Bekannte Tempel

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    Goldener Pavillion (Kinkaku-ji)

    Tempel (Holz, vergoldet). Errichtet 1398, 1950 zerstört, 1955 wieder errichtet; im Besitz des Zen-Klosters Shōkoku-ji

    Er ist das meist photographierte Bauwerk Kyotos. Ursprünglich als Teehaus für den Shōgun Ashikaga Yoshimitsu konzipiert, ging er später in den Besitz des Zen-Klosters Shōkoku-ji über.

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    Silberner Pavillion (Ginkaku-ji)

    Tempel. Muromachi-Zeit, 1484-90

    Ebenso wie der Goldene Pavillion war er ehemals ein Teehaus. Er ist berühmt für die abstrakte Kegelform im Garten des Tempels, die den Berg Fuji darstellt.

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    Miniatur des Steingartens des Ryōanji-Tempels

    Steingarten

    Der berühmte Steingarten des Ryōanji Tempels wirkt auf Fotos meistens enttäuschend. Daher hier eine Miniatur-Replik, die einmal bei www.presentpicker.com als Geschenkartikel angeboten wurde.

Kinkaku-ji, (li.), Ginkaku-ji (m.), Ryōan-ji (re.)

Wer Tempel sehen will, muss nach Kyoto. Kyoto war bis 1868 nominell die Haupt­stadt Japans und stellte von der späten Heian-Zeit bis ins siebzehnte Jahr­hundert, also während der Blütezeit des japanischen Bud­dhis­mus, das politische und kulturelle Zentrum des Landes dar. Alle bud­dhis­tischen Richtungen errichteten hier ein­drucks­volle religiöse Bau­werke, die zu den bekanntesten Sehens­würdig­keiten Japans zählen. Macht man sich aber auf die geschichtlichen Spuren des japanischen Bud­dhis­mus, so finden sich auch viele interessante Tempel außerhalb der ehemaligen Haupt­stadt, z.B. in Nara (Nara 奈良Hauptstadt und Sitz des Tenno, 710–784 (= Nara-Zeit); ehemals: Heijō-kyō …⇒), das im achten Jahr­hundert das Zentrum des Landes darstellte. Im folgenden eine kurze Auswahl von Tempeln, die sowohl baulich als auch historisch von besonderem Interesse sind.

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Tempel und Klöster

Berg Hiei

Berg Hiei (Hiei-zan 比叡山Klosterberg Hiei bei Kyoto, traditionelles Zentrum des Tendai-Buddhismus ) ist ein Klosterberg im Nordosten Kyotos mit dem Hauptkloster Enryaku-ji (Enryaku-ji 延暦寺Haupttempel des Hiei Klosterbergs …⇒). Er ist das Zentrum des Tendai (Tendai-shū 天台宗Tendai Schule, chin. Tiantai …⇒) Buddhismus und war jahr­hunderte­lang das mächtigste Kloster Japans, das eine gefürchtete Armee von Krieger­mönchen unterhielt und sich als (geistliche und militärische) Schutz­macht der Haupt­stadt ansah. 1671 wurde Berg Hiei allerdings durch den Feld­herrn Oda Nobunaga (Oda Nobunaga 織田信長Kriegsfürst, Reichseiniger; 1534–1582 …⇒) zerstört und danach nie mehr gänzlich wieder her­gestellt. Die ur­sprüng­liche Struktur der Anlage mit drei großen Tempel­bezirken und unzähligen Zweig­tempeln, die über das ganze Berg­massiv verstreut sind, besteht jedoch noch heute. Am östlichen Fuß des Berges liegt ein berühmter Schrein (also eine shintoistische Anlage), der Hie Schrein (Hie Taisha 日吉大社Schutzschrein von Berg → Hiei bei Kyoto; moderne Aussprache Hiyoshi Taisha; auch: Sannō Schrein ), der die Schutz­götter des Tempel­bergs beherbergt. (S.a. Kap. Geschichte, Saichō und Frühe Neuzeit.)

Berg Kōya

Der Klosterberg Kōya (Kōya-san 高野山Klosterberg südl. von → Nara; sprituelles Zentrum des → Shingon Buddhismus …⇒) ist das geistliche Zentrum des Shingon Buddhismus (Shingon-shū 真言宗Shingon Schule, wtl. Schule des Wahren Wortes …⇒), der zusammen mit der Tendai Schule zu den bedeutendsten bud­dhis­tischen Strömungen des Altertums zählt. Der weitläufige Gebäude­komplex befindet sich in einer ab­ge­leg­enen Berg­region südlich von Nara. Wie alle große Tempel­anlagen besteht auch Berg Kōya aus vielen Einzel­tempeln, von denen einige wertvolle Kunst­schätze bergen. V.a. aber be­ein­druckt der Tempel­berg durch einen riesigen Friedhof in dessen hinterstem Teil, dem Oku-no-in (Oku-no-in 奥の院wtl. Innerste [Tempel-] Halle; oft auch Mausoleum …⇒), sich das Mausoleum des Tempel­gründers Kūkai (Kūkai 空海Gründer des Shingon Buddhismus, 774–835 …⇒) befindet ... (Mehr)

Tōdaiji

Der Tōdaiji (Tōdaiji 東大寺Tempel des Großen Buddha von Nara; wtl. Großer Ost-Tempel ) (der Große Ost-Tempel) war ursprünglich der mächtigste Tempel der alten Haupt­stadt Nara. Er wurde 745 als Zentrum eines landes­weiten Netzes von Provinz­tempeln (kokubunji (kokubunji 国分寺Provinztempel, Provinzialhaupttempel; in der Nara-Zeit Teil eines landesweiten Tempel-Netzwerks …⇒)) errichtet. Sichtbares Zeichen seines Ranges war der Große Buddha, der kurz nach Gründung des Tōdaiji gegossen wurde. Er ist noch heute die größte Bronze­statue der Welt. Die Haupthalle des Tōdaiji, in der der Buddha (बुद्धBuddha (skt., m.)„Der Erleuchtete“ …⇒) ausgestellt ist, gilt als welt­größtes Holz­gebäude. Der Tempel ist eine der Haupt­sehens­würdig­keiten von Nara und zählt zum UNESCO Weltkulturerbe.

Kōfuku-ji

Der Kōfuku-ji (Kōfuku-ji 興福寺Tempel des Hossō-Buddhismus; einer der Sieben Großen Tempel von Nara ) ist ein weiterer wichtiger Tempel in Nara. Er diente der mächtigen Adels­familie der Fujiwara (Fujiwara 藤原mächtigste Adelsfamilie im jap. Altertum …⇒) als Familien­tempel und liegt in unmittelbarer Nähe des Kasuga (Kasuga Taisha 春日大社Kasuga Schrein, Nara; ehemals Ahnenschrein der → Fujiwara …⇒) Schreins, der ebenfalls von dieser Familie gegründet wurde. Dank der immensen Bedeutung dieser Familie während der Heian-Zeit, überflügelte der Kōfukuji den Tōdaiji, fand jedoch in Gestalt des Klosters auf Berg Hiei (s.o.) einen erbitterten Konkurrenten. Auch der Kōfuku-ji unterhielt eine gefürchtete Armee von Krieger­mönchen (sōhei (sōhei 僧兵Kriegermönch, Mönchssoldat …⇒)) und war der größte Land­besitzer im Raum Nara. Zwischen Kōfuku-ji, Kasuga Schrein und dem Tōdaiji (dem Tempel des Großen Buddha) befindet sich heute ein großer Park, der von zahmen Hirschen bevölkert ist.

Hongan-ji

Der zweigeteilte Hongan-ji (Hongan-ji 本願寺Tempel in Kyoto ) ist das spirituelle Zentrum des Shin Buddhismus vom Reinen Land (Jōdo Shinshū (Jōdo Shinshū 浄土真宗Shin-Buddhismus, bzw. Jōdo Shin-Buddhismus; wtl. „Wahre Schule des Reinen Landes“ …⇒)), der zahlen­mäßig stärksten Richtung des japanischen Buddhismus. Sein Name leitet sich vom wichtigsten Gelübde (hongan (hongan 本願Gelübde des Buddha → Amida, alle Lebewesen zu retten …⇒)) des Amida Buddha ab. Für viele Japan­besucher ist der Higashi Hongan-ji der erste große Tempel, den sie besichtigen, denn er liegt in umittelbarer Nähe des Haupt­bahnhofs von Kyoto. Hongan-ji gibt es eigentlich zwei, den Westlichen (Nishi Hongan-ji (Nishi Hongan-ji 西本願寺Westlicher Hongan-Tempel; einer der Haupttempel des Jōdo-Shin Buddhismus in Kyoto; Gegenstück des Östlichen Hongan-Tempels )) und den Östlichen (Higashi Hongan-ji (Higashi Hongan-ji 東本願寺Östlicher Hongan-Tempel; einer der Haupttempel des Jōdo-Shin Buddhismus in Kyoto; Gegenstück des Westlichen Hongan-Tempels )). Beide stehen jeweils an der Spitze riva­lisie­render Fraktionen der Jōdo Shinshū. Die Teilung wurde 1602 von Shogun Tokugawa Ieyasu (Tokugawa Ieyasu 徳川家康1. Tokugawa Shogun, 1543–1616; Reichseiniger …⇒) vor­an­ge­trieben, um die damals auch militärisch starke Glaubens­gemein­schaft zu schwächen. (S.a. Amidismus.)

Asakusa Tempel

Wenn man in Tokyo einen traditionellen Tempel besuchen will, so ist Asakusa (Asakusa-dera 浅草寺Tempel in Tokyo; offizielle (sino-jap.) Lesung: Sensō-ji …⇒) die erste Adresse. Natürlich gibt es noch zahlreiche andere bud­dhis­tische Tempel in der alten Holz­bau­weise, aber nur wenige, bei denen das gesamte architek­tonische Ensemble (inklusive Eingang, Pagode und Seiten­gebäude) nach wie vor so gut zur Geltung kommt. Dabei ist auch Asakusa nicht von den Kriegs­schäden des 2. WKs verschont geblieben. Die meisten Gebäude brannten dabei ab und wurden in der Nach­kriegs­zeit wieder aufgebaut. Doch tat dies der Be­liebt­heit des Tempels, der seit alters her für seine vielen bunten Souvenir­läden und für seine mit riesigen Lampions ge­schmückten Tempeltore berühmt ist, keinen Abbruch. Bereits in der Edo (Edo 江戸Sitz der Tokugawa Shogune, 1600–1867 (= Edo-Zeit); heute: Tokyo …⇒)-Zeit war Asakusa ein populäres Zentrum des Kannon Glaubens. Das Haupt­heiligtum ist eine winzige Kannon­statue, die der Sage nach von drei Fischern in ihren Netzen gefunden wurde. ... (Mehr)

Kiyomizu Tempel

Der Kiyomizu-dera (Kiyomizu-dera 清水寺Tempel in Kyoto ) (eig. Otowayama Kannon-ji) ist ein weiterer Kannon (Kannon 観音Bodhisattva Avalokiteshvara, wtl. „der den Klang der Welt erhört“; chin. Guanyin; „Bodhisattva des Mitleids“ …⇒) Tempel und zugleich eine der Top-Sehens­würdig­keiten von Kyoto. Besonders berühmt ist die ter­ras­sen­artige Haupt­halle, aber auch das Eingangstor und die Pagode sind sehr eindrucksvoll. Außerdem gibt es einen wunder­wirkenden Wasser­fall (Otowa-no-taki), von dem sich der Tempel­name (kiyomizu = „Reines Wasser“) herleitet. Hinter dem Tempel befindet sich ein dem Tempel zu­ge­ordneter Schrein der Gott­heit Ōkuninushi (Ōkuninushi 大国主mythol. Gottheit; wtl. Großer Meister des Landes …⇒), der Verliebten Glück bringen soll. Der Kiyomizu-dera wurde bereits in der Heian-Zeit gegründet, seine heutige Form stammt aus dem sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert.

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