Der Kaiserliche Erziehungserlass aus dem Jahr 1890

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Bernhard Scheid, „Der Kaiserliche Erziehungserlass aus dem Jahr 1890.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 19.1.2013). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Geschichte:Staatsshinto/Kyoiku_chokugo?oldid=33144
chokugo.jpg

Kaiserlicher Erziehungserlass (kyōiku chokugo)

Bild © Meiji Jingū. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Die offizielle Übersetzung (1931) dieses einflussreichen Dokuments lautet:

Wir geben euch hiermit zu wissen:

Unsere Kaiserlichen Vorfahren haben das Reich auf breiter und ständiger Basis errichtet und die Tugend tief und fest ein­ge­pflanzt. Unsere Unter­tanen sind in un­ver­brüch­licher Treue gegen den Herr­scher und in kind­licher Liebe zu den Eltern stets eines Sinnes ge­wesen und haben von Geschlecht zu Geschlecht diese schöne Ge­sinnung in ihrem Tun be­kundet. Dies ist die edle Blüte unseres Staats­gebildes (kokutai) und zu­gleich auch der Ur­quell, aus dem unsere Erziehung entspringt.

Ihr Untertanen! Liebet und ehret denn eure Eltern, seid ergeben euren Ge­schwistern, seid einig als Gatte und Gattin, und treu als Freund dem Freunde! Haltet auf be­scheidene Mäßigung für euch selbst, euer Wohl­wollen erstrecke sich auf Alle! Pfleget das Wissen und übet die Künste, auf daß ihr eure Kenntnisse und Fertig­keiten ent­wickelt und eure sittlichen Kräfte ver­voll­kommnet! Be­strebet euch ferner, das öffentliche Wohl und das All­ge­mein­inter­esse zu fördern! Achtet die Reich­ver­fas­sung und be­folget die Gesetze des Landes! Sollte es je sich nötig er­weisen, so opfert euch tapfer für das Vater­land auf! Erhaltet und mehret also das Ge­deihen Unserer wie Himmel und Erde ewig dauernden Dynastie! Dann werdet ihr nicht nur Unsere guten und getreuen Unter­tanen sein, sondern dadurch auch die von den Vor­fahren über­komme­nen Eigen­schaf­ten glänzend dartun.

Dieser Weg ist wahrlich ein Vermächtnis, das Uns Unsere Kaiserlichen Vor­fahren hinter­lassen haben, und das die Kaiserlichen Nach­kommen sowie die Untertanen allesamt be­wahren sollen: un­trüglich für alle Zeiten und gültig an allen Orten. Es ist daher Unser Wusch, daß Uns sowohl wie euch, Unsern Untertanen, dies stets in aller Ehr­furcht am Herzen liege, und daß wir alle zu derselben Tugend gelangen mögen.

Gegeben am 30. Tage des 10. Monats des 23. Jahres Meiji (30.10.1890)

[Unterschrift: Mutsuhito + Siegel]

Zitiert nach einer offiziellen Übersetzung ins Deutsche durch das Japanische Unterrichtsministerium, 1931. (S.a. Antoni 1998, S. 216.)

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