Batō Kannon Kannon mit dem Pferdekopf

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Bernhard Scheid, „Batō Kannon Kannon mit dem Pferdekopf .“ In: Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch. Universität Wien, seit 2001 (Stand: 26.7.2015). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Ikonographie/Kannon/Bato_Kannon?oldid=51708X
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Batō Kannon

Statue, myōō. Muromachi-Zeit; Kannon Tempel Hase-dera, Kamakura
Bild © Mark Schumacher. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Eine etwas friedlichere Darstellung des Batō Kannon.

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Kannon mit dem Pferdekopf (Batō Kannon)

Seidenrollbild, myōō (Tusche, Farbe, Gold, Silber), Detail. Heian-Zeit, 12. Jh.; 190,5 x 93,3 cm
Bild © J-Blog. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Im oberen Teil des Kopfes des Batō Kannon ist undeutlich ein Pferd zu erkennen.

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Batō Kannon

Statue, myōō (Gold); Matsunoo-dera
Bild © The Tale of Genji, 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Batō Kannon mit weißem Pferdekopf und drei zornvollen Gesichtern. Station 29 der „Westlichen Kannon Pilgerroute“

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Batō Kannon

Statue, myōō; Tokaku-ji, Kita-ku, Tōkyō
Bild © PDD Toshokan, 1997. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Eine klassische ikonographische Embleme an einer modernen Batō Kannon-Statue.

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Batō Kannon

Statue, myōō (Stein). Meiji-Zeit, 1897

Steinstatue des Batō Kannon.

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Batō Kannon

Statue, myōō (Stein). 1850; Fujino, Präfektur Kanagawa
Bild © Norman Havens, 1999. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Steinstatue des Batō Kannon.

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Dreigesichtiger Kannon mit Pferdekopf

Statue, myōō (Stein). Meiji-Zeit, 1897; Ichinomiya-shi, Präfektur Aichi
Bild © Terasan no Senryu, 2003. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Dreigesichtiger Batō Kannon, gefertigt aus Stein.

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Batō Kannon in Mönchsgewand

Statue, myōō (Stein). 1823; Nerima-ku, Tōkyō
Bild © Nerima no rekishi to bunkazai

Batō Kannon im Mönchsgewand, gefertigt aus Stein.

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Batō Kannon

Statue, bosatsu (Stein); Mantoku-ji, Yokohama
Bild © PDD Toshokan. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Batō Kannon-Skulptur aus Stein.

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Batō Kannon auf einem Parkplatz

Statue, myōō (Stein); Ōmiya, Präfektur Saitama
Bild © Nakasendo nisshi, 2006. (Letzter Zugriff: 2006/2)

Kleine Darstellung des Batō Kannon aus Stein auf einem Parkplatz.

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Im eso­teri­schen Buddhis­mus वज्रयन Vajrayāna (skt., n.) „Vajra-Fahrzeug“, Tantrismus, esoterischer Buddhismus; jap. Mikkyō 密教 oder Kongō-jō 金剛乗siehe auch →  Buddhismus Lehre → Ikonographie/Kannon→ Ikonographie/Myoo→ Ikonographie/Myoo/Vajrapani→ Geschichte/Kukai , der vor allem während des japa­nischen Mittel­alters großen Ein­fluss besaß, konnte selbst der an­sonsten so milde Bodhisattva बोधिसत्त्व Bodhisattva (skt., m.) „Erleuchtetes Wesen“; jap. bosatsu 菩薩siehe auch →  Buddhismus Lehre → Bauten/Tempel→ Ikonographie→ Bauten/Tempel/Pagoden→ Ikonographie/Kannon→ Alltag/Matsuri/Phalluskulte → mehr Kannon Kannon 観音 auch Kanzeon 観世音, wtl. der den Klang der Welt erhört; skt. Avalokiteśvara; chin. Guanyin; als Bodhisattva des Mitleids bekanntsiehe auch Kannon → Bauten/Bekannte Tempel→ Bauten/Bekannte Tempel/Asakusa→ Alltag/Pilgerschaft→ Bauten/Bekannte Schreine/Fushimi→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko → mehr die er­schre­cken­den Züge eines myōō myōō 明王 wtl. Licht-König, auch „Mantra-König“ oder „Weisheits-König“; skt. Vidyārājasiehe auch Myoo → Ikonographie→ Ikonographie/Kannon→ Ikonographie/Waechtergoetter→ Ikonographie/Myoo/Fudo → mehr annehmen. Neben den Standard­attri­buten esoteri­scher Myōōs (drei Gesichter, zahl­reiche Arme, Raub­tier­zähne, magische Waffen) lässt sich dieser Kannon zumeist anhand eines kleinen Pferde­kopfes identi­fizieren, der ober­halb des mittleren, zorn­ver­zerrten Gesichts als Kopf­putz an­ge­bracht ist. Bis­weilen tritt Batō Kannon Batō Kannon 馬頭観音 Kannon mit dem Pferdekopf, eine zornvolle Manifestation Kannonssiehe auch→ Ikonographie/Kannon→ Bauten/Bekannte Schreine/Nikko→ Ikonographie/Myoo→ Mythen/Symboltiere/Drei Affen aber auch als einfache mensch­liche Figur mit einem Pferde­kopf auf.

Hayagriva

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Vishnu Hayagriva

Skulptur (Stein), Detail. Sambor Prei Kuk, Kambodscha, 10. Jh.; Musee Guimet, Paris
Bild © Bernhard Scheid, 2015

Der hinduistische Gott Vishnu in einer Manifestation mit Pferdekopf.

Vishnu Hayagriva, Kambodscha

Kannon mit dem Pferde­kopf lässt sich — wie so oft — auf eine indische Urform zurück­führen: Unter den Mani­fes­ta­tionen des Gottes Viṣṇu विष्णु Viṣṇu (skt., m.) indische Gottheit; ursprünglich vedisch, gilt im Vishnuismus als Manifestation des höchsten Seinssiehe auch →  Buddhismus → Ikonographie/Myoo gibt es eben­falls eine mit Pferde­kopf, genannt Hayagrīva हयग्रीव Hayagrīva (skt., m.) „Der Pferdeköpfige“; jap. Batō 馬頭. Aber erst im esoteri­schen Buddhis­mus erhielt die Figur die Standard­attri­bute einer zorn­vollen Gott­heit, die heute vor allem in Tibet und der Mongolei, aber auch in Japan zu finden ist. In der geläu­figsten Form besitzt der buddhis­tische Hayagriva drei Gesichter, sechs Arme und einen (bzw. in Tibet drei) Pferde­köpfe als Kopf­putz (s. dazu auch ähnliche Bei­spie­le von Vajrapani und Mahakala). Der früheste Text, in dem diese Form des Bodhi­sattva Avalokiteśvara अवलोकितेश्वर Avalokiteśvara (skt., m.) „Herr, der [die Welt] unten wahrnimmt“, Bodhisattva; jap. Kannon 観音 oder Kanzeon 観世音siehe auch →  Buddhas Leben → Ikonographie/Kannon→ Ikonographie/Myoo/Vajrapani→ Texte/Sutra be­schrie­ben wird, ist das eso­terische Dharani-Sutra धारणीसमुच्चयसूत्र Dhāraṇīsamuccayasūtra (skt., m.) esoterisches Sutra, chin. Fassung aus 654; jap. Darani-kyō 陀羅尼經 oder Darani-jikkyō 陀羅尼集經, das nur in einer chine­sischen Fassung aus dem Jahr 654 bekannt ist. Diesem Text zufolge er­hoffte man sich von Batō Kannon beson­deren Schutz vor giftigen Schlan­gen und Insekten oder vor Krank­heiten.

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Hayagriva

Thangka, bosatsu (Baumwolle). Tibet, 16. Jh.
Bild © Himalayan Art. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Im Unterschied zu japanischen Darstellungen besitzt dieser Hayagriva drei Pferdeköpfe als Kopfputz.

Hayagriva auf einem tibetischen Thangka, 16. Jh.
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Batō Kannon und die Pferde

Sowohl in Japan, als auch in Tibet und der Mongolei wird Kannon mit dem Pferde­kopf auch um den Schutz von Pferden und anderen Nutz­tieren angebetet. Dies scheint aber nicht die ur­sprüng­liche Aufgabe Batō Kannons gewesen zu sein. Als eine der sechs Kannon-Mani­festa­tionen, die in der späten Heian-Zeit mit den Sechs Be­reichen der Wieder­geburt (rokudō rokudō 六道 wtl. die Sechs Wege = Bereiche der Wiedergeburtsiehe auch Jenseits → Mythen/Hoellen/Hungergeister→ Geschichte/Heian Zeit→ Mythen/Jenseits/Enma→ Mythen/Jenseits/Totenreich ) in Überein­stimmung gebracht wurden, ist Batō Kannon vielmehr für alle Wesen, die als Tiere wieder­geboren werden, zuständig. Erst als der be­son­dere Glaube an diese sechs Mani­festa­tionen seinen Höhe­punkt über­schrit­ten hatte, scheinen sich Pferde­züchter und Trans­port­unter­nehmer die Figur der Kannon mit dem Pferde­kopf als Schutz­patron aus­er­koren zu haben.

Heute ist Batō Kannon in Japan weit­gehend in Ver­ges­sen­heit geraten und wird nur noch in wenigen großen Tempeln verehrt. Doch findet man ihn immer wieder in Form ein­facher Stein­skulp­turen aus der Edo Edo 江戸 Sitz der Tokugawa Shōgune, 1600–1867 (= Edo-Zeit); heute: Tōkyōsiehe auch Geschichtsperioden → Grundbegriffe/Buddhismus→ Bauten/Bekannte Tempel→ Grundbegriffe/Shinto→ Grundbegriffe/Stereotype/Herrigels Zen→ Bauten/Bekannte Tempel/Berg Koya → mehr -Zeit, die münd­lichen Lokal­tradi­tionen zufolge damals die Bitten von Rei­sen­den um eine sichere Fahrt ent­gegen­nahmen oder als Gedenk­stätten beson­ders ver­dienst­voller Pferde errichtet wurden. Obwohl auf diesen Stein­skulp­turen noch Elemente der eso­teri­schen Ikono­graphie er­kenn­bar sind, haben sie meist alle schrecken­erregenden Züge ver­loren. Dies lässt sich auch anhand der o-fuda o-fuda お札 Talisman in Gestalt eines symbolischen Zeichens, meist aus Papier; sinojap. gelesen (satsu) bedeutet das gleiche Zeichen „Geldschein“siehe auch Gluecksbringer → Alltag/Omairi→ Alltag/Pilgerschaft→ Alltag/Kamidana→ Mythen/Tengu → mehr (Talismane) diverser Tempel erkennen, in denen Batō Kannon verehrt wird:

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Batō Kannon

Talisman, myōō (Papier); Sanbutsu-ji, Präfektur Saitama
Bild © Benedetta Lomi, CJRS Newsletter 1/2007
Bernard Frank, Collège du France

O-fuda mit Batō Kannon-Motiv.

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Batō Kannon

Talisman, myōō (Papier); Myōan-ji, Präfektur Saitama
Bild © Benedetta Lomi, CJRS Newsletter 1/2007
Bernard Frank, Collège du France

O-fuda mit Batō Kannon-Motiv.

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Batō Kannon

Talisman, myōō (Papier); Myōkō-in, Präfektur Shizuoka
Bild © Benedetta Lomi, CJRS Newsletter 1/2007
Bernard Frank, Collège du France

O-fuda mit Batō Kannon-Motiv.

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Batō Kannon auf o-fuda

Talisman, myōō (Papier); Entsū-ji, Präfektur Shizuoka
Bild © Benedetta Lomi, CJRS Newsletter 1/2007
Bernard Frank, Collège du France

O-fuda mit Batō Kannon-Motiv.

Ofuda von Batō Kannon
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