Der Itsukushima Schrein und sein torii

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Bernhard Scheid, „Der Itsukushima Schrein und sein torii.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 29.7.2015). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Bauten/Bekannte_Schreine/Itsukushima?oldid=52193X

Die heilige Insel Miyajima Miyajima 宮島 Schreininsel nahe Hiroshima; s.a. Itsukushima Schreinsiehe auch→ Bauten/Schreine/Torii→ Bauten/Bekannte Schreine→ Ikonographie/Shinto-Goetter→ Karte mit dem Itsukushima Itsukushima 厳島 auch Miyajima, Schrein bei Hiroshimasiehe auch→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya→ Bauten/Bekannte Schreine→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Benzaiten→ Karte Schrein als spi­ri­tuellem Zentrum gilt als eine der drei be­deu­tend­sten Sehens­würdig­keiten Japans und wurde als UNESCO Welt­kultur­erbe aus­ge­zeich­net. Das vom Meer umspül­te torii torii 鳥居 Torii, Schreintorsiehe auch Torii → Bauten/Bekannte Tempel→ Bauten/Schreine→ Grundbegriffe/Shinto→ Bauten/Schreine/Shimenawa→ Bauten/Schreine/Schreinbilder → mehr des Schreins ist zusam­men mit dem Berg Fuji und dem Shin­kan­sen zu einem ikono­graphischen Symbol für Japan selbst geworden, auf das kaum ein Japan-Prospekt oder Reise­führer ver­zich­tet.

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Torii von Miyajima

Schreintor, torii (Holz). 1890er Jahre?; Präfektur Hiroshima; Höhe: 16,6m
Bild © UNIDAM, Japanologie Wien. (Letzter Zugriff: 2014/9)

Auf dieser handkolorierten Photographie aus der Meiji-Zeit sieht man das torii von Miyajima in unbemaltem Zustand. Dabei erkennt man deutlicher, dass die Hauptpfeiler aus unbehandelten Baumstämmen bestehen. Das Bild stammt möglicherweise von Esaki Reiji (1845–1910).

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Itsukushima torii

Schreintor, torii (Holz, bemalt). 1875; „Nationalschatz“; Höhe: 16,6m
Bild © Eve's Apple, 2010. (Letzter Zugriff: 2014/9/30)

Itsukushima torii bei Ebbe

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Torii von Miyajima

Schreintor, ryōbu torii (Holz); Miyajima, Präfektur Hiroshima
Bild © Melissa Rose Chasse, flickr 2002. (Letzter Zugriff: 2012/1)

Das berühmte torii von Miyajima steht im seichten Meerwasser und ist gegen die Wellen mit einer speziellen Konstruktion verstärkt. Man nennt diese Bauart ryōbu torii.

  Miyajima_closeup.jpg

Die Pfeiler des torii von Miyajima

Schreintor, torii (Holz, bemalt); Miyajima, Hiroshima-ken
Bild © Jo McLure, flickr, 2009. (Letzter Zugriff: 2015/7/28)

Touristen inspizieren die mächtigen Pfeiler des torii von Miyajima, die bei Flut im Wasser stehen.

. 1. 2. 3. 4
Das berühmte, im seichten Wasser errichtete torii

Schreinanlage

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Miyajima torii

Torii; Miyajima, Präfektur Hiroshima
Bild © Chiba Akio, 2004. (Letzter Zugriff: 2014/9)

Ein fotogener Hirsch in Miyajima.

. 6 Hirsch in Miyajima

Die Schreininsel Miyajima befindet sich in der Bucht von Hiroshima. Der ei­gentliche Name des Schreins, Itsukushima, bedeutet wörtlich „Tabu-Insel“, ein Hinweis auf die be­son­dere Heilig­keit dieses Ortes. So ist z.B. das Töten von Tieren, aber auch die Bestat­tung von Menschen hier streng verboten. Wie die Anlage des Kasuga Schreins Kasuga Taisha 春日大社 Kasuga Schrein, Nara; ehemals Ahnenschrein der Fujiwarasiehe auch Bekannte Schreine → Bauten/Bekannte Tempel→ Alltag/Opfergaben→ Bauten/Bekannte Schreine/Kasuga→ Ikonographie/Mandala → mehr in Nara ist die ganze Insel von zahmen Hirschen und zahl­losen Affen bevölkert. In alter Zeit soll hier außer­dem ein „Bau-Tabu“ be­stan­den haben, d.h. es durften keine Bau­werke auf der Insel er­richtet werden. Daher konnte die Schrein­anlage — oder genauer die Bühne, auf der die rituellen Tänze für die Gottheiten stattfanden — auch nicht auf der Insel selbst stehen, sondern wurde auf Pfählen im Wasser errichtet. An­schei­nend änderte sich diese Bestimmung jedoch, als der Schrein über­regio­nale Be­deu­tung erlangte. Jedenfalls gab es wohl schon in der Kamakura Kamakura 鎌倉 Stadt im Süden der Kantō Ebene, Sitz des Minamoto Shōgunats 1185–1333 (= Kamakura-Zeit)siehe auch Kamakura → Ikonographie→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya→ Ikonographie/Jizo→ Ikonographie/Shinto-Goetter → mehr -Zeit einige Ne­ben­ge­bäude auf der Insel, die in der Edo Edo 江戸 Sitz der Tokugawa Shōgune, 1600–1867 (= Edo-Zeit); heute: Tōkyōsiehe auch Geschichtsperioden → Grundbegriffe/Buddhismus→ Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Shinto→ Grundbegriffe/Stereotype/Herrigels Zen→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya → mehr -Zeit schließlich zu einer kleinen Stadt anwuchsen (s. Bild unten).

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Itsukushima im japanischen Mittelalter

Querbildrolle (Farbe und Tusche auf Papier) von En'i (Kopist anon.), Detail; aus Ippen shonin eden, Bd. 10, 1299; National Diet Library; Höhe: 38cm
Bild © National Diet Library. (Letzter Zugriff: 2014/9/30)

Die Anlage von Itsukushima, mit ausgebauter Seebühne und torii im Wasser, das allerdings noch nicht seitlich stabilisiert ist. Auf einer Bühne findet ein Tanz statt, die Korridore sind voll mit Zusehern. Kopie einer Querbildrolle aus der Kamakura-Zeit, die vom Leben des Wanderpredigers und Begründers der Ji-Schule Ippen handelt. Das Original entstand 1299, der Text stammt von Ippens Schüler Shōkai (1261–1323), die Bilder von einem Malermönch namens En'i.

. 7 Die Schreinanlage im 13. Jh., mit einfachem torii
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Schreinanlage von Miyajima

Querbildrolle, Detail. Edo-Zeit, 1720
Bild © S_Minaga. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Abbildung der Schreinanlage von Miyajima auf einer Querbildrolle

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Miyajima und die Stadt Hiroshima

Panoramabild von Yoshida Hatsusaburō, Detail. 1926
Bild © Tokushima Bunri University. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Panoramabild der Schreininsel Miyajima und der Stadt Hiroshima (rechts oben), Ansicht von Süden. Ausschnitt eines Panaromabilds der Regionen Shikoku und Chūgoku.

. 8 . 9 Die Schreinanlage in den Jahren 1720 und 1926

Schreingebäude

Nicht nur das berühmte torii, auch andere Teile der Anlage sind so angelegt, dass sie bei Flut auf dem Wasser zu schwimmen scheinen. Es handelt sich dabei aber nicht um die Haupt­halle (honden honden 本殿 Hauptgebäude eines Schreinssiehe auch Schreine → Bauten/Bekannte Schreine→ Bauten/Bekannte Schreine/Hachiman ) des Schreins, sondern um Ze­re­mo­nien­hallen, in denen Tänze und Gesänge gleichsam vor den Augen der Götter abgehalten werden. Diese Tänze, die ehemals vornehmlich von Frauen durch­geführt wurden, haben eine lange Tradition und trugen mit dazu bei, dass der Schrein immer weiter ausgebaut wurde. Itsukushima ist, mit einem Wort, die größte und spek­taku­lärste See­bühne des vormodernen Japan.

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Itsukushima

Schrein, torii (Holz); Miyajima, Präfektur Hiroshima
Bild © Bohuslav Kotal, flickr 2008. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Der dazu gehörige Itsukushima Schrein...

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Itsukushima

Schreinhalle (Holz, bemalt). Edo-Zeit; „Nationalschatz“; Miyajima, Präfektur Hiroshima
Bildquelle: Japan Foundation, Photographie von Miyoshi Kazuyoshi. (Letzter Zugriff: 2012/1)

Gänge des Itsukushima Schreins

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Itsukushima

Schreinhalle (Holz, bemalt). Frühe Edo-Zeit; „Nationalschatz“; Miyajima, Präfektur Hiroshima
Bild © Jani Patokallio, 2001

Korridore des Itsukushima Schreins

. 10. 11. 12
Die Korridore des Schreins

Schreingeschichte

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Torii von Miyajima

Farbholzschnitt, torii (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige; aus der Serie Rokujūyoshu meisho zue (Sehenswürdigkeiten aus den mehr als 60 Provinzen), 1853-56
Bild © hiroshige.org.uk. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Darstellung einer Zeremonie des Itsukushima Schreins, der lediglich durch einen Ausschnitt seines berühmten torii zu identifizieren ist. Das Bild legt nahe, dass das torii im 19. Jh. aus unbehandeltem Holz bestand.

. 13 Das torii von Miyajima auf einem Holzschnitt von Andō Hiroshige (um 1855)

Der Schrein wurde laut Grün­dungs­le­gende im Jahr 593 unter Kaiserin Suiko Suiko Tennō 推古天皇 554–628; Kaiserin(!) Suiko; 33. Tennō Japans (r. 593–628)siehe auch Fruehzeit gegrün­det und wäre dem­zu­folge einer der ältes­ten Schreine Japans.1 Die ganze Anlage besteht aus einer Viel­zahl von Einzel­schrei­nen für die unter­schied­lichs­ten Gott­heiten, die Haupt­halle be­her­bergt aber drei weib­liche Gott­heiten, die nament­lich kaum bekannt sind und stets als Trio auftreten (s.u.). In den Neben­schrei­nen werden dagegen be­kann­tere mytho­lo­gische Gott­hei­ten wie Ama­terasu Amaterasu 天照 Sonnengottheit; Ahnherrin des Tennō-Geschlechtssiehe auch Goetter des Himmels → Grundbegriffe/Shinto→ Alltag/Pilgerschaft→ Bauten/Ise Izumo→ Grundbegriffe/Shinto/Jindo→ Bauten/Ise Izumo/Schreinanlage Ise → mehr oder Susanoo Susanoo 須佐之男 mytholog. Trickster-Gott; Sturmgott, Mondgottsiehe auch Goetter der Erde → Bauten/Schreine/Shimenawa→ Alltag/Matsuri→ Ikonographie/Gluecksgoetter→ Ikonographie/Gluecksgoetter/Daikoku → mehr verehrt, die aber wohl erst später in des Schrein-Pantheon aufgenommen wurden. In der Edo-Zeit war Itsuku­shima außer­dem als Heilig­tum der Glücks­göttin Benzaiten Benzaiten 弁才天/ 弁財天 Glücksgöttin, Gottheit des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit; skt. Sarasvati; auch: Bentensiehe auch Benzaiten → Ikonographie→ Bauten/Schreine/Torii→ Bauten/Bekannte Schreine→ Alltag/Matsuri/Hadaka matsuri → mehr bekannt. In einem Sei­ten­tem­pel(!) befindet sich noch immer eine Statue dieser eigent­lich bud­dhis­tischen Gott­heit, die als eine der „Drei Großen Benten“ gilt, aller­dings nur einmal im Jahr zu sehen ist.

Welche kami kami japanische Gottheitsiehe auch Shinto → Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Bauten/Schreine→ Grundbegriffe/Weltbild→ Ikonographie→ Alltag/Omairi → mehr aber auch immer hier verehrt werden, sie sind zum über­wie­genden Teil weiblich und haben großen Ein­fluss auf das Meer und die Schiff­fahrt. Diesem Einfluss ver­dankt der Schrein wohl auch seine Bedeu­tung. Ende der Heian-Zeit wurde er vom damals ein­fluss­rei­chen Krieger­adels­haus der Taira zum Familien­schutz­schrein erhoben und diente ihnen zugleich als wichtige Zwischenstation auf dem Seeweg von der Hauptstadt nach Kyūshū und Korea. 1168, unter Taira no Kiyomori Taira no Kiyomori 平清盛 1118–1181; Feldherr und Diktator am Ende der Heian-Zeit; unterlag im Genpei-Krieg den Minamotosiehe auch→ Alltag/Moenche , erhielt die Anlage die heute noch erkennbare Struktur. Dieser Diktator der späten Heian-Zeit baute den Schrein in einer Weise aus, dass er selbst Kaisern als vorüber­gehen­des Domizil dienen konnte.2 Obwohl er und seine Nachkommen schließlich im Genpei Genpei Gassen 源平合戦 Krieg zwischen den Minamoto (Gen) und den Taira (Hei, bzw. Pei), 1180–1185siehe auch Kamakura → Bauten/Schreine/Shimenawa→ Bauten/Tempel/Tempeltore→ Ikonographie/Dainichi/Daibutsu→ Ikonographie/Waechtergoetter/Nio → mehr Krieg vernichtend geschlagen wurden, über­dauerte der Schrein das Schicksal der Taira und wurde selbst nach ihrem Unter­gang von ihren einstigen Gegnern verehrt. Die ältesten rezenten Gebäude gehen auf das sechzehnte Jahrhundert zurück.

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Kiyomori in Itsukushima

Farbholzschnitt, ukiyo-e (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi. 1842/43; 36,7 x 73,7 cm

Das Bild illustriert eine Legende, laut der Kiyomori versuchte, die Sonne durch Bannsprüche am Untergehen zu hindern. Der Grund war sein Schwur, den Ausbau der Schreinanlage von Itsukushima bis zu einem bestimmten Tag zu vollenden. Als das Vorhaben knapp zu scheitern drohte, wollte er den Tag nicht enden lassen, um sein Vorhaben doch noch zu realisieren. Kiyomori wird im übrigen zurecht mit Mönchstonsur dargestellt, da er dem buddhistischen Laienmönchsstand beigetreten war.

. 14 Taira no Kiyomori versucht, die Sonne am Untergehen zu hindern

Mythologische Ursprünge, Munakata Schrein

Die Hauptgöttinnen von Itsuku­shima heißen Ichikishima-hime (von ihr dürf­te „Itsukushima“ ab­ge­lei­tet sein), Tagori-hime und Tagitsu-hime. Es handelt sich um drei Göttinnen der Schifffahrt und/oder des Meeres, die ihren Haupt­schrein ursprünglich in Kyūshū, im Groß­schrein von Munakata Munakata Taisha 宗像大社 Großschrein von Munakata, Kyūshūsiehe auch Bekannte Schreine → Karte nahe der Stadt Fukuoka hatten. Munakata um­fasst genau ge­nom­men drei Schreine: Hetsu-miya an der Küste Kyū­shūs, Nakatsu-miya auf einer vor­ge­lagerten Insel und Okitsu-miya auf der 60 km ent­fern­ten Insel Oki. Diese Inseln waren ehe­mals wichtige Stütz­punkte bei der Über­fahrt nach Korea. Ins­be­son­dere die kleine Insel Oki scheint als eine Art Schatz­haus fungiert zu haben, wie Aus­gra­bun­gen in jüngster Zeit be­legen. Obwohl die ganze Insel einer weib­lichen Gott­heit geweiht ist, besteht noch heute ein altes Tabu, dem­zu­folge Frauen die Insel nicht be­tre­ten dürfen. Es leben also nur männ­liche Schrein­priester auf Oki.

Schon in den ältesten Chroniken Japans, Kojiki Kojiki 古事記 „Aufzeichnung alter Begebenheiten“; älteste jap. Chronik (712)siehe auch Mythentexte → Bauten/Schreine/Torii→ Bauten/Ise Izumo→ Bauten/Ise Izumo/Izumo Schrein→ Ikonographie/Gluecksgoetter → mehr und Nihon shoki Nihon shoki 日本書紀 Zweitältestes Schriftwerk und erste offizielle Reichschronik Japans (720)siehe auch Mythentexte → Alltag/Opfergaben→ Bauten/Schreine/Torii→ Bauten/Ise Izumo→ Grundbegriffe/Shinto/Jindo→ Bauten/Ise Izumo/Izumo Schrein → mehr , sind die drei Göttinnen erwähnt. Sie ent­standen aus einem Schwert des Susanoo, das seine Schwester, Amaterasu, in Stücke schlug und zerkaute (s. Ama­terasus „jung­fräu­liche Emp­fäng­nis“). Die so ent­stan­denen Göt­tin­nen wurden später von Ama­terasu nach Kyūshū entsendet, um die Her­ab­kunft ihres Enkels Ninigi Ninigi 瓊瓊杵 mytholog. Gottheit, Enkel Amaterasussiehe auch Goetter des Himmels → Bauten/Ise Izumo/Schreinanlage Ise→ Mythen/Goetter der Erde→ Mythen/Tengu→ Mythen/Goetter des Himmels/Uzume → mehr vorzu­berei­ten. Es gibt aber Wider­sprüche inner­halb der Quellen hin­sicht­lich der Frage, welche Gott­heit für welchen Schrein zuständig ist. Dies könnte darauf hin­deu­ten, dass die Ver­bin­dung zu den Töch­tern Ama­terasus eine nach­träg­liche Kon­struk­tion darstellt, um den Schrein­komplex von Munakata in die of­fiziel­len Mythen der Yamato-Dynastie zu integrieren.

Politisch war die Inte­gration Munakatas jeden­falls er­folg­reich. Neben dem Schrein Itsuku­shima gibt es ein über ganz Japan aus­ge­dehntes Netzwerk von Zweig­schrei­nen, die meist ent­weder Munakata oder Itsukishima heißen und den Munakata Schrein als ihren Stamm­schrein ansehen.

Verweise

Fußnoten

  1. Diese Angabe stützt sich allerdings auf mittelalterliche Schreinchroniken, während der Schrein in Texten wie dem Nihon shoki Nihon shoki 日本書紀 Zweitältestes Schriftwerk und erste offizielle Reichschronik Japans (720)siehe auch Mythentexte → Alltag/Opfergaben→ Bauten/Schreine/Torii→ Bauten/Ise Izumo→ Grundbegriffe/Shinto/Jindo→ Bauten/Ise Izumo/Izumo Schrein → mehr (720) nicht genannt wird.
  2. Blair 2013.

Bilderläuterungen

  1. Itsukushima torii meiji.jpg

    Torii von Miyajima

    Schreintor, torii (Holz). 1890er Jahre?; Präfektur Hiroshima; Höhe: 16,6m
    Bild © UNIDAM, Japanologie Wien. (Letzter Zugriff: 2014/9)

    Auf dieser handkolorierten Photographie aus der Meiji-Zeit sieht man das torii von Miyajima in unbemaltem Zustand. Dabei erkennt man deutlicher, dass die Hauptpfeiler aus unbehandelten Baumstämmen bestehen. Das Bild stammt möglicherweise von Esaki Reiji (1845–1910).

  2. Itsukushima torii ebbe.jpg

    Itsukushima torii

    Schreintor, torii (Holz, bemalt). 1875; „Nationalschatz“; Höhe: 16,6m
    Bild © Eve's Apple, 2010. (Letzter Zugriff: 2014/9/30)

    Itsukushima torii bei Ebbe

  3. Miyajima torii2.jpg

    Torii von Miyajima

    Schreintor, ryōbu torii (Holz); Miyajima, Präfektur Hiroshima
    Bild © Melissa Rose Chasse, flickr 2002. (Letzter Zugriff: 2012/1)

    Das berühmte torii von Miyajima steht im seichten Meerwasser und ist gegen die Wellen mit einer speziellen Konstruktion verstärkt. Man nennt diese Bauart ryōbu torii.

  4. Miyajima closeup.jpg

    Die Pfeiler des torii von Miyajima

    Schreintor, torii (Holz, bemalt); Miyajima, Hiroshima-ken
    Bild © Jo McLure, flickr, 2009. (Letzter Zugriff: 2015/7/28)

    Touristen inspizieren die mächtigen Pfeiler des torii von Miyajima, die bei Flut im Wasser stehen.

  5. Itsukushima bird.jpg

    Itsukushima Schrein

    Photographie von Watanabe Manabu. 2006
    Bild © Discovering Japan, Nipponia 37. (Letzter Zugriff: 2011/7)

    Luftbild des Itsukushima Schreins

  6. Miyajima hirsch.jpg

    Miyajima torii

    Torii; Miyajima, Präfektur Hiroshima
    Bild © Chiba Akio, 2004. (Letzter Zugriff: 2014/9)

    Ein fotogener Hirsch in Miyajima.

  7. Ippen miyajima.jpg

    Itsukushima im japanischen Mittelalter

    Querbildrolle (Farbe und Tusche auf Papier) von En'i (Kopist anon.), Detail; aus Ippen shonin eden, Bd. 10, 1299; National Diet Library; Höhe: 38cm
    Bild © National Diet Library. (Letzter Zugriff: 2014/9/30)

    Die Anlage von Itsukushima, mit ausgebauter Seebühne und torii im Wasser, das allerdings noch nicht seitlich stabilisiert ist. Auf einer Bühne findet ein Tanz statt, die Korridore sind voll mit Zusehern. Kopie einer Querbildrolle aus der Kamakura-Zeit, die vom Leben des Wanderpredigers und Begründers der Ji-Schule Ippen handelt. Das Original entstand 1299, der Text stammt von Ippens Schüler Shōkai (1261–1323), die Bilder von einem Malermönch namens En'i.

  8. Itsukushima 1720.jpg

    Schreinanlage von Miyajima

    Querbildrolle, Detail. Edo-Zeit, 1720
    Bild © S_Minaga. (Letzter Zugriff: 2011/7)

    Abbildung der Schreinanlage von Miyajima auf einer Querbildrolle

  9. Miyajima panorama.jpg

    Miyajima und die Stadt Hiroshima

    Panoramabild von Yoshida Hatsusaburō, Detail. 1926
    Bild © Tokushima Bunri University. (Letzter Zugriff: 2011/7)

    Panoramabild der Schreininsel Miyajima und der Stadt Hiroshima (rechts oben), Ansicht von Süden. Ausschnitt eines Panaromabilds der Regionen Shikoku und Chūgoku.

  10. Itsukushima.jpg

    Itsukushima

    Schrein, torii (Holz); Miyajima, Präfektur Hiroshima
    Bild © Bohuslav Kotal, flickr 2008. (Letzter Zugriff: 2011/7)

    Der dazu gehörige Itsukushima Schrein...

  11. Itsukushima korridor.jpg

    Itsukushima

    Schreinhalle (Holz, bemalt). Edo-Zeit; „Nationalschatz“; Miyajima, Präfektur Hiroshima
    Bildquelle: Japan Foundation, Photographie von Miyoshi Kazuyoshi. (Letzter Zugriff: 2012/1)

    Gänge des Itsukushima Schreins

  12. Itsukushima korridor2.jpg

    Itsukushima

    Schreinhalle (Holz, bemalt). Frühe Edo-Zeit; „Nationalschatz“; Miyajima, Präfektur Hiroshima
    Bild © Jani Patokallio, 2001

    Korridore des Itsukushima Schreins

  13. Torii miyajima hiroshige.jpg

    Torii von Miyajima

    Farbholzschnitt, torii (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige; aus der Serie Rokujūyoshu meisho zue (Sehenswürdigkeiten aus den mehr als 60 Provinzen), 1853-56
    Bild © hiroshige.org.uk. (Letzter Zugriff: 2011/7)

    Darstellung einer Zeremonie des Itsukushima Schreins, der lediglich durch einen Ausschnitt seines berühmten torii zu identifizieren ist. Das Bild legt nahe, dass das torii im 19. Jh. aus unbehandeltem Holz bestand.

  14. Kiyomori miyajima.jpg

    Kiyomori in Itsukushima

    Farbholzschnitt, ukiyo-e (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi. 1842/43; 36,7 x 73,7 cm

    Das Bild illustriert eine Legende, laut der Kiyomori versuchte, die Sonne durch Bannsprüche am Untergehen zu hindern. Der Grund war sein Schwur, den Ausbau der Schreinanlage von Itsukushima bis zu einem bestimmten Tag zu vollenden. Als das Vorhaben knapp zu scheitern drohte, wollte er den Tag nicht enden lassen, um sein Vorhaben doch noch zu realisieren. Kiyomori wird im übrigen zurecht mit Mönchstonsur dargestellt, da er dem buddhistischen Laienmönchsstand beigetreten war.

Links

Letzte Überprüfung der Linkadressen: Aug. 2010

Literatur

  • Heather Blair 2013
    „Rites and Rule: Kiyomori at Itsukushima and Fukuhara.“ Harvard Journal of Asiatic Studies 73:1 (2013), S. 1–42.
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