Portraits von Fudō Myōō

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Bernhard Scheid, „Portraits von Fudō Myōō“ (Stand: 2012-01-11). In: ders. (Hg.), Religion-in-Japan: Ein Web-Handbuch (Universität Wien, seit 2001). URL: http://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Ikonographie:Myoo/Fudo?oldid=30501
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Fudō

Statue (Holz, Farbe). 839; Tō-ji, Kyoto
Bild © Tōji Kōdō Ritai Mandara. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Älteste erhaltene Fudō Statue Japans.

Japans ältester Fudō, 839
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Fudō

Statue (Holz, Farbe) von Kaikei. 1203; Daigo-ji, Sanbō-in, Kyoto

Mit eingelegten Glasaugen.

Fudō von Kaikei, 1203

Fudō (Fudō Myōō 不動明王prominentester japanischer Myōō (Mantra-König), wtl. „der Unbewegliche“ ) ist der einzige unter den esoterischen „Mantra-Königen (मन्त्रmantra (skt., n.)Gebets­formel …mehr ⇒) “ (Myōō (Myōō 明王wtl. „Licht-König“ oder „Mantra-König“; auch „Weisheits-König“; skt. Vidyārāja …mehr ⇒)), der auch im modernen Japan all­gemein bekannt und populär ist. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass die furcht­er­regenden Züge anderer Myōō bei Fudō meist ab­ge­schwächt sind. Er wirkt eher streng als zornig und besitzt im übrigen kein drittes Auge oder andere para-normale anatomische Eigen­heiten. In vielen Fällen ist sein Gesicht allerdings von einer erstaunlichen Asymmetrie ge­kenn­zeichnet: aus dem rechten Mund­winkel ragt ein Eck­zahn nach oben, aus dem linken ein Eckzahn nach unten; sein rechtes Auge ist weit offen, das linke halb geschlossen (s. Abb. unten). Be­merkens­wert ist auch sein Zopf, der ihm meist über die linke Schulter hängt.

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Fudō

Statue (Holz, Farbe) von Kaikei. Kamakura-Zeit
Bild © Miho Museum of Art. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Mit eingelegten Glasaugen
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Fudō

Statue (Holz, Farbe) von Kaikei, Detail. 1203; Daigo-ji, Sanbō-in, Kyoto

Man erkennt hier gut den „verbissenen Typ“, der sich fest auf die Unterlippe beißt.

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Fudō

Statue, Detail

„Asymetrischer Typ“ mit schiefen Zähnen und die asymmetrischen Augen. Dieser Typ ist heute der bekannteste.

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Fudō

Statue; Saidai-ji, Nara
Bild © Broschüre Saidaiji no bunka, Nara: Saidaiji. Abb. 73
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Fudō, verbissen

Statue. Heian-Zeit, 9. Jh.; Hanshū-in, Kyoto
Bild © Saichō to tendai no kokuhō, 2005, Abb. 123 (Ausstellungskatalog von Schätzen des Tendai Buddhismus)
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Frühe Darstellung des Fudō

Heian-Zeit, 9. Jh.; Shōchi-in, Berg Kōya
Bild © Kōyasan, Kōya: Kongobuji, 1998. S. 35
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Fudō

Hängerollbild (Seide, Farbe, Tusche, Gold). 14. Jh.; 182,9 x 114,3 cm
Bild © Rockefeller Collection of Asian Art. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Begleitet von Seitaka dōji (l.) und Kongara dōji (r.).

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Seitaka dōji

Statue (Holz, Farbe) von Unkei. 1197; „Nationalschatz“
Bild © Kōyasan, Kōya: Kongobuji, 1998. S. 37

Einer von insgesamt acht knabenhaften Begleitern des Fudō.

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Rezenter Fudō der Shikoku-Pilgerroute

Statue
Bild © Shikoku Henro Shashinshū. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Vom Tempel #75.

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Rezenter Fudō

Statue (Stein)
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Die eigentümliche Ikono­graphie des Fudō ist vor allem in Japan verbreitet, leitet sich aber auf das Dainichi-kyō (Dainichi-kyō 大日経Dainichi Sutra; wichtiger Text des esoterischen Buddhismus; früheste bekannte Version aus China, 8. Jh. ) zurück. Dort wird Fudō folgendermaßen beschrieben:

Ein Gesicht, zwei Arme, mit einem Schwert und einem Seil in den Händen, die Haare über die linke Schulter herabfallend, mit zornigem Blick ruhig auf einem Fels sitzend, von lodernden Flammen umgeben. Die Stirn zeigt wellenförmige Furchen, der Körper ist rund wie der eines Kindes.[1]

Die typischen Merkmale des Fudō stammen also aus kanonischen Quellen. Lediglich die asymetrischen Zähne stellen offenbar eine japanische Innovation dar, die im übrigen an Japans ältester Fudō Statue (s.o.) noch nicht zu erkennen ist. Auf bildlichen Darstellungen wird Fudō außerdem häufig von (zwei oder acht) jugendlichen Begleitern (dōji (dōji 童子wtl. Knabe; oft Begleiterfigur („Page“) einer buddhistischen Gestalt, manchmal auch „böser Knabe“ = Dämon (z.B. → Shuten Dōji) )) umringt. Auch dieses Gefolge scheint eine japanische Innovation zu sein, die die starke Be­ziehung des japanischen Buddhismus zu diesem Myōō unterstreicht. Diese Bevorzugung geht möglicher­weise auf die besondere Verehrung des Fudō durch Kūkai (Kūkai 空海Gründer des Shingon Buddhismus, 774–835 …mehr ⇒), den Begründer des formalisierten mikkyō (mikkyō 密教esoterischer Buddhismus, Tantrismus; wtl. geheime Lehre …mehr ⇒), zurück.

Fudō/Acala außerhalb Japans

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Acala (der Unbewegbare)

Tangka (Baumwolle, Erdfarben), Detail. Tibet, 12. Jh.; 17,2 x 35,6 cm
Bild © Himalayan Art. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Collection of Shelley & Donald Rubin
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Acala, Tibet (12. Jh.)
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Acala

Tangka. Königreich Xi Xia, 1226
Bild © Himalayan Art, Museum of Tibet, Lhasa. (Letzter Zugriff: 2011/7)

Laut Beschreibung auf Himalayan Art stammt das Bild aus dem chinesischen Vasallenstaat Xi Xia (Tangutien) im Grenzgebiet zwischen China und Tibet, das seit Dschingis Khan zu China gehört.

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Acala, Xi Xia (13. Jh.)

Die obigen Abbildungen zeigen einen tibetischen Acala (Fudō) aus dem zwölften bzw. drei­zehnten Jahr­hundert. Dieser Acala entspricht in Haltung und Gestus dem Grund­typ der zorn­vollen Gestalten des tibe­tischen Tantrismus (तन्त्रtantra (skt., n.)„Gewebe“, im Buddhsmus Lehrschrift des esoterischen Buddhismus (ähnlich → Sutra, aber meist mit rituellem Inhalt) …mehr ⇒) (s.a. Vajrapani), hat aber dennoch einige be­merkens­werte Ge­mein­sam­keiten mit dem japani­schen Fudō, nämlich die dunkle Haut, das Schwert, ein Seil (allerdings verknotet mit einer Schlange) und die ver­bissene Unter­lippe. Laut Himalayan Art war Acala vom elften bis zum drei­zehnten Jahr­hundert in der Himalaya Region populär. Später scheint er von anderen zornvollen Gestalten überfügelt worden zu sein.

Anmerkungen

  1. Nach Tomoe Steineck, „Die Struktur des bildlichen Ausdrucks im Geheimen Buddhismus.“ (Kreiner und Steineck 2008, S. 15–16.) Das Dainichi-kyō lässt sich bis ins China des achten Jahrhunderts zurückverfolgen und beruht entweder auf einem (verlorenen) indischen Original oder auf einer Zusammenfassung mehrere Texte des indischen esoterischen Buddhismus.
Ikonographie: Myoo (zurück zum Hauptartikel)
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