Benzaiten, die Göttin des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit

Religion-in-Japan > Ikonographie > Gluecksgoetter > Benzaiten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Diese Seite zitieren:
Bernhard Scheid, „Benzaiten, die Göttin des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit.“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 4.9.2014). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Ikonographie:Gluecksgoetter/Benzaiten?oldid=37645

Benzaiten Benzaiten 弁才天/ 弁財天 Glücksgöttin, Gottheit des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit; skt. Sarasvati; auch: Bentensiehe auch→ Ikonographie→ Schreine/Torii→ Bekannte Schreine→ Bekannte Schreine/Itsukushima→ Matsuri/Hadaka matsuri → mehr oder kurz Benten Benten 弁天 Glücksgöttin; Kurzform von Benzaitensiehe auch Benzaiten → Symboltiere bedeutet wtl. „Deva देव deva (skt., m.) „Gottheit“, oberste Klasse indischer Götter; jap. ten 天 oder tenbu 天部siehe auch →  Ikonographie → Myoo→ Waechtergoetter→ Gluecksgoetter→ Jenseits/Ashura → mehr -Gottheit der Beredsamkeit“. Diese Be­zeich­nung geht auf die indische Fluss­göttin Sarasvati सरस्वती Sarasvatī (skt., f.) indischer Fluss; Flussgöttin der Beredsamkeit, der Musik und der Gelehrsamkeit; jap. Benzaiten 弁才天siehe auch →  Glücksgötter → Schreine/Torii→ Gluecksgoetter→ Gluecksgoetter/Bishamonten→ Sutra/Goldglanz Sutra zurück, die — wahr­schein­lich aus­gehend vom Geräusch des Wassers — auch für Be­red­sam­keit, für Musik, und schließ­lich für das Wissens und die Künste zu­ständig ist. Der frühe Bud­dhis­mus (im speziellen das Goldglanz Sutra, jap. Konkōmyō-kyō Konkōmyō-kyō 金光明経 Goldglanz Sutra; eines von drei „Staatsschutz-Sutren“ des frühen japanischen Staatssiehe auch Goldglanz Sutra → Sutra→ Gluecksgoetter/Bishamonten ) integrierte diese wichtige Gott­heit als Be­schützerin des Dharma in sein Pantheon und machte sie als Göttin der Be­red­sam­keit auch in Ost­asien be­kannt. In Japan wird sie seit dem späten Mittel­alter auch als eine der Sieben Glücksgötter verehrt.

 benzaiten_tosa.jpg

Benzaiten mit Laute, auf Felsen im Meer

Hängerollbild (Seide) von Tosa Mitsuoki (1617–1691); 118,5 x 60,8cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2013/9/1)
 benzaiten.jpg

Benzaiten mit Laute, Mond und Wellen

Hängerollbild (Seide) von Ogawa Haritsu (1663–1747)
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2012/1/29)
. 1 . 2 Typische Darstellungen der Benzaiten mit Biwa-Laute

Die gängige Darstellung der Benzaiten ist betont weiblich: Meist trägt sie prächtige Gewänder, entweder bud­dhis­tisch an­ge­haucht oder im Stil einer Heian Heian 平安 alter Name Kyotos; politisches Zentrum 794–1185 (= Heian-Zeit)siehe auch Heian Zeit → Ikonographie→ Opfergaben→ Kannon→ Bekannte Schreine→ Bekannte Schreine/Fushimi → mehr -zeit­lichen Hof­dame. In vielen Fällen sieht man Benten mit ihrer Laute (jap. biwa biwa 琵琶 jap. Lautesiehe auch→ Gluecksgoetter ) bei Mond­schein auf einem Felsen im Wasser sitzen. In der gleichen Pose findet man auch Kannon Kannon 観音 Bodhisattva Avalokiteshvara, wtl. „der den Klang der Welt erhört“; chin. Guanyin; „Bodhisattva des Mitleids“siehe auch Kannon → Bekannte Tempel→ Bekannte Tempel/Asakusa→ Bekannte Schreine/Fushimi→ Bekannte Schreine/Nikko→ Matsuri/Phalluskulte → mehr , den weib­lich­sten aller Bodhisattvas बोधिसत्त्व Bodhisattva (skt., m.) „Erleuchtetes Wesen“; jap. bosatsu 菩薩siehe auch →  Buddhismus Lehre → Tempel→ Ikonographie→ Tempel/Pagoden→ Kannon→ Matsuri/Phalluskulte → mehr , häufig dar­ge­stellt.

 benten_gakutei.jpg

Benten

Blockdruck, surimono (Papier, Farbe) von Yashima Gakutei (1786?–1868); aus der Serie Mitate shichifukujin (Anspielungen auf die Sieben Glücksgötter)
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Julia Bradford Huntington James Fund

Die Serie portraitiert Geishas mit einigen typischen Merkmalen der einzelnen Glücksgötter. Benzaiten ist durch ihre Laute (biwa) repräsentiert.

. 3 Benzaiten als Geisha
 benzaiten_keisei.jpg

Benzaiten und Drache

Blockdruck, surimono (Papier, Farbe) von Aoigaoka Keisei. 1833
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2011/12/4)

Benzaiten auf einem Drachen, wie sie dem Krieger und Staatsmann Hōjō Tokimasa erschienen sein soll. Als er im Schrein von Enoshima betete, prophezeihte die Göttin ihm und seiner Familie große Macht, was sich in der Folge bewahrheitete. Soweit eine der Legenden, die die Bedeutung des Schreins nahe der ehemaligen Hauptstadt Kamakura erklären.

. 4 Benzaiten auf einem Drachen
 hadaka_benten.jpg

Die berühmte Nackte Benten von Enoshima

Statue (Holz). Kamakura-Zeit; Enoshima Jinja; 54 cm
Bild © Wada Yoshio. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Eine der „Drei Großen Benten Japans“. Offiziell heißt diese Statue Myôon Benzaiten, „Benzaiten des Wunderbaren Klanges“. Sie ist zweifellos die bekannteste, aber nicht die einzige Aktdarstellung Bentens (Hadaka Benten).

. 5 Hadaka Benten
 benzaiten_muromachi.jpg

Benzaiten, männlich

Hängerollbild (Seide, Farbe, Gold). Muromachi-Zeit, 14. Jh.; 135,5 x 57,4 cm
Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2011/12/5)

Benzaiten als (offensichtlich männlicher) Bodhisattva mit feinem Bart. Die Darstellung erinnert stark an Abbildungen von Bodhisattva Kannon in seinem Reinen Land, symbolisiert durch einen Felsen im Meer. Spezifisch für Benzaiten ist jedoch die Laute. Interessant auch der Wasserfall im Hintergrund.

. 6 Benten als männlicher Bodhisattva

Die häufigen Darstellungen Benzaitens mit Schlangen oder Drachen unterstreichen die Beziehung der Göttin zum Wasser. Es gibt darüber hinaus ver­ein­zelte Statuen der „Nackten Benten“, eines der wenigen Akt­motive in der klassischen japanischen Kunst. Diese wurden früher aber wahrscheinlich, wie Puppen, mit wirklichen Kleidern angezogen. Noch seltener sind Darstellungen von Benzaiten als männlicher Bodhisattva (mit zartem Bartwuchs).

Benten Tempel und Schreine

bentendo_daigoji.jpg

Benten-Halle

Tempelhalle; Daigo-ji, Kyoto
Bild © Tim Wilko, flickr 2009. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Liegt in der weitläufigen Anlage des Daigo-ji Tempels in Kyoto; hier eine Herbstansicht in klassischer Ahornröte.

. 7 Benten-Tempelhalle im Daigo-ji, Kyoto

Benzaiten sind sowohl buddhistische Tempel als auch shintoistische Schreine geweiht. Oft handelt es sich um eher kleine Seiten­gebäude, die auf einer künst­lichen Insel im Teich einer größeren Schrein- oder Tempel­anlage zu finden sind. Besonders hübsche Bei­spiele finden sich im Daigo-ji in Kyoto, oder im Ueno-Park in Tokyo, wo Benzaiten eine Kapelle im berühmten Shinobazu-Teich besitzt. Im Schrein der Geld­waschenden Benten (Zeniarai Benten) in Kamakura gibt es zwar keinen Teich, aber immerhin eine Quelle, in der die Gläubigen, einem historischen Bei­spiel folgend, Münzen und Geld­scheine waschen, um diese zu vermehren.

 shinobazuike_bentendo.jpg

Benten-Tempel und Schrein am mit Lotosblumen bedeckten Shinobazu-Teich

Ueno Park, Tokyo
Bild © Matsui Fumio, TOKYO VIEWS, flickr 2009. (Letzter Zugriff: 2011/7)
 Shinobazu_bentendo.jpg

Shinobazu Benten: Tempel und Schrein en face

Ueno Park, Tokyo
Bild © Fernando Aguiar, flickr 2007. (Letzter Zugriff: 2013/7)
. 8 . 9 Shinobazu Benten Tempel und Schrein, Tokyo
 shinobazu eisen.jpg

Frühlingsansicht der Shinobazu Benten in der Östlichen Hauptstadt (Tōto Shinobazu Benten haru no kei)

Blockdruck (Papier, Farbe) von Keisai Eisen (1790–1848); aus der Serie Edo meisho (Berühmte Ansichten von Edo), 1848–49; 21,6 x 34,3 cm
Bild © Ukiyo-e Search, John Resig. (Letzter Zugriff: 2013/7)

Panorama Ansicht der Benten Anlage im Shinobazu Teich, der damals noch nicht so stark von Lotosblumen überwuchert war.

 shinobazu hiroshige.jpg

Der Benten Schrein im Shinobazu Teich (Shinobazu ike Benten no yashiro)

Blockdruck (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858); aus der Serie Edo meisho (Berühmte Ansichten von Edo), 1848–49; 21,6 x 34,3 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2013/7)
Denman Waldo Ross Collection

Die Anlage ist auch heute noch intakt, allerdings ist der Teich von Hochhäusern umgeben. Interessanterweise befindet sich das Torii, das hier prominent in Erscheinung tritt, nicht mehr an dieser Stelle, wohl weil die Insel sowohl ein buddhistisches als auch shintoistisches Benten-Heiligtum beherbergt.

. 10 . 11 Shinobazu Benten Tempel und Schrein, Edo
 bentendo_inokashira.jpg

Der Benzaiten Schrein im Teich von Inokashira im Schnee (Inokashira no ike Benzaiten no yashiro yuki no kei)

Blockdruck (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858); aus der Serie Meisho setsugekka (Berühmte Ansichten von Schnee, Mond und Blüten), 1844–45; 23,9 x 36 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Gift of Adams Collection

Der Inokashira Benzaiten Schrein, heute im westlichen Stadtgebiet Tokyos, galt in der Edo-Zeit als Ort besonderer Naturschönheit. Natürlich liegt auch dieser Schrein auf einer kleinen künstlichen Insel.

. 12 Inokashira Benten, Edo
 hiroshige_haneda.jpg

Ansicht von Haneda

Blockdruck, Ukiyoe (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige. Um 1837; aus der Serie Edo kinko hakkei no uchi [Acht Ansichten der Umgebung von Edo], 1837-38
Bild © The Woodblock Prints of Ando Hiroshige. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Auf einer kleinen Halbinsel in der Bucht von Edo (nahe der Mündung des Tamagawa im Süden des heutigen Tokyo) ist hier der Eingang zu einer Schreinanlage und ein kleiner Weiler zu sehen. Es handelt sich um den Tamagawa Benten Schrein, den Hiroshige auch in einem späteren Werk verewigt hat. In der einstmals idyllischen Gegend befindet sich heute der Inlandsflughafen Tokyos.

. 13 Haneda Benten, Edo

Die Drei Großen Benten

Auch die sogenannten „Drei Großen Benten Japans“ befinden sich alle auf einer Insel, nämlich auf der Schrein­insel Miyajima (bei Hiroshima), auf der Insel Chikubushima (im Biwa-See bei Kyoto) und auf der Insel Enoshima Enoshima 江ノ島 rel. Zentrum nahe Kamakurasiehe auch Bekannte Schreine → Matsuri/Hadaka matsuri (bei Kamakura). Im Zentrum aller drei Kult­stätten stehen Statuen der Benzaiten, die ehemals so heilig waren, dass sie als „geheime Buddhas“ (hibutsu hibutsu 秘仏 wtl. „geheimer Buddha“; geheim gehaltene Buddha-Statuesiehe auch Asakusa → Fruehzeit/Shotoku Taishi ) be­zeich­net wurden und nur äußerst selten oder gar nicht her­ge­zeigt wurden. In Enoshima bei­spiels­weise fand das Ent­hüllen der „Nackten Benten“ (s.o.) nur ein­mal alle sechs Jahre im Rahmen eines religiösen Massen­events statt, das Scharen von Pilgern aus der nahe gelegenen Metropole Edo (Tokyo) anzog.

enoshima_hiroshige.jpg

Die Höhlen von Enoshima zur Zeit des Benzaiten Fests (Sōshū Enoshima Benzaiten kaichō mōde hongū iwaya no zu)

Blockdruck (Papier, Farbe, dreiteilig) von Utagawa Hiroshige (1797–1858)
Bild © MAK-Sammlungsdatenbank, Museum für Angewandte Kunst, Wien. (Letzter Zugriff: 2013/1)

Die Schreininsel Enoshima mit Berg Fuji im Hintergrund, vom Meer aus gesehen. Auf der Insel findet eben das Fest der Benzaiten statt. Die Höhlen auf der dem Meer zugewandten Seite sind wohl der Ausgangspunkt der mit der Insel verbundenen Legenden.

. 15 Die Schreininsel Enoshima mit Berg Fuji im Hintergrund, vom Meer aus gesehen
enoshima_hiroshige2.jpg

Festtag der Benzaiten von Enoshima (Sōshū Enoshima Benzaiten kaichō sankei gunshū no zu)

Blockdruck (Papier, Farbe, dreiteilig) von Utagawa Hiroshige (1797–1858). 1851; Enoshima, vom Land aus gesehen; 36,3 x 75,2 cm
Bild © Gallery Inkstone. (Letzter Zugriff: 2013/6)

Die Insel ist über eine Sandbank mit dem Festland verbunden (heute befindet sich hier eine Straße). Anlässlich der Zurschaustellung von Enoshimas Benzaiten Statuen, die in der Edo-Zeit nur einmal in sechs Jahren stattfand, herrscht festliches Gedränge.

. 16 Enoshima. Wie auf der Abb. oben sieht man auch hier das Ge­dränge an­läss­lich der Zur­schau­stellung von Enoshimas Benzaiten Statuen, die nur einmal in sechs Jahren statt­fand.

Der Ausdruck „geheimer Buddha“ deutet bereits an, dass die Benten-Ver­ehrung ehemals in bud­dhis­tischer Hand lag. In allen drei Fällen wurde Benzaiten jedoch auch mit lokalen weib­lichen Kami kami japanische Gottheitsiehe auch Shinto → Buddhismus Lehre→ Schreine→ Weltbild→ Ikonographie→ Omairi → mehr assoziiert, die ge­mein­sam mit ihr in sogenannten „Tempel-Schrein Komplexen“ (jingūji) ver­ehrt wurden. Die ge­setz­lich ver­ordnete „Trennung von Kami und Buddhas“ zu Beginn der Meiji Meiji 明治 posthumer Name von Kaiser Mutsuhito; nach ihm wird auch die Meiji-Zeit (1868–1912) benanntsiehe auch Geschichtsperioden → Shinto→ Shinto/Jindo→ Jahr→ Matsuri→ Familie → mehr -Zeit (1868) zwang derartige religiöse Institutionen jedoch dazu, sich ent­weder als Tempel oder als Schrein zu deklarieren.

Die Benten-Halle auf Chikubushima wurde auf diese Weise zum Tempel und be­hielt Benzaiten als Haupt­gott­heit. Die Gründungs­legende dieses Tempels be­sagt, dass er in der Nara Nara 奈良 Hauptstadt und Sitz des Tenno, 710–784 (= Nara-Zeit); ehemals: Heijō-kyōsiehe auch Geschichtsperioden → Bekannte Tempel→ Tempel→ Tempel/Tempeltore→ Ise Izumo→ Bekannte Schreine/Kasuga → mehr -Zeit (724) von Shōmu Tennō Shōmu Tennō 聖武天皇 japanischer Kaiser, 701–56, r. 724–49; Förderer des Buddhismussiehe auch Nara → Fruehzeit→ Sutra→ Gluecksgoetter/Bishamonten→ Sutra/Goldglanz Sutra auf Ge­heiß der Amaterasu Amaterasu 天照 Sonnengottheit, Ahnherrin des Tennōsiehe auch Goetter des Himmels → Shinto→ Ise Izumo→ Shinto/Jindo→ Ise Izumo/Baustil Ise→ Ise Izumo/Izumo Schrein → mehr (!) er­richtet wurde. Die heilige Statue der Benzaiten von Chikubushima (die nicht her­ge­zeigt wird) soll aus den Händen des wunder­tätigen Mönch Gyōki (668–749) stammen. Neben Benzaiten gibt es aber auch einen Schrein für eine shin­to­istische Göttin, die wohl ehe­mals eine Art Schutz­herrin des Biwa-Sees war. Außer­dem wird Bodhisattva Kannon Kannon 観音 Bodhisattva Avalokiteshvara, wtl. „der den Klang der Welt erhört“; chin. Guanyin; „Bodhisattva des Mitleids“siehe auch Kannon → Bekannte Tempel→ Bekannte Tempel/Asakusa→ Bekannte Schreine/Fushimi→ Bekannte Schreine/Nikko→ Matsuri/Phalluskulte → mehr in Chikubushima verehrt.

Die beiden anderen „Großen Benten“ Kultstätten, Itsukushima Itsukushima 厳島 auch Miyajima, Schrein bei Hiroshimasiehe auch Itsukushima → Bekannte Tempel/Berg Koya→ Bekannte Schreine und Enoshima, gelten heute als Shinto Schreine und ver­ehren beide das gleiche Trio von weib­lichen Göttinnen, nämlich Tagori-hime, Tagitsu-hime und Ichikishima-hime. Es sind Meeres­göttinnen, deren eigent­licher Haupt­sitz im Munakata Schrein in Kyushu zu finden ist. Benzaiten da­gegen wurde nach der Meiji-Restauration auf beiden Inseln den Hinter­grund ge­drängt. Ihre Statuen werden heute nur noch in kleinen, ver­hält­nis­mäßig un­schein­baren Seiten­tempeln auf­bewahrt. Die Statue in Miyajima gilt aller­dings nach wie vor als hibutsu und wird nur einmal im Jahr, an einem Tag, der nach dem tra­di­tio­nellen Kalender mit dem Tierkreiszeichen der Schlange zu tun hat, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Benzaiten und Schlange

Im japanischen Mittelalter zeigte Benzaiten nicht nur lieb­liche Züge, sondern trat auch als mächtige und furcht­ein­flößende Gestalt auf. Sie besitzt in dieser Er­schei­nungs­form acht Arme (happi), mit denen sie ganz im Stil einer bud­dhis­tischen Wächtergottheit magische Instrumente und Waffen hochhält. Während diese ikono­graphische Form bereits im Goldglanz Sutra zu finden ist, kam es in Japan außer­dem zu einer Ver­schmelzung Benzaitens mit einer ein­heimischen Schlangen­gott­heit namens Ugajin. Die aus dieser Ver­schmelzung resultierende ikono­graphische Gestalt nennt man auch Uga Benten. Die Gott­heit Ugajin thront hierbei als Schlange mit mensch­lichem Kopf auf dem Haupt der Benten. Auch ein torii torii 鳥居 Torii, Schreintorsiehe auch Torii → Schreine→ Shinto→ Schreine/Shimenawa→ Schreine/Schreinbilder→ Tempel/Tempeltore → mehr findet sich un­weiger­lich als Kopfputz der Uga Benten.

 benten_chikubushima_detail.jpg

Benzaiten mit Schlangengottheit (Ugajin)

Statue; Chikubushima
Bild © Wada Yoshio, 2003. (Letzter Zugriff: 2011/7)
 chikubushima_benten2.jpg

Benzaiten mit Schlangengottheit (Ugajin)

Statue; Chikubushima
Bild © Wada Yoshio, 2003. (Letzter Zugriff: 2011/7)
. 18 . 19 Benzaiten Statuen mit Schlangengottheit (Ugajin) in Chikubushima
 ungyo_hebi_chikubushima.jpg

Schlangenwächter

Chikubushima

Nach agyô/ungyô Schema.

 schlange_chikubushima.jpg

Schlangenwächter im Heiligtum der Benzaiten

Statue; Chikubushima

Siehe Spezialthema Benzaiten.

. 20 . 21 Schlangenwächter in Chikubushima
nach „agyō/ ungyō“ Schema.

Relativ alte Darstellungen der Benzaiten mit Schlange gibt es z.B. im Benzaiten Heilig­tum von Chikubushima, das zu den „Drei Große Benten Japans“ zählt. Das Haupt­heilig­tum (honzon honzon 本尊 Hauptheiligtum eines Tempelssiehe auch Tempel → Schreine→ Ikonographie→ Bekannte Tempel/Asakusa→ Pilgerschaft→ Bekannte Schreine/Fushimi → mehr ) dieses Tempels soll Benzaiten sein, doch ist diese Statue ein „ge­heimer Buddha“ und wird nicht her­ge­zeigt. Zu sehen sind dagegen zwei acht­armige Benzaiten Statuen (Happi Benten) mit Ugajin-Schlangen auf dem Kopf (s. Abb. oben).

Auf einem Schrein-Mandala des Tenkawa Schreins aus dem Spät­mittel­alter findet sich Benzaiten selbst als drei­köpfige Schlange dar­ge­stellt. Trotz ihrer furcht­ein­flößenden Er­scheinung deuten die zahl­reichen Glücks­symbole der obigen Ab­bildung darauf hin, dass sie schon damals als Glücks­gott­heit fungierte. Die feminine Grazie der Gott­heit hat sich in dieser Dar­stel­lung auf die Reis­opfer darbringenden Dienerinnen rund um die Gott­heit übertragen.

 tenkawa_benzaiten.jpg

Mandala der Benzaiten von Tenkawa (Tenkawa Benzaiten Mandara)

Hängerollbild (Seide) von Shiba Rinken. 1546
Bild © Präfektur Nara. (Letzter Zugriff: 2010/8)

Das Bild stellt die besonderen Fähigkeiten der Benten des Tenkawa Schreins in der Nähe von Nara dar. Wunschjuwelen symbolisieren die Kraft der Gottheit, die Wünsche der Gläubigen zu erfüllen. Auch Reisopfergaben sind dargestellt. Am unteren Bildrand sieht man außerdem Füchse und eine weiße fuchsschwänzige Frauengestalt (Inari?, Dakiniten?), die mit einem männlichen Gott mit Schlange auf dem Haupt (Uga-jin?) tanzt. Diese Darstellungen deuten auf Verbindungen zwischen dem Benten-Kult von Tenkawa und der Fuchsgottheit Inari hin. An den Bildrändern sind die kindlichen Gehilfen (dōji) der Benzaiten dargestellt.

. 22 Benzai-ten als Schlange
 tenkawa_benzaiten_doji.jpg

Tenkawa Benzaiten und Begleiter

Hängerollbild (Seide, Farbe). Muromachi-Zeit, 16. Jh.; Taima-dera, Naka no bō; Präf. Nara (heute Nara National Museum); 95,1 x 39,9 cm
Bildquelle: Taima-dera, gokuraku jōdo e no akogare (Ausstellungskatalog). Nara National Museum 2013, Abb. 126, S. 189

Das Bild stellt die besonderen Fähigkeiten der Benten des Tenkawa Schreins in der Nähe von Nara dar. Benzai-ten hält diverse schutzbringende Gegenstände in ihren acht Händen. Auf ihrem Kopf Ugajin in Schlangengestalt. Im Vordergrund fünfzehn Begleiter, die verschiedene Berufe und deren Produkte verkörpern, sowie ein mit Reisballen beladenes Boot. Neben den Begleitern außerdem eine kleine Figur des Daikoku-ten, mit dunkler Haut. Im Hintergrund der tausendarmige Kannon als „Urform“ (honji) der Benzaiten.

. 23 Benzai-ten als Göttin des Wohlergehens
Die berühmte Benzai-ten des Tenkawa Schreins in zwei Darstellungen aus dem 16. Jh.

Die geläufige Assoziation Bentens mit einer Schlange hängt wohl mit dem Wasser zu­sammen. Schon die indische Ahnen­gott­heit der Benzaiten, Sarasvati, ist zu­nächst einmal eine Fluss­gott­heit. Schlangen wiederum sind eben­falls mit dem Wasser ver­bunden. Sie gelten u.a. als Boten des Drachen­königs, der im Meer wohnt, bzw. werden als Drachen im Kind­heits­stadium auf­ge­fasst. Das Element Wasser, das mythische Tier Drache/Schlange und die Gottheit Benzaiten bilden somit eine enge assoziative Ein­heit.

Schlangen sind aber auch Symboltiere der Eifersucht. Viel­leicht hängt es damit zu­sammen, dass auch Benten diese Eigen­schaft nach­gesagt wird. Jeden­falls heißt es in vielen Benten-Schreinen, dass Männer und Frauen lieber getrennt vor die Gott­heit treten sollen, um nicht ihre Eifer­sucht zu er­regen.

Verweise

Verwandte Themen

Bilderläuterungen

  1. Benzaiten tosa.jpg

    Benzaiten mit Laute, auf Felsen im Meer

    Hängerollbild (Seide) von Tosa Mitsuoki (1617–1691); 118,5 x 60,8cm
    Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2013/9/1)
  2. Benzaiten.jpg

    Benzaiten mit Laute, Mond und Wellen

    Hängerollbild (Seide) von Ogawa Haritsu (1663–1747)
    Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2012/1/29)
  3. Benten gakutei.jpg

    Benten

    Blockdruck, surimono (Papier, Farbe) von Yashima Gakutei (1786?–1868); aus der Serie Mitate shichifukujin (Anspielungen auf die Sieben Glücksgötter)
    Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2011/7)
    Julia Bradford Huntington James Fund

    Die Serie portraitiert Geishas mit einigen typischen Merkmalen der einzelnen Glücksgötter. Benzaiten ist durch ihre Laute (biwa) repräsentiert.

  4. Benzaiten keisei.jpg

    Benzaiten und Drache

    Blockdruck, surimono (Papier, Farbe) von Aoigaoka Keisei. 1833
    Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2011/12/4)

    Benzaiten auf einem Drachen, wie sie dem Krieger und Staatsmann Hōjō Tokimasa erschienen sein soll. Als er im Schrein von Enoshima betete, prophezeihte die Göttin ihm und seiner Familie große Macht, was sich in der Folge bewahrheitete. Soweit eine der Legenden, die die Bedeutung des Schreins nahe der ehemaligen Hauptstadt Kamakura erklären.

  5. Hadaka benten.jpg

    Die berühmte Nackte Benten von Enoshima

    Statue (Holz). Kamakura-Zeit; Enoshima Jinja; 54 cm
    Bild © Wada Yoshio. (Letzter Zugriff: 2011/7)

    Eine der „Drei Großen Benten Japans“. Offiziell heißt diese Statue Myôon Benzaiten, „Benzaiten des Wunderbaren Klanges“. Sie ist zweifellos die bekannteste, aber nicht die einzige Aktdarstellung Bentens (Hadaka Benten).

  6. Benzaiten muromachi.jpg

    Benzaiten, männlich

    Hängerollbild (Seide, Farbe, Gold). Muromachi-Zeit, 14. Jh.; 135,5 x 57,4 cm
    Bild © The British Museum. (Letzter Zugriff: 2011/12/5)

    Benzaiten als (offensichtlich männlicher) Bodhisattva mit feinem Bart. Die Darstellung erinnert stark an Abbildungen von Bodhisattva Kannon in seinem Reinen Land, symbolisiert durch einen Felsen im Meer. Spezifisch für Benzaiten ist jedoch die Laute. Interessant auch der Wasserfall im Hintergrund.

  7. Bentendo daigoji.jpg

    Benten-Halle

    Tempelhalle; Daigo-ji, Kyoto
    Bild © Tim Wilko, flickr 2009. (Letzter Zugriff: 2011/7)

    Liegt in der weitläufigen Anlage des Daigo-ji Tempels in Kyoto; hier eine Herbstansicht in klassischer Ahornröte.

  8. Shinobazuike bentendo.jpg

    Benten-Tempel und Schrein am mit Lotosblumen bedeckten Shinobazu-Teich

    Ueno Park, Tokyo
    Bild © Matsui Fumio, TOKYO VIEWS, flickr 2009. (Letzter Zugriff: 2011/7)
  9. Shinobazu bentendo.jpg

    Shinobazu Benten: Tempel und Schrein en face

    Ueno Park, Tokyo
    Bild © Fernando Aguiar, flickr 2007. (Letzter Zugriff: 2013/7)
  10. Shinobazu eisen.jpg

    Frühlingsansicht der Shinobazu Benten in der Östlichen Hauptstadt (Tōto Shinobazu Benten haru no kei)

    Blockdruck (Papier, Farbe) von Keisai Eisen (1790–1848); aus der Serie Edo meisho (Berühmte Ansichten von Edo), 1848–49; 21,6 x 34,3 cm
    Bild © Ukiyo-e Search, John Resig. (Letzter Zugriff: 2013/7)

    Panorama Ansicht der Benten Anlage im Shinobazu Teich, der damals noch nicht so stark von Lotosblumen überwuchert war.

  11. Shinobazu hiroshige.jpg

    Der Benten Schrein im Shinobazu Teich (Shinobazu ike Benten no yashiro)

    Blockdruck (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858); aus der Serie Edo meisho (Berühmte Ansichten von Edo), 1848–49; 21,6 x 34,3 cm
    Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2013/7)
    Denman Waldo Ross Collection

    Die Anlage ist auch heute noch intakt, allerdings ist der Teich von Hochhäusern umgeben. Interessanterweise befindet sich das Torii, das hier prominent in Erscheinung tritt, nicht mehr an dieser Stelle, wohl weil die Insel sowohl ein buddhistisches als auch shintoistisches Benten-Heiligtum beherbergt.

  12. Bentendo inokashira.jpg

    Der Benzaiten Schrein im Teich von Inokashira im Schnee (Inokashira no ike Benzaiten no yashiro yuki no kei)

    Blockdruck (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige (1797–1858); aus der Serie Meisho setsugekka (Berühmte Ansichten von Schnee, Mond und Blüten), 1844–45; 23,9 x 36 cm
    Bild © Museum of Fine Arts, Boston. (Letzter Zugriff: 2011/7)
    Gift of Adams Collection

    Der Inokashira Benzaiten Schrein, heute im westlichen Stadtgebiet Tokyos, galt in der Edo-Zeit als Ort besonderer Naturschönheit. Natürlich liegt auch dieser Schrein auf einer kleinen künstlichen Insel.

  13. Hiroshige haneda.jpg

    Ansicht von Haneda

    Blockdruck, Ukiyoe (Papier, Farbe) von Utagawa Hiroshige. Um 1837; aus der Serie Edo kinko hakkei no uchi [Acht Ansichten der Umgebung von Edo], 1837-38
    Bild © The Woodblock Prints of Ando Hiroshige. (Letzter Zugriff: 2011/7)

    Auf einer kleinen Halbinsel in der Bucht von Edo (nahe der Mündung des Tamagawa im Süden des heutigen Tokyo) ist hier der Eingang zu einer Schreinanlage und ein kleiner Weiler zu sehen. Es handelt sich um den Tamagawa Benten Schrein, den Hiroshige auch in einem späteren Werk verewigt hat. In der einstmals idyllischen Gegend befindet sich heute der Inlandsflughafen Tokyos.

  14. Enoshima ema.jpg

    Votivbilder

    Hetsumiya Schrein, Enoshima
    Bild © Bernhard Scheid, 2007

    Das Heiligtum der Benzaiten in Enoshima gilt heute als Schrein für Verliebte. Neben den rosa Herzen finden sich auch Motive von Benten und den Glücksgöttern auf den Bildtafeln.

  15. Enoshima hiroshige.jpg

    Die Höhlen von Enoshima zur Zeit des Benzaiten Fests (Sōshū Enoshima Benzaiten kaichō mōde hongū iwaya no zu)

    Blockdruck (Papier, Farbe, dreiteilig) von Utagawa Hiroshige (1797–1858)
    Bild © MAK-Sammlungsdatenbank, Museum für Angewandte Kunst, Wien. (Letzter Zugriff: 2013/1)

    Die Schreininsel Enoshima mit Berg Fuji im Hintergrund, vom Meer aus gesehen. Auf der Insel findet eben das Fest der Benzaiten statt. Die Höhlen auf der dem Meer zugewandten Seite sind wohl der Ausgangspunkt der mit der Insel verbundenen Legenden.

  16. Enoshima hiroshige2.jpg

    Festtag der Benzaiten von Enoshima (Sōshū Enoshima Benzaiten kaichō sankei gunshū no zu)

    Blockdruck (Papier, Farbe, dreiteilig) von Utagawa Hiroshige (1797–1858). 1851; Enoshima, vom Land aus gesehen; 36,3 x 75,2 cm
    Bild © Gallery Inkstone. (Letzter Zugriff: 2013/6)

    Die Insel ist über eine Sandbank mit dem Festland verbunden (heute befindet sich hier eine Straße). Anlässlich der Zurschaustellung von Enoshimas Benzaiten Statuen, die in der Edo-Zeit nur einmal in sechs Jahren stattfand, herrscht festliches Gedränge.

  17. Benten chikubushima1.jpg

    Achtarmige (Happi) Benzaiten mit torii als Kopfputz

    Statue; Schreininsel Chikubushima im Biwa See
    Bild © Wada Yoshio, 2003. (Letzter Zugriff: 2011/7)

    Statue des Benzaiten-Heiligtums auf der Schreininsel Chikubushima im Biwa See, eine der „Drei Großen Benten“ Kultstätten Japans.

  18. Benten chikubushima detail.jpg

    Benzaiten mit Schlangengottheit (Ugajin)

    Statue; Chikubushima
    Bild © Wada Yoshio, 2003. (Letzter Zugriff: 2011/7)
  19. Chikubushima benten2.jpg

    Benzaiten mit Schlangengottheit (Ugajin)

    Statue; Chikubushima
    Bild © Wada Yoshio, 2003. (Letzter Zugriff: 2011/7)
  20. Ungyo hebi chikubushima.jpg

    Schlangenwächter

    Chikubushima

    Nach agyô/ungyô Schema.

  21. Schlange chikubushima.jpg

    Schlangenwächter im Heiligtum der Benzaiten

    Statue; Chikubushima

    Siehe Spezialthema Benzaiten.

  22. Tenkawa benzaiten.jpg

    Mandala der Benzaiten von Tenkawa (Tenkawa Benzaiten Mandara)

    Hängerollbild (Seide) von Shiba Rinken. 1546
    Bild © Präfektur Nara. (Letzter Zugriff: 2010/8)

    Das Bild stellt die besonderen Fähigkeiten der Benten des Tenkawa Schreins in der Nähe von Nara dar. Wunschjuwelen symbolisieren die Kraft der Gottheit, die Wünsche der Gläubigen zu erfüllen. Auch Reisopfergaben sind dargestellt. Am unteren Bildrand sieht man außerdem Füchse und eine weiße fuchsschwänzige Frauengestalt (Inari?, Dakiniten?), die mit einem männlichen Gott mit Schlange auf dem Haupt (Uga-jin?) tanzt. Diese Darstellungen deuten auf Verbindungen zwischen dem Benten-Kult von Tenkawa und der Fuchsgottheit Inari hin. An den Bildrändern sind die kindlichen Gehilfen (dōji) der Benzaiten dargestellt.

  23. Tenkawa benzaiten doji.jpg

    Tenkawa Benzaiten und Begleiter

    Hängerollbild (Seide, Farbe). Muromachi-Zeit, 16. Jh.; Taima-dera, Naka no bō; Präf. Nara (heute Nara National Museum); 95,1 x 39,9 cm
    Bildquelle: Taima-dera, gokuraku jōdo e no akogare (Ausstellungskatalog). Nara National Museum 2013, Abb. 126, S. 189

    Das Bild stellt die besonderen Fähigkeiten der Benten des Tenkawa Schreins in der Nähe von Nara dar. Benzai-ten hält diverse schutzbringende Gegenstände in ihren acht Händen. Auf ihrem Kopf Ugajin in Schlangengestalt. Im Vordergrund fünfzehn Begleiter, die verschiedene Berufe und deren Produkte verkörpern, sowie ein mit Reisballen beladenes Boot. Neben den Begleitern außerdem eine kleine Figur des Daikoku-ten, mit dunkler Haut. Im Hintergrund der tausendarmige Kannon als „Urform“ (honji) der Benzaiten.

Weiterführende Informationen

  • Catherine Ludvik (2007), Sarasvati: Riverine Goddess of Knowledge. From the Manuscript-Carrying Vina-Player to the Weapon-Wielding Defender of the Dharma. Leiden: Brill.
  • Ugajin, Itō Satoshi (en.)
    Artikel zu Ugajin in der Encyclopedia of Shinto.
  • Chikubushima, Philbert Ono
    Detaillierte Bilderstrecke der Insel Chikubushima.
  • Benzaiten Imaginary in Japan, Mark Schumacher (A-Z Photo Dictionary).
    Besonders ausführliche Einzelseite aus Mark Schumachers empfehlenswertem Web-Lexikon.
Letzte Überprüfung der Linkadressen: Mai 2012
Ikonographie: Gluecksgoetter (zurück zum Hauptartikel)
Ikonographie
Schriften