Nichirens Lotos-Fundamentalismus

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Bernhard Scheid, „Nichirens Lotos-Fundamentalismus.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 22.2.2015). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Geschichte:Nichiren?oldid=44537

Der Nichiren Buddhismus ist nach seinem Begründer Nichiren Nichiren 日蓮 Begründer des Nichiren Buddhismus, 1222–1282.siehe auch→ Weltbild→ Kamakura→ Neue Religionen→ Shinto Mittelalter/Kamikaze→ Sutra → mehr (1222–1282) benannt, taucht in älteren Quellen aber auch unter dem Namen Lotos Schule (Hokke-shū Hokke-shū 法華宗 Andere Bez. des Nichiren Buddhismussiehe auch→ Sutra ) auf. Nichirens Lehre ist struk­tu­rell den Schulen des Reinen Landes ver­gleich­bar. Aller­dings steht nicht Amida Amida 阿弥陀 Buddha Amitabhasiehe auch Amida → Ikonographie→ Bekannte Schreine/Nikko→ Mandala→ Jahr→ Mudra → mehr im Zentrum des Glaubens, sondern Shaka Nyorai Shaka Nyorai 釈迦如来 jap. Namen des Buddha Shakyamunisiehe auch Shaka → Buddhismus→ Tempel→ Mudra , der histo­rische Buddha बुद्ध Buddha (skt., m.) „Der Erleuchtete“; jap. butsu (hotoke) 仏 oder Budda 仏陀siehe auch →  Shaka → Buddhismus→ Buddhismus Lehre→ Bekannte Tempel→ Tempel→ Ikonographie → mehr bzw. das Lotos Sutra. Dies ent­spricht der orthodoxen Position der Tendai Tendai-shū 天台宗 Tendai Schule, chin. Tiantaisiehe auch Dainichi → Bekannte Tempel→ Bekannte Tempel/Berg Koya→ Bekannte Schreine/Nikko→ Yamabushi→ Shaka → mehr Lehre, als deren kon­sequenten Ver­treter Nichiren sich selbst ansah. Tat­sächlich ver­ein­fachte er jedoch die religiöse Praxis des Tendai Buddhismus nach dem Muster der Amidisten: So wie diese glauben, durch die An­rufung Amidas (nenbutsu nenbutsu 念仏 Anrufung des Namens von Buddha Amida, Gebetsformel der Amida-Anhängersiehe auch Amida → Moenche→ Hoellen/Hoellenbilder→ Amidismus→ Zen ) bereits von diesem er­rettet zu werden, ver­tritt Nichiren die Auf­fas­sung, das bloße Rezitieren des Titels des Lotos Sutra (in der Formel namu myōhō renge kyō namu myōhō renge kyō 南無妙法蓮華経 „Lobpreis dem Lotos Sutra“; Gebetsformel des Nichiren Buddhismus) genüge, um alle Vorzüge dieses Sutra auf sich herab zu rufen. Als Vor­stufe des Nirvana निर्वाण Nirvāṇa (skt., n.) „Erloschen, ausgelöscht“, Ort der Erlösung von allem Leid; jap. Nehan 涅槃siehe auch →  Buddhismus Lehre → Ikonographie→ Tempel/Tempeltore→ Totenriten→ Amida→ Shaka → mehr gibt es auch im Nichiren-Glauben ein Reines Land (Ryōzen Jōdo). Und wie der Amidismus recht­fertigt auch Nichiren seine Ver­ein­fachung der Tendai Lehre mit dem mappō mappō 末法 Endzeit des Dharmasiehe auch Heian Zeit → Amidismus→ Jinno shotoki -Gedanken, also der Idee, dass sich die Welt bereits in der Ver­falls­zeit des buddhistischen Dharmas धर्म Dharma (skt., m.) Gesetz (des Universums), Lehre (des Buddha); jap. Hō 法siehe auch →  Buddhismus Lehre → Ikonographie→ Mudra→ Dainichi→ Nara→ Honji suijaku → mehr befände, in der die Botschaft des Buddha in reiner, ungefilterter Form nicht mehr verstanden werde.

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Nichiren betet erfolgreich um Regen

Blockdruck, nishiki-e (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861); aus der Serie Kōso go-ichidai ryaku zu (Illustrierte Biographie des ersten Patriarchen [der Nichiren-Schule]), 1835–36
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2014/3)

Diese Episode aus dem Leben Nichirens erzählt von einer großen Dürre, die Kamakura (damals Hauptstadt) im Jahr 1271 heimgesucht hatte. Die Regierung befahl den wichtigsten Tempeln, Regenbitt-Zeremonien (amagoi) durchzuführen, doch nichts half, bis endlich Nichiren auf den Plan trat. Er rezitierte (wie immer) seine schlichte „Anrufung des Lotos Sutra“ (namu myōhō renge-kyō) und siehe da, der Regen kam.

. 2 Nichiren erbittet Regen

Nichiren als Märtyrer

Vielleicht wegen dieser grundsätzlich ähnlichen Ausgangsposition sah Nichiren in den Amidisten nicht nur seine persönlichen Gegner, er machte sie auch für alle Kata­stro­phen der Zeit ver­ant­wort­lich. Wie sein Motto „brechen und unter­werfen“ (shakubuku shakubuku 折伏 „brechen und unterwerfen“; Motto → Nichirenssiehe auch→ Neue Religionen→ Neue Religionen/Soka Gakkai ) aus­drückt, nahm er eine radikale Position gegen Anders­gläubige ein und war auf­grund dieser funda­men­talis­tischen Haltung selbst harten Re­pres­sionen ausgesetzt.

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Nichiren vor der Enthauptung

Buchillustration (Papier, Tusche) von Katsushika Isai (1821–1880); 20 x 29,8 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2014/3)

Nichiren soll am Strand von Kamakura exekutiert werden. Ungewöhnliche Wetterphänomene verhindern die Exekution in letzter Sekunde.

. 3 Nichiren entkommt nur durch ein Wunder der Enthauptung

Seine düsteren Prophe­zei­hungen im Zu­sammen­hang mit der End­zeit des Dharma sah Nichiren durch die Angriffe der Mongolen auf Japan (1274 und 1281) bestätigt und versuchte die Auto­ri­täten des Kamakura Kamakura 鎌倉 Stadt im Süden der Kantō Ebene, Sitz des Minamoto Shogunats 1185–1333 (= Kamakura-Zeit)siehe auch Kamakura → Ikonographie→ Bekannte Tempel/Berg Koya→ Bekannte Schreine/Itsukushima→ Jizo→ Shinto-Goetter → mehr Shogunats davon zu über­zeugen, dass nur seine Gebete die end­gültige Nieder­lage Japans ver­hindern könnten. Diese Ein­mi­schung in poli­tische Ange­legen­heiten wurde ihm als An­maßung aus­gelegt. Während einzelne Lokal­fürsten Nichiren förderten, stellte er für die Hōjō Hōjō 北条 Regentenfamilie des Shogunats von Kamakura; pol. Machthaber der Kamakura-Zeit, die Regenten des Shōgun, einen gefähr­lichen Unruhe­stifter dar. Es wurde sogar ein Todes­urteil gegen ihn ver­hängt, das erst in letzter Minute in Ver­bannung um­ge­wandelt wurde. Diese Er­fahrungen führten zur gängigen (Selbst-)Dar­stellung Nichirens als Märtyrer.

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Nichiren im Exil auf Sado

Blockdruck, nishiki-e (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861); aus der Serie Kōso go-ichidai ryaku zu (Illustrierte Biographie des ersten Patriarchen [der Nichiren-Schule]), 1835–36; 22,1 x 34,6 cm
Bild © Metropolitan Museum of Art, Boston. (Letzter Zugriff: 2011/9)
Rogers Fund, 1918

Nichiren ist eben auf der Insel Sado ausgesetzt worden und bahnt sich seinen Weg durch den Schnee. Szene aus einer mehrteiligen Serie zum Leben Nichirens, der sich besonders unter der Stadtbevölkerung der Edo-Zeit einer großen Beliebtheit erfreute.

. 4 Nichirens Weg ins Exil

Ähnlich wie Hōnen Hōnen 法然 1133–1212; Gründer der Jōdo-shū, der Schule vom Reinen Landsiehe auch Amidismus → Kamakura und Shinran Shinran 親鸞 Gründer der Jōdo Shin Schule (1173–1262)siehe auch Kamakura → Amidismus wirkte also auch Nichiren durch seine Lehre polari­sierend. Wie die Amidisten stellte er sich gegen den religiösen Main­stream seiner Zeit, der aus einer eklek­tischen Mischung ver­schie­dener buddhis­tischer und nicht-buddhis­tischer Lehren bestand.

Spätere Entwicklungen

Schon kurz nach Nichirens Tod spaltete sich seine An­hänger­schaft in ver­schiedene Unter­gruppen auf. Den stärksten Zulauf fand die Schule schließlich in Kyoto, wo sich um die Mitte des fünf­zehnten Jahr­hunderts etwa die Hälfte der Ein­wohner (vor allem die Händler und Hand­werker) zu ihr bekannte. Das ver­schaffte ihr eine ähn­liche poli­tische Macht wie der amidis­tischen Ikkō-shū Ikkō-shū 一向宗 Ikkō Sekte, eine Fraktion des Buddhismus vom Reinen Land ( Jōdo-shū)siehe auch Amidismus → Zen . Im sech­zehnten Jahr­hundert wurden die Anhänger Nichirens aller­dings zunächst durch die Krieger­mönche der Tendai-Klöster, dann durch Oda Nobunaga Oda Nobunaga 織田信長 Kriegsfürst, Reichseiniger; 1534–1582siehe auch Reichseinigung → Bekannte Tempel→ Moenche/Wuerdentraeger→ Imaginaere Tiere→ Amidismus → mehr militä­risch nieder­gerungen. In der Edo-Zeit war der Nichiren Buddhis­mus wiede­rum die bevor­zugte Religion der städti­schen Unter- und Mittel­schicht. Es gab auch damals eine Split­ter­gruppe, die soge­nannte Fujufuse-ha Fujufuse-ha 不受不施派 Edo-zeitl. Fraktion des Nichiren Buddhismus, die Andersgläubigen gegenüber „weder nehmen noch geben“ (fujifuse) wollte. Ähnlich wie die japanischen Christen stand auch die Fujufuse-ha auf der Liste verbotener Religionen der Edo-Zeit., die wegen ihrer radika­len Positionen auf dem Index verbo­tener Sekten stand, insge­samt war der Nichiren Buddhis­mus aber damals bereits in der Mitte der Gesell­schaft ange­kommen. In der neuen Metro­pole Edo stellte er nach der Jōdo-shū die zweit­stärkste Gruppe dar. Wie die Illustra­tionen auf dieser Seite zeigen, war Nichiren auch für die Meister des ukiyoe ukiyoe 浮世絵 „Bilder der fließenden Welt“, populäre Holzblockdrucke der Edo-Zeitsiehe auch Kaidan → Matsuri/Phalluskulte→ Geister→ Goetter des Himmels/Uzume→ Imaginaere Tiere/Drachenbilder→ Verwandlungskuenstler/Kitsune → mehr Farb­holz­schnitts eine wichtige religiöse Figur.

Die Tendenz zur politischen Polarisierung blieb allerdings weiter Teil von Nichirens geistigem Erbe. Im zwan­zigsten Jahr­hun­dert ging aus dem Nichiren Buddhis­mus unter anderem die Nichiren Shōshū Nichiren Shōshū 日蓮正宗 wtl. „wahre Schule des Nichiren“; Untergruppe des Nichiren Buddhismus, gegr. 1912siehe auch Soka Gakkai hervor, deren Laien­organisa­tion, die Sōka Gakkai Sōka Gakkai 創価学会 wtl. in etwa „Organisation zum Studium vermehrter Werte“; neu-religiöse buddhistische Laienorganisation, gegr. 1930siehe auch Soka Gakkai → Weltbild→ Neue Religionen , sich nach dem Zweiten Welt­krieg zur erfolg­reichsten Neu­religion Japans empor­arbeitete. Die Kōmeitō Kōmeitō 公明党 „Partei der öffentlichen Sauberkeit“, buddhistisch orientierte politische Parlamentsparteisiehe auch Neue Religionen → Weltbild , Japans erfolg­reichste religiöse politische Partei, ist wiede­rum aus Sōka Gakkai hervor­ge­gangen (s.a. Sidepage Sōka Gakkai). Alle drei Grup­pierun­gen zählen zum konser­vativen Spektrum der japa­nischen Gesellschaft.

nichiren mandala
Mandala des Nichiren Buddhismus.
Der Lobpreis des Lotos-Sutra: „namu myōhō renge kyō“
nimmt die zentrale Position dieses kalligraphischen Mandalas ein.
Bild: Nichiren's Coffeehouse [2010/8]

Die politische Dimension des Nichiren Buddhismus

Nichirens Lehre folgte nicht nur ähn­lichen Prinzipien wie der Bud­dhis­mus vom Reinen Land, sie resultierte auch aus einer ähn­lichen Hin­wendung zu brei­teren Be­völke­rungs­schichten und be­in­haltete zur Zeit ihrer Ent­stehung eine ähn­liche sozial-revolu­tionäre Spreng­kraft. Während Hōnen und Shinran diese Spreng­kraft jedoch in Schranken zu halten ver­suchten und sich selbst nicht zu den politi­schen Ver­hältnis­sen äußerten, beschritt Nichiren hier einen ganz anderen Weg, indem er aktiv in den politischen Diskurs eingriff und seine Heilslehre als Lösung aller gesell­schaft­lichen Probleme propa­gierte. In diesem Sinne bezeichne ich Nichiren als „Funda­men­talisten“.

Radikaler als irgend ein anderer Denker seiner Zeit forderte Nichiren, dass sich die weltlichen Mächte ganz der Autorität Buddhas unter­werfen müssten, weil nur der Buddhis­mus (bzw. das Lotos Sutra) die Normen für ein „friedliches Land“ in sich bergen würde. Derartige Über­legun­gen hielt er unter anderem in seiner heute bekann­testen Schrift, dem Risshō ankoku ron Risshō ankoku ron 立正安国論 „Thesen zur Errichtung der Wahrheit und des Friedens im Land“, pol. Traktat von Nichiren, verf. 1260 („Thesen zur Befriedung des Landes“) fest. Laut Satō Hiroo bedeutete „friedliches Land“ bei Nichiren nicht mehr nur die unge­hin­derte Aus­übung der Herr­schaft durch den Tennō oder die politische Elite (wie dies im soge­nannten „alten Buddhismus“ der Fall gewesen war), sondern enthielt die Utopie einer gesamt­gesell­schaft­lichen Gerech­tig­keit als Basis für das Gedeihen des Buddhis­mus.1 Herrscher, die sich der Verwirklichung einer buddhistischen Weltordnung nicht unter­ordneten, würden, so Nichiren, in der Hölle landen.

Nichirens Theologie war daher nicht allein auf das Jenseits gerichtet, sondern enthielt eine Vision der gesell­schaft­lichen Verän­derung. Zugleich findet man aber auch den Glauben an die Aus­er­wählt­heit und Über­legen­heit Japans im Nichiren Bud­dhis­mus stark ver­treten. Vor allem in der jün­geren und jüngsten Ge­schichte ten­dierten Nichiren Anhänger daher auch oft zu natio­nalis­tischen Positionen. Diese Tendenz, die auch als Nichi­renis­mus (nichiren shugi) bezeichnet wird, mani­festierte sich in ihrer aus­gepräg­testen Form in den Lehren von Tanaka Chigaku Tanaka Chigaku 田中智学 1861–1939; ausgeb. buddh. Mönch und Schriftsteller; Begründer des Nichirenismus, einer ultra-nationalistischen Auslegung des Nichiren Buddhismus (1861–1939), der im Tennō die Verkör­perung der Wahrheit des Lotos Sutras sah.2 Tanakas Lehre passte damit perfekt in das System des Staatsshinto. Andere Anhänger Nichirens, etwa die Gründer der Sōka Gakkai wurden zwar unter dem Staatsshinto politisch verfolgt, tendierten aber nach dem Krieg ebenfalls zu nationa­listi­schen oder zumindest zu konser­vativ-autori­tären Positionen.

Neben allen politisierten Bewegungen gibt es natürlich auch moderate Frak­tionen wie die Nichiren-shū Nichiren-shū 日蓮宗 Nichiren Schule; Sammelnamen für den Nichiren Buddhismus, aber auch Namen einer bestimmten Schule innerhalb des heutigen Nichiren Buddhismus; nicht zu verwechseln mit der 1912 gegr. Nichiren Shōshūsiehe auch→ Moenche→ Shaka→ Zen , die sich weder in ihren Zielen noch in ihrem äußeren Er­schei­nungs­bild stark vom japani­schen Main­stream Buddhis­mus unter­scheiden. Dennoch treten Grup­pierun­gen mit dezi­diert politi­schen Ziel­setzun­gen inner­halb der Nichiren Schule häufiger auf als anders­wo im japa­nischen Buddhismus. Dies liegt zweifellos an den pronon­cierten poli­tischen Statements in Nichirens Schriften, die auch in seiner Märtyrer­biographie noch deut­lich zutage treten. Zumeist wird der politische Nichi­renis­mus heute eher mit konser­vativen und nationa­listi­schen Positionen assoziiert. Man findet Anhänger Nichirens aber auch unter linken politischen Gruppie­rungen, sodass auch die sozial­reforme­rischen Ideen Nichirens im kultu­rellen Gedächtnis Japans weiter­leben.

Verweise

Fußnoten

  1. Satō 1999, S. 112–113.
  2. „The Most Holy Tenno, descendant of the kami, is the embodiment of the right path, and is the very truth of the Lotus Sutra itself.“ Aus Tanakas Nichiren-shugi gairon („Abriss des Nichirenismus“), 1936, zitiert nach Satō 1999, S. 322.

Bilderläuterungen

  1. Nichiren seichoji.jpg

    Nichiren

    Statue (Bronze). 1923; Senchō-ji (Kiyosumi-dera), Chiba
    Bild © Shōnan Boy. (Letzter Zugriff: 2014/3)

    Moderne Darstellung Nichirens.

  2. Nichiren regen.jpg

    Nichiren betet erfolgreich um Regen

    Blockdruck, nishiki-e (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861); aus der Serie Kōso go-ichidai ryaku zu (Illustrierte Biographie des ersten Patriarchen [der Nichiren-Schule]), 1835–36
    Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2014/3)

    Diese Episode aus dem Leben Nichirens erzählt von einer großen Dürre, die Kamakura (damals Hauptstadt) im Jahr 1271 heimgesucht hatte. Die Regierung befahl den wichtigsten Tempeln, Regenbitt-Zeremonien (amagoi) durchzuführen, doch nichts half, bis endlich Nichiren auf den Plan trat. Er rezitierte (wie immer) seine schlichte „Anrufung des Lotos Sutra“ (namu myōhō renge-kyō) und siehe da, der Regen kam.

  3. Nichirens enthauptung.jpg

    Nichiren vor der Enthauptung

    Buchillustration (Papier, Tusche) von Katsushika Isai (1821–1880); 20 x 29,8 cm
    Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2014/3)

    Nichiren soll am Strand von Kamakura exekutiert werden. Ungewöhnliche Wetterphänomene verhindern die Exekution in letzter Sekunde.

  4. Nichiren exile.jpg

    Nichiren im Exil auf Sado

    Blockdruck, nishiki-e (Papier, Farbe) von Utagawa Kuniyoshi (1797–1861); aus der Serie Kōso go-ichidai ryaku zu (Illustrierte Biographie des ersten Patriarchen [der Nichiren-Schule]), 1835–36; 22,1 x 34,6 cm
    Bild © Metropolitan Museum of Art, Boston. (Letzter Zugriff: 2011/9)
    Rogers Fund, 1918

    Nichiren ist eben auf der Insel Sado ausgesetzt worden und bahnt sich seinen Weg durch den Schnee. Szene aus einer mehrteiligen Serie zum Leben Nichirens, der sich besonders unter der Stadtbevölkerung der Edo-Zeit einer großen Beliebtheit erfreute.

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Letzte Überprüfung der Linkadressen: Feb. 2015

Literatur

Yukio Matsudo 2004
Nichiren, der Ausübende des Lotos-Sūtra. Norderstedt: Books on Demand 2004.
Hiroo Satō 1999
Nichiren’s View of Nation and Religion.“ In: Ruben Habito, Jacquline Stone (Hg.), Revisiting Nichiren. Japanese Journal of Religious Studies 26/3–4 1999, S. 307–23. [Sondernummer des JJRS.]
Jacquline Stone 1994
Rebuking the Enemies of the Lotus: Nichirenist Exclusivism in Historical Perspective.“ Japanese Journal of Religious Studies 21/2–3 (1994), S. 231–59.