Osore-zan, der ‚Angst Berg‘

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Bernhard Scheid, „Osore-zan, der ‚Angst Berg‘“ (Stand: 2012-08-21). In: ders. (Hg.), Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch (Universität Wien, seit 2001). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Ikonographie:Jizo/Osorezan?oldid=32190
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Große Jizō

Statue (Stein); Osore-zan
Bild © CheekyT, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Sie liegt auf einem Hügel aufgetürmter Steinbrocken in der kargen, vulkanischen Landschaft.

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Steinhaufen; Osore-zan
Bild © tsuda, flickr 2004. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Vor dem Eingang des örtlichen Tempels Entsū-ji sind bereits die typischen Haufen zu finden.

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Hinter dem Tempel erstreckt sich ein Kratersee

Tempelhalle; Osore-zan
Bild © Manshionyagger, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2005/10)
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Steinige Flussbecken (sai no kawara)

Osore-zan
Bild © Manshionyagger, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2005/10)

Seine Ufer repräsentieren das Flussbecken der Unterwelt, wo sich die Kinder aufhalten. Daher werden hier die meisten Steine angehäuft. Ein Rabe im Vordergrund sucht nach den Resten eines Speiseopfers.

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Jizōs

Statuen (Stein); Osore-zan
Bild © el danimal, flickr 2004. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Überall gibt es kleine und größere Statuen Jizōs, die stellvertretend für die Kinder mit Kleidung und Spielzeug bedacht werden.

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Windräder; Osore-zan
Bild © Eve Andersson, 2004. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Für verstorbene Kinder.

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Windräder; Osore-zan
Bild © tamipn, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Vor allem bunte sind häufig zu finden.

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Szenen auf dem Gelände des „Angstbergs“

Statuen (Stein); Osore-zan
Bild © yuezhi, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2005/10)

Ein Abbild der Unterwelt, wo vermummte Figuren von Jizō Bosatsu zu unheimlichen Gespenstern zu werden scheinen.

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Stupa (Stein); Osore-zan
Bild © yuezhi, flickr 2005. (Letzter Zugriff: 2005/10)

In stelenartiger Form, rundherum ein weiteres Mal die Raben.

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Jizō

Statue (Stein); Osore-zan
Bild © The Faffer, flickr 2005

Dank der Verfärbungen des schwefelhaltigen Wassers ist auch ein „Blutteich“ (Chi-no-ike) vorhanden. In der buddhistischen Hölle ist der Blutteich vor allem für Frauen vorgesehen. Von dort kann sie nur noch Jizō erretten, der hier in der Mitte des Teichs zu sehen ist.

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Die obigen Bilder zeigen den Osore-zan (Osore-zan 恐山„Angst-Berg“, Aomori-ken (Nordjapan) …mehr ⇒) in Nord-Japan, der als Abbild, bzw. als Eingang des bud­dhis­tischen Jen­seits gedeutet wird. Zusammen mit Berg Hiei (Hiei-zan 比叡山Klosterberg Hiei bei Kyoto, traditionelles Zentrum des Tendai-Buddhismus …mehr ⇒) und Berg Kōya (Kōya-san 高野山Klosterberg südl. von → Nara; sprituelles Zentrum des → Shingon Buddhismus …mehr ⇒) zählt er zu den „Drei spirituellsten Orten Japans“. Die karge, vulkanische Land­schaft, die nur von stinkenden, schwefel­haltigen Quellen durchzogen wird, verkörpert den Grenz­bereich zur Unter­welt. Dieser Grenz­bereich ist nach einem weit ver­breiteten Glauben der Ort, wo die Seelen der ver­stor­benen Kinder Steine anhäufen müssen, bis sich Jizō Bosatsu (Jizō 地蔵populäre Bodhisattva Figur; skr. Kshitigarbha, wtl. „Schatzhaus oder Mutterleib der Erde“ …mehr ⇒) ihrer erbarmt. Viele Menschen pilgern hier her, um die Seelen der toten Kinder zu unter­stützen, indem sie selbst Steine anhäufen.

Der Legende nach geht der örtliche Tempel Entsū-ji auf den berühmten Tendai (Tendai-shū 天台宗Tendai Schule, chin. Tiantai …mehr ⇒) Mönch Ennin (Ennin 円仁Mönch des Tendai Buddhismus, 794–864; Schüler → Saichōs ) (794–864) zurück. Dieser soll während seiner Studien­reise in China im Traum den Auf­trag erhalten haben, nach Hause zurück­zu­kehren und 30 Tages­reisen nach Norden zu wandern, wo sich ein heiliger Berg befindet. Dort sollte er eine Statue für Jizō schnitzen und den Weg des Buddha (बुद्धBuddha (skt., m.)„Der Erleuchtete“ …mehr ⇒) ver­breiten. Er tat wie ihm geheißen und be­gründete im Jahr 862 am Osore-zan eine Ver­ehrungs­stätte jenes Bodhisattvas (बोधिसत्त्वBodhisattva (skt., m.)„Erleuchtetes Wesen“ …mehr ⇒) , der auch als die letzte Rettung der in der Hölle schmachtenden Seelen gilt.

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