Kopfgeld für Christen

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Bernhard Scheid, „Kopfgeld für Christen.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 5.8.2015). URL: https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Geschichte/Christentum/Christenverfolgung?oldid=53373

Zur Zeit der Christenverfolgenungen bemühte man sich nicht nur durch Strafen, sondern auch durch Be­loh­nungen, Christen ding­fest zu machen. Öffentlich auf­gestellte Ve­rordnungen legten detailliert fest, welches Kopf­geld auf die Anzeige von Christen aus­ge­setzt wurde.

Verordnung

Auf der oben ab­ge­bildeten Holztafel aus dem Jahr 1682 ist folgendes zu lesen:

Verordnung

Der christliche Glaube (kirishitan shūmon kirishitan shūmon キリシタン宗門 Christentum im feudalen Japan; wtl. christliche Sekte) ist seit langem verboten. Wer einen Verdächtigen entdeckt, muss ihn den Be­hörden melden. Als Be­lohnung gibt es

500 Siber­münzen für die An­zeige eines Priesters (bateren bateren 伴天連 christlicher Priester; Missionar)
300 Silbermünzen für die An­zeige eines Mönchs­bruders (iruman iruman イルマン/以留満 christlicher Mönchsbruder/Pater im feudalen Japan; wtl. Pater oder Bruder)
den gleichen Betrag für einen Re­kon­ver­tierten (tachikaerimono tachikaerimono 立ち返り者 wtl. sofortiger Rückkehrer; rekonvertierter (Christ); Person, die (dem Christentum) abschwört, es aber heimlich weiter praktiziert)
100 Silber­münzen für einen Laien.

Auch wenn der An­zei­gende selbst Christ ist, bekommt er 500 Silbermünzen oder den der Anzeige ent­sprechenden Betrag. Wenn jemand aber einen Priester oder Mönch ver­steckt, so wird auch der Vor­steher (nanushi nanushi 名主 Dorfvorstehender; Dorfoberster zur Edo-Zeit) seines Dorfes, die Nach­bar­schafts­gruppe (goningumi goningumi 五人組 Nachbarschaftsgruppe; wtl. „Fünfergruppe“siehe auch Terauke ) und die ganze Ver­wandt­schaft bestraft.

Im Jahr Tenna 2 (1682), 5. Monat


切支丹宗門は累年御制禁たり自然不審成もの有之は申出へし御ほうびとして

はてれんの訴人 銀五百枚
いるまんの訴人 銀三百枚
立かへり者の訴人 同断
同宿并宗門の訴人 銀百枚

右之通可被下之たとひ同宿并宗門之内たりといふとも訴人に出る品により銀五百枚可被下之隠置他所よりあらはるゝにおゐては其所之名主并五人組迄一類ともに 可被処厳科者也仍下知如件

天和二年五月日

Quelle: 26 Martyrs Musem, Nagasaki [2010/8]

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