Die Sieben Glücksgötter

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Bernhard Scheid, „Die Sieben Glücksgötter“ (Stand: 2013-01-19). In: ders. (Hg.), Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch (Universität Wien, seit 2001). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Ikonographie:Gluecksgoetter?oldid=33010

Die Sieben Glücksgötter (jap. Shichi Fukujin (Shichi Fukujin 七福神Die Sieben Glücksgötter …mehr ⇒)) sind ein Sinn­bild für das Streben nach dies­seitigem Wohl­er­gehen (genze riyaku (genze riyaku 現世利益(religiöse) Belohnung in diesem Leben …mehr ⇒)) und zu­gleich ein an­schau­liches Bei­spiel für den un­ver­krampften Um­gang der japani­schen Religion mit ver­schie­denen Tradi­tionen. Sie ver­einen die mild­tätige Barm­herzig­keit der Bodhisattvas (बोधिसत्त्वBodhisattva (skt., m.)„Erleuchtetes Wesen“ …mehr ⇒) , die ehr­furcht­gebie­tende Strenge der Devas (देवdeva (skt., m.)„Gottheit“, oberste Klasse indischer Götter …mehr ⇒) und das daois­tische Ver­sprechen des Langen Lebens mit einer boden­stän­digen Lebens­tüchtig­keit. Zwar mag es den An­schein haben, dass sie nur auf materiel­len Gewinn aus sind, doch transpor­tieren die Glücks­götter auch Tugen­den wie Fleiß, Arbeits­eifer und Selbst­genüg­sam­keit. Sie sind jedoch völlig frei von jeder trans­zen­denten Dimen­sion. Auf diese Weise haben sie sich mühe­los aus der Vor­moderne in die moderne Konsum­gesell­schaft hin­über­gerettet. Die Sieben Glücks­götter ent­standen zusam­men mit der bürger­lichen Stadt­kultur im späten Mittel­alter und gewan­nen in der Edo (Edo 江戸Sitz der Tokugawa Shogune, 1600–1867 (= Edo-Zeit); heute: Tokyo …mehr ⇒)-Zeit (1600–1867) ihre be­kannte ikono­graphische Gestalt.[1] Heute gelten sie zwar als Shinto-Götter (kami (kami japanische Gottheit …mehr ⇒)), doch sie tragen viele Merk­male aus der Zeit ihrer Ent­stehung, als die Trenn­wand zwischen Buddhas (बुद्धBuddha (skt., m.)„Der Erleuchtete“ …mehr ⇒) und Kami noch wesent­lich durch­lässiger war.

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Sieben Glücksgötter

Insel Takeshima, nahe der Stadt Gamagori, Präfektur Aichi
Bild © Steve-kun, flickr 2007. (Letzter Zugriff: 2012/5)

Moderne Darstellung.

Noch heute ist es Brauch, in der Neujahrsnacht ein Bild der Glücks­götter unter den Kopf­polster zu legen, um das Neue Jahr mit einem glücks­ver­heißenden Traum zu begin­nen. Auch kleine Pilger­fahrten zu Sieben Tempeln oder Schreinen, die jeweils einem der Götter ge­wid­met sind, erfreuen sich am Jahres­anfang großer Beliebt­heit. Jeder Gott kann aber auch allein an­ge­betet werden und hat seinen eigenen Zustän­dig­keitsbereich.

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Die einzelnen Fukujin

Daikoku

Daikoku (Daikoku 大黒Glücksgott; skt. Mahakala = „Großer Schwarzer“ …mehr ⇒) ist so etwas wie der Anführer aller sieben Glücks­götter, viel­leicht, weil er am längsten in dieser Funktion ver­ehrt wird. Zu seinen wich­tigsten Emble­men zählen Reis­sack und Glücks­ham­mer. Er steht daher in erster Linie für Wohlergehen in Form von materiel­lem Reich­tum bzw. reich­licher Nah­rung. Sein Boten­tier ist die Maus, die im chinesischen Horoskop eben­falls mit Reich­tum asso­ziiert wird. Wenn Daikoku als ein­zelne Gott­heit verehrt wird, bewacht mitun­ter ein Paar Mäuse seinen Tempel oder Schrein.

Daikoku steht in enger Beziehung zur zornvollen tantristischen Gottheit Mahakala (महाकालMahākāla (skt., n.)„Großer Schwarzer“, esoterische Gottheit …mehr ⇒) . Beider Namen lassen sich als „Großer Schwarzer“ über­setzen. Doch gibt es seit alters­her auch eine „ein­heimi­sche“ Variante des Daikoku, in der er als ein­facher Bauer auf­tritt. In dieser Gestalt wird auch häufig mit dem mytho­logi­schen Gott Ōkuninushi (Ōkuninushi 大国主mythol. Gottheit; wtl. Großer Meister des Landes …mehr ⇒) iden­tifiziert.

Auf vielen Bildern ist Daikoku zusammen mit Ebisu, dem Gott des Fisch­fangs, zu sehen. Daikoku und Ebisu sorgen für die materiel­len Grund­be­dürf­nisse, die Ernäh­rung, und ver­treten oft die Gesamt­heit der Glücksgöt­ter, sozu­sagen in kleiner Besetzung.

Ebisu

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Ebisu (Ebisu 恵比寿Glücksgott der Händler und Fischer; andere Schreibung: 夷 oder 戎 …mehr ⇒) trägt die klassische Hoftracht (kariginu (kariginu 狩衣Priestertracht (ehemals Hoftracht); wtl. „Jagdgewand“ …mehr ⇒)), die heute noch von Shinto-Priestern benützt wird, in der Edo-Zeit aber auch von Bauern und Hand­werkern getragen wurde. Anhand seiner Attri­bute ist er deut­lich als Gott des Fisch­fangs zu er­ken­nen: Er hält eine Angel und trägt eine riesige Rote Meer­brasse (tai) unter dem Arm. Den­noch scheint er in manchen Gegen­den auch als Gott der Land­wirt­schaft ver­ehrt worden zu sein. Heute ist er unter Laden­besit­zern, Klein­gewerbe­treiben­den und Wir­ten beson­ders populär. Auch die bekannte Bier­marke „Yebisu“ trägt seinen Namen.

Ebisu gilt als der einzige „einheimische“ Gott unter den Shichi Fukujin, doch seine Her­kunft ist rät­selhaft. Laut manchen Schrein­legen­den wird er mit dem sog. „Blutegel-Kind“ (Hiru-ko (Hiru-ko 蛭子wtl. Blutegel-Kind; erstes (missratenes) Kind von → Izanagi und Izanami …mehr ⇒)), dem ersten und etwas miss­glück­ten Sprössling des Ur­göt­ter­paares Izanagi (Izanagi 伊耶那岐 / 伊奘諾Göttervater; auch Izanaki (ki hier männliche Endung) …mehr ⇒) und Izanami (Izanami 伊耶那美 / 伊奘冉Göttermutter, Göttin der Unterwelt (mi hier weibliche Endung) …mehr ⇒) in Ver­bindung gebracht. Diese Her­leitung ent­stammt wohl dem Nishinomiya Jinja (Nishinomiya Jinja 西宮神社Ebisu Schrein in der Stadt Nishinomiya, Hyōgo-ken, bei Osaka …mehr ⇒) in der Nähe von Ōsaka, einem Zentrum des Ebisu-Kultes, beruht jedoch nicht auf klas­sischen Quel­len wie Kojiki (Kojiki 古事記Älteste jap. Chronik (712) …mehr ⇒) oder Nihon shoki (Nihon shoki 日本書紀Zweitältestes Schriftwerk und erste offizielle Reichschronik Japans (720) …mehr ⇒). Anderer­seits wird Ebisu auch gern mit der mythologischen Zwerg-Gottheit Sukunabikona (Sukunabikona 少名毘古那winzige Gottheit, Gefährte oder alter ego von Ōkuninushi, auch: Sukunahikona …mehr ⇒) assoziiert, eine Art Alterego des oben genannten Ōkuninushi.

Benzaiten

Benzaiten (Benzaiten 弁才天/ 弁財天Glücksgöttin, Gottheit des Wassers, der Musik und der Beredsamkeit; skt. Sarasvati; auch: Benten …mehr ⇒) oder abgekürzt Benten („Deva der Bered­samkeit“) ist die einzige Frau unter den Sieben Glücks­göttern. In den meisten Ab­bildun­gen hält sie eine biwa (biwa 琵琶jap. Laute …mehr ⇒)-Laute in der Hand. Dieses Instru­ment hat sie von ihrer indischen Ahnin, der Fluss­göt­tin Sarasvati (सरस्वतीSarasvatī (skt., f.)indischer Fluss; Flussgöttin der Beredsamkeit, der Musik und der Gelehrsamkeit …mehr ⇒) über­nommen. Beide Göttin­nen sind aus­gehend vom Wasser auch für Be­red­sam­keit, für Musik, für das Wissens und die Künste zuständig.

Auch in Japan hat Benten ihre enge Verbin­dung zum Wasser bei­behalten. Ihre Schreine oder Tempel sind fast immer von Wasser um­geben. Allein schon auf­grund ihrer äußeren Er­schei­nung steht Benten für Anmut, man betet aber auch um Geld und Wohl­stand zu ihr. In Kamakura gibt es bei­spiels­weise den berühm­ten Zeniarai-Benten Schrein — den Schrein der „geld­waschen­den Benten“. Wer an der dortigen Quelle sein Geld wäscht, darf auf dessen wunder­same Vermeh­rung hoffen.

Bishamon-ten

Der Name Bishamon-ten (Bishamon-ten 毘沙門天Himmelswächter des Nordens, Glücksgott …mehr ⇒) leitet sich von skt. Vaishravana (वैश्रवणVaiśravaṇa (skt., m.)„Sohn des Gerühmten“, Himmelswächter des Nordens, aka. Kubera …mehr ⇒) ab. Vaishravana ist einer der Vier Himmelskönige (Shi-Tennō (Shi-Tennō 四天王Die 4 Himmelskönige (Weltenwächter) …mehr ⇒)), und zwar der Hüter des Nordens. In Japan ist Bishamon-ten auch unter dem Namen Tamon-ten (Tamon-ten  多聞天Synonym von Bishamon-ten, Himmelswächter des Nordens (skt. Vaishravana) …mehr ⇒), einer Über­setzung des Sanskrit­namens mit der Bedeutung „der alles Hörende“ bekannt. Zu seinen Attributen zählen ein Dreizack und eine kleine Pagode. In der klas­sischen Ikono­graphie strahlt er die Würde eines Feld­herren aus und wurde in früherer Zeit auch mit der Bitte um Kriegs­glück an­ge­betet. Auch als Glücks­gott wird er immer in chinesischer Rüstung dargestellt.

Besonders im frühen japanischen Buddhismus erfreute sich Bishamon-ten einer großen Be­liebt­heit. Das Golgglanz Sutra portraitiert ihn als Er­finder einer Gebets­formel (mantra (मन्त्रmantra (skt., n.)Gebets­formel …mehr ⇒) ), die alle Wünsche verwirklichen hilft.

Hotei

Die Figur des Hotei (Hotei 布袋Glücksgott; Inkarnation von Bodhisattva Maitreya …mehr ⇒) geht auf die legenden­umwo­bene Gestalt des chinesi­schen Mönchs Qici (auch Changting zi) zurück. Dieser führte im neun­ten Jahr­hundert ein Wander­leben als Bettel­mönch. Er trug seine Hab­selig­keiten stets in einem großen Sack mit sich, sodass er vor allem unter seinem Spitz­namen „Jutesack“ (chin. Budai oder Pu-tai, jap. Hotei) bekannt wurde.

Budai/Hotei erwies sich nach seinem irdischen Leben als Inkarnation des Bodhisattva (बोधिसत्त्वBodhisattva (skt., m.)„Erleuchtetes Wesen“ …mehr ⇒) Maitreya (मैत्रेयMaitreya (skt., m.)„Der Freundliche, der Liebevolle“, Buddha der Zukunft …mehr ⇒) (jap. Miroku (Miroku 弥勒Bodhisattva Maitreya, „Buddha der Zukunft“ …mehr ⇒), chin. Mile-fo, auch als „Buddha der Zukunft“ bekannt) und wurde in China zum typi­schen „Lachen­den Buddha“. Beson­ders be­liebt ist er im Chan/Zen Buddhis­mus, wo seine Heiter­keit als Ausdruck der Selbst­genüg­sam­keit be­grif­fen wird. Er stellt er ein be­lieb­tes Motiv der Zen Tusche­zeich­nungen (zenga (zenga 禅画Zen-Tuschebild …mehr ⇒)) dar.

Fukurokuju und Jurōjin

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Fukurokuju

Zeichnung von Katsuhika Hokusei

Fukurokuju (Fukurokuju 福禄寿Glücksgott, Gott des Langen Lebens …mehr ⇒) (wtl. „Glück-Erfolg-Langes Leben“) und Ju­rō­jin (Jurōjin 寿老人Glücksgott …mehr ⇒) (wtl. „Alter Mann des Lan­gen Lebens“) erschei­nen beide als alte Männer und sind mit allen mögli­chen Eigen­schaf­ten und Emblemen daois­tischer Un­sterb­licher aus­ge­stat­tet. Dazu gehört auch die markante, phal­lisch anmu­tende Form ihres Schädels, der aller­dings oft dezent unter einer Kappe ver­borgen ist. Beide Götter tragen das Zeichen 寿 (ju 寿Langes Leben …mehr ⇒) für Langes Leben im Namen und ge­währen den ent­spre­chen­den Wunsch.

Die tierischen Begleiter der beiden sind Kranich, Schild­kröte und Hirsch, wobei der letztere meist an der Seite von Jurōjin zu finden ist. Vor allem die Schildkröte, aber auch Kranich und Hirsch gelten als Symbol­tiere des Langen Lebens.

Trotz ihrer unverkennbar daoistischen Attribute sind die beiden Gott­heiten als solche in China selbst nicht zu finden. Fuku-roku-ju (chin. fu-lu-shou) be­zeich­net jedoch eine Gruppe von drei chinesi­schen Glücks­göttern, die u.a. im Feng shui eine wichtige Rolle spielen. Jurōjin könnte eine Be­zeich­nung für den Süd­lichen Polar­stern (Canopus) sein, der in China selbst als Gottheit des Langen Lebens und als Verkör­perung Lao-tse's gilt.

Fukurokuju und Jurojin sind somit aus allerlei daoistischen Versatz­stücken zu­sammen­gesetzt, die um das Thema „Langes Leben“ kreisen und sich im Grunde beliebig kombi­nieren lassen. Daher ver­wundert es nicht weiter, dass sie mitun­ter auch zu einem Gott ver­schmel­zen. In diesem Fall wird die Gruppe der Shichi Fukujin durch die weib­liche Gottheit Kichijō-ten (Kichijō-ten 吉祥天Hindu-buddhistische Göttin des Glücks; auch: Kisshōten; skt. Lakshmi …mehr ⇒) (auch Kisshōten) ergänzt.

Wieso Sieben?

Vorbilder oder Verwandte der Sieben Glücksgötter finden sich vor allem in China, dort sind es aber üblicher­weise acht daois­tische Un­sterb­liche, die zusam­men auf einem Boot zur Insel der Glück­selig­keit unter­wegs sind. Es gibt ver­schiedene Theorien, wieso man sich in Japan statt dessen auf die Zahl Sieben fest­legte. So wird z.B. immer wieder auf die Sieben Übel (shichinan), bzw. die Sieben Tugen­den (shichi shōzai) des Bud­dhis­mus hin­ge­wiesen.[2] Die Zahl Sieben spielt aber auch im chinesi­schen Polar­stern-Glauben eine wichtige Rolle (Anzahl der Sterne im Stern­bild des Großen Wagens). Auch die Sieben Weisen im Bambus­hain, eine Gruppe chine­sischer Philo­sophen, die gerne auf den Tusch­male­reien der mittelalterlichen Zen-Mönche dar­ge­stellt wurde, könnten eine Inspria­tions­quelle der Shichi Fukujin gewesen sein.[3]

Eine bekannte Anekdote besagt, dass das Ensemble der Sieben Glück­götter auf den Mönch Tenkai (Tenkai 天海1536?–1634; Abt und Reformer des Tendai Buddhismus, religiöser Berater des Tokugawa Shogunats; auch: Nankōbō Tenkai; Jigen Daishi …mehr ⇒), einen wich­tigen religi­ösen Rat­geber des ersten Tokugawa Shoguns Tokugawa Ieyasu (Tokugawa Ieyasu 徳川家康1. Tokugawa Shogun, 1543–1616; Reichseiniger …mehr ⇒) zurück­geht. Tenkai hätte die Sieben Tugen­den des Bud­dhis­mus in ab­ge­wandel­ter Form auf Ieyasu über­tragen und mit sieben Gott­heiten folgen­der­maßen in Ver­bindung ge­bracht: Langes Leben (Jurōjin), Wohlstand (Daikoku), Beliebt­heit (Fukurokuju), Auf­richtig­keit (Ebisu), Liebens­würdig­keit (Benzaiten), Autorität (Bishamon­ten), Großmut (Hotei). Diese Kombi­nation sei der Schlüs­sel zu Ieyasus erfolgreicher Be­friedung des Landes. Klar, dass Ieyasu von dieser Charak­terisierung be­geis­tert war und seinen Hofmaler anwies, die sieben Gottheiten in einem Bild darzustellen.

Frühformen der Shichi Fukujin legen die Vermutung nahe, dass das Ensemble tat­sächlich von bud­dhis­tischen Mönchen kreiert wurde. Wahr­schein­lich geht die Idee aber nicht auf einen einzigen Mönch zurück, sondern bildete sich all­mäh­lich im Laufe der Muromachi (Muromachi 鎌倉Stadtteil in Kyoto; Sitz des Ashikaga Shogunats; 1333–1573 (= Muromachi-Zeit) …mehr ⇒)-Zeit (14.–16. Jh.) heraus. In jedem Fall waren die Shichi Fukujin in der Edo (Edo 江戸Sitz der Tokugawa Shogune, 1600–1867 (= Edo-Zeit); heute: Tokyo …mehr ⇒)-Zeit wesentlich bekannter und populärer als mythologische Gott­heiten wie Amaterasu (Amaterasu 天照Sonnengottheit, Ahnherrin des Tennō …mehr ⇒) oder Susanoo (Susanoo 須佐之男mytholog. Trickster-Gott; Sturmgott, Mondgott …mehr ⇒). Vor allem auf bildlichen Dar­stel­lungen sind sie allseits präsent, während die „eigentlichen“ Shinto-Götter nur sehr selten ab­ge­bildet werden. Daran hat sich im Grunde bis heute nichts geän­dert.

Anmerkungen

  1. Dieser Befund stammt von Kita Sadakichi, einem umstrittenen Historiker und Volkskundler der Zwischenkriegszeit, der 1935 den Aufsatz „Shichifukujin no seiritsu“ (Die Entstehung der Sieben Glücks­götter) ver­öffent­lichte. Kitas zeit­liche Ein­ordnung der Glücks­götter wird jedoch von der japa­nischen Volks­kunde heute allge­mein akzep­tiert.
  2. Im Sutra der Barmherzigen Könige, Ninnō-kyō, heißt es im Zusammenhang mit dem Rezitieren eines Sutrentextes: „... da vergingen die Sieben Übel, und die Sieben Wohltaten entstanden“ (shichinan sokumetsu, shichifuku sokushō 七難即滅七福即生). Diese Wendung wurde in späteren Schriften des japanischen Buddhismus häufig zitiert. Worin die Sieben Übel bestehen, wird allerdings unterschiedlich angegeben. (Kita 1935, in Miyata 1998, S. 300).
  3. Laut Kita soll ein gewisser Mönch Keishun 瓊春 bereits im 15. Jh. ein Bild gemalt haben, in dem die Götter Ōkuninushi, Hiruko, Uzume, Bishamon, Fukurokuju, Jurōjin und Hotei in Imitation der Sieben Weisen im Bambushain dargestellt wurden. Das Original wurde allerdings 1473 durch Brand vernichtet und ist nur in Kopien erhalten. Jedenfalls entsprechen diese Götter weitgehend den späteren Glücksgöttern, lediglich Ame no Uzume (Ame no Uzume 天鈿女/天宇受賣mythologische Gottheit, Ahnherrin des Theaters …mehr ⇒) wurde durch Benzaiten ersetzt. (Ibid, S. 301–302)
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Shichifukujin

Katsushika Hokusai (1760-1849). Späteren Edo-Zeit, frühes 19.Jh.
Bild © Muian. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Zeichnung in ihrer ikonographisch ausgereiften Form.

Die Glücksgötter einst...
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