Namen und Fachausdrücke: Konzepte, Lehren und Dogmen

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109 Einträge
  • bodhi (skt.) बोधि
    „Erwachen, Erleuchtung“; jap. bodai 菩提
  • bunmei kaika 文明開化
    „Aufklärung und Öffnung“; Modernisierungs-Slogan des 19. Jh.s
  • Bushidō 武士道
    Verhaltenskodex bzw. Philosophie des japanischen Militäradels; wtl. Der Weg des Kriegers
  • chūin 中陰
    wtl. mittlere Dunkelheit; Totenwelt; Übergangsperiode zwischen zwei Phasen der Wiedergeburt; im engeren Sinne: sieben mal sieben Tage nach dem Tod
  • dan
    „Stufe“, „Rang“; Bezeichnung der Fortgeschrittenen- bzw. Meistergrade in den Kampfsportarten, Budō
  • Dharma (skt.) धर्म
    Gesetz (des Universums), Lehre (des Buddha); jap. Hō 法

  • Weg, Lehre, im erweiterten Sinne auch „Religion“; s.a. Dōkyō (Daoismus)
  • Dōkyō 道教
    Daoismus, wtl. Lehre des Weges, chin. Daojiao; philosophisch-rel. Strömung Chinas; s.a.
  • duḥkha (skt.) दुःख
    „Leiden“; jap. ku
  • Feng Shui (chin.) 風水
    chin. Raumkonzept auf der Grundlage von Yin und Yang; für zeremonielle Architektur wichtig
  • fukko shintō 復古神道
    „Restauration des antiken Shintō“; Restaurations-Shintō
  • fukoku kyōhei 富国強兵
    „reiches Land, starkes Heer“; politischer Slogan des 19. Jh.s
  • genze riyaku 現世利益
    (religiöse) Belohnung in diesem Leben
  • gogyō 五行
    Fünf Wandlungsphasen; Prinzip der chin. Naturphilosophie
  • gokuraku 極楽
    Paradies; identisch mit dem Reinen Land ( jōdo)
  • gon
    vorläufig (im Ggs. zu jitsu, „wirklich“)
  • haibutsu kishaku 廃仏毀釈
    wtl. Abschaffung von Buddha, Zerstörung von Shaka; Bezeichnung für anti-buddhistische Ausschreitungen der frühen Meiji-Zeit
  • hannya 般若
    „Weisheit“, abgeleitet von skt. prajna; auch: Hannya-Maske (Dämonin)
  • hannyaharamitta 般若波羅蜜多
    „vollkommene Weisheit“, abgeleitet von skt. prajnaparamita
  • hon
    „Original“, „Ursprung“
  • honchō 本朝
    wtl. unsere Dynastie; Eigenbezeichnung für Japan
  • hongan 本願
    „Ureid“; zumeist Gelübde des Buddha Amida, alle Lebewesen zu retten
  • honji 本地
    (buddhistische) Urform (eines kami); s.a. suijaku
  • honji suijaku 本地垂迹
    wtl. Grundform und herabgelassene Spur; Theorie der Angleichung von kami und Buddhas

  • buddhistischer Dharma, wtl. Gesetz
  • hōben 方便
    geschicktes Mittel; skt. upāya
  • Hyaku monogatari 百物語
    „Hundert Geschichten“; Edo-zeitliches Gesellschaftsspiel bei dem man sich 100 Gruselgeschichten erzählte
  • iwashi no atama mo shinjin kara 鰯の頭も信心から
    „Für den Gläubigen zählt selbst ein Sardinenkopf ...“ (Der Glaube kann Berge versetzen)
  • jaku
    „Spur“, „Fährte“; „Vermächtnis“
  • jiriki 自力
    wtl. eigene Kraft; buddhistisches Konzept
  • jitsu
    wirklich (im Ggs. zu gon, „vorläufig“)

  • Altes japanisches Maß für Längen. 1 = 3,03m.
  • jōdo 浄土
    Reines Land, Paradies
  • ju 寿
    Langes Leben
  • jukkai 十界
    Zehn Welten des buddhistischen Jenseits; auch jikkai ausgesprochen
  • jūni shi 十二支
    die Zwölf Erdzweige, auch: Tierkreiszeichen
  • kamikaze 神風
    Götterwind; urspr. ein poetischer Beinamen der Provinz Ise, wird der Begriff seit den Mongolenangriffen des 13. Jh.s mit göttlichem Schutz im Krieg assoziiert und daher auch mit den Selbstmord-Piloten des 2. Weltkriegs in Verbindung gebracht
  • kannagara no michi 随神の道
    Alternativer Ausdruck für Shintō
  • karagokoro 唐心/漢意
    „chinesischer Geist“; xenophober Begriff der kokugaku
  • Karma (skt.) कर्म
    „Tat“, auch „konse­quente Folge“; moralische Bilanz der gesetzten Handlungen; jap. Gō 業
  • kegare 穢れ
    rituelle Verunreinigung, Befleckung, Schande
  • kengyō 顕教
    „offene Lehren“ im Ggs. zu mikkyō, „geheime Lehren“
  • kleśa (skt.) क्लेश
    „Leid“, auch: Leidenschaft, die den Menschen ans Diesseits bindet; jap. bonnō 煩悩
  • kokumin dōtoku 国民道徳
    „Nationale Moral“, „Volksmoral“; Schlagwort der nationalistischen Propaganda der Zwischenkriegszeit
  • kokumin seishin 国民精神
    „Nationaler Geist“, „Volksgeist“; Schlagwort der nationalistischen Propaganda der Zwischenkriegszeit
  • kokutai 国体
    Nationalwesen, wtl. „Landeskörper“
  • Kongōkai mandara 金剛界曼陀羅
    Vajra-Welt-Mandala, Diamant-Welt-Mandala, Mandala des Dainichi

  • „öffentlich“
  • kurobune 黒舟
    „Schwarze Schiffe“; volkstümliche Bezeichnung für die amerikanischen Kanonenboote, die 1853 die Öffnung Japans erzwangen
  • kurushii toki no kamidanomi 苦しい時の神頼み
    „sich in Zeiten der Not an die Götter wenden“; jap. Redensart

  • Leere, Nichts; im Buddhismus ein wichtiges philosophisches Konzept
  • mabiki 間引き
    wtl. Ausdünnen, Lichten; Töten von Neugeborenen
  • mappō 末法
    Endzeit des Dharma
  • mijiao (chin.) 密教
    esoterischer Buddhismus
  • mikkyō 密教
    esoterischer Buddhismus, Tantrismus; wtl. geheime Lehre; Gegenstück zu kengyō
  • mondō 問答
    Frage-Antwort Schema; Diskussion, Disput;
  • mu
    wtl. „nichts“, Leere; im Buddhismus ein wichtiges philosophisches Konzept
  • nengō 年号
    Jahresdevise oder Äraname, Motto der Politik zu dieser Zeit
  • nichiren shugi 日蓮主義
    Nichirenismus; nationalistische Auslegung nichiren-buddhist. Lehren; Begründer Tanaka Chigaku
  • Nirvāṇa (skt.) निर्वाण
    „Erloschen, ausgelöscht“, Ort der Erlösung von allem Leid; jap. Nehan 涅槃
  • onmyō 陰陽
    jap. für „Yin und Yang“; auch in'yō, on'yō
  • pañca kleśaviṣa (skt.) पञ्चक्लेशविष
    „Fünf Gifte“, Falschheit, Stolz, Begierde, Eifersucht und Hass; fünf Leidenschaften (klesha), die den Menschen ans Diesseits binden
  • prajñāpāramitā (skt.) प्रज्ञापारमिता
    „Vollkommene Weisheit“; jap. hannyaharamitta 般若波羅蜜多
  • pu (chin.) 步
    „Schritt“; chin. Längenmaß, 1 pu ≈ 1,67m)
  • qi (chin.) 氣/気
    Materie (oder „Energie“) der chin. Naturphilosophie; auch Dampf; jap. ki
  • rokudō 六道
    wtl. die Sechs Wege = Bereiche der Wiedergeburt
  • Ryōzen Jōdo 霊山浄土
    Reines Land im Nichiren Buddhismus; Ryōzen, wtl. mystischer Berg, stellt einen Anspielung auf den Geierberg (auch: Ryōjū-sen 霊鷲山, Berg des mystischen Geiers) dar, wo Buddha u.a. das Lotos Sutra vorgetragen haben soll (s.a. Juhō-sen)
  • saisei itchi 祭政一致
    Einheit von Ritus und Verwaltung bzw. von Religion und Staat
  • sakoku 鎖国
    Abschließung des Landes in der Edo-Zeit, 1639–1853
  • Saṃsāra (skt.) संसार
    „Beständiger Fluss“, Kreislauf der Wieder­gebur­ten, Diesseits; jap. Rinne 輪廻
  • sanbō 三宝
    Drei Schätze oder Drei Juwelen, skt. triratna: Buddha, Dharma, Sangha; im Kontext des Shinto bezeichnet der Begriff ein Opfertischchen, wird in diesem Fall allerdings meist mit den Zeichen 三方 („drei Richtungen“) geschrieben.
  • sanmitsu 三密
    Drei Geheimnisse (des esoterischen Buddhismus)
  • satori 悟り
    Erleuchtungserfahrung (bes. im Zen Buddhismus)
  • shaku
    Altes japanisches Maß für Längen. 1 shaku = 0,303m
  • shakubuku 折伏
    „brechen und unterwerfen“; Motto Nichirens
  • shen (chin.) 神
    Geist (sowohl im Sinne von „Gespenst” als auch von „geistiger Kraft“); jap. shin oder kami
  • shendao (chin.) 神道
    Göttl. Weg, Weg der Götter; chin. Aussprache von jap. shintō
  • shi
    „privat“
  • shinbutsu bunri 神仏分離
    Trennung von kami und Buddhas; meist bezogen auf die frühe Meiji-Zeit
  • shinbutsu bunri no rei 神仏分離の令
    Eine Verfügung aus dem Jahr 1868 zur Trennung von Shintō und Buddhismus
  • shinbutsu shūgō 神仏習合
    Übereinstimmung von kami und Buddhas; shintō-buddhistischer Synkretismus
  • shinkoku 神国
    wtl. „Götterland“
  • shinōkōshō 士農工商
    wtl. „Krieger, Bauern, Handwerker, Kaufleute“; Vier-Stände-System, in dem eine hierarchische Ordnung innerhalb der genannten endogamen Berufsstände angestrebt wird; gesell. Ideal des Edo-Zeit
  • shōbō 正法
    Zeit des wahren Dharma
  • shōen 荘園 / 庄園
    Lehen, feudale Landbesitzung
  • shuji 種子
    Symbolische Sanskrit-Zeichen; wtl. Samen (Skt. bija)
  • śūnyatā (skt.) शून्यता
    „Leere, Nichts“, im Buddhismus ein wichtiges philosophisches Konzept; jap.
  • sonnō jōi 尊王攘夷
    „Ehrt den Kaiser, verjagt die Barbaren“; anti-westlicher Slogan des 19. Jh.s (Zitat aus den Frühling- und Herbstannalen des Konfuzius)
  • suijaku 垂迹
    wtl. kami-Spur (eines Buddha); buddh. Bezeichnung für → kami
  • Sukhāvatī (skt.) सुखावती
    „Reines Land“; jap. Jōdo 浄土
  • taiji (chin.) 太極
    Urmaterie, wtl. das Große Äußerste
  • Taika no Kaishin 大化改新
    „Reformen des großen Wandels“; politischer Umschwung unter Kaiser Kōtoku im Jahre 646; Zentralisierung des Landes und Sinisierung des Staatssystems
  • taikyō senpu undō 大教宣布運動
    Kampagne des Großen Lernens oder auch Große Indoktrinierungs-Kampagne, 1870–1884; staatl. Initiative der frühen Meiji-Zeit zur Verbreitung der Ideale des Tennō-Loyalismus
  • Taizōkai mandara 胎蔵界曼陀羅
    Mutterschoß-Welt-Mandala; Mandala des Dainichi
  • tariki 他力
    andere Kraft (helfende Kraft Amidas)
  • tenmei 天命
    „Mandat des Himmels“; konfuzianisches Konzept einer himmlischen Macht, die Herrscher oder Dynastien auf der Grundlage ihrer „Tugend“ einsetzt oder abberuft
  • Tiantai (chin.) 天台
    chin. Vorläufer des Tendai Buddhismus; urspr. Name eines chin. Klosterbergs
  • Tokoyo 常世
    Land der Unsterblichkeit, Land der Unvergänglichkeit
  • tung-i (chin.) 東夷
    „Ostbarbaren“; chinesische Bezeichnung für Japaner und/oder Koreaner
  • ujizoku bukkyō 氏族仏教
    Klan-Buddhismus; Buddhismus der Adelsfamilien des jap. Altertums
  • upāya (skt.) उपाय
    „[geschicktes] Mittel“; jap. hōben 方便
  • vidyā (skt.) विद्या
    „Wissen“; jap. myō
  • wakon yōsai 和魂洋才
    „Japanischer Geist, westliche Technik“
  • wakō dōjin 和光同塵
    Angleichung der Buddhas an die kami; wtl. „das Licht dämpfen und sich dem Staub angleichen“
  • yamato-damashii 大和魂
    „japanischer Geist“; Japanertum; nationalistisches Schlagwort
  • yaoyorozu 八百万
    altjap. für „acht Millionen“ bzw. unendlich viele
  • Yin Yang (chin.) 陰陽
    Dualistisches Prinzip der chin. Naturphilosophie
  • yonaoshi 世直し
    Welterneuerung; „Weltsanierung“; gesamtgesellschaftliche Umwälzung
  • zōbō 像法
    Zeit des imitierten Dharma; buddhistisches Konzept
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