Japanische Pagoden
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Pagode, Hōryū-ji
Ein charakteristisches Merkmal dieser sehr alten Holzpagode ist das relativ breite Untergeschoß. Pagode des Horyū-ji (8. Jh.)
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Fünfstöckige Pagode (Gojūtō)
Teil des frisch angestrichenen UNESCO-Kulturerbes von Miyajima. Pagode des Itsukushima Schreins (15. Jh.)
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Japanische Pagoden (tō (tō 塔 — Pagode )) verstehen sich als Abbild der Grabstätte Buddhas (बुद्धBuddha (skt., m.) — „Der Erleuchtete“ …mehr ⇒) , haben sich aber von der ursprünglichen Form, dem stupa (स्तूपstūpa (skt., m.) — „Hügel“, Grabmonument …mehr ⇒) , recht weit entfernt (s. dazu Sidepage Stupa). Es sind typischerweise schlanke, turmartige Bauwerke, die im wesentlichen aus mehreren, wie Hütchen auf einander gestapelten Dachkonstruktionen bestehen. Diese Pagoden bezeichnet man als tajū-tō (tajū-tō 多重塔 — mehrstöckige Pagode ) (mehrstöckige Pagode). Fast alle japanischen Pagoden dieses Typs bestehen entweder aus drei (sanjū-tō (sanjū-tō 三重塔 — dreistöckige Pagode )) oder fünf (gojū-tō (gojū-tō 五重塔 — fünfstöckige Pagode )) Stockwerken. Sie haben einen quadratischen Grundriss und verjüngen sich mit zunehmender Höhe ein wenig.
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Mehrstock-Pagoden
Pagode des Tempels Kōfuku-ji
- Fünfgeschoßige Pagode, gojū-tō (Holz). Errichtet 730; „Nationalschatz“; Nara, Nara-ken; Höhe: 35,6 m
Bild © 663highland, 2010 (Wikimedia Commons). (Letzter Zugriff: 2012/10)
Die Pagode wurde mehrmals zerstört oder beschädigt und nach alten Plänen wieder aufgebaut. Die letzte Wiedererrichtung stammt aus 1426.
Pagode des Tempels Daigo-ji
- Fünfgeschoßige Pagode, gojū-tō (Holz). Errichtet 951; „Nationalschatz“; Kyoto; Höhe: 38 m
Bild © Lonely Trip, 2004. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Gojūtō
- Fünfgeschoßige Pagode (Holz). Errichtet 828, zerstört, neu errichtet 1644; „Nationalschatz“; Tōji (Kyōōgokoku-ji), Kyoto; Höhe: 54,8 m
Bild © S. Minaga, 2001. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Mit fast 55 m Gesamthöhe ist sie die größte Holzpagode Japans. Es wurde kaum eine Verjüngung der einzelnen Stockwerke durchgeführt.
Pagode des Asakusa Tempels
- Fünfgeschoßige Pagode, gojū-tō (Stahlbeton). 1973; Sensō-ji, Asakusa, Tokyo; Höhe: 48 m; Sockel 7,5 m
Bild © Edward Hahn, 2007. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Der berühmte Asakusa Tempel in Tokyo besaß bis zum Zweiten Weltkrieg eine fünfstöckige Holzpagode aus dem Jahr 1648. Sie wurde 1945 zusammen mit den meisten anderen Gebäuden der Anlage zerstört. Die neue Pagode wurde von der rechten auf die linke Seite des Zugangswegs (Nakamise dōri) verlegt.
Gojūtō
- Fünfgeschoßige Pagode (Holz). Errichtet 1650, zerstört 1815, wiedererrichtet 1818; Tōshō-gū, Nikkō, Tochigi-ken; Höhe: 31,8 m
Bild © Mike Murrill, flickr 2007. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Besonders schlanke Form. Diese Pagode befindet sich auf dem Gelände des Tōshō-gū Schreins (!) in Nikkō.
Gojūtō, Nikkō
- Fünfgeschoßige Pagode (Holz). Heian-Zeit, errichtet um 800; „Nationalschatz“; Murō-ji, Nara-ken; Höhe: 16 m
Bild © Mihoo Nikki, 2007. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Die kleinste unter den klassischen 5-Stock Pagoden. Das Kloster Murō-ji wird auch als „Berg Kōya der Frauen“ bezeichnet, weil es — im Gegensatz zum berühmten Zentrum des Shingon-Buddhismus — auch schon in vormoderner Zeit von Frauen besucht werden durfte.
Tōtō (Östliche Pagode), Yakushi-ji
- Dreigeschoßige Pagode (Holz). Errichtet 730; „Nationalschatz“; Yakushi-ji, Nara; Höhe: 33.6 m
Bild © Matthew McVickar, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Gilt als dreistöckige Pagode, die eingeschobenen Zwischendächer verleihen ihr aber eine besondere Note. Seit ihrer Errichtung wurde diese Pagode zwar oft beschädigt, aber nie ganz zerstört. Die „Westliche Pagode“ des Yakushi-ji wurde hingegen ganz zerstört und erst 1981 nach dem Bauplan dieser Pagode rekonstruiert.
Saitō (Westliche Pagode), Yakushi-ji
- Dreigeschoßige Pagode (Holz). Errichtet 1981; Yakushi-ji, Nara; Höhe: 33,9 m
Schon in der Nara-Zeit gab es zur Östlichen Pagode (s. voriges Bild) ein Pendant. Diese Pagode wurde aber 1528 zerstört und erst 1981, nach der Bauart der Östlichen Pagode, wieder errichtet. Die Bemalung entspricht dem ursprünglichen Stil beider Pagoden. Da man den natürlichen Schrumpfungsprozess des Holzes einberechnete, ist diese Pagode derzeit um 30cm höher als ihr Zwilling.
Sanjū-tō, Hokki-ji
- Dreigeschoßige Pagode (Holz). Errichtet 706; „Nationalschatz“; Hokki-ji, Ikaruga, Nara-ken; Höhe: 24 m
Bild © Lonely Trip, 2003. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Älteste dreistöckige Pagode Japans.
Pagode des Tempels Henjō-in
- Dreigeschoßige Pagode, sanjū-tō (Holz). Errichtet 1416; Kurashiki, Okayama-ken; Höhe: 22,2 m
Bild © Lonely Trip, 2003. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Sanjū-tō, Kiyomizudera
- Dreigeschoßige Pagode (Holz). Errichtet 1632; Kiyomizudera, Kyoto; Höhe: 30 m
Bildquelle: Okinawa Soba, flickr 2008. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Handkolorierte Aufnahme (Ausschnitt), zwischen 1892–95, von Enami Nobukuni, einem der bekanntesten Fotopioniere Japans. Aufnahme von Osten, der Kiyomizu Tempel befindet sich im Rücken des Fotografen. 1911 wurde die Pagode hangaufwärts an den heutigen Standort verlegt.
Sanjū-tō, Kiyomizudera
- Dreigeschoßige Pagode (Holz). Errichtet 1632; Kiyomizudera, Kyoto; Höhe: 30 m
Bild © Ron Reznick, 2004. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Die gleiche Pagode wie auf dem vorigen Bild, gute hundert Jahre später. Wie man sieht, hat sich nicht nur die Umgebung stark verändert, auch die Pagode selbst verfügt beispielsweise über Dachziegeln, während sie früher offenbar mit Rinde gedeckt war. Das Beispiel verdeutlicht, dass es durchaus möglich ist, traditionelle japanische Holzbauten zu zerlegen, zu verlegen und neu zusammenzusetzen.
Sanjū-tō, Narita-san
- Dreigeschoßige Pagode (Holz). Errichtet 1712, zahlreiche Reparaturen; Shinshō-ji, Narita, Chiba-ken; Höhe: 27 m
Diese Pagode zeichnet sich durch besonders reichhaltige Ornamente aus. Der Shingon Tempel Shinshō-ji, auch Narita-san, ist ein beliebtes Pilgerzentrum nahe dem Flughafen Narita. Besonders zu Neujahr zieht er (obwohl ein Tempel) beachtliche Besuchermassen an.
Sanjū-tō, Nachi
- Dreigeschoßige Pagode (Stahlbeton). Errichtet 1972; Seigando-ji, Wakayama-ken; Höhe: 25 m
Eigentlich ein als Pagode getarnter Aussichtsturm, der allerdings optimal positioniert ist, um einen Blick auf den heiligen Nachi-Wasserfall im Hintergrund zu werfen. Der Nachi-Wasserfall ist Teil des über ein ganzes Bergmassiv verteilten Schrein-Komplexes von Kumano im Südosten der Halbinsel Kii.
Tōtō (Östliche Pagode), Berg Hiei
- Zweigeschoßige Pagode (Holz). Heian-Zeit(?), zerstört 1571, wieder errichtet 1980; Enryaku-ji, Berg Hiei; Höhe: 30 m
Bild © Lonely Trip, 2005. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Im Unterschied zum tahōtō-Typ ist hier auch das Obergeschoß quadratisch. Es handelt sich daher um eine „gewöhnliche“ Pagode mit lediglich zwei Geschoßen.
Die Pagoden mit drei oder fünf Geschoßen stellen den ältesten Pagodentyp Japans dar, der im sechsten und siebenten Jahrhundert von China und Korea übernommen wurde. Seit dieser Zeit haben sich die mehrstöckigen Pagoden fast nicht mehr verändert. In China und Korea sind sie dagegen heute fast vollständig von steinernen Türmen unterschiedlicher Stilrichtungen verdrängt worden. Das liegt zum einen daran, dass sich die traditionelle Holzbauweise in Japan grundsätzlich weniger stark verändert hat als in China, zum anderen aber an der Tatsache, dass sich gerade die bauliche Struktur der Pagoden als besonders stabil gegenüber Erdbeben erwiesen hat. Daher sind unter den ältesten Holzbauten Japans Pagoden besonders häufig zu finden.
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Querschnitt der fünfstöckigen Pagode des Horyū-ji
Ein charakteristisches Merkmal dieser sehr alten Holzpagode ist das relativ breite Untergeschoß. |
Skizze des Tōtō (Östliche Pagode) des Yakushi-ji
Dreistöckige Pagode des Yakushi-ji mit den ungewöhnlichen Zwischendächern. Oben: Dreistöckige Pagode des Yakushi-ji, Nara mit den ungewöhnlichen Zwischendächern.
Links: Fünfstöckige Pagode des Horyū-ji. |
Eines der Geheimnisse der Erdbebenresistenz liegt im zentralen Mittelpfeiler (shinbashira, wtl. „Herz-Pfeiler“), der bei den meisten Pagoden — entgegen aller Erwartung — nicht fest im Boden verankert ist, sondern gleichsam frei schwebend erst in einiger Entfernung vom Boden beginnt. Die Pagode ruht daher auf mehreren symmetrisch verteilten Stützen und lässt sich im Bedarfsfall sogar ein wenig verschieben. Die einzelnen Balken einer Pagode sind — wie im übrigen auch bei anderen traditionellen Holzbauten — nicht genagelt, sondern in einander gesteckt und verkeilt, was eine gewisse Beweglichkeit zulässt und Schwingungen innerhalb des Bauwerks abbremst. Darüber hinaus entsteht bei einem Beben ein Schwingungsmuster, das die Erschütterungen abfedert, weil sich jedes „Stockwerk“ in eine entgegengesetzte Richtung bewegt. Dieses Phänomen wird im Fachjargon als „Schlangentanz“ der Pagoden bezeichnet.
In der ersten Blütezeit des japanischen Buddhismus, als dem Staat nichts zu teuer war, um sich die Unterstützung von Buddha (बुद्धBuddha (skt., m.) — „Der Erleuchtete“ …mehr ⇒) s und Bodhisattva (बोधिसत्त्वBodhisattva (skt., m.) — „Erleuchtetes Wesen“ …mehr ⇒) s zu sichern, errichtete man auf dem Gelände des Daibutsu (Daibutsu 大仏 — Großer Buddha …mehr ⇒) in der damailgen Hauptstadt Nara sogar zwei siebenstöckige Pagoden, die an die hundert Meter hoch gewesen sein sollen und von denen eine immerhin bis 1180 überdauerte. Sie wurde zwar unter dem eminenten Mönch Chōgen (Chōgen 重源 — Mönch der → Shingon-shū (1121–1206) , bekannt für die Wiedererrichtung des → Tōdaiji …mehr ⇒) noch einmal aufgebaut, 1362 aber neuerlich ein Raub der Flammen. [1] Danach scheint man sich im Pagodenbau auf einen kleineren Maßstab beschränkt zu haben.
Vielschatz-Pagoden
Tahōtō, Berg Kōya
- Schatz-Pagode (Holz). Errichtet 1223; „Nationalschatz“; Kongō Sanmai-in, Berg Kōya, Wakayama-ken; Höhe: 15,6 m
Einer der vielen „Nationalschätze“ von Berg Kōya. Die Pagode gehört zum dortigen Haupttempel, dem Kongō Sanmai-in.
Tahōtō
- Schatz-Pagode (Holz). Errichtet 1194; „Nationalschatz“; Ishiyama-dera, Ōtsu, Präfektur Shiga; Höhe: 17,2 m
Bildquelle: Wikimedia Commons, 2009. (Letzter Zugriff: 2011/8)
Der Ishiyama-dera — ein Shingon Tempel am Südufer des Biwa-Sees — besitzt die älteste erhaltene tahōtō-Pagode.
Tahōtō, Hiroshima
- Schatz-Pagode (Holz). Errichtet 1327; „Nationalschatz“; Jōdo-ji, Onomichi, Hiroshima-ken; Höhe: 20,5 m
Bild © Lonely Trip, 2003. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Der Tempel Jōdo-ji gehört — trotz seines Namens: „Tempel des Reinen Landes“ — dem Shingon Buddhismus an.
Tahōtō, Negoro-ji
- Schatz-Pagode (Holz). 16. Jh.; „Nationalschatz“; Negoro-ji, Wakayama-ken; Höhe: 40 m
Bild © Testudō de ryokō, 2007. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Wird auch als daitō, „Riesenpagode“, bezeichnet. Einzige erhaltene Daitō-Pagode aus vormoderner Zeit. Der Negoro-ji in der Gebirgskette Katsuragi (südlich von Nara) ist ein traditionelles Zentrum der Yamabushi und gehört dem Shingon Buddhismus an. In der „Zeit der kämpfenden Länder“ (sengoku jidai, 15. - 16. Jh.) unterhielt er eine schlagkräftige Armee von Kriegermönchen.
Konpon Daitō, Berg Kōya
- Schatz-Pagode (Stahlbeton). Errichtet 1937; Kongōbu-ji, Berg Kōya, Wakayama-ken; Höhe: 48,5 m
Bild © Tabi no shashin gazō shū, 2011. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Außer dieser „Riesenpagode“ (daitō) gibt es auf dem Klosterberg Kōya — dem wichtigsten Zentrum des Shingon Buddhismus — noch andere, wesentlich ältere und schönere Pagoden, doch in Folge ihrer Masse und ihrer grellen Bemalung zieht diese Pagode unwillkürlich alle Blicke auf sich.
Im Laufe der Heian-Zeit kam ein neuer Pagodentyp von eher gedrungener Statur auf, den man als tahō-tō (tahō-tō 多宝塔 — einstöckiger Pagodentyp, wtl. „Vielschatzpagode“ ) (wtl. Vielschatzpagode) bezeichnet. Tahō-tō Pagoden besitzen lediglich ein Untergeschoß und ein Obergeschoß. Das quadratische Untergeschoß wölbt sich zu einer Halbkugel, auf der das runde Obergeschoß aufsitzt. Dieser Bautyp verbreitete sich mit dem esoterischen Buddhismus in Japan. Er soll — im Gegensatz zu den Vielgeschoßigen Pagoden — ein eigenständiger japanischer Pagodentyp sein. Andererseits kann man auch Ählichkeiten mit der Urform der Pagode, dem indischen Stupa, erkennen. Heute sind Vielschatzpagoden vor allem in Shingon (Shingon-shū 真言宗 — Shingon Schule, wtl. Schule des Wahren Wortes …mehr ⇒) Tempeln zu finden.
Sonderformen
Hakkaku-tō, Anraku-ji
- Achteckige Pagode (Holz). Errichtet um 1300; „Nationalschatz“; Anraku-ji, Nagano-ken; Höhe: 18,65 m
Einziges Beispiel einer achteckigen Pagode. Vom chinesischen Chan (Zen) Stil beeinflusst.
Sōrin-tō, Nikkō
- Sōrin-Pagode (Bronze). Errichtet 1643; „Nationalschatz“; Rinnō-ji, Nikkō, Tochigi-ken; Höhe: 17,5 m
Bild © Eve Anderson, 2004. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Dieser seltene, raketenförmige Pagodentyp besteht lediglich aus dem beringten Stab (sōrin), der üblicherweise die Spitze einer Pagode bildet. Er dient als Sutrenspeicher.
Jūsanjū-tō, Tanzan Jinja
- 13-stöckige Pagode (Holz). 16. Jh., errichtet 678, zerstört, wiedererrichtet 1532; „Nationalschatz“; Tanzan Jinja, Nara-ken; Höhe: 16,2 m
Bild © Hatada I.. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Einzige erhaltene 13-stöckige Pagode in Japan! Befindet sich in einer Schreinanlage, die ehemals als buddhistisches Mausoleum des Ahnherrn der Fujiwara-Dynastie, Nakatomi (Fujiwara) no Kamatari (614–669) errichtet wurde. Später wurde der Ahnherr zu einer Gottheit und der Tempel zu einem Schrein. Die Pagode, eigentlich ein buddhistisches Merkmal, blieb dennoch.
Steinpagode in Uji
- Dreizehnstöckige Stele. Kamakura-Zeit, 1286; Höhe: 15 m
Bild © travel.jp. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Diese Steinpagode wurde vom Shingon-Mönch Eizon (1201–1290) nahe der berühmten Brücke von Uji und des Tempels Byōdō-in im Süden Kyotos auf einer Insel im Uji Fluss errichtet. Sie sollte die Stabilität der Brücke sichern helfen. Unter der Pagode sollen sich Fischereigeräte befinden — eine Methode, um durch die Verschonung von Lebewesen gutes Karma anzusammeln.
Gorintō, Mimizuka, Kyoto
- Grabmonument (Stein). Errichtet 1773
Bild © Frank Gualtieri, Wikimedia Commons 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Das Monument in Form eines gorintō-Grabsteins ist mit deutlich erkennbaren Sanskrit-Zeichen versehen, die die fünf Elemente der buddhstischen Naturlehre symbolisieren. Es befindet sich auf dem Mimizuka ("Ohrenhügel") in Kyoto, wo die Nasen und Ohren der koreanischen Kriegsgegner, die im Zuge von Toyotomi Hideyoshis Korea-Invasion (1592–98) getötet wurden, beigesetzt sind. Zugleich ein Zeichen des Triumphes und der Bitte um Vergebung.
Obwohl die große Mehrzahl japanischer Pagoden den beiden oben genannten Stiltypen entspricht, gibt es auch einige Sonderformen, wie die achteckige Pagode des Anraku-ji in Nagano oder die dreizehnstöckige Pagode des Tanzan Schreins in der Präfektur Nara. Es gibt auch Hinweise, dass vor der Halle des Großen Buddha im Tōdaiji (Tōdaiji 東大寺 — Tempel des Großen Buddha von Nara; wtl. Großer Ost-Tempel …mehr ⇒), dem größten Tempelbau Japans, einst zwei siebenstöckige Pagoden standen, die weit größer waren als alle heute erhaltenen Pagoden. All diese Sonderformen haben sich aber auf die Dauer nicht durchgesetzt.
Die Grundform der Pagode wurde auch für andere Zwecke eingesetzt, als zur Errichtung turmartiger Gebäude. So findet man z.B. vielstöckige pagodenartige Stelen aus Stein, die mehr oder weniger als Denkmäler anzusehen sind und häufig auf Friedhöfen stehen. Auch die traditionellen japanischen Grabsteine sind der Wortbedeutung nach Pagoden bzw. Stupas (s. Sidepage Gorintō).
Schließlich wurden Pagoden auch graphisch dargestellt. Diverse heilige Texte wurden so gestaltet, dass das Schriftbild eine Pagode aus Schriftzeichen ergab.
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Mandala einer Schatzpagode aus Goldlettern (Kinji hōtō mandara)
Zehnstufige Pagode bestehend aus Schriftzeichen, die zusammen ein Kapitel des Goldglanz-Sutras (Konkōmyō saishōō-kyō 金光明最勝王経) ergeben. |
Mandala einer Schatzpagode aus Goldlettern (Kinji hōtō mandara)
Detail einer Zehnstufige Pagode bestehend aus Schriftzeichen, die zusammen ein Kapitel des Goldglanz-Sutras ergeben. Kinji hōtō mandara (Schatzpagode aus Goldlettern). Chūson-ji, Hiiraizumi, Iwate-ken. 12. Jh, Goldtinte auf blauschwarzem Grund.
Zehngeschoßige Pagode bestehend aus Schriftzeichen, die zusammen ein Kapitel des Goldglanz-Sutras ergeben. |
Links
- Tou 塔 (en.)
Eintrag zum Thema „Pagoden“ in JAANUS (Japanese Architecture and Art Net User System). - Stability of Pagodas, John H. Lienhard, 1998
- Five-story Pagodas: Why Can't Earthquakes Knock Them Down?, Nipponia 33, 2005
Japanische Pagodensammlungen:
- Nihon no tōba Minaga S. (jap.)
Diese Seite enthält die detailliertesten Angaben zur Architekturgeschichte der Pagoden. Ich selbst beziehe die meisten technischen Daten zu den Pagoden von hier. - Pagodas in Japan (jap., en.)
- Lonely Trip, Tō-eria (jap.)
Diese Seite enthält vor allem Photos. - Nihon no Tō (jap.)Letzte Überprüfung der Linkadressen: Apr. 2011
Anmerkungen
- ↑ Rosenfield 2011, S. 126–27
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