōkyōs und zieht zum tradi­tionellen Schrein­besuch im Neuen Jahr (hatsumōde hatsumōde 初詣 Schrein-Neujahrsbesuchsiehe auch Jahr → Bauten/Bekannte Tempel/Asakusa→ Alltag/Pilgerschaft→ Alltag/Jahr/Shogatsu→ Alltag/Familie → mehr ) die größten Menschen­massen in ganz Japan an (1998: 3,5 Millionen). Er gilt auch als bevorzugter Ort für shintōistische Hochzeiten.

Miwa

Der Schrein von Miwa Miwa Jinja 三輪神社 Miwa (auch Ōmiwa) Schrein, nahe Narasiehe auch→ Bauten/Ise Izumo/Izumo Schrein→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Daikoku — oder auch „Groß-Miwa“ (Ōmiwa Ōmiwa Jinja 大神神社 Ōmiwa Schrein, auch Miwa Schrein, nahe Nara; einer der ältesten Schreine Japanssiehe auch→ Bauten/Schreine/Torii→ Bauten/Ise Izumo/Schreinanlage Ise→ Mythen/Imaginaere Tiere→ Mythen/Goetter der Erde/Okuninushi→ Karte ) — in der Prä­fek­tur Nara besitzt zwar nur wenige Zweig­schreine, als einer der ältesten Schreine ist er jedoch historisch be­deutungs­voll und unterscheidet sich in mehr­facher Hinsicht von den meisten anderen Schreinen. Sein Haupt­heiligtum (shintai shintai 神体 heiliges Objekt eines Shintō-Schreins; wtl. „Gottkörper“siehe auch Schreine → Bauten/Ise Izumo→ Bauten/Ise Izumo/Schreinanlage Ise→ Alltag/Matsuri→ Ikonographie/Shinto-Goetter → mehr ), bzw. der Sitz seiner Gottheit Ōmononushi Ōmononushi 大物主 Gottheit des Schreins von [Ō]Miwasiehe auch Okuninushi → Bauten/Ise Izumo/Schreinanlage Ise , ist ein ganzer Berg, nämlich der Berg Miwa Miwa-yama 三輪山 Berg Miwa im Süden von Narasiehe auch→ Alltag/Pilgerschaft→ Karte , an dessen Fuß die Schrein­anlage errichtet ist. Der Schrein besitzt aus diesem Grund auch keine Haupthalle (honden honden 本殿 Hauptgebäude eines Schreinssiehe auch Schreine → Bauten/Bekannte Schreine/Itsukushima→ Bauten/Bekannte Schreine/Hachiman ), sondern lediglich eine Zeremonien­halle (haiden haiden 拝殿 Zeremonienhalle eines Schreinssiehe auch Schreine → Bauten/Bekannte Schreine/Tenjin ). Dafür verfügt der Miwa Schrein gleich über drei außer­gewöhnliche Schreintore: Das mit 32m Höhe zweitgrößte torii torii 鳥居 Torii, Schreintorsiehe auch Torii → Bauten/Bekannte Tempel→ Bauten/Schreine→ Grundbegriffe/Shinto→ Bauten/Schreine/Shimenawa→ Bauten/Schreine/Schreinbilder → mehr Japans am Anfang des Haupt­zugangs­wegs (erbaut 1984); ein sog. shimetorii shimetorii 注連鳥居 Torii (Schreintor) bestehend aus zwei Pfosten und einem Seil; auch chūren torii gelesensiehe auch Torii , das nur aus zwei Pfosten und einem shimenawa shimenawa 注連縄 shintōistisches „Götter-Seil“siehe auch Shimenawa → Bauten/Schreine→ Grundbegriffe/Stereotype→ Alltag/Opfergaben→ Bauten/Schreine/Torii→ Bauten/Ise Izumo → mehr (Götterseil) besteht; und ein dreiteiliges torii, das mit Türen versehen ist, die den Zugang zum heiligen Berg versperren. Schließlich ist Miwa ein Schutz­schrein der Sake­brauerei. (Mehr zur Geschichte des Miwa Schreins auf der Sidepage Ōkuninushi.)

Die zehn größten Schrein-Netzwerke

allg. Bezeichnung Zahl (ger.) Hauptschreine (Ort)
1 Inari Schreine 32000 Fushimi Inari Taisha (Kyōto)
2 Hachiman Schreine 25000 Usa Hachiman-gū (Oita-ken, Kyūshū),
Iwashimizu Hachiman-gū (Kyōto)
3 Shinmei Schreine 18000 Ise Jingū (Ise)
4 Tenjin Schreine 10500 Dazaifu Tenman-gū (Fukuoka-ken, Kyūshū),
Kitano Tenman-gū (Kyōto)
5 Munakata Schreine 8500 Munakata Jinja (Fukuoka-ken, Kyūshū),
Itsukushima Jinja (Hiroshima)
6 Suwa Schreine 5000 Suwa Taisha (Nagano-ken)
7 Hiyoshi Schreine 4000 Hiyoshi Taisha (Shiga-ken, bei Kyōto)
8 Kumano Schreine 3000 Kumano Nachi Taisha (Wakayama-ken)
9 Tsushima Schreine 3000 Tsushima Jinja (Nagasaki-ken, Kyūshū)
10 Yasaka Schreine 2500 Yasaka Jinja (Kyōto)
Shrine Names and Distributions, Encyclopedia of Shintō [2010/9]

Unter Schrein-Netzwerken darf man sich keine allzu fest gefügten Or­ga­ni­satio­nen vorstellen. Oft besteht nur ein loser, formaler Zusammen­hang. Neben den oben genannten landes­weiten Schrein-Netz­werken gibt es auch Schreine, die nur innerhalb einer bestimmten Region über ein Netz von Zweig­schreinen verfügen. Dazu zählt unter anderem der Großschrein von Izumo.

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