Japanische Pagoden

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Bernhard Scheid, „Japanische Pagoden.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 3.8.2015). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Bauten/Tempel/Pagoden?oldid=52999X
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Pagode, Hōryū-ji

Fünfgeschoßige Pagode, gojūtō (Holz). Errichtet 711; „Nationalschatz“; Hōryū-ji, Ikaruga, Nara-ken; Höhe: 32,5 m
Bild © Lonely Trip, 2003. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Ein charakteristisches Merkmal dieser sehr alten Holzpagode () des Hōryū-ji ist das relativ breite Untergeschoß.

Pagode des Horyū-ji (8. Jh.)
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Pagode in Miyajima

Pagode, gojūtō (Holz). Errichtet 1407, erneuert 1533; Itsukushima Schrein, Miyajima, Hiroshima-ken; Höhe: 28 m
Bild © Lonely Trip, 2004. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Fünfstöckige Pagode (gojū-tō) von Itsukushima; Teil des frisch angestrichenen UNESCO-Kulturerbes von Miyajima.

Pagode des Itsukushima Schreins (15. Jh.)

Japanische Pagoden ( Pagode; Turm; abgeleitet von skt. stupa; auch sotobasiehe auch→ Bauten/Tempel/Stupa ) verstehen sich als Abbild der Grab­stätte Buddhas बुद्ध Buddha (skt., m.) „Der Erleuchtete“; jap. butsu (hotoke) 仏 oder Budda 仏陀siehe auch →  Shaka → Grundbegriffe/Buddhismus→ Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Buddhismus Lehre/Vier Wahrheiten→ Ikonographie → mehr , haben sich aber von der ur­sprüng­lichen Form, dem stūpa स्तूप stūpa (skt., m.) „Hügel“, Grabmonument; jap. 塔 oder sotoba 卒塔婆siehe auch →  Stupa → Bauten/Bekannte Schreine/Nikko→ Alltag/Friedhof→ Alltag/Friedhof/Gorinto→ Ikonographie/Shaka/Buddhas Leben → mehr , recht weit ent­fernt (s. dazu Sidepage Stupa). Es sind typi­scher­weise schlanke, turm­artige Bau­werke, die im wesent­lichen aus mehreren, wie Hüt­chen auf ein­ander gestapelten Dach­kon­struk­tionen bestehen. Diese Pagoden bezeichnet man als tajū-tō tajū-tō 多重塔 mehrstöckige Pagodesiehe auch→ Bauten/Tempel (mehrstöckige Pagode). Fast alle japa­nischen Pagoden dieses Typs bestehen ent­weder aus drei (sanjū-tō sanjū-tō 三重塔 dreistöckige Pagode) oder fünf (gojū-tō gojū-tō 五重塔 fünfstöckige Pagode) Stock­werken. Sie haben einen qua­dra­ti­schen Grund­riss und ver­jüngen sich mit zu­neh­men­der Höhe ein wenig.

Mehrstock-Pagoden

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Pagode des Tempels Kōfuku-ji

Fünfgeschoßige Pagode, gojū-tō (Holz). Errichtet 730; „Nationalschatz“; Nara, Nara-ken; Höhe: 35,6 m
Bild © 663highland, 2010 (Wikimedia Commons). (Letzter Zugriff: 2012/10)

Die Pagode (gojū-tō) des Kōfuku-ji wurde mehrmals zerstört oder beschädigt und nach alten Plänen wieder aufgebaut. Die letzte Wiedererrichtung stammt aus 1426.

Kōfuku-ji, Nara
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Pagode Daigo-ji

Pagode, gojū-tō (Holz). Errichtet 951; „Nationalschatz“; Kyōto; Höhe: 38 m
Bild © Lonely Trip, 2004. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Funfgeschoßige Pagode (gojū-tō) des Daigo-ji. Eines der wenigen Gebäude Kyōtos aus der Heian-Zeit, die den Ōnin-Krieg (Ōnin no Ran) überstanden.

Daigo-ji, Kyōto
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Pagode Tōji

Pagode, gojūtō (Holz). Errichtet 828, zerstört, neu errichtet 1644; „Nationalschatz“; Tōji (Kyōōgokoku-ji), Kyōto; Höhe: 54,8 m
Bild © S. Minaga, 2001. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Mit fast 55 m Gesamthöhe ist dies die größte fünfgeschoßige (gojū-tō) Holzpagode Japans. Es wurde kaum eine Verjüngung der einzelnen Stockwerke durchgeführt.

Tōji, Kyōto
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Pagode des Asakusa Tempels

Fünfgeschoßige Pagode, gojū-tō (Stahlbeton). 1973; Sensō-ji, Asakusa, Tōkyō; Höhe: 48 m; Sockel 7,5 m
Bild © Edward Hahn, 2007. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Der berühmte Asakusa-dera in Tōkyō besaß bis zum Zweiten Weltkrieg eine fünfstöckige Holzpagode (gojū-tō) aus dem Jahr 1648. Sie wurde 1945 zusammen mit den meisten anderen Gebäuden der Anlage zerstört. Die neue Pagode wurde von der rechten auf die linke Seite des Zugangswegs (Nakamise dōri) verlegt.

Sensō-ji, Tōkyō
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Pagode Nikkō

Pagode, gojūtō (Holz). Errichtet 1650, zerstört 1815, wiedererrichtet 1818; Tōshō-gū, Nikkō, Tochigi-ken; Höhe: 31,8 m
Bild © Mike Murrill, flickr 2007. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Diese besonders schlanke fünfgeschoßige Pagode (gojū-tō) befindet sich auf dem Gelände des Tōshō-gū Schreins (!) in Nikkō.

Tōshō-gū, Nikkō
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Pagode Murō-ji

Pagode, gojūtō (Holz). Heian-Zeit, errichtet um 800; „Nationalschatz“; Murō-ji, Nara-ken; Höhe: 16 m
Bild © Mihoo Nikki, 2007. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Die kleinste unter den klassischen 5-Stock Pagoden (gojū-tō). Das Kloster Murō-ji wird auch als „Berg Kōya der Frauen“ bezeichnet, weil es — im Gegensatz zum berühmten Zentrum des Shingon-Buddhismus — auch schon in vormoderner Zeit von Frauen besucht werden durfte.

Murō-ji, Nara-ken
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Tō-tō (Östliche Pagode), Yakushi-ji

Dreigeschoßige Pagode (Holz). Errichtet 730; „Nationalschatz“; Yakushi-ji, Nara; Höhe: 33.6 m
Bild © Matthew McVickar, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Gilt als dreistöckige Pagode (sanjū-tō), die eingeschobenen Zwischendächer verleihen ihr aber eine besondere Note. Seit ihrer Errichtung wurde diese Pagode zwar oft beschädigt, aber nie ganz zerstört. Die „Westliche Pagode“ des Yakushi-ji wurde hingegen ganz zerstört und erst 1981 nach dem Bauplan dieser Pagode rekonstruiert.

Yakushi-ji (Ost), Nara
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Sai-tō (Westliche Pagode), Yakushi-ji

Dreigeschoßige Pagode (Holz). Errichtet 1981; Yakushi-ji, Nara; Höhe: 33,9 m

Schon in der Nara-Zeit gab es zur Östlichen Pagode des Yakushi-ji (s. voriges Bild) ein Pendant. Diese Pagode wurde aber 1528 zerstört und erst 1981, nach der Bauart der Östlichen Pagode (sanjū-tō), wieder errichtet. Die Bemalung entspricht dem ursprünglichen Stil beider Pagoden. Da man den natürlichen Schrumpfungsprozess des Holzes einberechnete, ist diese Pagode derzeit um 30cm höher als ihr Zwilling.

Yakushi-ji (West), Nara
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Sanjū-tō, Hokki-ji

Dreigeschoßige Pagode (Holz). Errichtet 706; „Nationalschatz“; Hokki-ji, Ikaruga, Nara-ken; Höhe: 24 m
Bild © Lonely Trip, 2003. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Älteste dreistöckige Pagode (sanjū-tō) Japans.

Hokki-ji, Nara-ken
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Pagode des Tempels Henjō-in

Dreigeschoßige Pagode, sanjū-tō (Holz). Errichtet 1416; Kurashiki, Okayama-ken; Höhe: 22,2 m
Bild © Lonely Trip, 2003. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Dreigeschoßige Pagode (sanjū-tō) des Henjō-in.

Henjō-in, Okayama-ken
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Sanjū-tō, Kiyomizudera

Dreigeschoßige Pagode (Holz). Errichtet 1632; Kiyomizudera, Kyōto; Höhe: 30 m
Bildquelle: Okinawa Soba, flickr 2008. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Handkolorierte Aufnahme (Ausschnitt), zwischen 1892–95, von Enami Nobukuni, einem der bekanntesten Fotopioniere Japans. Aufnahme von Osten, der Kiyomizu-dera befindet sich im Rücken des Fotografen. 1911 wurde die dreigeschoßige Pagode (sanjū-tō) hangaufwärts an den heutigen Standort verlegt.

Kiyomizu-dera (alt), Kyōto
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Sanjū-tō, Kiyomizudera

Dreigeschoßige Pagode (Holz). Errichtet 1632; Kiyomizudera, Kyōto; Höhe: 30 m
Bild © Ron Reznick, 2004. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Die gleiche dreigeschoßige Pagode (sanjū-tō) des Kiyomizu-dera wie auf dem Foto von Egami Namio, gute hundert Jahre später. Wie man sieht, hat sich nicht nur die Umgebung stark verändert, auch die Pagode selbst verfügt beispielsweise über Dachziegeln, während sie früher offenbar mit Rinde gedeckt war. Das Beispiel verdeutlicht, dass es durchaus möglich ist, traditionelle japanische Holzbauten zu zerlegen, zu verlegen und neu zusammenzusetzen.

Kiyomizu-dera (neu), Kyōto
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Pagode Narita-san

Pagode, sanjūtō (Holz). Errichtet 1712, zahlreiche Reparaturen; Shinshō-ji, Narita, Chiba-ken; Höhe: 27 m

Diese dreigeschoßige Pagode (sanjū-tō) zeichnet sich durch besonders reichhaltige Ornamente aus. Der Shingon Tempel Shinshō-ji, auch Narita-san, ist ein beliebtes Pilgerzentrum nahe dem Flughafen Narita. Besonders zu Neujahr (O-shōgatsu) zieht er (obwohl ein Tempel) beachtliche Besuchermassen an.

Shinjō-ji, Narita
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Pagode Nachi

Dreigeschoßige Pagode (Stahlbeton). Errichtet 1972; Seigando-ji, Wakayama-ken; Höhe: 25 m

Eigentlich ein als dreigeschoßige Pagode (sanjū-tō) getarnter Aussichtsturm, der allerdings optimal positioniert ist, um einen Blick auf den heiligen Nachi-Wasserfall im Hintergrund zu werfen. Der Nachi-Wasserfall ist Teil des über ein ganzes Bergmassiv verteilten Schrein-Komplexes von Kumano im Südosten der Halbinsel Kii.

Nachi, Wakayama-ken
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Tō-tō (Östliche Pagode), Berg Hiei

Zweigeschoßige Pagode (Holz). Heian-Zeit(?), zerstört 1571, wieder errichtet 1980; Enryaku-ji, Berg Hiei; Höhe: 30 m
Bild © Lonely Trip, 2005. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Im Unterschied zum tahōtō-Typ ist hier auch das Obergeschoß quadratisch. Es handelt sich daher um eine „gewöhnliche“ Pagode () des Enryaku-ji mit lediglich zwei Geschoßen.

Enryaku-ji, Shiga-ken

Die Pagoden mit drei oder fünf Geschoßen stellen den ältesten Pago­den­typ Japans dar, der im sechsten und siebenten Jahr­hundert von China und Korea über­nommen wurde. Seit dieser Zeit haben sich die mehr­stöcki­gen Pagoden fast nicht mehr verändert. In China und Korea sind sie dagegen heute fast voll­stän­dig von steinernen Türmen unter­schied­licher Stil­rich­tungen verdrängt worden. Das liegt zum einen daran, dass sich die tradi­tionelle Holz­bau­weise in Japan grund­sätz­lich weniger stark ver­ändert hat als in China, zum anderen aber an der Tatsache, dass sich gerade die bau­liche Struktur der Pagoden als beson­ders stabil gegen­über Erd­beben erwie­sen hat. Daher sind unter den ältes­ten Holz­bauten Japans Pago­den beson­ders häufig zu finden.

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Querschnitt der fünfstöckigen Pagode des Horyū-ji

Fünfgeschoßige Pagode, gojūtō (Holz). Errichtet 711; „Nationalschatz“; Hōryū-ji, Ikaruga, Nara-ken; Höhe: 32,5 m

Ein charakteristisches Merkmal dieser sehr alten Holzpagode () des Hōryū-ji ist das relativ breite Untergeschoß.

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Skizze des Tō-tō (Östliche Pagode) des Yakushi-ji

Dreigeschoßige Pagode (Holz). Errichtet 730; „Nationalschatz“; Yakushi-ji, Nara; Höhe: 33,6 m

Dreistöckige Pagode (sanjū-tō) des Yakushi-ji mit den ungewöhnlichen Zwischendächern.

Oben: Dreistöckige Pagode des Yakushi-ji, Nara mit den ungewöhnlichen Zwischendächern.

Links: Fünfstöckige Pagode des Horyū-ji.

Eines der Geheimnisse der Erd­beben­resistenz liegt im zentralen Mittel­pfeiler (shinbashira shinbashira 心柱/真柱 Bezeichnet die zentrale Säule einer Pagode, wtl. Herz-Pfeiler oder wahrer Pfeiler, wtl. „Herz-Pfeiler“), der bei den meisten Pagoden — ent­gegen aller Erwar­tung — nicht fest im Boden verankert ist, sondern gleich­sam frei schwe­bend erst in einiger Ent­fer­nung vom Boden beginnt. Die Pagode ruht daher auf mehreren sym­met­risch ver­teil­ten Stützen und lässt sich im Bedarfs­fall sogar ein wenig ver­schieben. Die einzel­nen Balken einer Pagode sind — wie im übrigen auch bei anderen tradi­tionel­len Holz­bauten — nicht genagelt, son­dern in ein­ander gesteckt und ver­keilt, was eine gewisse Beweg­lich­keit zulässt und Schwin­gun­gen inner­halb des Bau­werks ab­bremst. Darüber hinaus ent­steht bei einem Beben ein Schwin­gungs­muster, das die Erschüt­te­rungen abfe­dert, weil sich jedes „Stock­werk“ in eine ent­ge­gen­ge­setzte Rich­tung bewegt. Dieses Phäno­men wird im Fach­jargon als „Schlan­gen­tanz“ der Pago­den bezeichnet.

In der ersten Blütezeit des japanischen Bud­dhis­mus, als dem Staat nichts zu teuer war, um sich die Unter­stützung Buddhas बुद्ध Buddha (skt., m.) „Der Erleuchtete“; jap. butsu (hotoke) 仏 oder Budda 仏陀siehe auch →  Shaka → Grundbegriffe/Buddhismus→ Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Buddhismus Lehre/Vier Wahrheiten→ Ikonographie → mehr und Boddhisattvas बोधिसत्त्व Bodhisattva (skt., m.) „Erleuchtetes Wesen“; jap. bosatsu 菩薩siehe auch →  Buddhismus Lehre → Bauten/Tempel→ Ikonographie→ Ikonographie/Kannon→ Alltag/Matsuri/Phalluskulte → mehr zu sichern, errichtete man auf dem Gelände des Daibutsu Daibutsu 大仏 Großer Buddha; monumentale Buddha Statuesiehe auch Daibutsu → Bauten/Bekannte Tempel→ Ikonographie/Amida→ Ikonographie/Dainichi→ Ikonographie/Shaka → mehr in der damailgen Hauptstadt Nara sogar zwei sieben­stöckige Pagoden, die an die hundert Meter hoch gewesen sein sollen und von denen eine immerhin bis 1180 überdauerte. Sie wurde zwar unter dem eminenten Mönch Chōgen Chōgen 重源 Mönch der → Shingon-shū (1121–1206) , bekannt für die Wiedererrichtung des → Tōdaijisiehe auch Daibutsu → Bauten/Tempel/Tempeltore→ Ikonographie/Heilige noch einmal aufgebaut, 1362 aber neuerlich ein Raub der Flammen. 1 Danach scheint man sich im Pa­goden­bau auf einen kleineren Maßstab beschränkt zu haben.

Vielschatz-Pagoden

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Pagode, Berg Kōya

Pagode, tahōtō (Holz). Errichtet 1223; „Nationalschatz“; Kongō Sanmai-in, Berg Kōya, Wakayama-ken; Höhe: 15,6 m

Einer der vielen „Nationalschätze“ von Berg Kōya. Die „Schatz-Pagode“ (tahō-tō) gehört zum dortigen Haupttempel, dem Kongō Sanmai-in.

Sanmai-in, Berg Kōya
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Pagode, Ishiyama-dera

Schatz-Pagode, tahōtō (Holz). Errichtet 1194; „Nationalschatz“; Ishiyama-dera, Ōtsu, Präfektur Shiga; Höhe: 17,2 m
Bildquelle: Wikimedia Commons, 2009. (Letzter Zugriff: 2011/8)

Der Ishiyama-dera — ein Shingon-Tempel am Südufer des Biwa-Sees — besitzt die älteste erhaltene tahō-tō-Pagode.

Ishiyama-dera, Shiga-ken
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Tahō-tō, Hiroshima

Schatz-Pagode (Holz). Errichtet 1327; „Nationalschatz“; Jōdo-ji, Onomichi, Hiroshima-ken; Höhe: 20,5 m
Bild © Lonely Trip, 2003. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Tahō-tō-Pagode des Tempels Jōdo-ji. Der Tempel gehört — trotz seines Namens: „Tempel des Reinen Landes“ — dem Shingon Buddhismus an.

Jōdo-ji, Hiroshima-ken
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Tahō-tō, Negoro-ji

Schatz-Pagode (Holz). 16. Jh.; „Nationalschatz“; Negoro-ji, Wakayama-ken; Höhe: 40 m
Bild © Testudō de ryokō, 2007. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Wird auch als daitō, „Riesenpagode“, eine Sonderform der „Schatz-Pagode“ (tahō-tō) bezeichnet. Einzige erhaltene daitō-Pagode aus vormoderner Zeit. Der Negoro-ji in der Gebirgskette Katsuragi (südlich von Nara) ist ein traditionelles Zentrum der yamabushi und gehört dem Shingon Buddhismus an. In der „Zeit der kämpfenden Länder“ (sengoku jidai, 15.–16. Jh.) unterhielt er eine schlagkräftige Armee von Kriegermönchen.

Negoro-ji, Wakayama-ken
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Konpon Daitō, Berg Kōya

Schatz-Pagode (Stahlbeton). Errichtet 1937; Kongōbu-ji, Berg Kōya, Wakayama-ken; Höhe: 48,5 m
Bild © Tabi no shashin gazō shū, 2011. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Außer dieser „Riesenpagode“ (daitō) gibt es auf dem Klosterberg Kōya — dem wichtigsten Zentrum des Shingon Buddhismus — noch andere, wesentlich ältere und schönere „Schatz-Pagoden“ (tahō-tō), doch in Folge ihrer Masse und ihrer grellen Bemalung zieht diese Pagode unwillkürlich alle Blicke auf sich.

Kongōbu-ji, Berg Kōya

Im Laufe der Heian-Zeit kam ein neuer Pagodentyp von eher gedrungener Statur auf, den man als tahō-tō tahō-tō 多宝塔 einstöckiger Pagodentyp, wtl. „Vielschatzpagode“siehe auch→ Bauten/Tempel (wtl. Vielschatzpagode) bezeichnet. Tahō-tō Pagoden besitzen lediglich ein Unter­geschoß und ein Ober­geschoß. Das quadratische Unter­geschoß wölbt sich zu einer Halb­kugel, auf der das runde Ober­geschoß aufsitzt. Dieser Bau­typ ver­breitete sich mit dem esoterischen Bud­dhis­mus in Japan. Er soll — im Gegensatz zu den Vielgeschoßigen Pagoden — ein eigenständiger japanischer Pagodentyp sein. Andererseits kann man auch Ähnlichkeiten mit der Urform der Pagode, dem indischen Stupa, erkennen. Heute sind Viel­schatz­pagoden vor allem in Shingon Shingon-shū 真言宗 Shingon Schule, wtl. Schule des Wahren Wortessiehe auch Kukai → Grundbegriffe/Buddhismus Lehre→ Bauten/Bekannte Tempel→ Ikonographie→ Bauten/Tempel/Tempeltore → mehr -Tempeln zu finden.

Sonderformen

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Hakkaku-tō, Anraku-ji

Achteckige Pagode (Holz). Errichtet um 1300; „Nationalschatz“; Anraku-ji, Nagano-ken; Höhe: 18,65 m

Einziges japanisches Beispiel einer achteckigen Pagode (). Vom chinesischen Chan (Zen) Stil beeinflusst.

Anraku-ji
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Jūsanjū-tō, Tanzan Jinja

13-stöckige Pagode (Holz). 16. Jh., errichtet 678, zerstört, wiedererrichtet 1532; „Nationalschatz“; Tanzan Jinja, Nara-ken; Höhe: 16,2 m
Bild © Hatada I.. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Einzige erhaltene 13-stöckige Pagode () in Japan! Befindet sich in einer Schreinanlage, die ehemals als buddhistisches Mausoleum des Ahnherrn der Fujiwara-Dynastie, Nakatomi no Kamatari (614–669) errichtet wurde. Später wurde der Ahnherr zu einer Gottheit und der Tempel zu einem Schrein. Die Pagode, eigentlich ein buddhistisches Merkmal, blieb dennoch als Bestandteil der Schreinanlage bestehen.

Tanzan Jinja, Nara-ken
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Sōrin-tō, Nikkō

Sōrin-Pagode (Bronze). Errichtet 1643; „Nationalschatz“; Rinnō-ji, Nikkō, Tochigi-ken; Höhe: 17,5 m
Bild © Eve Anderson, 2004. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Dieser seltene, raketenförmige Pagodentyp besteht lediglich aus dem beringten Stab (sōrin), der üblicherweise die Spitze einer Pagode () bildet. Er dient als Sutrenspeicher.

Anraku-ji
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Steinpagode in Uji

Dreizehnstöckige Stele. Kamakura-Zeit, 1286; Höhe: 15 m
Bild © travel.jp. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Diese Steinpagode () wurde vom Shingon-Mönch Eizon (1201–1290) nahe der berühmten Brücke von Uji und des Tempels Byōdō-in im Süden Kyōtos auf einer Insel im Uji Fluss errichtet. Sie sollte die Stabilität der Brücke sichern helfen. Unter der Pagode sollen sich Fischereigeräte befinden — eine Methode, um durch die Verschonung von Lebewesen gutes Karma anzusammeln.

Tanzan Jinja, Nara-ken
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Gorintō, Mimizuka, Kyōto

Grabmonument (Stein). Errichtet 1773
Bild © Frank Gualtieri, Wikimedia Commons 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Das Monument in Form eines gorintō-Grabsteins ist mit deutlich erkennbaren Sanskrit-Zeichen versehen, die die fünf Elemente der buddhstischen Naturlehre symbolisieren. Es befindet sich auf dem Mimizuka ("Ohrenhügel") in Kyōto, wo die Nasen und Ohren der koreanischen Kriegsgegner, die im Zuge von Toyotomi Hideyoshis Korea-Invasion (1592–98) getötet wurden, beigesetzt sind. Zugleich ein Zeichen des Triumphes und der Bitte um Vergebung.

Mimizuka, Kyōto

Obwohl die große Mehrzahl japanischer Pagoden den beiden oben genannten Stil­typen ent­spricht, gibt es auch einige Sonder­formen, wie die acht­eckige Pagode des Anraku-ji in Nagano oder die drei­zehn­stöckige Pagode des Tanzan Schreins in der Präfektur Nara. Es gibt auch Hinweise, dass vor der Halle des Großen Buddha im Tōdaiji Tōdaiji 東大寺 Tempel des Großen Buddha von Nara; wtl. Großer Ost-Tempelsiehe auch Bekannte Tempel → Bauten/Tempel/Tempeltore→ Bauten/Bekannte Schreine→ Bauten/Bekannte Schreine/Kasuga→ Ikonographie/Dainichi → mehr , dem größten Tempelbau Japans, einst zwei sieben­stöckige Pagoden standen, die weit größer waren als alle heute erhal­tenen Pagoden. All diese Sonder­formen haben sich aber auf die Dauer nicht durchgesetzt.

Die Grundform der Pagode wurde auch für andere Zwecke eingesetzt, als zur Errichtung turm­artiger Gebäude. So findet man z.B. vielstöckige pagodenartige Stelen aus Stein, die mehr oder weniger als Denk­mäler anzusehen sind und häufig auf Fried­höfen stehen. Auch die traditio­nellen japanischen Grabsteine sind der Wort­bedeu­tung nach Pagoden bzw. Stupas (s. Sidepage Gorintō).

Schließlich wurden Pagoden auch graphisch dargestellt. Diverse heilige Texte wurden so gestaltet, dass das Schrift­bild eine Pagode aus Schrift­zeichen ergab.

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Mandala einer Schatzpagode aus Goldlettern (Kinji hōtō mandara)

Hängerollbild (Goldtinte auf blauschwarzem Grund). 12. Jh.; „Nationalschatz“; Chūson-ji, Hiraizumi, Iwate-ken
Bild © Bamse, 2011, Wikimedia Commons. (Letzter Zugriff: 2012/5)

Mandala, welches eine zehnstufige Pagode () bestehend aus Schriftzeichen, die zusammen ein Kapitel des Goldglanz-Sutras (Konkōmyō saishōō-kyō 金光明最勝王経) ergeben, zeigt.

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Mandala einer Schatzpagode aus Goldlettern (Kinji hōtō mandara)

Hängerollbild (Goldtinte auf blauschwarzem Grund), Detail. 12. Jh.; Chūson-ji, Hiraizumi, Iwate-ken

Detail des mandala, das eine zehnstufige Pagode (), bestehend aus Schriftzeichen, die zusammen ein Kapitel des Goldglanz-Sutras ergeben, zeigt.

Kinji hōtō mandara (Schatzpagode aus Goldlettern). Chūson-ji, Hiiraizumi, Iwate-ken. 12. Jh, Goldtinte auf blauschwarzem Grund.

Zehngeschoßige Pagode bestehend aus Schriftzeichen, die zusammen ein Kapitel des Goldglanz-Sutras ergeben.


Anmerkungen

  1. Rosenfield 2011, S. 126–27
Bauten/Tempel (zurück zum Hauptartikel)
Ikonographie