Mudras — Symbolische Handzeichen

Religion-in-Japan > Ikonographie > Mudra
Wechseln zu: Navigation, Suche
Diese Seite zitieren:
Bernhard Scheid, „Mudras — Symbolische Handzeichen“ (Stand: 2013-01-19). In: ders. (Hg.), Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch (Universität Wien, seit 2001). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Ikonographie:Mudra?oldid=33001
aniin_middle.jpg

An'i-in

Statue (vergoldet)

Mudrā des Yakushi Nyorai.

Eine mudra (मुद्राmudrā (skt., f.)„Siegel“, Gebetsgeste ) (jap. inzō (inzō 印相Handzeichen, skt. Mudrā ) oder -in) ist Handzeichen oder eine Geste mit konkreter symbolischer Bedeutung. Zumeist verweist eine Mudra auf eine bestimmte Tätig­keit eines Buddha (बुद्धBuddha (skt., m.)„Der Erleuchtete“ …mehr ⇒) (Predigt, Meditation, etc.). In der bud­dhis­tischen Plastik unter­stützen Mudras die Aus­sage­kraft einer Figur und sind ein oft wesent­liches Merkmal, um Buddhastatuen ikonographisch zu unter­scheiden. Doch nicht nur Statuen formen Mudras, auch Mönche und Gläubige verwenden sie im täglichen Ritual oder Gebet. Selbst die alltägliche Geste des Händefaltens gilt als eine Mudra (gasshō-in (gasshō-in 合掌印Mudrā des Händefaltens )). Besonders bedeutsam sind Mudras im esoterischen Buddhismus (mikkyō (mikkyō 密教esoterischer Buddhismus, Tantrismus; wtl. geheime Lehre …mehr ⇒)), wo sie meist in Kombination mit speziellen Gebets­formeln (Mantras (मन्त्रmantra (skt., n.)Gebets­formel …mehr ⇒) ) an bestimmte buddhistische Gestalten gerichtet werden, um einen konkreten Nutzen zu erzielen.

Bekannte Mudras

Segan semui.gif

Mudra der Furchtlosigkeit und der Erfüllung, semui-in (semui-in 施無畏印Mudra der Furchtlosigkeit ) segan-in (segan-in 施願印Mudra der Schwurerfüllung )

Die Rechte wehrt Böses ab/ beschützt Gutes, die Linke gibt, was erbeten wurde; typische Geste des historischen Buddha, Shaka Nyorai (Shaka Nyorai 釈迦如来jap. Namen des Buddha Shakyamuni …mehr ⇒).

shaka_heian_boston.jpg

Buddha Shakyamuni (Shaka Nyorai)

Skulptur (Holz, vergoldet). Späte Heian-Zeit, 12. Jh.; Höhe: 88,5 cm
Bild © Museum of Fine Arts, Boston (Denman Waldo Ross Collection). (Letzter Zugriff: 2011/7)

Der historische Buddha mit der für ihn typischen Geste „Fürchtet euch nicht“.

Mudra tenborinin.gif

Mudra des des Dharma (धर्मDharma (skt., m.)Gesetz (des Universums), Lehre (des Buddha) …mehr ⇒) -Rad-Drehens, tenbōrin-in (tenbōrin-in 転法輪印Mudrā des Dharma-Rad-Drehens; Symbol für eine Predigt )

Geste des Predigens. Symbolisiert die erste Lehrrede des historischen Buddha (= Ingangsetzen des „Rads der Lehre“). In Japan dennoch meist eine kennzeichnende Geste des Amida (Amida 阿弥陀Buddha Amitabha …mehr ⇒) Buddha.

mudra_amidahoryuji.jpg

Mudrā des predigenden Amida

Wandgemälde; Hōryū-ji, Präfektur Nara
Mudra join1.gif

Meditations-Mudra, jōin (jōin 定印Mudrā der Meditation )

Beide Hände im Schoß gefaltet (hier mit der für Amida typischen Stellung der Zeigefinger). Typisch für Amida und den Dainichi der Mutterschoßwelt (Taizōkai (Taizōkai 胎蔵界wtl. Mutterschoß-Welt; Mandala des → Dainichi …mehr ⇒)).

mudra_kamakuradaibutsu.jpg

Kamakura Daibutsu

Statue (Bronze), Detail. 1252?; Höhe: 11 m
Bild © Jenny Huang, flickr 2006. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Die Mudrā der Mediation mit den für Amida charakteristischen abgewinkelten Zeigefingern. Die „Schwimmhaut“ zwischen Daumen und Zeigefinger ist kein künstlerischer Missgriff, sondern entspricht den 32 Merkmalen eines Buddha.

Mudra chikenin.gif

Weisheitsfaust-Mudra chiken-in (chiken-in 智拳印Mudrā der Weisheitsfaust )

Geste des Dainichi Nyorai der Vajra (वज्रvajra (skt., m.)„Donnerkeil“, Ritualinstrument und Symbol des tantristischen/esoterischen Buddhismus …mehr ⇒) -Welt (Kongōkai (Kongōkai 金剛界Vajra-Welt, Diamant-Welt, Mandala des → Dainichi …mehr ⇒)) Mandala.

chiken_in2.jpg

Weisheitsfaust-Mudrā (chiken-in)

Statue (Holz, vergoldet) von Unkei, Detail; „Nationalschatz“; Enjō-ji, Präfektur Nara

Geste des Dainichi Nyorai im Kongōkai-Mandala. Gesamtbild.

Gosanze mudra.gif

Abwehr von Unheil, gōzanze-in (gōzanze-in 降三世印Mudrā des zornvollen Gōzanze Myōō )

Geste des Gōzanze Myōō (Gōzanze Myōō 降三世明王skt. Trailokyavijaya, einer der Fünf Großen Myōō ), einer Schutzgottheit des esoterischen Buddhismus.

gosanze_mudra.jpg

Mudrā des Gōsanze Myōō

Statue. 12. Jh.; Myōtsū-ji, Obama-shi, Präfektur Fukui
Bild © Wakasa Obama dejitaru bunkazai. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Gōsanze — skt. Trailokyavijaya, der „Bezwinger der Drei Welten“ — ist eine Erscheinungsform des Vajrapani, der im esoterischen Buddhismus zumeist als zornvolle Gottheit dargestellt wird.

Ikonographie
Wiki Account
Namensräume

Varianten
Aktionen
Religion-in-Japan
Updates
Werkzeuge