Portraits von Fudō Myōō
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Fudō
Älteste erhaltene Fudō Statue Japans. Japans ältester Fudō, 839
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Fudō
Mit eingelegten Glasaugen. Fudō von Kaikei, 1203
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Fudō (Fudō Myōō 不動明王 — prominentester japanischer Myōō (Mantra-König), wtl. „der Unbewegliche“ ) ist der einzige unter den esoterischen „Mantra-Königen (मन्त्रmantra (skt., n.) — Gebetsformel …mehr ⇒) “ (Myōō (Myōō 明王 — wtl. „Licht-König“ oder „Mantra-König“; auch „Weisheits-König“; skt. Vidyārāja …mehr ⇒)), der auch im modernen Japan allgemein bekannt und populär ist. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass die furchterregenden Züge anderer Myōō bei Fudō meist abgeschwächt sind. Er wirkt eher streng als zornig und besitzt im übrigen kein drittes Auge oder andere para-normale anatomische Eigenheiten. In vielen Fällen ist sein Gesicht allerdings von einer erstaunlichen Asymmetrie gekennzeichnet: aus dem rechten Mundwinkel ragt ein Eckzahn nach oben, aus dem linken ein Eckzahn nach unten; sein rechtes Auge ist weit offen, das linke halb geschlossen (s. Abb. unten). Bemerkenswert ist auch sein Zopf, der ihm meist über die linke Schulter hängt.
Fudō
- Statue (Holz, Farbe) von Kaikei. Kamakura-Zeit
Bild © Miho Museum of Art. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Mit eingelegten Glasaugen
Fudō
- Statue (Holz, Farbe) von Kaikei, Detail. 1203; Daigo-ji, Sanbō-in, Kyoto
Man erkennt hier gut den „verbissenen Typ“, der sich fest auf die Unterlippe beißt.
Fudō
- Statue, Detail
„Asymetrischer Typ“ mit schiefen Zähnen und die asymmetrischen Augen. Dieser Typ ist heute der bekannteste.
Fudō
- Statue; Saidai-ji, Nara
Bild © Broschüre Saidaiji no bunka, Nara: Saidaiji. Abb. 73
Fudō, verbissen
- Statue. Heian-Zeit, 9. Jh.; Hanshū-in, Kyoto
Bild © Saichō to tendai no kokuhō, 2005, Abb. 123 (Ausstellungskatalog von Schätzen des Tendai Buddhismus)
Frühe Darstellung des Fudō
- Heian-Zeit, 9. Jh.; Shōchi-in, Berg Kōya
Bild © Kōyasan, Kōya: Kongobuji, 1998. S. 35
Fudō
- Hängerollbild (Seide, Farbe, Tusche, Gold). 14. Jh.; 182,9 x 114,3 cm
Bild © Rockefeller Collection of Asian Art. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Begleitet von Seitaka dōji (l.) und Kongara dōji (r.).
Seitaka dōji
- Statue (Holz, Farbe) von Unkei. 1197; „Nationalschatz“
Bild © Kōyasan, Kōya: Kongobuji, 1998. S. 37
Einer von insgesamt acht knabenhaften Begleitern des Fudō.
Rezenter Fudō der Shikoku-Pilgerroute
- Statue
Bild © Shikoku Henro Shashinshū. (Letzter Zugriff: 2011/7)
Vom Tempel #75.
Rezenter Fudō
- Statue (Stein)
Die eigentümliche Ikonographie des Fudō ist vor allem in Japan verbreitet, leitet sich aber auf das Dainichi-kyō (Dainichi-kyō 大日経 — Dainichi Sutra; wichtiger Text des esoterischen Buddhismus; früheste bekannte Version aus China, 8. Jh. ) zurück. Dort wird Fudō folgendermaßen beschrieben:
Ein Gesicht, zwei Arme, mit einem Schwert und einem Seil in den Händen, die Haare über die linke Schulter herabfallend, mit zornigem Blick ruhig auf einem Fels sitzend, von lodernden Flammen umgeben. Die Stirn zeigt wellenförmige Furchen, der Körper ist rund wie der eines Kindes.[1]
Die typischen Merkmale des Fudō stammen also aus kanonischen Quellen. Lediglich die asymetrischen Zähne stellen offenbar eine japanische Innovation dar, die im übrigen an Japans ältester Fudō Statue (s.o.) noch nicht zu erkennen ist. Auf bildlichen Darstellungen wird Fudō außerdem häufig von (zwei oder acht) jugendlichen Begleitern (dōji (dōji 童子 — wtl. Knabe; oft Begleiterfigur („Page“) einer buddhistischen Gestalt, manchmal auch „böser Knabe“ = Dämon (z.B. → Shuten Dōji) )) umringt. Auch dieses Gefolge scheint eine japanische Innovation zu sein, die die starke Beziehung des japanischen Buddhismus zu diesem Myōō unterstreicht. Diese Bevorzugung geht möglicherweise auf die besondere Verehrung des Fudō durch Kūkai (Kūkai 空海 — Gründer des Shingon Buddhismus, 774–835 …mehr ⇒), den Begründer des formalisierten mikkyō (mikkyō 密教 — esoterischer Buddhismus, Tantrismus; wtl. geheime Lehre …mehr ⇒), zurück.
Fudō/Acala außerhalb Japans
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Acala (der Unbewegbare)
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Acala
Laut Beschreibung auf Himalayan Art stammt das Bild aus dem chinesischen Vasallenstaat Xi Xia (Tangutien) im Grenzgebiet zwischen China und Tibet, das seit Dschingis Khan zu China gehört. |
Die obigen Abbildungen zeigen einen tibetischen Acala (Fudō) aus dem zwölften bzw. dreizehnten Jahrhundert. Dieser Acala entspricht in Haltung und Gestus dem Grundtyp der zornvollen Gestalten des tibetischen Tantrismus (तन्त्रtantra (skt., n.) — „Gewebe“, im Buddhsmus Lehrschrift des esoterischen Buddhismus (ähnlich → Sutra, aber meist mit rituellem Inhalt) …mehr ⇒) (s.a. Vajrapani), hat aber dennoch einige bemerkenswerte Gemeinsamkeiten mit dem japanischen Fudō, nämlich die dunkle Haut, das Schwert, ein Seil (allerdings verknotet mit einer Schlange) und die verbissene Unterlippe. Laut Himalayan Art war Acala vom elften bis zum dreizehnten Jahrhundert in der Himalaya Region populär. Später scheint er von anderen zornvollen Gestalten überfügelt worden zu sein.
Literatur und Links
- Josef Kreiner und Tomoe Steineck (Hg.) 2008
Tempelschätze des heiligen Berges Daigo-ji: Der Geheime Buddhismus in Japan. München: Prestel. [Ausstellungskatalog.] - Himalayan Art
Anmerkungen
- ↑ Nach Tomoe Steineck, „Die Struktur des bildlichen Ausdrucks im Geheimen Buddhismus.“ (Kreiner und Steineck 2008, S. 15–16.) Das Dainichi-kyō lässt sich bis ins China des achten Jahrhunderts zurückverfolgen und beruht entweder auf einem (verlorenen) indischen Original oder auf einer Zusammenfassung mehrere Texte des indischen esoterischen Buddhismus.
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